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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-12-28 · 52 (28.12.1894) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
52 (28.12.1894)
Date
1894-12-28
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite ioid Drstrrredtztschr WochrnptzrM Nr. 52 mehr (ei, ei, welche Neuigkeit!), seine schöne Frau ist nicht mehr (merkwürdig! Es braucht kein Geist vom Grab zu kommen das zu sagen), sie leben beide hier (nur hier?!) nur in seinen Werken fort und oben sind sie beide gerichtet worden nach ihren — Werken." Angenehmer Besuch des Herrn C^rt Josef Fromm, oes Feuilletonisten der Reichs-Schmähpost! Das ist der Dank dafür, daß er auf Schiller's Lehnstuhl har sitzen dürfen. Junger Historiker in Merseburg. Es hat auch damals gerechte und einsichtsvolle Staatsmänner gegeben, wie Sie aus der Rede des Freiherrn Karl August von Hardenberg ersehen können, welche dieser am 11. März 1812 bei Berathung des Juöen-Edicts gehalten hat: „Ich kann kern Gesetz über Juden billigen, das mehr als vier Worte enthält: „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten!" Ferdinand Lchmidr in (£. Ihr Artikel ist jedenfalls gutgemeint. Daß Sre als Ehrrst fo warm für die Inden empfinden, macht I rem Gerechtlgkertssinn alle Ehre. Doch läßt sich der Grundgedanke Ihrer ziemlich ausgedehnleti Arbeit weit kürzer fassen: „Der Antisemitismus ist für die Juden ein Unglück, für die Christen eine Schmach!" Mit Dank abgelehnt. Gelegentlich was Anderes. Es soll uns freuen, von Ihnen wieder zu hören. „Juden Taufen' . Für uns ungeeignet. Treuer Abonnentrn Waag-Reustadrl. „Also ein Dummkopf war es, der die deuischuationale Bewegung einleilete, ein Du mm köpf war es, der Millionen Menschen durch die überzeugenden Reden zu gewinneu wußte, die er an maßgebender Stelle, im Abgeorüneienhausc und außerhalb desselben so oft gehalten, ein Dum «i köpf, der fast die ganze deutfähige Bevölkerung Deutschösterreichs, die wahre und echte deutsche Bevölkerung, im Sturme mit sich fortriß!" So urtheilt Schönerer über sich selbst. Wir haben keine Veranlassung, ihm zu widersprechen. Daß er sich in einem Athem — in derselben Nummer 24 der „Unv. Dl W." — einen „großen Mann" neniit, ändert nichts an seiner ersten Bezeichnung, sondern erscheint nur umsomehr geeignet, dieselbe zu bekräftigen. „Ein Entrüsteter." „Reichspost" vom 21. December: „Vielfach vermeiden es die verschmitzten Orientalen, ihren Namen in die Firma zu setzen, sie wählen irgend eine Bezeichnung für ihr Geschäft, wie: „Grand Magazin", F ra n zösis ch e s Ma gaz in", „Palais Rvval", „Louvre" u. dgl. die Bezeichnung prangt dann ober der Thür, während zwischen derselben der — Traugolt Feitel, Sigi Ernst' Wüte, oder ein anderer Orientale herausguckt." Ja, wenn sich die Herren das so ruhig gefallen lassen, kann es Ihnen und uns ja am Ende auch recht sein. „Ausnahmsleser des antisemitischen Federviccherls." Die infame Hetze gegen Rothberger hat schon ihren Grund. Seit die Annoncen des Hauses eingestellt wurden, — möglicherweise gar auf unsere Vorstellungen? — hat der brave Vogel aut einmal sein Herz für die kleinen Flickschneider entdeckt. Ein winziges Inserat und er gibt sofort abermals Contle-Dampf. Was gilt die Wette? Unfreiwilliger Leser der „Ostdeutschen Rundschau", Walluerstraße. Ja, der Herr K. H. W. scheint sich zu bessern! In einem als Feuilleton vermummten Inserate, welche Form sich aus begreiflichen Grünoen seiner besonderen Beliebtheit ersrent, wurden Franzos, Heine, Le ff in g u. s. f. gepriesen: „Ern psychologisch interessantes und anregendes Buch liegt uns vor in der von K. E. Fr a n z o s herausgegebenen „Geschichte des Erstlingswerkes" .... „Die kleinen Bändchen in zierlichem Duodezformat und feinem Juchteneinband, der sich wetch und zärtlich in die Hand schmiegt, bergen die k o st b a r st e n Schätze unserer Dichtung in einer ihrer würdigen Ansstatiuiig und eiguen sich ganz vortrefflich als Geschenke. Bisher erschienen: Cham is so, „Peter Schlemihl"; Heine, „H arzr eiste"; Le s sing, „Minna von Barn Helm". Die Sammlung lvird fortgesetzt.' Auch folgender Passus ist dem K. H. B il e a m entschlüpft: „D as In denth um mit s einem und estreitb aren Talen t e, sich in le ich t er Art sein Br ol zu verdtenen, mit seinem ebenfalls an z u e r k e n nen d en D r a n ge nach höherem Wissen, mit seinem am höchsten anzn erkenn enden Solidaritätsgesühle, das eineArmuth und somit den Mangel an Erziehung in einem nicht einmal annähernden Maße zuläßt, als es leider bei der christlichen Bevölkerung der Fall ist.-" Freund d e Graphologie. Wir sind in der angenehmen Lage, Ihre Anfrage zu beantworten. Frl. Rudolfine Popper in Tabor, Böhmen ist von Beruf Graphologin, corr. Mitglied der Looiets de Graphologie in Paris. Die Fürstin von Bulgarien und andere hochgestellte Personen sollen von den überraschenden Leistungen der Dame sehr befriedigt gewesen sein. Die richtige Beurtheilung der Eigenschaften eines unbekannten Schreibers ans seinen Schriftzügen scheint also mehr als bloße Spielerei zu sein. Religiöse Bedenken, einen Versuch zu wagen, liegen keine vor. Alter und treuer Abonnent, Baden b. W. Daß die Schuhwaarensirma, Emil Kraft, in antisemitischen Blättern ständig inserir sei Ihrem Ersuchen gemäß hier constatirt. 9H. Wechsler, Monesti. Ganzjährigen AbonnenrentbeA erhalten. Sam. W. Pascheles. Das Gesetz über die Sonntag ist bereits fertig und eine Aenderung zu Gunsten der Juden ir westlichen Kronländern nicht mehr möglich. Die Cultusgemei -Härten stüher um eine Ausnahmsstellung peiitioniren müssen. S. Stern, Rabbiner, Brod a. S. Uns ist in Wien nur ein einziger Tempel bekannt, dessen Richtung nicht genau nach Osten gekehrt ist. Biseuz. Die Adresse ist Rabbiner Dr. Ga st er in London. L. P. Krapina. Ihren Anschauungen müssen wir im Principe zustimmen. und andererseits dieselben als utopistrsch und unaussührbar bezeichnen. Sie wollen die Trennung der Geschlechter — auf der Tramway, den Zugängen zu Theater- und anderen Eassen, auf den Entree-Plätzen der Galerie durchführen? Wir sind neugierig, wie Sie das anstellen wollen. Den geehrten Herren Einsendern von . Schmatz br lese n dienejur gründlichenDarnachachtung, datz Herr Reichsrattzsabgeordneler Dr. I. S. Bloch seit Jagren keine einzige rtzrer liebenswürdigen Zuschriften;u Gestcht kekomnren tzat, da Auftrag gegeben wuroe, dieselben sofort nach Ernlan-en durch einen tziefur bestellten Beamten dem Papierkvrb;u überantworten. Eingesendet. W a r a s d i n, am 24. December 1894. S ehr g e e hr t er H err Red acte ur! Gestatten Sie, daß ich Sie hiemit durch einige Zeilen auf einen in Agram wohnenden, durch Krankheit vollständig erwerbsunfähigen Glaubensgenossen aufmerksam mache. Derselbe — früher Geschäftsmann — ist einzig und allein durch eine schleichend ausgetretene Rückenmarkschwindsucht nicht im Stande, ohne Krücken zu gehen, geschweige denn durch irgend eine Beschäftigung sich und seiner Familie das tägliche Brod zu verschaffen; als er im Vorjahre zur Linderung seines Leidens im Curorte War-Töplrc weilte, stürzte derselbe so unglücklich, daß er sich einen Kniescheibenbruch zuzog, welcher bisher noch nicht geheilt werden konnte und seine hilflose Lage um Bedeutendes verschlimmerte. Nachdem für denselben im Bereiche sowohl der Warasdiner als auch der Agramer Culms-Gemeinde die öffentliche Wohlthätigkeit in einem Maße in Anspruch genommen wurde, daß eine weitere Inanspruchnahme daselbst fast unmöglich erscheint, bitte ich Euer Hochwohlgeboren diese Zeilen in Ihrem geschätzten Blatte zu dem Zwecke zu veröffentlichen, um die Aufmerksamkeit unserer Glaubensgenossen auf diesen unglücklichen Familienvater zu lenken und sie zu bitten, ihr Schärflein zur Linderung der Leiden desselben nach Möglichkeit beizutragen. Name und Adresse: Ignatz Schlesinger, Agram, Lachischegasse 20. Für die bereitwillige Veröffentlichung dieser Zeilen Euer Hochwohlgeboren meinen herzlichsten Dank sagend, zeichnet hochachtungsvoll Julius Gortein, Juwelier. Bücher-Verkauf. Die bekannte Verlagsbuchhandlung Jacob W. Pascheles in Prag liquidirt ihr seit 30 Jahren bestehendes Geschäft und erlauben wir uns die geschätzten Leser auf diese seltene Gelegenheit aufmerksam zu machen, durch welche sie Werke der hebr. Literatur zu außerordentlich billigen Preisen erwerben können. Kataloge ihres reichhaltigen Lagers versendet obige Firma auf Verlangen gratis. 4t 4t 4t t % 41 4« * * * 4t 41 41 41 General-Agentur für die Oesterr. Wochenschrift“ in Russland. Zum Generalagenten der „Oesterr. Wochenschrift“ im russischen Reiche haben wir dsn Schriftsteller Herrn 1 Ch. Tawjew in Riga Parkstrasse Nr. 6 Die Administration der „Oesterreichischen Wochenschrift“. fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr Berauttvortl. Redacteur: Dr. Josef S. Bloch.— Druck von Wien, VIII., Lerchenfelderstraße 48. (Telephon 3388.)

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