Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-04-03 · 14 (3.4.1896) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
14 (3.4.1896)
Date
1896-04-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021115-3021130--05492-3029730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 276 Nr. 14 Dr Bloch's Wochenschrift hochhält mrd später in den edelsten Lebensberufen vertheidigen soll, helfend zur Seite zu stehen, ihr eine verläßliche Anlehnung an ihre Glaubensgenossen, das Bewußtsein, von denselben geschätzt und geschützt zu werden, zu bereiten und sie physisch und psychisch zu stählen und zu stärken für alle Kämpfe, die ihr nun oder später beschieden sein mögen und die sie stets zu unserem gemeinsamen Ruhme durchzuführen im Stande sein soll. Zu schwach und selbst zu wenig unterstützt, um unseren gemeinsamen Feind zu besiegen, unterstützen wir mindestens Diejenigen unter uns, die mit dazu beitragen sollen, eine s ch ö n e r e Z e i t erst e h e n und in wiedererlangter Gerechtigkeit und Gleichberechtigung die Schande unserer Tage vergessen zu lassen. Je nach dem Ergebnisse unserer hiermit eingeleiteten Sammlung, zu der Jeder nach Kräften beitragen möge, werden unter Heranziehung eines Theiles der Spender mrd unter berathender Mitwirkung der studentischen Kreise selbst die Beschlußfassungen über die concrete Verwendung der vorhandenen Mittel und, falls dieselben groß genug sind, etwa auch die statutenmäßige Creirung einer stabilen Organisation für diesen Zweck erfolgen. Darum, verehrte Glaubensgenossen, unterstützet uns reichlich, aus daß es gelinge, uns einer d a u e r n d e n Schöpfung zum Wo hle unserer jüdisch-akade misch enJugend zu erfreuen, in der sich unsere Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft vereinigen! Wien, März 1896. Die Beiträge, deren detaillirter Ausweis jedem einzelnen Spender übermittelt werden wird, wollen unter Benützung des beiliegeirden Postsparcassascheines bei der Postsparcassa ^eingelegt werden, _ da dies mit den geringsten Unbequemlichkeiten und Kosten für die P. T. Spender, wie für die Empfänger verbuirden ist. Zu etwaigen persönlichen Aufklärungen sind alle Uirterzeichner dieses Auftuses und das Präsidium des Politischen Volksvereines (1., Schottenring 23) stets sehr gerne bereit. Wien, März 1896. Wilhelm Anning er (Firma Wm. Abeles L Co.), IX., Ferstelgasse 4. Moritz Baum, Kaufmann, I., Wipplingerstraße 9. Dr. Robert Benesch, Bankhans, I., Babenbergerstraße 5. Gottlieb Bettelheim, Realitätenbesitzer, Präses des Tempelvereines im IX. Bezirke, Kolingasse 5. Dr. I. S. B l o ch, Schriftsteller, Herausgeber der „Oesterr. Wochenschrift", II., Untere Augartenstraße 1a. Lucian Brunner, Fabrikant, XIX., Billrothstraße 26. S. Eisenberger, Fabrikant, k. k. Commercialrath, VII. Bezirk, Schottenseldgasse 7. Dr. Sigmund F e i l b o g e n, Universitäts-Docent, Vorstandsmitglied des „Politischen Volksvereines", I., Mölkerbastei 8. Dr. Hermann F i a l l a, Hof- und Gerichts-Advocat, Präsident des „Politischen Volksvereines", I., Schottenring 23. Julius Fischt, Fabrikant, Bezirksausschuß, II.. Lichrenauergasse 1. Max Fleischer, Architekt, Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, VII., Neustiftgasse 64. Leopold Fried, Hotelier, Vorstandsmitglied des „Politischeu Volksvereines", II., Kaiser Josefstraße 15. Dr. Moritz F r i e d l ä n d e r, Secretär der Baron Hirsch-Stiftung, I., Getreidemarkt 10. Dr. S. Gelbhaus, Rabbiner und Prediger in Wien, IX., Stroheckgasse 13. Theodor Ritter von G o l d s ch m i d t, k. k. Baurath, Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I., Opernring 6. Dr. M. G ü d e m a n n, Oberrabbiner der israelitischen Cultusgemeinde in Wien. Leo Hildesheimer, Privatier, III., Marokkanergasse 16. Emanuel Hoffmann, Bezirksausschuß, Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, XVIII., Carl Ludwigstraße 27. Dr. Marcell H o f f m a n n, Hof- und Gerichts-Aovocat, Vorstandsmitglied des „Politischen Volksvereines", I., Werderthorgasse 14. Jacob Iaiteles (Firma Straßer, Jaiteles & Co.), Vorstandsmitglied der „Oesterreichisch-israelitischen Union" in Wien, IX. Bezirk, Liechtensteinstraße 36. A. Janowitzer, Exportfirma, VII., Seidengasse 18. Karl Kohn, Privatier, I., Rathhausstraße 17. Dr. Gustav Kohn, Hof- und Gerichts-Advocat, Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, IX., Hahngasse 25. Dr. Albert Kuh, Hof- und Gerichts-Advocat, I.. Zelinkagasse 10. Leopold Langer, Banquier, Bezirksausschuß, I., Qpernring 23. Moritz Lein kauf, k. k. Commercialrath, Generalsecretär der Börse für landw. Producte, Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, II., Novaragasse 48. Arnold Marek, Director des Giselavereines, Vicepräsident des „Politischen Volksvereines", I., Franz Josefs-Quai 1. Med. Dr. Moritz Passauer, I., Zelinkagasse 4. Moritz Schey, Privatier, I., Franz Josefs-Quai 5. Dr. Adolf S ch m i e d l, Rabbiner und Prediger in Wien, II., Bezirk, Ferdinandsstraße 23. Dr. Heinrich Sieger, HofundGerichtsadvocat, Vorstandsmitglied des „Politischen Volksvereines", I., Werderthorgasse 5. Heinrich Teils ch e r, Fabrikant, I., Zelinkagasse 14. Ludwig Wald st ein, Bezirksausschuß, I., Graben 28. Möchte doch dieser Mahn- und Weckruf auch das volle, verdiente Echo bei all' Deneir finden, an die er gerichtet ist und hiedurch ein namhafter Fond für jüdisch-akademische Zwecke gechaffen werden, dessen zielbewußte, sachgemäße Verwaltung und Verwendung unendlich viel Gutes und Nützliches jener st u d e ntischen Jugend zu bieten vermöchte, in welcher sich, lvie der Auftus so richtigt sagt, „n n s e r e Wünsche und Hoffnungen für die Z u k u n s t vereinigen!" Die Beiträge werden am besten an den „Politischen V o l k s v e r e i n" r n W i e n, I., Schottenring 23, als Sammelstelle gerichtet. England über den „Iudenstaat^. William Hol m a n H u n t ist einer der ältesten und angesehensten Realer in England. In verhältnißmäßig jungen Jahren machte er sich einen Namen durch großangelegte Gemälde, deren Stoffe der Urgeschichte des Christenthums entnommen waren. Die Jahre 1869 bis 1873 verbrachte er in Palästina und lernte die Heimat des jüdischen Volkes aus dem Grunde kennen. Nach England zurückgekehrt, verkehrte er viel in jüdischen Kreisen und er hat seinen judenfteundlichen Gefühlen bei jeder Gelegenheit unverhohlen Ausdruck gegeben. Diesem Manne gebührt das Verdienst, die Idee vom Judeustaate schon vor sieben Jahren ausgesprochen undentwickelt zu Haben. Jetzt, da derselbe Gedanke von Dr. Theodor Herzl mit ebensoviel Gemüth als Geist in seinem geistvollen Buche „Der Judenstaat" propagirt . wird, kommt Holman Hunt auf seinen alten Plan zurück. Nicht nur die jüdischen Blätter Englands, sondern auch parteilose und ausgesprochen christliche Wochen- und Monatsschriften beschäftigen sich sehr eingehend mit dem interessanten Probleme. Der radicale „Daily C h r o n i c l e" widmet der Angelegenheit besondere Aufmerksamkeit und theilt ein Gespräch mit, das einer seiner Redacteure mit dem berühmten Maler gehabt hat. H olma n Hunt: Sehen Sie, ich habe lange in Palästina gelebt. Dann kenne ich viele Juden in England und so stammt mein Interesse an dem Judenthum, das in diesem Plane zur Ausführung kommt, von zwei verschiedenen Seiten. Interviewer Der Gegenstand hat Sie also tauge beschäftigt? H o l in an Hunt: Gewiß. Ich habe immer davon gesprochen, daß man die Möglichkeit im Auge behalten solle, Palästina mit den Juden zu bevölkern. Ich sagte mir, daß dieser Plan, einmal gefaßt, nicht nur die Unterstützung der Juden selbst, sondern die aller Nationen finden würde, diese aus religiösen Vorurtheileir und politischen Gründen. I n t e r v i e w'e r: Sie haben diese Ihre Idee zweifelsohne schon vor längerer Zeit' hervorragenden Juden mitgetheilt? Hol m a n H unt: Bor etwa sieben Jahren. Ich erörterte den Plan mit eiiiem wohlbekannten Juden. Er erwiderte mir darauf, daß ich keine Ahnung davon zu habeii scheine, daß die heutigen Juden einer solchen Aufgabe schwerlich gewachsen seien. Ich behauptete, daß man das vielleicht von der großen Masse der Juden, von den Armen behaupten könne, daß es sich aber in meinem Plane nicht um diese, sondern um die gebildeten Juden, an denen durchaus fehl Mangel sei, handelt. Aber er hielt die Stunde zur Ausführung solcher Ideen für noch nicht gekommen und so gerieth die Sache in Vergessenheit. Interviewer: Wodurch ist sie wieder in den Vordergrund getreten? Holman Hunt: Der gegenwärtige Zustand in der Türkei, der Verfall der türkischeil Herrschaft und des türkischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.