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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-02-07 · 6 (7.2.1896) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
6 (7.2.1896)
Date
1896-02-07
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 124 Dr. Bloch's Wochenfttzrift Nr. 6 im jüdischen Schriftthum; Dr. Alexander Rose n b e rg. Die Sprache der Juden; Dr. Max P o l l ä f, Zur Geschichte des Judenzeichens; Dr. Bäla V a j d a, Die Landnahme und die jüdische Religion; Dr. Alexander Büchler, Das Landesrabbinat von Ungarn im 17. und 18. Jahrhundert; Dr. Theodor F r i e d r i ch, Bei Baron Hirsch: Michael Körö s, Verlorene Welt; Dr. Michael M ü l n a i, Unsere konfessionellen Schulen; Dr. Ludwig V e n e t i a n e r, Pestalozzi und die singende Art des Talmudstudiums; Armand Kecskemeti, Die Sage des ewigen Juden in der ungarischen Literalur; Dr. Arnold K i ß, Herbststimmung; Dr. Leopold Goldschmied, DiePutriarchengestalten in der Malerei des Mittelalfers. — Den Genuß, den das Jahrbuch in dieser seiner Reichhaltigkeit den Lesern bietet, haben wir der umsichtigen Redaction der Herren Dr. Wilhelm Bacher und Dr. Franz M e z e i zu verdanken. Außer dem Jahrbuche ist in der Reihe der Puhlicationen der Gesellschaft erschienen und allen Mitgliedern eingehändigt worden die Uebersetzung der beiden kleinen talmudischen Tractate OereeU Erez rabba und zuta von Dr. Samuel Krauß und die Uebersetzung der Schrift Legatio ad Cajum von Salomon Schill. Auch für das lausende Jahr ist das Arbeitsprogramm bereits sestgesetzt und hoffen wir, ans dasselbe ebenfalls mit ungeschmälertem Lobe seinerzeit zuiückkehren zu können. 8. K. Die Bibel der Vernunft. von F. Mieses. Leipzig 1895. Der entfesselte Kamps gegen das Judenthum scheint allmälig vom rein religiösen Gebiete aus das sociale und volkswirthschastliche hinüberzugleiten, wobei unsere heiligen Schriften als Argumente dienen müssen für die vermeintliche sociale Inferiorität und volkswirthschaftliche Schädlichkeit des jüdischen Volkes in Vergangenheit und Gegenwart. Dühring's und Lagarde's phrasenreiche Oberflächlichkeiten und Stade's scheinbar vorurtheillos kritische Untersuchungen bilden wichtige Etapen auf diesem Kriegszug mit seiner modernen Frontveränderung. Es ist daher jeder Versuch auf's Freudigste zu begrüßen, die Bibel in den Bereich des Allgemeinmenschlichen näher zu rücken und sie frei von allen exegetischen und dogmatischen Beängstigungen, als das Buch der ewigen, in allen Lagen der Menschheit sich bewährenden Vernunft hinzustellen. Der auf literarischen Gebieten rühmlichst bekannte Verfasser F. Mieses verstand es, in einer allerdings etwas midraschisch angehauchten Weise, anschließend an den Dekalog, die Vorzüge der Bibel hauptsächlich hinsichtlich des familiären und socialen Lebens in einer zutreffenden, scharfen Beleuchtung hervortreten zu lassen. Wenn wir auch in manchen Einzelheiten mit dem Verfasser nicht übereinstimmen können, so z. B. als irrig die Behauptung bezeichnen müssen, daß „die Talmudisten die Erzählungen der Bibel als Agada's, wörtlich Sagen erklärt hätten, deren Glaubhaftigkeit keinesfalls irgendwie verpflichtend sei", das Schwankett zwischen radicalster Bibelkritik und rationalistischer Ausdeutung, nicht billigen und manche Ausdrücke, wie „Abraham, Jsak und Jakob, diese einzige heilige Trias von Namen" als minder gewählt und passend ansehen, so sei trotzdem diese Schrift in tato allen Freunden einer mit Schwung und Begeisterung geschriebenen Abhandlung warm empfohlen. r. < Briefkasten. Tr. H. L. in W. Der Secretär des sonst völlig unbekannten Anti-Judenbundes (Anti-Jewiih League) in London wurde unlängst wegen Unterschlagung verurtheilr. B. S. in L. Ein solcher Fall trug sich in Debreczin zu. Die beiden Brüder Jlie wurden daselbst verhaftet, w il sie in jüngster Zeit zwei Bären, die sie herumführten, mit Menschenfleisch gefüttert haben. Sie gestanden ein, vier Knaben eingefangen und den Thieren als Nahrung vorgeworfen zu haben. Der Fall erregte begreiflicherweise ungeheure Aufregung. 88. B. in G. Es ist gewiß von Interesse, daß ein jüdischer Schriftsteller Namens Burgheimer in einem Werke die Leistungen sestgcstellt hat, die die Deutschen im amerikanischen Kriege vollbracht haben. M. H., Brünn. Abonnement erhallen. Besten Dank. K., Graz. Daß der Ehrendefraudant von Mühldorf über die Firmen Kästner & Oehler sowie Ludwig Zwieback & Bruder Gift und Galle speit, ist nicht verwunderlich. Er hat vermuthlich dort keine Pauschalien. E. G., Königstadtl. Abonnement bezahlt bis 30. Mai 1896. G. H. B. K. Nach dem Gesetze muß man Silbergeld ohne Rücksicht auf dessen Höhe ols Zahlung annehmen. S. Goldfinger in Knittelfeld. In solchen Angelegenheiten bandelt Jeder nach dem eigenen Gewissen. K. in R.Vielleichr können Sie es erfahren, warum die Ziehungsliste der deutschen Tempelbaulotterie in Sofia noch gar nicht veröffentlicht wurde, obwohl die Ziehung bereits längst stattgefunden hat? Arnold H. Warum sich Herrn B e r g a n i fort und fort von Herrn Schönerer den Titel eines Defraudanten verleihen läßt? Ja, das müssen Sie Herrn Bergani und nicht uns fragen. Dr. L. H. (Leopoldstadt.) Die Antisemiten nennen es Denunciation, wenn man auf o f s e n k tl n b i g e G e s e tz e s v e r l e tz un g hinweist, Sie halten cs ober für höchst correct und würdig, bewußt Lügen und Verleumdungen über Inden i n d i e W e lt z u s e tz e n. Alois H. Was die Antisemiten ohne die gewesenen Juden Dr. P o r z e r und Dr. L ö w, die ihre Vertheidiger sind, anfangen würden? Es leben ja auch geborene antisemitische Advocaten. 9). und X Daß die Antisemiten für die Viehversicherung eintreten, aarf ihnen Niemand verübeln. Anonymus. Wenn Sie dem Mechaniker Schneider mehr glauben als einem katholischen Kirchensürstcn, so geht das uns nichts an.? Sie irren sich, Dr. Lueger verbrachte Jahre hindurch seine Abende im Hause des Dr. Mandl und die „koschere" Kost hat ihm außerordentlich gemundet. Rudolpho. Der erste Antisemitensührcr Dr. Lueger war cs, der vor einigen Jahren den Ausspruch gethan: „Nur ein Lump oder ein Trottel kann ein Antisemit sein." Den Ausspruch kann jetzt nicht einmal Dr. Lueger — u m änder n. Nanette Edle von Wertheimstein sche Heiratsansstattnngs-Stlftung. Aus der vom Herrn Sigmund Edlen von Wertheimstein zum bleibenden Andenken an seine Gattin Frau Nanette Edle von Wertheimstein begründeten Heiratsausstattungs-Stiftung für arme israel. Mädchen ist für das laufende Jahr ein Zinsenbetrag von fl. 130 zu verleihen. Zu diesem Stipendium sind zunächst Mädchen aus der Verwandtschaft der Frau Nanette Edlen von Wertheimstein, bei deren Abgang Mädchen aus der Verwandtschaft des Stifters, endlich in Ermanglung auch dieser, Mädchen aus der israel. Cultusgemeinile in Wien berufen. Die Gesuche sind mit 'dem Geburtsscheine, dem Sitten- und Armuthszeugnisse, dem Nachweisse, dass Petentin sich im Brautstande befinde, und wenn das Vorzugsrecht der Verwandtschaft geltend gemacht wird, auch mit dem, diese Verwandtschaft nachweisenden, mir den Geburts- und Trauungscheinen belegten Stammbaume bis 29. Februar 1896 im Einreicnungsprotokolie der israel. Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) zu überreichen. Josef und Cecilie Adler-Stiftung für Arme. Am 28. April 1896 gelangen bei der hiesigen israel. Cultusgemeinde die halbjährigen Zinsen der obigen Stiftung in Beträgen von 20—30 Gulden an arme Personen israelitischer Beligion behufs Bezahlung der Wohnungsmiethe zur Vertheilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armuth versehenen Gesuche bis 29. Februar 1896 im Einreieiiungsprotokolle der israel. Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, I. Stock), von 9—12 Uhr Vormittags zu überreichen. , Auf später einlangende Gesuche wird keine Kücksiclit genommen. Arme Verwandte der Stifterin, Frau Cecilie Adler, sodann Witwen mit unversorgten Kindern, ältere hilflose Frauen oder Mädchen, die sich durch Handarbeit ernähren, endlich dem Lehrfache ungehörige Personen werden in erster Linie berücksichtigt. Clara Krasnopolskische Gebet- und W ohlthätigkeit s- Stiftung. Am 18. April d. J. als dem Sterbetage des Herrn Moriz KrasDopolski gelangen die halbjährigen Zinsen obengenannter Stiftung im Betrage von fl. 50 ö. W. unter mehrere Arme israel. Religion zur Vertheilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armuth versehenen Gesuche bis 29. Februar di J. im Einreichungsprotokolle der israel. Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, zu überreichen. Arme Verwandte der Stifterin Frau Clara Krasuopolski werden in erster Linie berücksichtigt. Wien, am 1. Februar 1896. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Kundmachung. Am israelitischen Hospital zu Harienbad in Böhmen gelangen im Jahre 1896 mehrere Freiplätze für israelitische Kranke zur Besetzung. Die mit legalen Krankbeits-, irmuths- und Woblverhaltungs-Attesten versehenen Gesuche wollen frankirt bis Ende März an di« gefertigte Direktion Prag, Henwagsplatz 7 gerichtet werden, da später überreichte Gesuche keine Berücksichtigung finden. Direktion des Marienbades isr. Hospitals u. Betlocales in Prag. Herausgeber u. verautw. Redaeteur: Dr. Josef Ei. Bloch. — Druck v. L. Beck & Sohn, Wien, VIII., Lerchenselderstr. 46.

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