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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-05-03 · 18 (3.5.1895) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
18 (3.5.1895)
Date
1895-05-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 338 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 18 Bezedek. Am 21 April starb hier im 87. Lebensjahre Frau Katharina S ch w a r tz. Die Heimgegangene genoß mit Recht allgemeine Berel rung. Sie hatte das Glück, nicht blos Enkel, sondern auch Urenkel erblühen zu sehen. Ihr gottesfürchtiger Sinn hat sie in keiner Lage des Lebens verlassen. Das Leichenbegängnis; fand am 23. April statt und gab Zeue niß von der hohen Verehrung, die man für die Heimgegangene gehegt hat. Jägerudorf, den 26. April. Am 1. Juni d. I. feiert der hiesige Rabbiner Sr. Ehrwürden Herr A. Anschlowitz sein 25jähriges Amtsjubiläum in hiesiger Gemeinde. Die Gemeinde-Mitglieder beabsichtigen diesen Tag feierlich zu begehen, um dadurch ihrem hochverehrten und allgemein beliebten Rabbiner ihre Dankbarkeit und Anerkennung zum Ausdrucke zu bringen. Herr Rabbiner Anschlowitz hat durch volle 25 Jahre in unserer Gemeiitde segensreich und mit voller Hingebung gewirkt, sowohl durch seine erbauenden Reden, wie durch den ersprießlichen Religionsunterricht in den hiesigen Lehranstalten, und sich dadurch längst die wärmste Anerkennung aller Geme'nde-Mitglieder in hohem Maße erworben. Durch sein außerordentlich liebendswürdiges, bescheidenes und friedfertiges Wesen hat er sich nicht nur allein die vollen Sympathien Aller Gemeinde- Mitglieder, sondern auch der christlichen Mitbürger erworben. Es hat sich bereits eine große Anzahl stimmbegabter Damen und Herrn unter der Leitung des hiesigen Cantors Herrn Grünblatt vereinigt, um zur Verherlichung des Gottesdienstes, welcher aus Anlaß des Jubiläums stattfinden wird, beizutragen. Wir aber wünschen schon heute, daß es dem hochgeschätzten Jubilar vergönnt sein möge, sein fünfzigjähriges Jubiläum in unserer Gemeinde feiern zu können, zu seiner und zur Freude alle Gemeinde- Mitglieder. —t. E. B. Mähr.-Weißkircheu. (Todesfall.) Am 27. April verschied hier Frau Josefine S t r o ß, Gemahlin unseres langjährigen verdienstvollen Bürgermeisters und Cultusvorstandes Herrn Noe Stroß. Die Verblichene war eine gottesfürchtige, gottergebene Dame, eine Wohlthäterin, die ihre Aufgabe darin suchte, Armen und Kranken Gutes zu thun, die auch in derselben eine Beschützerin verlieren. Das Leichenbegängniß gestaltete sich zu einer solennen Sympathie-Kundgebung für den schwergeprüften Gatten und die trauernde Familie. Es betheiligten sich an derselben nicht nur alle Honoratioren, sondern die ganze Stadt und viele Auswärtige waren gekommen, um der Verewigten das letzte Geleite zu geben und den Hinterbliebenen ihre Sympathien zum Ausdrucke zu bringen. Friede ihrer Asche! Mistelbach. Das Resultat der Wahlen in die Leitung der isr. Cultusgemeinde war das folgende:Cultus-Ausschuß: 1. Abeles Ludwig in Mistelbach, 2. Für st Koby in Hohenau, 3. Körner Adolf in Drösing, 4. Quitner Albert in Dürnkrut, 5. Dr. S ch m i tz Franz in Mistclbach, 6. Dr. Strackosch Julius in Hohenau, 7. WeinmannLeopold in Mistelbach; Ersatzmänner: 1.Sonnenmark Adolf in Hohenau, 2. Sonnenschein Leopold in Laa; Vertrauensmänner: 1. Adler Samuel in Feldberg, 2. Altbach Jakob in Hohenau, 3. Blau Leopold in Bernhardsthal. 4. Eisinger Ignaz in Poisdorf, 5. Karpcles Jakob in Drösing, 6. Kra ckauer Elias in Hausbrunn, 7. Sommer Gabriel in Sierendorf. C ultusv orst and: CulturvorstehcrAbeles LudwiginMistclbach, Stellvertreter:Dr.Strackofch Julius in Hohenau, Bcirath: Dr. Schmitz Franz in Mistelbach. Jaroslau, am 22. April l895. Bei der Generalversammlung des hiesigen Frauenvereines zur Unterstützung armer jüdischer Kinder wurde einstimmig beschlossen, im Jahre 1898 zum eivigen Andenken an das 50jährige Jubiläum der Thronbesteigung Sr. Majestät unseres geliebten Kaisers Franz Joseph l. eine Fröbelschule zu gründen und zu diesem Zwecke jährlich einen Beitrag von fl 150'— vom Vcreinsvermögen zu reserviren. Tie hiezu nothwendigcn Fonds sollen durch Spenden aufgebracht werden." Gleichzeitig wurde beschlossen, sich diesbezüglich an die, Baron Hirsch'sche Stiftung zu wenden, dieses Unternehmen durch eine dem hohen Zwecke entsprechende Spende fördern zu wollen. Mit der Ausarbeitung des betreffenden Bittgesuches wurde der Bereinssecretär, Religionslehrer Bernhard P o m e r a n z betraut. In die Bcreinsleitung wurden gewählt: Frau Clara Rosin er, Präsidentin, Marie M a r g u l i e s, Vicepräsidenttn, Sofie S t r i s o w e r, Cassierin, Therese Bern st e i n, Schaffnerin, B. P o m e r a n z, Secretär, Dr. Salo Roßberge-r, Delegat der Cultusgemeinde, sowie die Damen: Rosa Blumenfeld, Doctor Amalie B l u m e n f e l d, Ernestine B i r nb a u m, Rosa Deiches, Henriette Goldfinger, Henriette K a ufm a n n, Fanny L i f s ch ü tz, Betti P o m e r a n z uitd Fanny S t r isow er. In der letzten Generalversammlung des jüdischen Handwerker- Vereines ,,Jad Gharuzim“ wurde einstimmig beschlossen, den Herren Reichsrathsabgeordneten Tr. Bloch, Dr. von Nappaport und Tr. R o s e n st o ck für ihre wertthätige und erfolgreiche Bemühungen um das Zustandekommen der Linderung des Gesetzes über die Sonntagsruhe für die jüdischen Handwerker Galiziens den Dank zu votiren und ihnen denselben schriftlich bekannt zu geben. Mit der Ausarbeitung der bezüglichen Dankschriften werde der Bice-Präsident des Vereines Dr. Salo R o ß b e r g e r bcttaut. Am 18. April wurde Herr Lazar Lindenbaum, Cultusrath, Obmann des Bethauses (Schilgabe) und Vice-Verwalter des israelitischen Spitales zur ewigen Ruhe bestattet Das imposante Leichenbegängnis, an welchem sich der ganze Cultusrath, unzählige Massen der jüdischen Bevölkerung und mehrere christliche Mitbürger unserer Gemeinde sammt dem Bürgermeister Dr. D i e tz i u s betheiligten, gab beredten Ausdruck der Achtung, welcher sich der Verblichene zeitlebens erfreute. Lemberg. Am 28. April starb hier die wegen ihrer Frömmigkeit, weiblichen Tugenden allgemein hochgeachtete Frau Rebekka Lindeubaum, Antheilgutsbesitzerin derBoryslawerNaphthagruben, im Alter von 57 Jahren. Diese edle Frau hat Legate für das hiesige Waisenhaus, des hiesigen und das Drohobyczer Spital zurückgclassen. Die zahlreiche Beteiligung seitens aller Berölkerungsclassen an dem am 29. dort stattgesundenen Leichenbegängnisse ist der beste Beweis der hohen Achtung, welche die edle Menschenfreundin hier genossen. Auf dem Friedhofe hielt Rabbiner Schmelkes einen warmen Nachruf; die irdische Hülle wurde beigesetzt, doch bleibt ihr Name im ewigen, ehrenden Andenken bei der ganzen hiesigen und Drohobyczer Gemeinde. Feuilleton. Mein Freund Wodakoski. Novelle von Leopold v. Sacher-Wlasoch. (Fortsetzung.) Nachdruck verboten Seine Wahrsagekunst hatte aber, wie ich später erfuhr, ehr verschiedene Folgen. Gute und böse. Korngold bekam noch an demselben Abend von seiner schönen Frau zwei schallende Ohrfeigen, weil er sich über ihre Herrschsucht beklagt hatte. Gella wurde von ihrem Gatten, der ebensolange seine verschleierte Schöne, die Kabbala vernachlässigt, volle vierzehn Tage auf den Händen getragen und Marmelstein machte sein Geschäft wirklich erst am Vierzehnten ab und hatte alle Ursache sich dazu Glück zu wünschen. Während ich damit beschäftigt war, auf der großen Tafel, welche eine Zierde meines Studirzimmers bildete, eine Gleichung aufzulösen, lag Wodakoski behaglich wie ein Pascha auf meinem alten Divan und rauchte einen Tschibuk. „Ich begreife nicht", begann er, „daß Du Lust hast, Dich noch in Deinen freien Stunden mit Mathematik zu beschäftigen." „Man gewinnt an Allem Freude, sobald man es ernstlich und gründlich treibt", erwiderte ich. „Deshalb habe ich so viel Freude an den Weibern", rief Wodakoski lachend, „aber sag' mir einmal, glaubst Du, daß es möglich ist, zwei Frauen auf einmal zu lieben?" „Goethe wenigstens scheint dieser Ansicht zu sein, welche seiner Theorie von den beiden Seelen, die in der Brust des Menschen wohnen, entspricht. Du findest dieses Verhältniß bei ihm wiederholt. Vor Allem in der Stella den Mann, der zwischen zwei Frauen steht, sodann im Götz den Weißlingen, dessen Herz zwischen Marie und Adelheid getheilt ist, im Faust haben wir wieder das Gretchen und Helena." „Dann bin ich doch nicht so abnorm geartet, als ich dachte," unterbrach mich mein Freund, „denn ich muß Dir gestehen, daß ich Gella noch immer mit ganzer Seele liebe und zugleicher Zeit geradezu wahnsinnig in Josepha verliebt bin." Einige Zeit schwiegen wir beide und blickten hinaus auf die beschneiten Dächer und die wirbelnden Flocken, denn cs war seither Winter geworden. „Es ist auch schwer, bei Josepha nicht den Verstand zu verlieren, sie ist zugleich das reizendste, berückendste Wesen, das man sich nur denken kann und selbstsüchtig und unbeständig wie ein Kind. So daß sie demjenigen, der sie liebt, täglich neue Qualen bereitet. Jetzt hat sie wieder einen neuen Anbeter, einen Husarenofficier Madrassy." „Ich glaube ja nichts Schlechtes von ihr, es macht ihr eben Vergnügen, zu gleicher Zeit mehrere von uns armen Thoren an ihren Triumphwagen zu spannen. Sie ist viel zu klug, um sich wegzuwerfen, sie specülirt noch immer ans eine reiche Heirat, aber sie ist eine Kokette ohne Gewissen und ohne Erbarmen. Du hast keinen Begriff von dem, was ich durch sie leide. Laß Dir's einmal von Shakespeares „Othello" erzählen." „Wenn Du meine Ansicht hören willstt," sagte ich, „so möchte ich Dir vor Allem zu bedenken geben, daß Du viel zu jung bist, um daran denken zu können, Dir einen eigenen Heerd zu gründen, und daß die Liebeleien, mit denen Du Deine Zeit verbringst, Dich früher oder später zu Grunde richten

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