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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-02-14 · 7 (14.2.1896) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
7 (14.2.1896)
Date
1896-02-14
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 142 Dr. Vlvch's Wochrnschrist. Nr. 7 liquidirte ich nicht, ich begehre auch deren Ersatz nicht, bitte vielmehr die heutige Vertretung als kleinen Beweis der besonderen Hochachtung Ew. Ehrwürden als Rabbiner zu betrachten. Mit ausgezeichneter Hochachtung ergebenst Dr. Nejedly." Mistelbach. (Synagogen-Einweihung.) So Hai denn unser Cultnsvorsteher das seit Constiluirung der hiesigen Cullusgemeinde mit zäher Festigkeit und Ausdauer in's Auge gefaßte Ziel, der Gemeinde ein würdiges Gotteshaus zu errichten, in glänzender Weise erreicht. Ein stattlicher Bau, dcffen Pläne und Ueberschläge in selbstloser Weise vom Herrn Architekten Friedrich Schön in Wien unter Mitwirkung des Baucomitö-Mitgliedes Ingenieur Leon Edelstein in Gaja verfaßt wurden und der vom hiesigen Baumeister Josef Dunke in tadelloser Art zur Aufführung gelangte, erhebt sich zur Ehre Gottes, zum Wohle unserer Glaubensgenossen und zur Zierde unseres Städtchens. Die behördliche Collaudirung wurde am 7 d. M. vorgenommen und ergab das erfreulichste Resultat. Der Tag für die Einweihung des Gotteshauses, welcher ein Festtag für die Geiammtmitglieder unserer Gemeinde werden soll, ist für Dienstag den 25. Februar anberaumt. Die Stunde ist für Vormittag lO1/, Uhr festgesetzt. Die Einweihung wird unser ehrwürdiger Rabbiner Herr W. Sor unter Mitwirkung des ehrwürdigen Rabbiners unserer Multergemeinde Nikolsburg, Herrn Dr. D. Feuchtwang, vornehmen, den Choral bei diesem feierlichen Acte wird der Obercantor Segal aus Nikolsburg mit seinem Chore executiren. Nach der Einweihung wird ein gemeinsamer Mittagstisch sämmtliche Festgäste vereinen und beim Nachmittagsgottesdienst werden dir als Gäste anwesenden Rabbiner zu den im Gotteshaufe versammelten Glaubensgenoffen sprechen. Zum Abschluffe des Festtages veranstaltet ein Comits, bestehend aus jungen Herren ein Wohlthätigkeits-Kränzchen, welchem ein zweistündiges Promenade-Concert vorangeht. Die Musik hiezu besorgt die bewährte Capelle des k. u. k. Infanterieregimentes Alfred Herzog zu Sachsen Coburg und Gothr Nr. 84. Von Seite der hiesigen Stadtvertretung wurden die Rathhauslocalitäten für den Mittagslisch und zur Abhaltung der Abendunterhaltung bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Hirschberg i. Schl., 27. Jänner. Bon verschiedenen Seilen aufgefordert, einem längst gefühlten Bedürfniß abzuhelfen und für jüdische Knaben, besonders für solche, die in ihrer körper'ichen Entwickelung zurückgeblieben sind und daher frischer gesunder Luft bedürfen, einen Ort zu finden, der diesem Zwecke dienlich wäre, hat sich Herr Dr. Ludwig K o r a ch entschlossen, am 1. April 1896 am hiesigen Orte ein P e n s i o n a t zu errichten. Hirschberg, in dem schönsten Theil des Riesengebirges gelegen, von Wäldern und Bergen umgeben, ist durch seine frische Land- und Bergesluft ganz besonders geeignet, in jeder Beziehung vortheilhast auf Geist und Köiper einzuwirken. Die Anstalt selbst wird sich in dem gesündesten Theile der Stadt, in der sogenannten Villengegend, befinden, von wo man in wenigen Minuten ins Freie gelangen kann. Herr Dr. K o r a ch, dem die besten Referenzen zur Seite stehen, hat das philologische Examen gemacht, sein Probejahr abgelegt und sich seitdem ausschließlich dem Erziehungs¬ und Lehrfache gewidmet. Paris. Fräulein Brandes und Herr Leitner sind zu Mitgliedern der Comsdie Fran^aise ernannt worden. Rom. Dr. Ehrenreich, Oberrabbiner von Rom, hat infolge vorgerückten Alters sein Amt niedergelegt. Die jüdische Gemeinde in Rom beabsichtigt, da sie sich in finanziellen Nöthen befindet, den Posten vorläufig nicht wieder zu besetzen, und werden die nöthigen Functionen von ehemaligen Rabbinern aus der Provinz, welche jetzt in Rom leben, ausgeübt werden. Memel, 30. Jänner. Herr Landgerichtsrath Meyer ist mit dem Kronenorden IV. C l a s s e ausgezeichnet worden. Cincinnati, 20. Jänner. Hier ist unter dem Namen „Oräre ok the Äorth American Iraelites" fin neuer jüdischer Orden gegründet worden. Sydney, 6. Jänner. Seit dem 1. d. M. erscheint hier ein ein neues jüdisches Wochenblatt „The Australian Hefarew“. Feuilleton. Müder des Ghetto. (Roman von I. Zangwill.) (Nachdruck verboten.) Als er geendet hatte, ward das Schweigen nur durch Lea's Schluchzen unterbrochen. Samuel war todtenbleich geworden. Die fröhliche Versammlung hatte sich in eine Hochzeitsgesellschaft verwandelt. „Schuft!", brach Malka endlich los. „Sie haben es zu Fleiß gethan! Sie dachten, daß meine Lea nicht genug Geld hat und daß Ihnen Reb Schemuel die Hände mit Gold anfüllen wird. Aber so laffe ich mich nicht von Ihnen überrumpeln." „Möge dieses Stück Brod mich ersticken, wenn ich nur die geringste Spur von Absicht hattcschrie Samuel leidenschaftlich, denn der Gedanke, was Lea von ihm denken könnte, brannte ihn wie Feuer in den Adern. Er wendete sich zu dem Maggid. „Es muß doch einen Ausweg geben,es muß! Ich weiß, Ihr Maggidim könnt Haare spalten. Könnt Ihr nicht eine von Euren feinen Unterscheidungen machen, auch wenn es sich nicht blos um eine Kleinigkeit handelt?" Die wilde Ungeduld des Bräutigams weissagte dem Gesetz nichts Gutes. „Natürlich gibt es einen Ausweg," sagte der Maggid ruhig. „Nur einen, aber einen sehr einfachen." „Was?! Was?!", rief Alles athemlos. „Er muß ihr Gett*) geben." „Natürlich!", schrie Sam mit Donnerstimme. „Ich scheide mich sofort von ihr. "Er lachte hysterisch. „Was für Narren sind wir doch! Das gute, alte, jüdische Gesetz!" Lea's Schluchzen verstummte, und Alle mit Ausnahme von Frau Jakobs lächelten wieder. Ein halbes Dutzend Hände schüttelte die des Maggids, ein halbes Dutzend Hände klopfte ihm aus den Rücken; man drückte ihn auf einen Stuhl nieder, schenkte ihm ein Glas Liqueur ein und häufte ihm einen Teller mit Fisch auf. Der Maggid, der jämmerlich ausgehungert war, hatte wirklich Glück. Er segnete die Vorsehung und das jüdische Ehegesetz. „Aber verlassen Sie sich nicht auf eine solche Scheidung," sagte er warnend, mit vollem Munde. „Gehen Sie lieber zu Reb Schemuel, dem Vater des Mädchens, und lasten Sie von ihm den Gett ganz nach dem Gesetz ausführen!" „Aber Reb Schemuel ist verreist," sagte Frau Jakobs. „Und ich muß auch fort, morgen mit dem ersten Zug," sagte Sam. „Aber es hat ja keine Eile. Ich werde in vierzehn Tagen etwa wieder in die Stadt kommen und dann kann Reb Schemuel uns scheiden. Sie haben doch nichts dagegen, vierzehn Tage lang meine Frau zu sein, Fräulein Jakobs?", fragte Sam, Lea übermüthig zublinzelnd. Sie lächelte ihm zu und sie lachten mit einander über die Gefahr, der sie soeben entgangen waren. Hanna lachte ebenfalls verächtlich. „Hör' mal Sam, kannst Du nicht Sonnabend in acht Tagen zurück sein?", fragte Lea. „Warum? Was gibt's da?" „Purimball im Club. Da Du ohnehin zurückkommen mußt, um Hanna Gett zu geben, kannst Du's gleich so einrichten, daß Du mich ans den Ball führst!" „Recht hast Du!", sagte Sam gutgelaunt. Lea klatschte in die Hände. „Oh, das wird lustig werden!" rief sie. „Und Hanna nehmen wir mit," fügte sie nach kurzem Bedenken hinzu. „Soll das eine Entschädigung für den Verlust meines Gatten sein?", fragte Hanna lächelnd. Lea lachte glücklich und drehte den neuen Ring an ihrem Finger, indem sie ihn entzückt betrachtete. „Ende gut, Alles gut, sagte Sam. Durch diesen Spaß wird Lea die Königin des Purimballs sein. Lea, für dieses Compliment verdiene ich wohl noch ein Stück Fisch? Sie aber, Herr Maggid, sind ein Heiliger und ein großer Gelehrter!" Ein Lächeln erhellte das Gesicht des Maggids. Er begann nach beendetem Mahl mit Salbung den Segenspnch und Alles stimmte von Herzen in die besonders sangbaren Theile desselben ein. Dann entfernte sich der Maggid und die Karten kamen zum Vorschein. Es ist nicht rathsam, vor gebackenen Fischen Karten zu spielen, denn bekanntlich kann man verlieren und dadurch sich die gute Laune verderben, kann seinen Partner eincn Esel nennen oder von ihm Esel genannt werden. An diesem Abend herrschte die beste Stimmung, obwohl verschiedene Pfund die Besitzer wechselten. Man spielte „Klabberjas", Napoleon," *) Scheidebrief.

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