Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 24 (14.6.1895)
- Date
- 1895-06-14
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit«: 456 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 24 fand sich nun ein Abgesandter des Herrn Dr. S ch w a rz in unserer Schristleitnng ein, der die Angabe als unrichtig bezeichnest und uns den vom katholischen Pfarramke Lasbcrg bei Freistadt in Dberöücrrcich am 27. September 181 io ausgestellten 8 t a m m b a n m (!!) vorwics, der bis in das Jahr 17<>:> znrückreicht." Daß die Psarriimter 8 t a m m b ä n m e ansstellen^ ist ganz neu. Liesing. „Subabonnent." ^ie nagen, ob „gegen" mit dem Dativ Svllenzer Polnisch-Italienisch-Deutsch ist: „Diese Worte richten sich einzig und allein gegen den Antisemitismus, d e m Hort des Raccn- und Classenhasscs." «„Deutsches Bolksblatt" vom 5. d. M.. Tuczawa. „5r. L." Die „Anstria" ist rein arisch. Arischer kann man nicht mehr sein. Auch die Unio cattolica ist ein arisches Jnstirut, das ist doch bei einer neuen Assccuranz das Wichtigste. Der „Janus" ist ebenfalls „indenrein". Speising. „Ein Nnerfahrener." Sie tragen uns, was ,,'iündstaub-Znndschlag" «vgl. „8 std. Rundschau") zu deutsch heißt °? Pulverexplosion. Eine „Allstaatliche Fernradsahrt" werden 8ie sich wohl selber übersehen können. „Wahlwerber" gleich Candidat. In schwierigeren Fällen sind wir, wie immer, gerne bereit, Ihnen zu Hellen. Prerau. „H. 1002." Sic sind so liebenswürdig, uns am folgende Stelle anstnerksam zu machen: „Die angeblichen antisemitischen Erccssc, die am Sage der resultatlos verlausenen Bürgermeisterwahl nach den so überaus phantasievollen Berichten der Wiener Jttdenblöttcr por dem Rathhause stattgeinnden haben sollen, lassen die Lügenprcsse noch immer nicht zur Ruhe kommen." Das; das „Deutsche Bolksblatt", welches dies schreibt, blos „angeblich" ein lügenhafter Sudclwisch sei, wird wohl R'iemand behaupten. Es kommt aber noch schöner in derselben Rümmer: „Als nach der crgcbnißloscn Bnrgermeistcrwahl vom vergangenen Alittwoch einige Antisemiten den (! - P r o v o c i r e n d e n Herrn N o s k c und etliche Juden ctw a s s ch i es an sa h en (!!-, wimmelten am solgenden Dagc die Wiener Judenblätter von Entstellungen und Beschimpfungen." Leipzig. Dr. Rob. Pl. Aussatz ab gelehnt. Sie haben sich eine überslüsnge Arbeit gemacht. B«an schreibt nicht gleich über jede antisemitische Albernheit einen Artikel- Die „Deutsch-socialen Blätter" und eine Schrift des Glöß'schen Berlages „Vessings Stellung zum Judcnthum" von Johannes Dominikus machen Lessing zum — Antisemiten. Schön.' lind Herr Tühring?Wie steht der jetzt da? München. „Graphologe." Bon Ihrem Anerbieten können wir nicht den geringsten Gebrauch machen. Jetzt kommt — sehen Sie nur die Sonntagsbeilage der „Schnorrpost" vom 9. d. M. an — die Niigelknndc au die Reihe: „Kleine Rägel sind charakteristisch für hartnäckige und eingebildete, oder nir nn vissende, rohe Menschen, während geistig bcanlagte Personen gut entwickelte, runde oder breitelliptische 'Nägel haben. Ein Mann oder eine Iran mit sehr schmalen Rägeln sind ehrgeizig und streitsüchtig." _ Der Spilzer-Weimar «! hat gewiß ganz kleintvinzige "Nägel. Sonst N'äre gar nichts ans die von ihm neu erfundene Wissenschaft zu geben. _ Krems. „Abnehmer 42S." Gerne constatiren wir, das; ein Schüler der VI. Elaste des Staatsgymnasiiims nicht, wie die „Unverfälschten" Rr. U behaupten, wegen „Antisemitismus" schlechtweg, sondern wegen deutsch-nationaler Umtriebe mit dem gewissen Schönererschen Stich in's Hochverrätherische ausgeschlossen werden mußte. Der Antisemitismus war bisher weder einem Schüler noch einem Lehrer an einer österreichischen Anstalt an seinem Fortkommen hinderlich. Ganz im Gegentheile. Wien. „Z. Z. Z." Der „Bauernhcrzog" (!) Schönerer ist wieder ^einmal mit sich selber zufrieden und läßt sich anstrndeln. Hören Sie gefälligst: „L,u politischen Gankesticn, zum Falschmünzen echter Bvlksempfindungen, zu Hrebsereie» «?« für die Römlinge sind 'Männer wie 8 ch ö n c r e r glicht zu haben. Dazu müssen die kleinen Gernegroße herhaltcn, die Führerrollen besetzen wollen und keine Sendung dazu haben; die keine mächtige Eigenart im Innern tragen, keine fertige rciormerischc Ideenwelt besitzen und doch an Bolk und Gesellschaft herumanacksalbcrn wollen und endlich, naturgemäß einem hohlen heuchlerischen Ehristicismus anhcimfallen. der seit seinem Bestehen sociatistelndc (dichabungcn vorspiegeltc. «,,U. T- W." "Ta. 11.) Es wird auch von einer „mumiesirten Priesterkastc" gesprochen, soll zwar heißen: „nuuni f i c i r t c n", doch darf man das nickst gar so genau nehmen. I. Kaiser. IX., Mosergasse. Besten Dank. Herrn Qbcrlieutcnant L. in Th. Wir bestätigen die 'Nummern. Herzlichen Dank im st!amen der armen Witwe. Teplitz Schöna». „Eine Liberale." Der cingcschickte Ausschnitt „Weiße Nelke" ist nicht Original, sondern aus' der „Wiener Allgemeinen Zeitung" in das dortige Blatt gekouunen. Dank. ^Botosani. Lonisi Taubes. Ihr Cillst, welches die Liebe der Juden zu ihrem Baterlaudc schildert, ist ein schwungvoller Dithyrambus. „S. H." Besten Dank im 'Nanien der Armen. Moriz Weil, Cantor, Hnmpoletz. Für diese Saison leider zu spät. Karlsbad. „I. I." Wenden Sie sich an den Landesschulrath Herrn Dr. Gustav K o h n, Wien, I., Salzgries Nr. 9. Geburtsscheine zu Schnleiuschreibungen. Nachdem die Anforderungen um Ausfertigung von Geburtsscheinen für schulpflichtig gewordene Kinder behufs Einschreibung in die Schulen vor Beginn des Schuljahres insbesonders seit der Einverleibung der Bororte derart zahlreich sind, daß das Matrikelamt der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde denselben nicht sofort Nachkommen kann, werden die P. T. Eltern?c. in ihrem eigenen Interesse erinnert, schon jetzt solche Docnmente zu bestellen und in Empstmg zu nehmen. Bonr 15. Juli ab können die erwähnten Docnmente nicht vor drei Tagen nach der Bestellung behoben werden. Die Amtsstunden für den Parteienverkehr sind von 9 bis 12 Uhr Bormittags. Bom Matrikelamte der israelitischen Cnltusgenieinde in Wien, am 6. Juni 1895. (Spenden.) Dem überaus Humanitär wirkenden Verein „Ferienheim" spendeten in den letzten Tagen Gustav Freiherr v. Springer fl. 50t), Baronin A. L., Moriz H i r s ch, Hermann K., Tischgesellschaft H a s e n f e l d und Karl W i t t g e n st e i n je fl. 100. Durch die Expedition dieses Blattes erhält man gegen baar: 118 ätzt Vergangenheit rar «ne Gegenwart 'ocialn. literarhistorische Vorträge und Essahs von Dr. I. S. Bloch, Abgeordneter des österr. Reichsrathes. ' uhalt: Der Arbeiter bei den alten Völkern. Vortrag, gehalten am 12. August 1882 vor den Arbeitern der Locomotivfabriken in Floridsdorf und am 28. August 1882 vor den Eisen-, Metall- und Hilfsarbeitern Wiens und Niederösterreichs im Saale „zum grünen Jäger", X., in Wien. — Ueber Heimats- und Arinenrecht. — Elementarschule bei den alten Völkern. — Vortrag, gehalten am 10. März 1885 im Saale „zum Erzherzog Johann" in Floridsdorf. — Das Recht ans Arbeit. - Corrnption nnd Fäulniß in unserer modernen Gesellschaft. — Geistliche Talmndisten im ungarischen Abgeordnetenhanse. — Lessing's „Nathan". Vortrag, gehalten am 81. Jänner 1880 im Saale der Handelsakademie zu Prag. — Jean Bodin, ein französischer Staatsmann und Reckstslehrer, ein V o r l ä u f er L es s i n g's aus dem 16. Jahrhundert. Vortrag, gehalten am 29. Jänner 1881 im Saale der Handelsakademie zu Prag, zur Gedächtnißfeier des hundertsten Sterbetages von Gotthold Ephraim Lessing. Preis fl. 1.20. 4 er nationale Zwistund die Juden in Oesterreich. Preis 60 kr. Tie Inden in Spanien. (Vorträge, gehalten an der Münchener Universität.) 90 kr. Concurs. Tn dem Krankenhausc der israelitischen Cultusgemeinde in Wien ist die Stelle des Verwalters zu besetzen. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von ü. W. kl. 1010.—, eine jährliche Zulage von ö. W. fl. 500, ein Anspruch auf fünf Quiiujuennalzulagen ä 0. W. fl. 100, freie Wohnung und freie Verköstigung für den Verwalter und, wenn er verheiratet ist, auch für seine Familie verbunden. Berücksichtigung können nur die Gesuche jener Bewerber finden, welche die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben und ökonomisch-administrative Leistungen in Spitälern oder ähnlichen Humanitätsanstalten nachwcisen. Die mit den entsprechenden Documenten belegten Gesuche sind bis £>. .Juli im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4. 1. Stock, woselbst auch die näheren Bestimmungen eingesehen werden können, zu überreichen. W i e n, am 7. Juni 1895. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Herausgeber u. verautw. Redacteur^ Neichsratysavgeordneler Ar. Josef S. Mloch. — Druck von L. Bergmann & Comp, in Wien.