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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-04-12 · 15 (12.4.1895) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
15 (12.4.1895)
Date
1895-04-12
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seile 266 Dr Bloch's Oesterrrrchifche Wochenschrift. * Rr. 15 " Zöpfe sich lösten und sich auf ihren Nacken schaukelten. Endlich sprang Wadakoski aus, umfaßte Josephs, laut „Evöe" rufend, hob sie hoch empor und hielt sie dann in feinen Armen fest, bis sie, immer lachend, sich von 'ihm befreite. Nachdem sie sich eure kleine Cigarre angezündet hatte, faß sie auf dem schaukelnden Ast einer Birke, den Stamm mit ihrem vollen Arm umschlungen, die blauen, seltsamen Augen auf meinen Freund geheftet. „Nun, was hast Du jetzt davon," begann sie, „daß Du so lange fort warst? Du hast Dich in dieser Zeit gewiß nicht so gut amusirt, wie ich. Nun bist Du doch mem und jetzt entkommst Du mir nicht mehr." So wenig mir Josepha eigentlich gefiel, so begriff ich doch vollständig, was mit Wodakoski vorging. Eine leidenschaftliche Natur, wie die feine, war diesem zugleich berückenden und kaltblütigen, klugen Weibe gegenüber wehrlos. Auch dem Besonnensten wäre es nicht leicht' geworden, diesem Geschöpf zu widerstehen, in dem alle Reize, alle Anmuth des Weibes mit einem diabolischen Zug vereint waren. Josepha warf jetzt die Cigarre weg, gab Wodakoski einen Wink mit den Augen, schlüpfte wie ein loser Vogel durch die grünen Ranken, welche hinter ihr zujammenschlngen und entfloh in das Dickicht des jenseits der Laube vollkommen verwilderten Gartens. Während sie sang, folgte ihr Wodakoski. Sie zog ihn an dem Zauberfaden ihrer Stimme hinter sich her. Ich verließ leise den Garten. Langsam wendete ich mich der Stadt zu. Wodakoski war ja jetzt doch verloren. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Wien, Rudolf K. Es gibt noch viel schlechtere Verse, als die Sie uns aus dem antisemitischen Pcovinzblättchen ausschmtten. „David's Harfen spielten uimmer Deutschlands freiem Burschenchor Bei des Schwerterschwungs Geschimmer (?) Seine Schlachtenlieder vor. Nie wird Deutschland je vergessen Seiner Helden hellen Hanf ...(!) Fremde! Seid nicht so vermessen — Drängt uns nicht die euren auf!" Aus der „Ostdeutschen Rundschau" anläßlich der Enthüllung des Frankl-Denkurals. Das Blatt „dichtet" ein bischen viel. Prag, Dr. Otto Z. Sie haben den Artikel nicht so aufgefaßt, wie er eigentlich beabsichtigt war, als Siilparodie. Die Schreibweise war durchaus nicht übertrieben wiedergegeben, eher noch discret abgetönt und gemildert. Vergleichen Sie einmal damit dieses aus Schönerer's „Unv. D. W." vom 1. d. M. „Heimdall-Hauptmann, Wildon. Es gilt auch hier das Sprüchlein: „Schaden macht klug". Man lernt Freund und Feind von Angesicht zu Angesicht kennen. Hie Deutschmann — Hie Deutschling — Wortdeutsch —' Thatöeutsch und der Rest Lotterbub und Seelenlump. Und dann geht es rascher der Entscheidung entgegen. Sie sollen sich nur sondern die Parteien, Klärung ist auch ein Erfolg. Wie scharf sich nicht die Grenze zog in der denkwürdigen Sitzung vom 23. Lenzmond: der rothe, goldene und schwarze Maulwurf — weh' den alten Farben — und schadenfroh grinsend und mitspringend der slavische Loki — so gerade habe ich mir's gedacht. — Heil! Die Helme fester binden!" Herzl. u. d. Gruß dem Wächter im Süden." K. W. Sie wundern sich, daß die „Ostdeutsche" das Gerichts- Urtheil über den Germanen, Kanzler L e i st unterschlägt? Sie schimpl dafür umsomehr — gegen Slalin Bey. ° Wien, 11., Berthold L—r. „Eindrücke vom Wahltage" nicht interessant genug behandelt. Mit Dank abgelehnt. * Das Motto von Theodor Storm, das Sie ihrer Arbeit vorsetzten, hat uns gefallen : „Und was für Zeichen am Himmel steh'n, Licht oder Wetterwolke, .. Sie gehen mit dem Pöbel zwar, Doch nimmer mit dem Volke." Hermaunfta-t, „L. C. 102."' Ihnen antworten wir nur mit dem sehr zu beherzigenden Satze Lichtenberg's: „Wie glücklich würde mancher leben, wenn er sich um anderer Leute Sachen so wenig bekümmerte, wie um seine eigenen." Lassen Sie uns gefälligst ungeschoren. Berlin, Fräulein Rosa Fl. Wir müssen auf den Abdruck verzichten wegen Ueberfülle des vorliegenden Materiales. Budtveis, S. S—r. Für Sie gilt dasselbe. Glatz, „Freund des Blattes." Der Satz rührt vom H. Bernhard von Clairvaux her (1146) und lautet: „Weit entfernt, die Juden zu mißhandeln, sollt ihr sie vielmehr schonen; es ist euch sogar durch die Schrift verboten, sie aus euren Ländern zu vertreiben." Temesvar, „E. E." Solches empörend schamlose Vorgehen straft der Anständige mit schweigender Verachtung. Wenn das ekelhafte „Witzblatt" das altehrwürdige, ungarische Wappen, den reinen Schild und Stolz der ritterlichen Nation hämisch besudelt und begeifert, so möge sich diese damit getrösten, daß ihm sogar die Tafeln des alten Bundes nicht heilig sind, das älteste und erhabenste Wappen der Welt die Grundlage aller Sittlichkeit nnd Ethik. Wien, VII., Drd. med. L. S. „Judas-Frühling" nicht zur Aufnahme geeignet. „Ketten, die im Frühlingshauch schmelzen" — das geht nicht. Wien, „B. S. 41." Wenden Sie sich mit einem ordnungsmäßigen Gesuche an Ihre Heimatsbehörde. Herrn L. S. in E. Für die 60jährige, an Händen und Füßen gelähmte Frau sind uns 2 fl. zugekommen. S. W. 36, Jglau. Nr. 13 der „Oesterreichischen Wochenschrift" ist regelmäßig erschienen. Glatz. Treuer Freund des Blattes. Nochmals die Namenfrage? Nein. Mit der Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens Schönerer's Blatt Nr. 6 schreibt wieder: „In Nr. 4 der „U, D. W.", S. 46 wurde die „Deutsche Geschichte in Liedern" von Dr. Franz Tetzner besprochen und die Bermuthuug (also nicht Behauptung) ausgesprochen, daß Namen wie Stern, Kaufmann, Storch, Bechstein und Hirsch, wenn man die Wiener Namensverhältnisse im Auge hat, wohl deutsch, aber sehr häufig von (getauften oder ungetansten) Juden benützt werden. Es wird uns nunmehr mitgetheilt, daß bis auf H irsch die übrigen hier angeführten Namen Deutschen zugehören". Man kann mit Leuten nicht debattiren, welche der Vernunft überhaupt nicht zugänglich sind. Gruß. Radautz, „Treuer Leser." Die „Ostdeutsche Rundschau" leistet wieder einmal ein nettes Stückchen Menschlichkeit in ihrer Nr. 46. Wir wollen ohne Glossen mittheilen, was sie unter der Spitzmarke schreibt; „Beschwerde eines jüdis ch en Gend arm en. Der Gendarmerie-Wachtmeister Juda Schechter in Radautz, der laut ärztlichen Befundes an. chronischem Rheumatismus und allgemeiner. Körprrschwäche leidet, war auf einem Streifgange im Schnee zusammengebrochen und halb erfroren von einem Bauer aufgefunden worden. Wieso es kommt, daß ein Angehöriger der geschäftskundigen und schwächlichen Rasie zu dem so vertrauensvollen und anstrengenden Amte eines Gendarmen gelangen und es bis zum Wachtmeister bringen konnte, läßt sich nur durch die eigenthümlichen Beziehungen, welche zwischen der galizischen Handelswelt und der Grenzbeamtenschaft bestehen, erklären. Besagter Juda Schechter nun, der infolge seines Unfalles mit einem Ruhegehalte von 17 fl. 18 3/4 kr. monatlich pensionirt worden war, behauptete, auf eine Pension von 30 fl. Anspruch zu haben, da er im Dienste verunglückt sei und erhob Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshofe. In der gestrigen Verhandlung erklärte Ministerialsecretär Dr. Zappert, Schechter hätte beweisen sollen, daß er im Dienste krank und unfähig geworden sei. Der Beschwerdevertreter Schechter's, Stammesgenosse Dr. JolleS, führte an, daß man Schechter, trotzdem er schlechte Zähne besitze, bis * zum letzten Augenblick im Dienste beließ. Der Beschwerde wurde stattgegeben und die diesbezügliche Entscheidung des LandeSvertheidigungSministeriums aufgehoben. ' Eine Olmützerin. Der Angefragte ist jüdischer Confession Bon N. L. 3 fl. für die Armen auf Mazzes. S. S. Saaz. Für theologische Auseinandersetzungen ist an dieser Stelle, nicht der geeignete Raum. Warnung. Seit einiger Zeit treibt sich in Wien ein Individuum heruni, welches auf Grund gestohlener Visitkarten und Briefbogen des Abgeordneten Dr. Bloch mannigfache Schwindeleien ausführt. Dieser Betrüger hat sich nun, wie wir erfahren, bei der Firma Lieb er, II.,, Taborstraße 17 eine auf den Namen des Abgeordneten Dr. Bloch lautende Stampiglie machen lassen, um auf solche Weise seine Zwecke leichter zu erreichen. Wir warnen hiemit Jedermann, diesen abgefeimten Schwindler Vertrauen zu schenken und bitten, vorkommenden Falles denselben sestzuhalten und der Polizei .zu überliefern. . Herausgeber u.vercntw. Redacteu'-: Reichsrathsabgeordneter Dr. Josef E. Bloch. — Druck v. L. Brckck Sohn. Wien. VIII., Lerchmfelderstr. 46

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