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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-03-13 · 11 (13.3.1896) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
11 (13.3.1896)
Date
1896-03-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 222 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. I I ß a r d e r israelitische Cultusgemeinde hat zu Gunsten des ge. nannten Fonds eine Stiftung im Betrage von fünftausend Kronen errichtet, deren vierperzentige Zinsen bereits ins diesjährige Budget der Gemeinde eingestellt werden. Kojetein. Dienstag den 24. März. 3 Uhr Nachmittags, findet im ifrael:tifc^en Tempel zu Kojetein die Trauung des Herrn Ignaz Kaufmann mit Fr. Sofie König statt. Rohatyn, 3. März 1896. Am Abend des 29. v. M. veranstaltete der hiesige Verein „Bnei Zion" eine Purimfeier, welche sehr glänzend und imposant ausfiel. Die Eröffnungsrede hielt Herr Äron Lewin. Sohn unseres ehrwürdigen Rabbiners Herrn Nathan Lewin. Der junge Redner hat mit seinen begeisternden und fesselnden Worten einen Enthusiasmus heivorgerufen, der sich in einem dauernden Applaus äußerte. ' Nach ihm nahmen Herr Schulim Melzer und der Schreiber Dieses das Wort. Sie beleuchteten die Ursache des Purimfestes. Das Sammeln von Spenden bildete den Schluß der so wirkungsvoll begangenen Feier. Alexander M a r g u l i e s, Secretär des Vereines „Bnei Zion" in Rohatyn. Horazdowitz, 4. März. Geehrter HerrRedact e u r! Ich wurde dieser Tage in der Ausübung meines Berufes durch zwei schwarzgekleidete Damen gestört, welche mit einem Sammelbogen von Haus zu Haus gingen. Ich zahlte meinen Obulus in der sicheren Voraussetzung, daß es sich wie gewöhnlich um ein Spital handle. Wie erstaunte ich aber, als ich im Gasthause erfuhr, daß die beiden Damen, die geläufig böhmisch und deutsch sprachen, für die Errichtung eines katholischen (antisemitischen?) Pädagogiums in Wien (Währing) hausiren. Nachdem zumeist unsere Glaubensgenossen bisher zu dem letztgenannten Zwecke beigesteuert, werden dieselben auf diesem Wege von den Intentionen der Sammlerinnen verständigt. Graz. Der akademische Verein „Humanitas" 'n Graz gab am 29. Februar im Saale des Hotels „Stadt Triest" seinen letzten (dritten) diesjährigen Familien-Abend. der vom schönsten Erfolge gekrönt war und dem Vereine neue Ehren eintrug. Das dem Tanze vorausgehende Programm, welches musikalische und deelamatorische Vorträge aufwies, war äußerst geschmackvoll zusammengestellt und fand in den ungemein zahlreich erschienenen Gästen ein dankbares Publicum, welches jede einzelne Progcammnummer mit rauschendem Beifalle aufnahm. Besonderer Erwähnung könnten wir der dem Vereine zugekommenen 3 Tanzwidmungen thun, welche sich durch Melodiensülle auszeichneten und von der Militärcapelle stramm gespielt wurden. Nicht minder wirkungsvoll waren die Geiangsvorträge einer stimmbegabten Dame, wie auch die humoristischen Vorträge eines Vere'nsmitzliedes, das Dialectdichtungen in ergötzlicher Weise wiederzugeben verstand. Zum Schluffe mögen die gelungenen Coupletvorträge eines bekannten Grazer Komikers hervorgehoben sein. Nach beendetem Programm trat der Tanz in seine Rechte, dem die tanzfreudige Jugend sich mit allem Eifer hingab und der bis in die Morgenstunde währte. Auch diesmal trug ein nett arrangirter Cotillon viel zur Unterhaltung bei. Die von befreundeten Vereinen eingelaufenen Telegramme wurden gelegentlich der Panse zur Verlesung gebracht und ans das Lebhafteste acclamirt. So kann denn der akademische Verein „Humanitas" mit gerechtem Stolze auf diesen Abend zurückblicken, der ihm nicht nur bedeutenden moralischen Erfolg brachte, sondern auch zur Kräftigung des Vereinsfondes beitrug. Podwoloezyska. Aus der Mitte des Vereines „Degel Jehuda" bildete sich ein Comite, mit der Ausgabe, die jüdische Literatur, Geschichte in deutscher und hebräischer Sprache zu pflegen, und werden allabendlich, sowie an den Samstagen Nachmittags Vorlesungen in diesem Sinne vor einem ziemlich zahlreichen Auditorium abgehalten. Am 29. Februar Abends veranstaltete das oberwähnte Comite eine Purimfeier mit Gesang, Musik und Vorträgen, welche einer zahlreichen Gesellschaft aus der Elite des hiesicen Publicums einige besonders angenehme Stunden bot. Besonderes Verdienst haben sich die Herren Sch. Ginsberg, M. Ehrlich, I. Süssermann, I. Gottfried und A. Wurzel erworben. Der anwesende Herr Regierungscommissär äußerte sich lobend und beglückwünschte das Comite. Eibenschitz, 7. März 1896. Am Samstag den 29. v. M. fand in den Räumen des ehemaligen Kaffeehauses der diesjährige Purimball statt, welcher von einem sehr distinguirten und zahlreichen Publicum von Nah' und Fern' besucht war. Bereits um 8 Uhr hatten sich sämmtliche Mitglieder des hierortigen israelitischen Frauenvereines eingesunden. Den Ball eröffneten Herr Hermann Wilkowitsch, Obmann des Comites, mit der Vicepräsidentin des Frauenvereines Frau Antonie Fischer und Herr Gustav Samek, Schriftführer de^ Ballcomites, mit der Schriftführerin des Frauenvereines Frau Fanny Grünzweig, an welche sich die übrigen Paare anschlossen. Unter den Klängen der Oslckvaner Bergcapelle wurde flott bis 5 Uhr Früh tmt Tanze gehuldigt, und war Alles von diesem schönen Feste höchst befriedigt. Um das Zustandekommen dieses Balles hatten sich besonders Herr Alexander Stern, sowie Herr Eduard Wltschek verdient gemacht. Der Reinertrag von 65 fl. wurde dem hierortigen israelitischen Frauenvereine gewidmet. Böhnnsch-Leipn, 9. März. Die hiesige jüdische Gesellschaft hat einen schweren Verlust erlitten. Herr Eduard Altschul, einer unserer angesehensten Gemeindemitglieder, ist Montag im 61. Lebensjahre nach langem Leiden verschieden. Der Heimgegangene genoß in allen Kreisen eine besondere Verehrung, war ein treuer Sohn des Judenthums, dem er mit ganzem Herzen anhing. Die Beerdigung fand Mittwoch den 11. März statt. Troppau im März. Am 15. April d. I. begeht der hiesige zweite Cantor Herr Jacob Herz sein 30jähriges Amtsjubiläum in unserer Gemeinde. Ein schönes Zeugniß für den Beamten wie für die Gemeinde! Der Jubilar hat sich durch seine stete Pflichterfüllung in seinem Amte, sowie durch die ihm eigenen besonderen tüchtigen Kenntnisse in seinem Fache viele Verdienste um unsere Gemeinde, die er von ihren Anfängen aufwachsen sah. und auch viele Freunde und Gönner erworben. Wieliezka. Sonntag den 15. März, 6 Uhr Abends, findet die Trauung von Fräulein Anna Rosenzweig mit Herrn Jakob S ch i n a g el statt. Triest, 9. März. Heute Nachts starb hier nach langem Leiden Baron Marco Morpurgo, der durch seine langjährige Thätigkeit als Präsident des Österreichischen Lloyd und als Chef des seither liquidirten Hauses Morpurgo und Parente eine auch in Wien sehr bekannte Persönlichkeit war. Er erreichte ein Alter von 58 Jahren. Baron Marco Morpurgo war ein Sohn des Baron Clio Morpurgo, der gleichfalls Präsident des Lloyd gewesen ist, wie überhaupt diese Würde bis zum Abschluß des neuen Uebereinkommens mit dem Lloyd in der Familie Morpurgo, beinahe könnte man sagen, erblich gewesen ist. Nach dem Zustandekommen des neuen Lloydvertrages wurde Baron Morpurgo nicht mehr zum Präsidenten gewählt. Baron Marco Morpurgo war Verwaltungsrath mehrerer Actiengesellschaften und führte außerdem ein großes Holzgeschaft in den occupirten Provinzen. Schönlanke, 28. Februar. Herr A. Baruch ist zum Vorsteher, Herr H. Levy zum Stellvertreter und Herr M. Badt zum Schriftführer des Stadtverordneten-Collegiums gewählt worden. Berlin, 4. März. Der bekannte Historiker Dr. F. L i e b e r m a n n ist zum Professor ernannt worden. Posen, 26. Februar. Vor einigen Tagen ist in Mortschin der älteste Mann Deutschlands, Herr Salomon L e w i n gestorben. Derselbe war am 27. September 1784 geboren, hat also ein Alter von nahezu 112 Jahren erreicht. Bis zu seinem 108. Lebensjahre ging er rüstig seinem Berufe nach. Rhbnik, 28. Februar. Frau Lina Lustig in Leipzig hat 10.000 Mark für das hiesige Israelitische Waisen- Haus letztwillig hinterlassen. Strasburg. Die hiesige Gemeinde hat den Tod ihres verehrten Oberrabbiners Dr. Stiebel zu beklagen. Der Verstorbene war erst 54 Jahre alt. Er war ein großer Gelehrter und ein vortrefflicher Redner. Er hinterläßt eine Witwe, zwei Töchter und vier Söhne, von denen der älteste eben Medicin- Doctor wurde.- Paris. Seine Majestät der König von Portugal hat Herrn Dr. Emil Berger in Paris, Professor der Augenheilkunde und Osficier der französischen Akademie, in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Augenheilkunde in den Freiherrnstand erhoben. Die Werke Berger's wurden von der französischen Akademie der Wissenschaften, von der Pariser Akademie der Medicin, seine Vorlesungen von der Pariser medicinischen Facultät preisgekrönt. Im Jahre 1894 wurde demselben die Ehre zu Theil, den französischen Augenärzte-Congreß zu präsidiren. London, 26. Februar. Der kürzlich zum Parlamentsmitglied gewählte Lieutenant H. M. Jessel, Schwiegersohn des Sir Julian Goldsmid, ist zum. Capitän befördert worden.

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