Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-01-18 · 3 (18.1.1895) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
3 (18.1.1895)
Date
1895-01-18
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3021061-3021065--04228-3028403
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Sette 56 Vrsterrrdtzlptzr Mortzensrtzrtfl fJii. 3 der Gegenwart verbirgt), von Alexander Feleki, von Michael Körösi, von Attila G e r ö, von Korne! V. H e v e ß. Hieher gehören auch die gelungenen Kunstübersetzungen von Anton R a d 6, d^r aus dem S ch a h n asm e die Geschichte von Josef und der Potifar übersetzt; von Leopold Kecskemeti finden wir Uebers tzungen aus Salamon ibn Gabirol, Juda Haleoi, Schein tob ibn Palkera und Israel ibn Nagara; Ignatz Lederer liefert eine Uebersetzung aus den Makamen des Juda Alcharisi unter dem Titel „Tag und Nacht". Die übrigen Abhandlungen des Jahrbuches beschäftigen sich mit den culturellen, socialen und politischen Verhältnissen der Juden in der Gegenwart; so schreibt Dr. Sigmund Sonnenfeld „Die landwirthschastlichen Colonien der Juden in Argentinien"; Dr. David K o h n „Statistik der Populationsbewegung unter den Inden"; Paul Teurer „Ueber Dies und Jenes und über mich selbst"; Albert Sturm „Um die Gräber der Journalisten"; Moritz S z a t m ä x i »Juden in der ungarischen Publicistik"; Rabbiner Dr. Moritz Klein »Die Lage des jüdischen Seelsorgers in der Vergangenheit und Gegenwart"; Dr. Adolf Oetvös Silberstein »Der Vorrang des jüdischen Geistes"; Rabbiner Ludwig S eltmann „Lebensbilder"; Moritz Gellßri »Die Millenniumsausstellung"; Dr. Heinrich S ch u s ch n y „Die körperliche Erziehung und das Judenthum"; Prof. Dr. Wilhelm Bacher »Die literarische Gesellschaft der französischen Juden". Dilfe Namen und Titel lassen errathen, welche Fülle der Belehrung und welcher Reichthum an Wissenschaft in dem ersten Jahrbuch der Jsr.-ung. literarischen Gesellschaft aufgespeichert liegt. Das Jahrbuch dient außerdem als amtliches Organ der Gesellschaft; man findet darin den Bericht über die Gründung und Wirksamkeit der Gesellschaft den Schematismus der Dignitäre, die Statuten das, Verzeichniß der Mitglieder, einen jüdischen Kalender pro 1895. Das Werk, über welches sich auch die Tagespresse mit anerkennendem Lobe ausgesprochen hat. ist für 2 fl. 50 kr. auch im Buchhandel ru bekommen. S. K. Septzrr Iezirstz. Das Buch der Schöpfung. Nach den sämmtlichen Recensionen möglichst kritisch redigirter und vocalisirter Text nebst Uebersetzung. Varianten, Anmerkungen, Erklärungen und einer ausführlichen Einleitung. Von Lazarus Goldschmidt. In Commission bei I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1894. — Diese 92 Seiten starke Uebersetzungsarbeit eines in noch jugendlichem Alter stehenden Gelehrten bietet viel des Interessanten dar. Der Verfasser bemüht sich nachzuweisen, daß das Buch der Schöpfung einer älteren Zeit als der gaonäischen (gegen Zunz) angehöre und verlegt dessen Entstehung in das zweite Jahrhundert vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. Graetz, der behauptet, daß das Buch der Schöpfung von gnostsschen Ideen durchsetzt fei, widerlegt zwar der Verfasser, doch kann er bei der Analyse des kabbalistischen Baumes, den die Mystiker mit dem-Adam Ka dmo n identificiren, selbst nicht umhin, auf die Analogie des Demiurgos der Gnostiker (soll wohl heißen: Demiurgos Platos) hiuzuweisen. Im Gegensätze zu den andern Kaboala-Forschern der Neuzeit macht der Verfasser, was sehr treffend ist, Kabbalisten namhaft, die die zehn Sephiroth als wesentliche Bcstandtheile der Alleinheit auffassen. Und sehr interessant ist in dieser Beziehung eine diesbezügliche Stelle, die der Verfasser aus dem ethisch-kabbalistischen Werke „Schns Luchoth Habrith des Rabbi Jeschajah Horwitz" s. A. citirt. Diese.Stelle lautet: „Die zehn Sephiroth sind ein einziges Wesen, sie bilden dols Wesen Gottes und sind mit dem „En soph" verbunden, wie die Flammen mit dem Dochte." Dagegen scheint die Annahme des Verfassers, als hätte man die im Buche der Schöpfung oft wiederkehrende Grundidee von einem männlichen und weiblichen Princip in des Kosmos göttlichen Waltens als eine spätere E i nschmuggelung zu betrachten, unbegründet. Ferner berührt die Geringschätzung, mit der der Verfasser die Leuchten der jübifdren Wissenschaft, wie z. B. Zunz, Lan dauer, Jellinek u. v. A. behandelt, den Leser sehr unangenehm. An Klarheit des Ausdruckes, wie auch an methodischer Behandlung des Stoffes läßt das Werk zwar noch viel zu wünschen übrig, allein der reiche Inhalt der in Rede stehenden Uebersetzungsarbeit des jugendlichen Gelehrten bietet vielfachen Ersatz und reiche Entschädigung für die mangelhafte Form; Mit Fug und Recht dürfen wir behaupten, daß dem, der Goldschmidt's „Sepher Jezirah" mit Verständniß liest, die tiefverschleierten Mysterien des Buches der Schöpfung, wenn auch nicht ganz, so doch theilweise erschlossen werden. Dr. H. E. Kaufmann, Virovitica (Slavonien). Kreisrabbiner. Briefkasten. Leser des „D. V." im Eafö Ro nach er. Die schamlose Art und Weise, in welcher das saubere Organ des Herrn Vergani vom 12. Jänner über das unsittliche Attentat berichtet, ist uns nicht entgangen. Die Notiz in dieser Fassung selbst ist ein unqnalificirbarer Angriff auf die Moral und den öffentlichen Anstand. L. M in Oberhollabrunn. Sie bemerken recht witzig, daß der Herr „Humohr" der „Schmähpost" bereits auf den Hund gekommen ist. Sein Hundefeuilleton vom 8. d. M. beweist es deutlich. Daß es antisemitische Hunde gibt, hat uns keineswegs, wie Sie, überrascht. Die Partei macht eben in allen Kreisen eifrig Propaganda. E. F. in I .. .. Sie wünschen „Ihren hiesigen Glaubensgenossen, von denen so viele in der Unkenntnis; der deutschen Sprache verharren, als leuchtendes Beispiel voranzugehen" und zu diesem Behufs sollen wir Ihr Poem „Jom Kipur" abdrucken. Das geht nun wohl nicht, aber eine Strophe daraus an dieser Stelle bringen wir recht gerne. „Auch die jungen Mädchen fügen Sich in dieses Fastgebot, Denn aus ihren blassen Zügen Spricht des Hungers schwere Noth. Des Versöhnungstages Schrecken Ihr erblaßter Teint beweist, Den erschlafften Muth zu wecken, R'echen sie an Salmiakgeist!" Abonnentin in Neusatz. Der Briefkasten bet „Schmähpost" vom 10. Jänner enthielt falzende Notiz: „??? Ob es wahr ist, daß der betreffende Herr seit zehn Jahren kein eorpU8 suris eanonioi gelesen habe, wissen wir nicht. Ein zwingender Beweis dafür ist die Beibehaltung des jüdischen Hausarztes, trotz des 6an. Julius 13. 6. 28. q. 1, nicht. Dieser Canon der sechsten allgemeinen Kirchenversammlung verbietet bekanntlich Christen, jüdische Aerzte zu haben und setzt auch gleich die Strafe für widerspänstige Judenfreunde fest: „Neunter Cleriker ist. so soll er abgesetzt, wenn er Laie ist, so soll er excommunicirt werden." Der gute Spitzer-Weimar ist so unwissend als — kühn. Woher sollte er auch wissen, wie viele Päpste jüdische Aerzte hatten und welche Päpste das waren?! M. N., Religionslehrer: Unter Tekupha verstehen wir den Moment, mit welchem die Sonne in die Aequinoctien und So'.stitien tritt, den mittleren Anfang der vier Jahreszeiten, der in unserem Kalender nach den Monaten benannt wird, auf welche er zumeist fällt. Ueber die Tekttphasillen siehe Güdemann, Geschichte I., p. 210. Ueber den Tekuphatropfen, „Buch der Frommen" 654, Grimm, Aberglaube, S. XOI, Nr. 589: Bei Sonnenfinsterniß decke man alle Brunnen zu, das Wasser wird sonst giftig." Wuttke S. 145. Mayer Marcus, T. Severin. Wir bestätigen den Empfang von Frcs. 40 für Ihr Abonnement und für dasjenige Herrn Philipp Kohn. „Ein Entrüsteter" in Wien IV. Die schändlichen Angriffe des „Kikeriki" aus den wackeren Schriftsteller Gabriel Engelsmann werden diesem wohl nicht so sehr zu Herzen gehen, wie Ihnen. Derlei Wuthgeschrei beweist immer nur, daß die wohlgeziellen Hiebe sitzen und schmerzhaft sitzen. „Treuer Abonnent seit 10 Jahrcn" in Stanislan. Ihr Wunsch wird in Bälde erfüllt werden. Wir haben eine treffliche Erzählung erworben und werden dieselbe bringen. Gruß an Sie und Dr. K.! Dr. Leop. M—r in Tr. Das Gedicht des Grafen Hoyos hat Sie überrascht? — Uns auch! Franz L—ft, hier. Wir haben gar keine Veranlassung, Ihnen unseren publicistischen Schutz angedeihen zu lassen. Sie haben gewußt, daß am Tische nebenan Antisemiten saßen. — Kein Mensch hätte es Ihnen als Feigheit ausgelegt, wenn Sie sich rechtzeitig zurückgezogen hätten. Sie hätten voraussehcn können, daß Sie und Ihre Gesellschaft attatirt werden würden. Warum besuchen Sie auch solche Locale? Im Uebrigen ist die Sache uninteressant für die Oeffentlichkeit. Herrn K Rosenstock in D. „Wenn wir unser Blatt in dem von Ihnen angedruteten Sinne zum „Lämmerschwänzchen" umgestalten wollten und mit Glacehandschuhen die Dinge anfaßten, so würden wir nur einen Leser haben — Sie — und den auch nicht lang. Der stetig zunehmeude Freundeskreis, der die „Oesterr. Wochenschrift" seit der ersten Nummer umgibt, ist uns die beste Bürgschaft dafür, daß die Abwehr, wie w i r sie gegen die Feinde des Jndenthums führen schon die richtige ist. Herrn L. B. in Bistritz. Ihre Zuschrift erhalten. Die darin entwickelten Gedanken sind wohl richtig, aber nicht neu. Karl Vogt, der Naturforscher, sagt das kürzer und schöner: »Meines Erachtens liegt der Schwerpunkt der ganzen Frage gar nicht im religiösen Gebiete. sondern in dem instinctiven Haffe der Unbefähigten gegen die Befähigten, der Armen gegen die Reichen, der Behäbigen gegen die Rührigen." Backfischchen in Rodaun. Nein, liebes kleines Fräulein, der von Ihnen so verehrte Dichter Rudolf Baumbach ist ganz sicher kein Antisemit. In Vers und Prosa ist er gegen diese Seuche aufgetreten und hat unter Anderem gesagt: „Der Antisemitismus ist die Modekrankheit des geistigen Pöbel s". Sind Sie nun beruhigt? Sie dürfen den Mann weiter ,,ohne Einschränkung" verehren. Weil wir gerade beim Poetischen sind — kennen Sie die schönen Verse von Victor Blüthgen: „Wer ehrlich seinen Weg durchmißt, Dem wünsch ich nichts zu leide: Ein schlechter Jud — ein böser Christ, Der Teufel hol' sie. beide!" «erautwortl. Redactenr: Dr. Josef S. Bloch.— Dmck von L. Beck * Sohn, Wien, Vm.( Lerchmselderstraße 46. (Telephon 3288.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.