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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-04-03 · 14 (3.4.1896) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
14 (3.4.1896)
Date
1896-04-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 14 Dr. Vwrtz's Wochenschrift Seite 285 wären, cs befänden sich bei dem Amtsgericht Jiürnbrrg zur Zeit unter 22 Richtern nur 2 Katholiken, die übrigen seien Juden und Protestanten, die Secretäre seien meistens Juden, bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht befänden sich 2 Juden. Dazu bemerkt die „Corresp. Hoffmann" : „Nach zuverlässigen Mittheilungen befinden sich zur Zeit am Oberlandesgerichte Nürnberg 21 Beamte, darunter 7 Katholiken, 13 Protestanten, 1 I s r a e l i t, am Landgericht 11 Katholiken, 20 Protestanten, 1 Israelit (dieser Staatsanwalt), am Amtsgericht 11 Katholiken, 16 Protestanten, 3 Israel treu (2 Amtsrichter, 1 Secretär). Hieraus mag ersehen werden, wie unrichtig obige Angaben und Angriffe gegen die Staatsregierung sind." Paris, 6. März. Die an der Ecole pratique des Hautes Etudes neu geschaffene Professur für r a b b i n i s ch e und t a lm u d i s ch e S t u d i e n ist Herrn Rabbiner Israel L e ü i, Herausgeber der Revue des Etudes juives, übertragen worden. E. B. Braila. Zum Vortheile der von Herrn David Schwarzmann in Firma D. S ch lv a r z m a n n & Co. in Wien gestifteten Volksschule wurde jüngst eilt Ball, verbutlden mit einer Tombola, veranstaltet, welcher durch die reichen Spenden der zahlreichen Gönner dieser Schule ein Reinerträgniß von über fünfhundert Francs lieferte. Herr David S ch w a r z ni a it n in Wien, welcher zu dem Balle eingeladen worden war, sandte eine Spende von hundert Francs mit einem verbindlichen Schreiben. ' Besonderen Dank um das Gelingen der Wvhlthätigkeitsveranstaltnng haben sich verdient gemacht: Die Herren Mayer Wechsler, Dr. E. Silberstein, Dr. Inger, die Frauen Ottilie Brvciner, Eva Zaharia u. s. w. Wir wünschen der Schwarzmann'schen Volksschule weiteres Gedeihen, allen ihren Gönnern, namentlich dem hochherzigen Stifter derselben, dem wohlthätigen Herrn David Schwarz ni a n lt, reiche Vergeltinig. Cambridge. 20. März. Die P r f e s j u r für e n glischeLiteratur an der hiesigen Universität ist Herrn Israel G o.l l a n z übertragen worden. London. Eine Uebersetzung von Dr. Theodor Herzl's interessanter und geistvoller Broschüre: „Der Judenstaat" wird in allernächster Zeit bei David Nntt erscheinen. Die Uebersetzung besorgt Frl. Sylvie d'Avigdor. Odessa. An dem Tage, da ihre Tochter dem Baron Günzburg angetraut wurde, spendete Frau Aschkenasy - nebenbei bemerkt, erhielt ihre Tochter eine Mitgift von einer Million Rubel — die ansehnliche Summe von 40.000 Rubeln für die jüdischen Armen der Stadt. Die Herren Ephrussi haben zum Zweck der Gründung einer neuen Schule für die Kinder hiesiger jüdischer Bürger 35.000 Rubel gespendet. Wie wir hören, tritt die Schenkung anläßlich der Krönung Ihrer Majestäten in Kraft. London. Die Hochzeit der einzigen Tochter des Baron de Worms, Henrietta, mit Mr. George Landauer findet am 27. April statt. Marokko. Die verhältnißmäßige Ruhe, deren sich die Juden kurze Zeit erfreuten, ist auf rohe Art gestört worden. Grausamkeiten sind wieder an der Tagesordnung und diesmal sind die Juden in Azimour, die schon vor wenigen Jahren schwer bedrückt wurden, die Opfer. Die Mauren sind in das jüdische Viertel eingedrungen, stehlen was sie können, verwunden die Männer und mißhandeln Frauen und Kinder. Sie entführten ein armes vierzehnjähriges Judenmädchen, dessen Schicksal schmachvolle Sclaverei ist. Die Juden von Azimour haben einen Brief an den Rabbiner von Tanger gerichtet und bitten um seine Intervention bei den Vertretern der Mächte zu ihren Gunsten. Liverpool. Mr. Frederie Cowen ist zum Dirigenten der Liverpooler philharmonischen Concerte ernannt worden. Diese Ernennung ist von umso größerer Bedeutung, als sie die Leitung sämmtlicher Concerte im ganzen Norden von England in sich begreift und bekanntlich der Norden England's weit musikalischer ist, als der Süden. Mr. Cowen's musikalische Laufbahn begann, als er 6 Jahre alt war; im Alter von 8 Jahren hatte er schon mehrere Compositionen veröffentlicht. Seine Symphonien sind in der ganzen musikalischen Welt bekannt, von seinen Oratorien ist das geschätzteste „Ruth", anderer Compositionen, welche mit zu den bedeutendsten gehören, die englische Componisten in den letzten 50 Jahren hervorgebracht haben, gar nicht zu erwähnen. Feuilleton. Rinder des Ghetto. (Roman von I. Zangwill.) (Nachdruck verboten.) Manchmal legte das Gesetz die Hand darauf, indem es behauptete, daß er seine Diamanten oder sonst etwas ans illegale Weise erworben habe aber in diesem Falle kehrte der junge Mann n i ch t vom Cap zurück. Alan mich dieser Species jedoch die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß das Geheimnis; ihrer Erfolge weniger in Unehrlichkeit, als in der Gelegenheit zum Entwickeln ihrer Energie in noch nicht exploitirteu Gegenden bestand. Außerdem brauchte der junge Mann nicht den äußeret! schein zu wahren, ließ sich herab, die Hände in Bewegung zn setzen, und arbeitete so lange und angestrengt, daß der Erfolg auch zn Hause nicht ausgeblieben wäre, wenn er dort nur Muth dazu gehabt hätte. Wie dem aber auch sei, das Geld war einmal da und damit ausgerüstet, steuerte der junge Mann heimwärts. Hübsche Jüdinnen in ihren schönsten Kleidern eilten, bildlich gesprochen, zum Hasen, um den Wanderer zu bewillkommnen, denn sie wußten, daß er nur unter ihnen seine Wahl treffen würde. Die Species hatte mehrere, durch Ziffern gekennzeichnete Abarten, aber ob der junge Mann nun über seinem ehemaligen Stande heiratete oder bei demselben blieb, immer war er den Traditionen seiner Race treu. Gleich dem jungen Manne im Frack hielt er die Nichrjüdin für kaltherzig und leblos. Er war der festen Ueberzengung, daß alle jüdischen Mädchen jenes Feuer und jenen Chic besaßen, den die Christen einigen Schauspielerinnen und Soubretten znschreiben, die vielleicht selber Jüdinnen sind. Für Liebeleien aller Art mochten sie reizend sein, aber sie waren nicht dazu geschaffen, dauerndes Glück zn bereiten. Solche Begriffe hatte sich Hanna über den „jungen Mann vom Cap" gebildet. Das vor ihr stehende Exemplar dieser Species sah noch obendrein höchst einnehmend aus. Es ließ sich nicht leugnen, daß er eine gute Figur, einen schöngesormteu Kops und einen reizenden Schnurrbart hatte. Schönheit an sich ist oft eine Gewähr für Frechheit und Falschheit, aber wenn noch der vorhin erwähnte volle Beutel hinznkommt — Hanna wendete den Kops ab und betrachtete die Evolutionen des Lanciers mit großem Interesse. „Es sind ein paar hübsche Mädchen da," bemerkte er bewundernd. Offenbar hatte der junge Mann keine Lust, sortzngehen. Hanna ward ärgerlich. „Ja — welche würde Ihnen gefallen?" fragte sie in scharfem Tone. „Ich will keine boshaften Unterscheidungen machen," sagte er lächelnd. „Eingebildeter Mensch!" dachte Hanna. „Er sieht wirklich nicht, daß ich ihm den Rücken kehre. Sv?" sagte sie laut. „Aber Alle können Sie ja nicht heiraten." „Warum sollte ich auch nur Eine heiraten?" fragte er in demselben leichten Tone, obwohl er etwas überrascht zn sein schien. „Sind Sie nicht nach England zurückgekvmmen, um sich eine Frau zu holen? Das machen ja die ineisten jungen Leute, lvenn sie sich nicht Eine nach Afrika expvrtiren lassen." Er lachte wirklich belustigt und bemühte sich, ihre Augen zn sehen, aber sie hielt dieselben abgewendet. Sie stand mit dem Rücken gegen die Wand, und er konnte nur ihr Profil und die graziöse Haltung ihres Kopses ans dem schlanken Halse bemerken, der sich rosig von dem weißen Leibchen abhob. Sein helles Lachen mischte sich mit den lustigen Klängen der fünften Lancier-Figur. „Ich fürchte, ich bin eine Ausnahme," sagte er. „Vielleicht ist Ihnen keine gut genug," fuhr es ihr heraus. „Oh! Wie kommen Sie auf diese Idee?" „Vielleicht sind sie schon verheiratet?" „Nein," sagte er ernsthaft. „Sie doch auch nicht?" „Ich?" fragte sie. Und nach einer kaum merklichen Pause setzte sie hinzu: „Natürlich bin ich's!" Der Gedanke, sich für eine verheiratete Frau auszugeben, die sie in der Theorie ja auch war, kam ihr ganz plötzlich und übte einen unwiderstehlichen Reiz ans ihr Gefühl für das Komische. Dazu kam noch, daß der Handschuh die eigentliche Natur des Ringes, den sie am Finger ttng, verbarg, was ihr Vergnügen noch erhöhte.

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