Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 34 (23.8.1895)
- Date
- 1895-08-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 34 Dr. Vloch's Wochrnfchrifi. Predigt des Herrn Adolf Mauthner mit gespannter Aufmerksamkeit. Zum Schluffe wurde bei offener Bundeslade die Bolkshymne angestimmt und von den Festgästen stehend mitgesungen. Lemberg 18. August 1895. Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät unseres geliebten Kaisers Franz Josef I. hat der hiesige Rabbiner I. Schmelkes in der großstädtischen Synagoge vor einer sehr zahlreichen Versammlung, wobei der hiesige Cultus Vorstand und Honoratioren vertreten, waren, einen feierlichen Gottesdienst, verbunden mit Festrede, abgehalten. Die Hymne wurde vom Cantor S ch orr intonirt und von dem zahlreichen Publicum mitgesungen. Am Donnerstag den 15. d. M. feierte der Enkel des Herrn Rabbiners I. Schmelkes, Namens S. Lew in, seine Barmizwah. Der Consirmant hielt eine talmudische, agadische Rede, welche die versammelten Honoratioren entzückt hat. Brünn, 19. August. (Fe st gottesdien st imBrünner israelitischen Tempel aus Anlaß des Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaiser s.) Am 18. d. M. um 11 Uhr Vormittags wurde im hiesigen israelitischen Gotteshause ein feierlicher G o t t e s d i e n st abgehalten. Ein äußerst zahlreiches Herren- und Damenpublicum erfüllte die Räume unserer Synagoge Eingeleitet wurde die Feier durch das Mali towu, woran sich eine prächtige, in die Töne der Volkshymne auslaufende, vom Obercantor Herrn I. Heller glänzend durchgeführte Recitation des 21. Psalm schloß. Dann sang der Tempelchor den Psalm 61. Hierauf hielt Religionsprofessor Dr. Max Grünfeld die Festrede. Im Anschlüsse an I. B. Mos. XIV. 6. V. 18, feierte er den Monarchen als Fürsten der Gerechtigkeit, des Friedens und der allgemein menschlichen Liebe. Ein Gebet sür das Wohl des Kaisers und des Kaiserhauses schloß seine Rede. Mit den Tönen der Bolkshymne endete die Feier, welche auf alle Anwesenden erhebend gewirkt hatte. Brunensis. Mährisch-Budwitz, 18. August. Heute, als am allerhöchsten Geburtstage Sr. Majestät unseres allergnädigsten Kaisers, wurde wie alljährlich in unserem festlich geschmückten und vollständig beleuchteten Gotteshause, unter zahlreicher Betheiligung eines distinguirten Publicums, der Cultusrepräsentanz und der Schuljugend ein solenner Gottesdienst abgehalten. Nach dem einleitenden Mah towu in F-dur von Sulzer kamen Psalm 21 und 61, sowie mehrere patriotische Lieder vom Tempel-Chore und der Schuljugend a wechselnd in exacter Weise zur Geltung. Hierauf hielt unser Religionslehrer Herr Adolf Koh n eine schwungvolle, von Patriotismus durchglühte Festrede. Mit Absingung der Bolkshymme schloß die schöne Feier. Kremsiev. Die diesmalige Feier des Geburtstages unseres Kaisers gestaltete sich besonders festlich, als zu demselben die hohen Chargen des hier stationirten 3. Infanterie- und Landwehr-Regiments fast vollzählig erschienen. Nach Absingung der Psalmen durch Herrn Cantor Cohn und eines deutschen Liedes durch Herrn Obercantor Grünwald hielt Herr Rabbiner Dr. Frankl eine mit großem Beifall ausgenommene Rede. Pirnitz. Nachdem der Posten eines Rabbiners in unserer Gemeinde durch ca. 35 Jahre unbesetzt war, wurde jetzt an diese Stelle Herr Abraham Kurzweil, gewesener Religionslehrer in Mödling bei Wien, berufen und auch von der hohen k. k. mähr. Statthalterei bestätigt. Se. Ehrwürden Herr A. Kurzweil wählte den 18. August, den Geburtstag unseres Allergnädigsten Kaisers, zu seiner Installation. Abends war Festbankett zu Ehren unseres Rabbiners, bei dem der erste Toast auf das Wohl unseres Allergnädigsten Monarchen ausgebracht wurde, worauf es dann anToastenkeinen Mangel gab. D. Sch. Hödnitz. Am 20. August feierte im engsten Kreise seiner Verwandten Herr Jsaac König mit seiner ihm in allen Schicksalslagen treu zur Seite stehenden Gemahlin die goldene Hochzeit. In Rausenbruck, wo das greise Jubelpaar lebt, erfreut sich dasselbe der wärmsten Sympathien^. In Herrn König sehen wir trotz seiner 80 Jahre ein Vorbild für das jüdische Volk, der stets und jetzt noch die Speisegesetze hochhält und Sabbath und Feiertage heiligt. Kostet, 12. August 1895. Samstag den 3. d. M., am Sabbath „Nachmu", fand die durch die verzögerte Entlassung aus dem ungarischen Staatsverbande verschobene, feierliche Installation des bereits im Februar d. I. zum Rabbiner der Seile 625 Kosteler Gemeinde mit Acclamation gewählten Dr. Simon Mandl aus Szenicz statt. Bormittags vor dem Muffaf- Gottesdienste wurde der junge Rabbiner unter Baldachin mit Thorabegleitung vom Hause des angesehenen Gemeinde- Mitgliedes Emanuel Spitz in den Tempel geführt, besten neuerbaute Vorhalle zunächst gleichzeitig eingeweiht wurde. Hierauf hielt er, von Jes. 40 v. 10 f. ausgehend, eine schwungvolle Antrittsrede. Der Studiengang, die Ausbildung, sowie die bisherige strebsame literarische Thätigkeit des neuinstallirten Rabbiners berechtigen zu der Hoffnung, daß auch seine Amtsführung der Gemeinde zum Segen gereiche. Humpolee. Freitag den 9. d. M. fand die feierliche Installation unseres neuen, seit dem Bestehen der Cultusgemeinde gewählten Rabbiners Herrn Dr. M. Wohl, Schüler des Hildesheimer Rabbiner- Seminars in Berlin, statt. Zu diesem Behufe versammelte sich die Cultusrepräsentanz, mit dem hochgeschätzten Vorsteher Herrn Dr. Alexander- Fr an k an der Spitze, in der Wohnung des Herrn Dr. Wohl um 6 Uhr Abends und begleitete denselben vor dem Tempel, wo ein Triumphbogen errichtet wurde. Bei demselben erwartete die ganze Gemeinde und die Schuljugend mit dem Lehrkörper den Herrn Rabbiner. Unser Herr Cultusvorsteher begrüßte den Herrn Rabbiner im Namen der Gemeinde. Hierauf trat die Tochter des Tempelvorstehers Herrn Emil Mandler vor, begrüßte Se. Ehrwürden mit einer herzlichen Ansproche und bat zum Schluffe im Namen aller Kinder, ihnen ein treuer Lehrer zu sein. Dr. Wohl dankte tiesgerührt Allen herzlichst, versprach ein wahrer Priester in Israel zu sein und segnete die Kinder. Hierauf begab sich Herr Dr. Wohl als auch die ganze Gemeinde in den festlich beleuchteten und decorirten Tempel. Nach dem üblichen Minchagebete bestieg H rr Dr. Wohl die Kanzel, eröffnete seine Rede mit den Worten des Propheten Malachi „1orÄ8 811168 hojesu befihu“ u. s. w., „die Lehre der Wahrheit war in seinem Munde, Unrecht ward nicht gefunden in seinen Lippen, in Frieden und Gerechtigkeit wandelte er vor mir". Die Antrittsrede fand allgemeinen Beifall und machte aus alle Zuhörer einen liefen Eindruck, und wurde Dr. Wohl nach seiner Rede beglückwünscht. A. B. Goltsch-Jenikarr. (Israelitische Feriencolon ie.) Die lauten Töne der Kaiserhymve verklangen im Chore der begeisterten Jugend der israelitischen Feriencolonie und wehmüthig schreiten die Kleinen dem Flügelroß zu. das sie wieder dem hundertthürmigen Prag zuführen soll. Jetzt erst, da sie wieder in die engen, mit Staub bedeckten Gasten Prags eingeschlossen werden sollen, werden sie sich der herrlichen Sonne bewußt, welche ihr nun verlorenes Paradies beschienen hat; jetzt erst fühlen sie, was sie hier genoffen haben und was sie nun, wenigstens für dieses Jahr, verliercn müffen. Oft werden sie sich bei den ärmlich gedeckten Tischen in ihrem Elternhaufe an die gute und nahrhafte Koü erinnern, welche ihnen während der 4 Wochen vom Herrn Salomon Pick in wahrhaft freigebiger Weise verabreicht wurde; oft an die Körper und Geist kräftigenden Streifzüge, welche sie im Begleitung ihres zu diesem Zwecke entsendeten Leiters, des Herrn Martin Katz, in den schönen duftigen Wäldern und Gefilden, an die zahlreichen Ausflüge, welche sie in die benachbarten Gegenden unternahmen. Aber nicht blos von diesem allen, sondern auch von der Ausübung der religiösen Vorschriften, welche sie hier beachten mußten, wird ihnen leider nur die Erinnerung Zurückbleiben. Mit der pünktlichsten Genauigkeit mußten sie das Morgen-, Tisch- und Abendgebet verrichten, mußten Montag, Donnerstag, Freitag Abend und Samstag Früh das Gottes- - haus besuchen, wo ihnen, Dank dem löblichen Vorstände der israelitischen Cultusgemeinde, ein besonderer Platz angewiesen wurde. Ein besonderer Dank gebührt dem Herrn Rabbiner Dr. T h i e b e r g e r, der als Vertrauensmann des Vorstandes die Jnspection in liebenswürdiger Weise übernahm und sofern es seine Zeit erlaubte sich mit den Kindern in einer ihnen angemessenen Weise beschäftigte. Körperlich und geistig gestärkt kehren nun die Kleinen in die Hauptstadt zurück und flehen mit dankbarem, kindlichem Gefühle den allmächtigen Herrn an, daß er ihre edlen Wohlthäter, die Mitglieder der israelitischen Feriencolonie, zumWohlederMenschheit noch lange erhalten möge. Gräfenberg. Gräfenberg. der reizendste Curort, besten Heilkraft sich seit Jahrzehnten bestens bewährt, weist alljährlich eine Frequenz von nahezu dreitausend Curgästen aus. Trotzdem über zwei Drittel dieser Ziffer aus unseren Glaubensgsnoffen bestehen, gibt es im ganzen Curorte nur eine einzige, von emer alten Frau geleitete Auskocherei. die selbst den aller bescheidensten Ansprüchen nicht entspricht. Die große Majorität gut fituirler Curgäste ist daher bemüffigt, die Nächstliegende Stadt Freiwaldau