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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-03-13 · 11 (13.3.1896) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
11 (13.3.1896)
Date
1896-03-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 11 Seite 221 Dr. Blorh's Wochenschrift Bankier NathansonzuTheil, dem selbst antisemitifcheBlätternachrühmten, er hätte den Namen eines Russen verdient. Nathanson war ein Mann, der unermüdlich mit Hintansetzung seiner persönlichen Interessen für das Gemeinwohl arbeitete und als Philantrop sich einen unsterblichen Namen erwarb. . . Mußte nicht jeder Unbefangene in Rußland wie auch anderwärts erkennen, daß ein Volk, welches Männer, wie die erwähnten hervorbringt, nicht die Verleumdungen und Beschuldigungen verdient, unter deren Last es seufzen und stöhnen muß. Petersburg, 5. März-1896. Als Ergänzung der im vorigen Briefe gebrachten Nachricht von der Feier des, 35jährigen Jubiläums des Dr. Abr. Harkawy, will ich noch einige Daten über das Leben des achtbaren Gelehrten hinzufügen. Er ist hier seitdem Jahre 1877 als Bibliothekar der kaiserlichen öffentlichen Bibliothek angestellt, hat mehrere Orden, ist Staatsrath und zugleich Mitglied der Pariser Societe Asiatique u n d Societe des e t u d e s j u i v e s, der deutschen m orge nländischen Gesellschaft zu Berlin, der königlichen Akademie zu Madrid u. s. w. Seine Werke über jüdische Geschichte und Alterthünier sind gediegen und mit einer bemerkenswerthen Gewissenhaftigkeit verfaßt. Ihm auch gehört das Verdienst, eine vollständige Uebersetzung von GrätzJ,Geschichte der Juden" in's Russische besorgt zu haben, die er mit solch wichtigen und gelehrten Annierkungen versehen hat, daß Grätz selbst sich derselben bei der zweiten Ausgabe seiner Geschichte zu bedienen für angemessen fand. Der Synod hat dieser Tage neue Vorschriften für die Aufnahme jüdischer Convertiten im Gouvernement Wilna erlassen. In diesen Vorschriften heißt es unter Anderem, daß der Geistliche, an welchen sich der sich bekehren Wollende zuerst wandte, nicht eher zur entsprechenden Belehrung treten darf, bis er sich vollständig von der Aufrichtigkeit der Absichten des Ersteren überzeugt hat. Außerdem werden von nun an alle öffentlichen Verhandlungen, welche auf religiöse Fragen Bezug haben, auf's Strengste verboten. „Denn, wie es in genannten Vorschriften wörtlich heißt, führen solche Streitigkeiten (wie die Erfahrung gelehrt hat) zu Beschimpfungen des Christenthums und zu zweckloser Wortmacherei." Im Senat soll binnen Kurzem die Frage über das Wohnrecht der kurländischen Juden in allen Ortschaften des russischen Reiches Zur Entscheidung kommen. Vermischtes. Wien. (Verleihung.) Der Kaiser hat dem Hofnnd Ministerialrath im Ministerium des k. und k. Hauses und des Aeußern, Ludwig von Doczi, den Titel und Charakter eines Sections-Chefs verliehen. Wien. Dienstag den 17. März 1896, 3 Uhr Nachmittags, findet im Hause Vereinsgasse Nr. 15 die Trauung von Fräulein Ernestine Po llak, Tochter des verewigten Rabbiners M. Pollak, mit Herrn Michael Kunstadt statt. Wien. (Akademischer Verein „Ga mala".) Mittwoch den 4. d. M. veranstaltete im Restaurant Robitschek der akademische Verein „Gamala" einen Discussionsabend über das Thema: „Der Juden st aat von Dr. Theodor Herz l". Der Discussionsabend erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches seitens der jüdischen akademischen Jugend. Das Referat erstattete Herr Dr. S- R. Landau, der in seinen anderthalbstündigen Ausführungen, unter Zugrundelegung der zionistischen Bewegung, den Gedankengang der Herzl'schen Broschüre und deren praktische Bedeutung für die Verwirklichung der zionistischen Idee besprach. Referent behandelte noch zum Schlüsse die bisherige Stellung der Presse der Bewegung und dieser Broschüre gegenüber. Die Ausführungen wurden mit Beifall ausgenommen, worauf eine lebhafte Discussion folgte, an der sich unter Anderem D r. Birnbaum, Dr. Altschüler rc. betheiligten. Die lebhafte Zustimmung der versammelten jüdisch-akademischen Jugend fand in folgender hierauf einstimmig angenommenen Resolution ihren begeisterten Ausdruck: „Die heute, am 4. März 1896 im Restaurant Robitschek versammelte jüdisch-akademische Jugend hält es für ihre Pflicht, dem Herrn Dr. Theodor Herzl für den Muth und für die Entschiedenheit, mit denen er für die zionistische Idee eingetreten ist, den tiefgefühlten Dank auszusprechen. Die jüdisch-akademische Jugend erklärt sich bereit, dem Appell des Herrn Dr. Th. Herzl zu folgen und an seiner Seite für die Verwirklichung der großen und erhabenen Idee zu kämpfen." Wien. Anläßlich des Purimfestes veranstaltete der literarische Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „Moria" im Wintergarten des Restaurant International ein Costümkränzchen. Dasselbe war sehr gut besucht, wies eine Menge origineller Costüme aus und wird durch die äußerst animirte Stimmung, die herrschte, allen Theilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben. Für den nächsten literarischen Nachmittag, welcher am 15. d. M. stattfindet, hat Herr Dr. Proßnitz einen Vortrag angemeldet. Gäste (Damen) herzlich willkommen. I. Schottenring 23. präcise 3 Uhr Nachmittags. N. Wien. Der kaufmännsiche Unterstützungsverein „Osten" hält am 14. d. M., um halb 8 Uhr Abends, im Hotel National seine XlX. ordentliche Generalversammlung ab- Wien. (EinzelvereinWien desBerbandes „Zion".) Samstag den 14. d. M.. 8 Uhr Abends, veranstaltet der Einzelverein Wien des „Zion" einen Discussionsabend über Dr. Th. H erzl's Broschüre „Der Judenstaat". Gäste willkommen. Wien. Auf Einladung des Vorstandes der Synagoge in der Fugbachgasse hielt der a'.s G st hier weilende Bezirksrabbiner Marmor st ein aus Szenitz Samstag den 7. d. M. eine mit großem Beifall aufgenommene Predigt, zu der sich ein zahlreiches Publicum eingefunden hatte. Wien. (DerVereinzurHebungderGewerbe) hält Dienstag den 17. d. M., halb 8 Uhr Abends, in Khuner's Restauration I. Schottenring 19 seine diesmonatliche Plenarversammlung ab. Tagesordnung: 1. Bericht des Präsidenten Herrn S. B r o d. 2. Vortrag der Frau Ottilie B o n d t), Präsidentin des Wiener Hausfrauen - Vereines : I. „Die Frau im Gewerbe," II. „Aladdin's Wunderlampe," eine Dichtung von Frau Ottilie B o n d y. 3. Demonstratio n und A u s st e l l u n g des Bereinsmitgliedes Herrn Adolf L ö w y. Tapezierer und Decorateur. 4. D e m o nst r a t i o n des Bereinsmitgliedes Herrn D. Herzl, Zahntechniker, über „k ü n st l i ch e Zähn e". Damen und Gäste willkommen! Diese Versammlung verspricht allgemeines Interesse, iusbesonders das derFrauenzuerregen. Wien. (V erbindnn g ö st e r r e i ch i s ch - s ch l es i s ch e r H o ch s ch ü l e r „I v r i a".> Bei dem am 7. März d. I. abgehaltenen allgemeinen Convent der Verbindung „Jvria" , wurden folgende Herren für das Sommersemester gewählt: Znm Präses: Jur. Carl Kobn zum Präses-Stellvertreter : Tech. Tavid j Racher, znm Schriftführer: Med. Berthold Hahn. Dobrio bei Rolytzan, den 3o. März 18J»6. Unsere Cultusgemeinde hat einen großen, herben Verlust erlitten. Sonntag den K. März verschied nach längerem Krankenlager der Präses der Gemeinde, Herr Jur. Tr. Sigmund Kahn im Alter von 37 Jahren. Ter Verewigte war ein Mann von großem, hebräischem Wissen, ein eifriger Glaubensgenosse, der einen großen Theil seiner freien Zeit den "Angelegenheiten der Gemeinde widmete. Er stand auch im hohen Ansehen bei der katholischen Bevölkerung, er war geehrt und geachtet bei Allen. Air dem Leichenbegängnisse betheiligten sich nebst den Verwandten sämmtliche Mitglieder der Geilleinde, dann das k. und k. Officierscorps der Garnison Rvkytzan »der Verblichene war k. und k. Oberlieutenant der Reserve», Beamte des k. k. Bezirksgerichtes, des k. k. Steueramles, Vertreter der Stadtvertretung, Advvcaten, Aerzte, nebstdem viele Honoratioren der Stadt. Herr Rabbiner I. Freund widmete dem Tahingeschiedenen einen warmen, innigen Nachruf in deutscher und böhmischer Sprache. BudaPest.sJsra eli tisch er Landesfond.) Bei demungarisch-israelitischen Landesfond haben an Stistungsbeträgen angemeldet : Franz S ch w a r tz 3000 fl., Moriz Lindenvaum 2500 fl., Julius Adler, A. B ach r u ch, Sigmund Groß, Leopold W. Heid lb erg, Adolf Markbreit, Schlesinger u. Po l a kov i ts, Adolf St ern th al jun. und Arthur S t e r n t h a l, Eduard Stricker, A. W e i n e r und M. Gr ü u b a u m je 2000 fl., Michael H a y. Alexander Leopold und Ignaz Schön je 1000 fl. Die Szeg-

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