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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-02-28 · 9 (28.2.1896) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
9 (28.2.1896)
Date
1896-02-28
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 166 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 9 antwortete der Rabbi. „Weil das die erste Schaaloh*) ist, die an mich gestellt wird." „Erzähle Herrn Pinkas, was für eine Antwort Du auf den Esel gegeben hast!", sagte Hanna lächelnd. „Oh, es ist nicht der Mühe werth", wehrte der Rabbi ab. „Du hältst Dich immer so zurück!", rief die Rebbezin eifrig. „Am letzten Purim schickte ein Unverschämter meinem Mann einen Esel aus Zucker. Mein Mann ließ aus Lebkuchen einen Rabbi backen und schickte ihn dem Betreffenden als Gegengeschenk, mit der Aufschrift: „Ein Rabbi schickt einen Rabbi". Reb Schemuel lachte herzlich, als er das Vorkommniß wieder von den Lippen seiner Frau hörte. Pinkas aber klappte zusammen, wie ein convulsivisches Fragezeichen. Die Uhr auf dem Caminsims begann Neun zu schlagen. Levi sprang auf. „Ich komme zu spät in die Schule!", rief er und eilte der Thüre zu. „Halt, halt!" schrie sein Vater. Du hast noch nicht gebenscht!"**) „Ist Saul auch unter den Propheten? Ist Levy auch unter die Geschichtenerzähler gegangen?", murmelte Pinkas vor sich hin. Aber laut sagte er: „Das Kind spricht die Wahrheit. Ich sah, wie feine Lippen sich bewegten". Levi warf dem Dichter einen dankbaren Blick zu, packte sein Ränzel und lief stracks nach Royal Street Nr. 1. Pinkas folgte ihm bald. Innerlich warf er Reb Schemuel Geiz vor, denn er hatte bisher blos ein Frühstück für sein Buch erhalten. Vielleicht war Simcha's Anwesenheit daran Schuld. Sie war des Rabbi's rechte Hand, und er ließ sie nicht gern wissen, was seine linke that. Der Rabbi zog sich, cUs Pinkas gegangen war, in sein Studierzimmer zurück, und die Rebbezin polterte mit einem Besen herum. Das Studirzimmer war ein großes viereckiges Gemach, deffen Wände mit Bücherregalen und Portraits der großen Rabbinen des Festlandes bedeckt waren. Die Bücher schienen bibliographische Ungeheuer, gegen welche die größte Familienbibel das reine Taschenbuch ist. Alle waren nur in Consonanten gedruckt, die Vocale wurden nach der Grammatik errathen oder man kannte sie auswendig. In einem jed-n befand sich eine kleine Textinsel inmitten eines Commentar- Sees, der sich wieder in einen Ocean von Supercommentaren verlor, welche wieder von einem Festlande von Super- Supercommentaren begrenzt wurden. Reb Schemuel kannte viele dieser coloffalen Foliobände, mit allen Schlangen. Windungen ihrer Ansicht und Argumente, so wie ein Kind sein Heimatsdorf mit allen seinen Seitenpfaden und Feldwegen kennt. Dieser und dieser Rabbi hatte diese und diese Meinung über diese und diese Zeile auf dieser und dieser Seite abge. geben — die Erinnerung daran war ein Gesichtsbild. Und gerade so wie ein Kind sein Heimatsdorf nicht mit der großen Außenwelt in Verbindung bringt, nicht seine Gassen und Steige verfolgt, bis sie zu den großen Städten führen, nicht nach seinem Ursprung und seiner Geschichte forscht, es nicht im Berhältniß zu anderen Dörfern, zum Lande, zum Erdtheil, zur Welt betrachtet, sondern um seiner selbst willen, au und für sich liebt, so betrachtete, verehrte und schätzte auch Reb Schemuel diese gigantischen Blätter mit ihren dichtgedrängten Bataillonen verschiedenartig gedruckter Leitern. Sie waren Thatsachen — absolut wie das Weltall selbst — Regionen vollkommener Weisheit. _ (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Dr. S. K. Sie hoben recht. Mechaniker Schneider hätte folgenden Reijebericht erstatten sollen: „Fünf Lebewesen fuhren wir in einem Coups nach Triest. Darunter vier Juden und — eine Bestie. Arnold B. Pfarrer Decker! spricht darum immer von dem „wahren Israeliten", weil er mehr keine Ahnung mehr hat, was ein „wahrer Christ" ist. B—nn? Die Schmähungen und Verspottungen werden dem wackeren Schriftsteller in den Augen redlicher und ernster Menschen nur nützen. M. B—no. Frau Leopoldine Schneeweiß mag sich in ihrer schneeweißen antisemitischen Unschuld bei den Blumen, die sie *) Anfrage. **) Das Tischgebet gesprochen. zur Feier L u e g e r'S bei einer Jüdin kaufte, mit Recht gedacht haben : „Non ölet.“ H. P. Wir gönnen Herrn Dr. Lueger die verständnißvolle Zustimmung des vierjährigen Kindes, das in einer Frauenversammlung .,Hoch Lueger!" schrie. Er mag stolz auf diese Anerkennung sein. L. B. Was können die armen, braven Urgroßeltern im Grabe dafür, wenn ihre getauften Abkömmlinge am lautesten: „Hepp, hepp" rufen? ©♦(III. Bez.) Antisemitische Rohheit klingt eigentlich pleonastisch. B—gold. Herr Berg ani will seine Vorurtheilslvsigkeit zeigen, wenn er auch — jüdische Feuilletons stiehlt. L—g. Danken bestens für den Bericht. H—nn. Vielleicht. G—d. Die antisemitischen Redacteure scheeren sich um derlei Kleinigkeiten nicht, wenn sie die Scheere in der Hand haben. A. M. 100. Dr. P. Buchholz, die Familie in rechtlicher und moralischer Beziehung nach mosaisch-talmudischer Lehre. Breslau, Schletter'sche Buchhandlung, 1867. Ausweis. Herr Dr. Oppenheim, Brünn, 5 fl.; Herr M. Schimetschek Brünn, 1 fl.; Herr Sigmund Gelbkvpf, Brünn, 60 kr.; Herr David Wagner, Brünn, 60 kr.; Herr Oberlehrer Brückner, Brünn, 1 fl.; Herr Wilhelm Grünbaum, Brünn, 3 fl.; Herr A. Frisch, Brünn, 1 fl.; eine Tischgesellschaft „Deutsches Haus", Brünn, 4 fl.; Herr Max Weigl, Brünn, 1 fl.; Herr Leopold Frank, Brünn, 50 kr.; Herr Ignaz Honig, Brünn, 2 fl.; Herr Alois Löw, Brünn, 50 kr; Herr Drucker, Brünn, 2 fl.; Herr Dr. Latzer, Brünn, 1 fl.; Herr Dr. Beith, Brünn, 1 fl.; Herr Dr. Pirak, Brünn, 1 fl.; Herr Dr. Fleischmann, Brünn, 1 fl.; Herr H. Basch, Brünn, 50 kr.; Herr L. Rosenzweig, Brünn, 50 kr.; Herr Julius Popper, Brünn, 50 kr.; Herr Dr. Bondi, Brünn, 1 fl.; Herr Max Friedmann, Brünn, 1 fl.; Herr Lazar Kohn, Brünn, 1 fl.; Herr Oberinspector Eppler der Nordbahn für den Armenverein, 5 fl.; Ungenannt, 5 fl.; Ungenannt 5 fl.; Herr Alois Friedmann, Brünn, 1 fl.; Herr Emanuel Spitz, Kostel, 10 fl.; Herr Rabbiner Dr. Mandl, Koste!, 2 fl.; Herr Adolf Weigl, Kostel, 3 fl.; Herr Leopold Eisinger, Kostel, 2 fl.; Herr Vielgut, Kostel, 2 fl.; Herr Saitsch, Kostel, 1 fl.; Herr Siegmund Neumann, Kostel, 3 fl.; Herr Albert Neumann, Koste!, 2 fl.; Herr David Weinberger, Kostel, 2fl.;Herr Josef Hirsch, Kostel, 1 fl.; «->err Siegfried Eisinger, Kostel, 1 fl.; Herr SigmundMsinger, Kostel, 1 fl.; Herr Siegfried Hirsch, Koste!, 1 fl.; Herr Jacob Sar, Kostel, £ fl.; Herr Salamon Eisinger, Kostel, 3 fl.; Herr Moritz Spitz, Kostel, 2 fl.; Herr Marcus Sax, Kostel, 1 fl.; Herr Max Rosenzweig, Kostel, 5 fl.; Herr Arnold Böhmer, Kostel, 2 fl.; Herr Heinrich und Moritz Neumann, Kostel, 1 fl.; Herr Max Czuczka, Kostel, 1 fl.; Herr Jacob Konstand, Kostel, 1 fl.; Herr David Spitz, Kostel, 2 fl.; Herr Jsak Kohn, Kostel, 1 fl.; Herr Julius Rosenberg, Kostel, 1 fl.; Herr Hermann Aschkenes, Kostel, 2 fl.; Herr Baruch Kohn, Kostel, 15 fl.; Ungenannt, Kostel, 5 fl.; Herr Michael Weigl, Kostel, 5 fl.; Herr- Bürgermeister Rosenzweig und Familie, Kostel, 10 fl.; Herr Salamon Aschkenes, Kostel, 2 fl.; Herr Hermann Spitz, Koste!, 5 fl.; Herr Cantor E. Blau, Kostel, 1 fl.; Herr Jsak Spitz, Kostel, 2 fl.; Herr- Oberlehrer Goldschmidt und Herr Lehrer Bauer in Lundenburg. 5 fl.; Herr Stein, Lundenburg, 5 fl.; Herr Edmund Hauser, Lundenburg, 5 fl.; Herr Fleißig, Lundenburg, 1 fl.; Herr Kellner, Billowitz, 3 fl.; Herr Salamon Spitz, Rakwitz, 5 fl.; Herr Oberlehrer Jellenik, Brünn, 5 fl.; Herr Dr. Adolf Jellenik, Brünn, 25 fl.; Herr Dr. Berthold Jellenik, Brünn, 25 fl.; Herr Leopold Jelliuek, Brünn, 10 fl.; Herr Johann Spitz, Saitz, 1 fl.; Herr I. S. in Saaz, 1 fl.; Herr F. U. in Saaz. 1 fl.; Herr H. L. in Saaz, 1 fl.; Herr K. L. in Saaz, 1 fl.; Herr S. W. in N., 1 fl.; Herr W. L. in Saaz, 50 kr; Herr N. N. in Saaz, 20 kr.; Herr Sigmund Bauer, Kostel, 1 fl.; Herr Ludwig W Popper, Jnngbunzlau, 30 kr.; Herr Rudolf Faltin, Jungbunzlau, 20 kr.; durch Herrn Arnold Hesky, Sammlung in Lundenburg, 20 fl.; Herr M. Mandl, Gr.-Enzersdors, 1 fl.; Herr S. Weißkopf, Hvrazdovic, 1 fl.; Herr L. Porges, Horazdovic, 1 fl.; Frau Paula Fischl, Horazdovic, 1 fl.; Herr Adolf Blümel, Schulleiter in Jamnitz, 2 fl.; Herr Ed. Fuchs, Jungbunzlau, 50 kr.; Herr Sigmund Reich, Lnndenburg, 1 fl.; Ungenannt, 1 fl. 50 kr.; Herrn Gebrüder Weigl, Lundenburg, 2 fl.; Herr Alwow Schinitzdors, Gloggnitz, 1 ff.j Herr Leopold Sax, Billowitz, 2 fl. Kostel, den 16. Februar 1896. Rabbiner Dr. S. Mandl. An meine geehrten P. T. Kunden. Ich erlaube mir zur Kenntniss zu bringen, dass mein Geschäft, seit 26 Jahren am Salzgries bestehend, sich nunmehr Hl, Scbreygasse 19 im eigenen Hause befindet. Ich ofterire koscheres Geflügel bester Sorten und alle Osterwaaren, Prima-Qualität. Hochachtungsvoll W. Ming’elg’rün früher 1., Salzgries 12 Jetzt 11., Schreygasse Nr. 19. Herausgeber u. Verautw. Redacteur: Dr. Josef E. Bloch. — Druck v. L Beck & Sohn, Wien, VIII., Lerchenseldrrstr. 46.

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