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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-05-24 · 21 (24.5.1895) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
21 (24.5.1895)
Date
1895-05-24
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 396 Nr. 21 Dr. Vloch's Wochenschrift. Jeder, der einmal ein hebräische Handschrift in Händen gehabt, wird die Verschreibung begreifen; pag. 17 «zur Note 1) lese ich: , al Lakelim wehooron; pag. 19 (zur Note 3) lese ich: weseh ecliod miscliir’oli anane kowod. Sonst schließe ich mich den Conjucturen des Verfassers an. Von eindringlicher Vertiefung in den Gegenstand legen Zeugnis; ab die Artikel Seite 49, 54, woselbst sich der Verfasser gewissenhaft mit modernen Forfchern auseinandersetzt; ebenso 57 ss. in dein II. Abschnitt, woselbst die Bemerkungen über „Mischkau“ unb „ohel“ besonders instructiv sind. Die Einleitung des Verfassers orientirt den Leser über die Stellung dieser Baraitha und der Bareitohth überhaupt zum Talmud. Gelöst ist ja dieses Problem noch immer nicht. Eine Vergleichung mit den im Talmud vorhandenen Stellen, die mit dem Inhalt unserer Baraitha übereinstimmen oder widersprechen, läßt den Verfasser aus die Priorität der letzteren schließen- Die Echtheit der Baraitha erscheint dem Verfasier unzweifelhaft, da sie von Raschi im Pentateuch, von Jacob Tam, Hai Gaon, Nachmani citirt, von dem Letzten sogar Mischnah genannt wird. Erfreulich ist es, daß sich der Verfasier aus dem jetzt wenig bearbeiteten talmudischen Gebiete so wohlbewandert zeigt. Wir wünschen seiner emsigen Arbeit die ihr gebührende Anerkennung und Würdigung. N i k o l s b u r g, Mai 1695. ' Dr. D. Fenchtw a n g. Briefkasten. Au zahlreiche Einsender. Wir bitten das Papier immer nur auf einer Seite zu beschreiben und so deutlich als möglich'. Die Herren Correspondenten werden ersucht, Berichte über Vereins-, Gemeinde- und Personal-Angelegenheiten in gedrängtester Kürze, mit Venneidung aller Weitschweifigkeit abzufassen. D. Kaplan, Mitau. Wir sind gerne bereit, auf Ihren Vorschlag einzugeben und den Freund in Johannisberg mit der Mission zu betrauen. Wir bitten um die nähere Adresse. Agram. Abonnent Pr.-Nr. 26. Ihre Idee ist ganz gut, aber leider schwer ausführbar. Sie wünschen nichts weniger, als daß die Wiener Juden für ein Jahr prob c w e i s e nach Ungarn oder galten übersiedeln möchten . . . München. Dr. L. S. „Die Freiheiten, die man zu Zeiten dem Volke gestattete, sollten nichts als eine Probe sein, ob wohl die Ketten noch gut anlicgen. So geschieht es, daß man eine schon verschlossene Thür wieder öffnet, um zu sehen, ob sie recht verschlossen war." Börne hatte mit diesem Ausspruch nur zu sehr Recht. ,— Wird erscheinen; nur müssen wir um ein ivenig Geduld brtten. Brünn. „Ein alter Religiouslehrcr." „Ja, wenn ich Allen helfen könnte, dann war' ich zu beneiden", sagt schon Lessing's Saladin. Budapest. Robert Th. Wir halten die Angelegenheit für erledigt. Baden bei Wien. „Curgaft Josef L." Wir danken Ihnen herzlichst für die Mühe, welche Sie sich im Interesse der Verbreitung unseres Blattes geben und haben die gewünschten Probenummern bereits an die aufgegebenen Adressen befördert. Alan muß nur sehen, wie die Arbeiterpartei oder gar die Clericalen für ihre Presse agitiren! Vielleicht findet Ihr Beispiel einige Nachahmung. , Wien. „Anonymus." Derartige Zuschriften sind Papierkorbfutter. Beschwerden müssen mit Namen gezeichnet werden. Die unbedingteste Discretion zu verbürgen, sei dann wiederum unsere Sache. „ Przemysl. „Junger Acher." Sie baden sich da eine recht unnöthige Arbeit gemacht. Die Sprüche Salomonis in schlechte deutsche Knittelreime umzugießen, lag durchaus kein Bedürfnis; vor. Und Honorar wünschen Sie auch noch, Sie sonderbarer Schwärmer. Wien. „Sub-Abonuent seit 1890." Sie sind doch ein sehr iunger Politiker, nicht wahr? Wir empfehlen ihnen — nach dem Recept des Descartcs — mehr Acht auf die Handlungen zu haben und den R e d e n weitaus geringere Bedeutung beizulegen. Gainfahru. F. S. Vergani, Wolf und Schönerer befehoen sich jetzt kräftiglich unter einander. Ein liebliches Kläff-Terzett! Doch ist das Jnteresie für die gegenseitigen Jnvectiven, mit denen sich die Herren beehren, nicht allzugroß. Trauten««. W. K. Sie haben als aufmerksamer Leserderartiger Blätter Ihren Politischen Blick ja ganz merkwürdig geschärft! Auch uns ist die sachte Schwenkung nicht entgangen, auf welche Sie hinwiesen. Man wünscht eben die Regierungsfähigkeit zu markircn. Höreu Sie einmal wie die „Schnorr-post" lieblich flötet: „Marr wirft uns dann ferner außer unserem Namen unsere antisemische Richtung vor. Man hat gesagt, wir seien Anhänger des Racenantisemitismus- Unter dem Racenantisemitismus verstehen wir den Haß und die Anfeindung jedes Semiten oder Juden als solchen, oder mit anderen Worten die Anfeindung eures Juden, eben weil er ein Jude ist. Nun, zu einem solchen Antisemitismus bekennen wir uns nicht. Will ein Jude s i ch ehrlich und redlich nähren und uns C h r i st e n dabei in Frieden lassen, dann lassen wir ihn gerne gewähre n." Wien, I- Ed. Hn. Ob sich das bekannte Waldhornquartett des Professors Schantl an dem antisemischen Ausflug in das Kampthal betheiligt hat oder nicht, ist uns vollständig gleichgiltig. Wir haben übrigens an dieser Stelle schon zu bemerken Gelegenheit gehabt, daß die Philharmoniker total antisemitisch sind, bis ans die paar wenigen — Juden, welche vor 10 oder 20 Jahren noch in diese Körperschaft ausgenommen wurden. Horn. T. T. Wir können ip Folge Raummangels nicht alle Mißtrauenskundgebungen, welchean die Adresse des Vergani gerichtet werden, aufnehmen. -<Das Möglichste geschieht in dieser Richtung jedenfalls. Sie können sich schon verlassen. Podwoloczyska. „Leser nnd Verehrer." Der Aufsatz über S a y b u s ch kann trotz der für uns schmeichelhaften Worte, mit welchen Sie denselben einbcgleiten, jetzt nicht gebracht werden. Vielleicht interesfirt es Sie, die Ansicht der „Ostdeutschen.Rundschau" in dieser unsäglich traurigen Affaire zu vernehmen. „Es läßt sich nicht leugnen, das; im vorliegenden FgMthatsächlich eine Verletzung der Freizügigkeit, des staatsgrnndgesetzlichen Niederlassungsrechtes stattgefunden hat, aber b e k a n n tlich wurden und werden die Staatsgrundgesetze schon in zahlreichen Füllen außer Wirkung g e s e tz t (hört, hört), ohne daß Abgeordnete es für zweckmäßig befunden hätten, eine diesbezügliche Anfrage zu stellen. In gegebenem Falle scheint auch die Gemeinde Saybusch sich s u bje ctiv im Re ch te zu befinden (ei, ei!) es dürfte auch gerade nichts so Seltenes sein, daß althergebrachte Sonderrechte (?) gegen irgend eines der allgemeinen Staatsgrundgesetze verstoßen, aber es handelt sich eben wieder um ein Mitglied der empfindlichen Race (na, das ist doch stark!), und da muß natürlich Dr. Kronawetter in erster Reihe aufmarschiren." Wien. Spasivogel. Nicht übel, aber nicht von Ihnen. L u e a c r ist das Kind des Volkes und der Mann der Zukunft- Folglich ist das Volk — die Schwiegermutter der Zukunft. Kolomea. I. I. B. Sie haben Recht. Die Juden interessiren sich für siidische Angelegenheiten lange nicht so lebhaft, wie ihre Feinde. Man muß nur besipielsweise sehen, welche Auf-, merksamkeit die Antiscmitcnblütter der projectirten jüdischen Universität in Jerusalem widmen. Wien, XIII. Adolf P. Nochmals Deckert? O nein! Senden Sie Ihre Arbeit vielleicht dem von Ihnen genannten Blatte ein und setzen sie als Motto des innner geistvollen Lichtenberg Ausspruch vom«: „Es gibt Predigten, die man ohne Thränenzu weinen mcht anhören, und ohne welche zu lachen nicht lesen kann." Wien. I. Allerhand. Die Auskunft erhalten Sie in der Kanzlei der israelitischen Cultusgemeinde. Wien. K. In Bezug auf diesen Redner gilt der Satz: Zwar kein Talent, dafür aber auch kein Charakter. Purgstall. S. M. Die Mittheilung von dem Vater, der seine fünf Kinder ohne Religionsunterricht läßt, um die monatlichen 50 kr. zu ersparen, wird nächstens ausführlich behandelt. (Israelitische Cultusgemeinde Wien.) Kundmachung. Seit Jahren herrscht der Unfug und nimntt immer mehr zu, daß nach den Feiertagen, an welchen das Maskirgebet verrichtet wird, in den öffentlichen Localitäten, als Gast- und Kaffeehäusern, von den Gästen Maskirgelder eingesammelt werden. Angesichts des Umstandes, daß diese Art der, Eincassirung nicht nur durchaus unwürdig ist und mit Recht öffentliches Aergerniß erregt, aber auch als ungesetzlich und polizeilich strafbar erscheint, hat der Vorstand folgende Normen beschlossen: 1. Das Einsammeln der Maskirgelder ist nur bei den Vereinsmitgliedern jener.Bethäuser und Vereine, die nach ihren Statuten das Recht zum Einsammeln besitzen, entweder in deren Wohnung oder in ihrem Geschäftslocale gestattet. 2. Das Einsammeln m öffentlichen Localen ist strengstens untersagt. 3. Auf den Sammelbüchsen muß die genaue-Bezeichnung des betreffenden Vereines ersichtlich gemacht sein. 4. Die mit dem Einsammeln betrauten Organe müssen sich mit einer Legitimation ausweisen, welche sie zum Einsammeln der Maskirgelder für den betreffenden Verein berechtigt. 5. Diese Normen wollen umso gewissenhafter einaehalten werden, als der Vorstand gegen Zuwiderhandelnde unnachsichtlich die strengsten Verfügungen, beziehungsweise die Anrufung der bezüglichen Strafbehörde treffen wird. Wien, am 28. April 1895. Der V o r st a n d. Herausgeber u. vcranttv. Rcdactcur: Itcichsralhsaligcoldneter Pr. Aofef S. Alloch. — Druck von L. Bergmann & Comp, in Wien.

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