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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-02-22 · 8 (22.2.1895) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
8 (22.2.1895)
Date
1895-02-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 8 Veyrrrrichlsrhe WortzensttzriN Seite 143 Dritter. 5. Tellertauchen. Nach zweimaligem Tauchen holte Richard Ne um a n 24 Teller vom Wasserqrunde und blieb somit Sieger. Anton Kozarek brachte nur 22 zu Tage. — 6. Diana-Preis. Vier Badelängen. Es entspann sich ein harter Kampf zwischen Richard N e u m a n n und Otto Wahle, bis Letzterer schließlich in 2 Minuten 19 Secunden den Preis davontrug. — 7. Gästeschwimmen. Galatti Erster in 1 Minute 8 Secunden, K en e d y Zweiter, Unger Dritter. — 8. Club-Handicap. Bier Badelängen. Anton Braunstein in 2 Minuten 57V5 Secunden Erster, Siegfried Löwin Zweiter, Felix Raff Dritter. Löwin hatte dem Sieger 20 Secunden, Raff dem zweiten 8Secunden vorgegeben — und Anton Kozarek siegte, Ersterer in 7 Minuten. — 10. Rückenschwimmen. Ernst Freund legte die Badelänge in 282/5 Secunden als Erster zurück. Gustav Wistrcil Zweiter. Das Bestreben unserer Jugend, körperliche Uebungen zu pflegen, darf mit großer Befriedigung begrüßt werden. Wien-Mariahilf. (Generalversammlung des Talmud-Thora- und Bethaus-Vereines, YL, Stum pergasse 42, vom 10. Februar 1895.) Vorsitzender Herr Leopold Werter eröffnet die Versammlung, stellt derselben den erschienenen Vertreter der löblichen CultusgemeindeHerrn Cultusvorsteher Architekten Max Fleischer vor und dankt demselben für sein Erscheinen. Reichsrathsabgeordneter Herr Dr. I. S. B l o ch entschuldigt sein Fernbleiben wegen dringender Abreise. Der Verlesung des Rechenschafts- und Jahresberichtes reiht sich eine Rede des Vorsitzenden an, welcher unter Anderen! bemerkt: Wir haben in diesem Jahre viel Schönes und Gutes geschaffen, unser Bestreben war stets dahin gerichtet, den Unterricht in derTalmud-Thora zu pflegen und unseren Bereinsmitgliedern und Bethausbesuchern den Besuch in unserem Vethemsso angenehm als nur möglich zu gestalten und werden wir auch in Zukunft in dieser Richtung uns bewegen. Der Raum in unserem Bethause kann nichtmehr die Zahl der andächtigen Zuhörer fassen, und hat sich ein Bet- Haus-Baucomite gebildet, um ein den gesteigerten Verhältnissen und heutigen Anforderungen entsprechendes Bethaus zu errichten. Den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers haben wir würdig gefeiert und hat unser Vereinsrabbiner Se. Ehrw. Herr Samuel Austerlitz eine schwungvolle, von patriotischem Geiste durch wehte Festrede gehalten. Wir bitten unsere geehrten Herren Bereinsmitglieder und Bethausbesucher, sowie alle Gönner und Förderer unseres Vereines, uns auch fernerhin ihr Wohlwollen zu bewahren und für den Talmud-Thora-Verein, der heutzutage ein wahres Be dürfniß für die westlichen Bezirke geworden ist, in Freundes kreisen Propaganda zu machen. Cultusvorsteher Herr Max Fleischer ergreift das Wort Indem derselbe den Verein zu seinem während so kurzer Zeit ersprießlichenMirken.dem errungenen Erfolge und den getroffenen Einrichtungen, um die den Verein so manch alte Gemeinde beneidet. beglückwünschte, bedauert derselbe lebhaft, daß die lob liche Cultusgemeinde nicht einen anderen Vertreter zur Ver sammlung entsandte, der aus eigener Anschauung den befriedigenden und erfreulichen Eindruck, den der Bericht, sowie die Versammlung macht, mitnehmen soll, indem ihm selbst, einem Kinde des Bestrkes, das Wirken und die Leistungen des Ber eines ohnedies zur Genüge bekannt sind. Die löbliche Cultus gemeinde wendete stets solchen gemeinnützigen Unternehmungen, die mit den Interessen des Judenthums verknüpft sind, ihr wohlwollendes Augenmerk zu und wird gewiß zur Hebung und Unterhaltung eines solchen Vereines nach Thunlichkeit beitragen. Es folgen Interpellationen und Anträge und wird zur Wahl geschritten. Als gewählt erscheinen die Herren: Leopold Werter zum Obmann, Moritz U n a a r zum Obmann Stellvertreter, Max Keller zum Schriftführer, David M a r l e zum Cassier, Moritz Felsenburg, Leopold I o k l. Abraham T e w e l e s zu Bethausverwaltern, I. L P o l l a k, Adolf W i en e r zu Revisoren. Rzeszow, 14. Februar. Die Lectüre der so vorzüglich gezeichneten undZso erhebend wirkenden „Drei Besser". einer Schrift, welche in diesem geschätzten Blatte sowie in anderen her vorragenden Tagesjournalen bereits die verdiente Würdic ung gefunden, hat unter den Zöglingen der hiesigen Schloffereiwerk statte der Baron Hirsch-Stiftung eine wahrhaft rührende Be wegung hervorgebracht. Die meisten Zöglinae dieser Anstalt werden im Frühjahr d. I. als Gesellen entlassen werden, und da wird es heißen, in die Welt hinausgehen und sich auf eigene Füße stellen. Das aber hat für ein aus den gedrücktesten Verhältnissen hervorgegangenes jüdisches Kind unüberwindliche Schwierigkeiten. Was beginnen? Wohin gehen? Welches ist der Weg und welches das Ziel? Diese und ähnliche ängstliche Fragen beschäftigten seit geraumer Zeit die tiefbekümmerten Gemüther unserer Schlosserlehrlinge Da kamen ihnen dank der Fürsorge des hiesigen Localcomites, dessen Eifer für die Sache der Stiftung rühmend anerkannt werden muß, die „drei Besser" von Marek F i r k o w i c z zur Hand, und sie verschlangen sie mit einem wahren Heißhunger. Alle Räthsel der Zukunft sind ihnen nun gelöst, alle Sorgen beschwichtigt. Sie wissen nunmehr den Weg, den sie zu nehmen, das Ziel, das sie anzustreben haben und sehen mit Zuversicht dem Zeitpunkte entgegen, wo sie, aus der Anstalt entlassen, den Wanderstab ergreifen werden, um die Lehr- und Wanderjahre anzntreten. Sie wissen, daß ihnen ein schwercs, nur im Schweiße des Angesichtes zu bewältigendes Stück Arbeit bevorsteht; sie wissen aber auch, was und — was besonders von unschätzbarem Werthe ist — w i e sie es erreichen können. — Und so wie die „drei Besser" vor ihrer Trennung, als Kinder noch, sich das heilige Versprechen geben, nach spätestens dreißig Jahren wieder zusammen zu kommen, um sich gegenseitig ihre Erlebnisse mitzutheilen und dann gemeinsam für die in der Cultur zurückgebliebenen Glaubensgenossen zu wirken, so haben sich auch die Zöglinge unserer hiesigen Schlossereiwerkstätte durch ein Gelöbniß verpflichtet, dereinst, „wenn sie etwas Rechtes geworden", sich wieder zusammenzufinden — nicht ober, wie es in den „drei Bessern" heißt. inTarnopol — sondern in Rzeszow. — Solche Lectüre thut uns Noth. Man hat keine Idee, wie anregend sie auf die jugendlichen Gemüther wirkt, zumal wenn diese so empfänglich, wie diejenigen unserer auch in dieser Beziehung so sehr vernachlässigten Jugend. v. H. Brody, 12. Februar. (D i e n st j u b i l ä u m.) Am 4. März l. I. tritt der bekannte Schriftsteller Herr Leo Herzberg-Fränkel in sein 40. Dienstjahr als Secretär der hiesigen Handels- und Gewerbekammer. — Es würde zu weit führen, wollte ich den Versuch machen, einen Rückblick auf die langjährige ersprießliche Thätigkeit des Jubilars für das Wohl und die kulturelle Entwicklung unserer Heimatstadt zu werfen. Es sei hier nur zu bemerken gestattet, daß Herr Herzberg- Fränkel während eines Menschen alters stets das Wohl seiner Brüder im Auge hatte und speciell als Kammersecretär und Inspektor der hiesigen isr. Hauptschule ganz Hervorragendes geleistet hat. Deshalb hat man auch die Nachricht von seinem demnächstigen Rücktritt mit lebhaftem Bedauern vernommen und es würde im Interesse unserer schon hart genug geprüften Stadt gelegen sein, wenn es den Freunden des Herrn Herzberg-Fränkel gelingen würde, diesen von seinem Entschlüsse abzubringen und uns dessen eminente und unersetzbare Arbeitskraft zu erhalten. Leider scheinen die letzten Gemeinderathswahlen und andere sehr trübe Zustände in unserer Stadt diesen in seinem bedauerlichen Entschlüsse bestärkt zu haben. Möge jedoch Herr Fränkel sich vor Augen halten, daß wer im öffentlichen Leben steht und Ersprießliches leistet, immer Neider findet und Anfeindungen ausgesetzt ist, und überzeugt sein, daß seine Verdienste ihm unsere fortdauernde Sympathie sichern und deshalb wünschen wir ihm von ganzem Herzen, daß er sich des Bewußlseins treu erfüllter Pflicht noch lange erfreuen und auf ein Leben humanen Wirkens zurückblicken möge — am liebsten aber in unserer Mitte, wo er, abgesehen von einem kleinen Kreise von Neidern und politischen Gegnern warme Anerkennung findet. K. Paris, 11. Februar. Der neueste S c a n d a I heißt Levaillant-Schwob. und an der Enthüllung ist auch wieder der unvermeidliche Herr Andrieux betheiligt. Der Polizeidirector L e v a i l l a n t hat den Gebrüdern Schwöb gegen eine Betheiligung von zehn Percent seinen Schutz angedeihen lassen, und dabei legte sich Levaillant selbst ins Mittel, theils schickte er Andere vor. Unter diesen Andern finden wir insbesondere den Herrn Puybarand unvergänglichen Angedenkens wieder, der auch Chef der politischen Polizei gewesen ist und der diesen Posten verlassen mußte infolge der erbärmlichen Rolle, die er im Falle der Madame Cottu während des Panamaprocesses gespielt hat. Ein anderer Busenfreund des Herrn Levaillant und der Gebrüder Schwöb scheint, wie aus den von Andrieux veröffentlichten Briefen hervorgeht, ein gewisser A. gewesen zu fein

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