Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 45 (9.11.1894)
- Date
- 1894-11-09
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Beite 88$ Vesterretchifche Wochenphrtft Nr. 48 ausstrecken? wo Dem armes, müdes Haupt niederlegen? wo . ... wo .... wo?" Ein wunderbar süßes, wehmüthiges Lächeln umzuckte die Lippen des jungen Weibes. # „Rege Dich nicht auf, Towije," sprach es, „sieh diesen herrlichen Rasen, gibt es einen Künstler auf dieser irdischen Welt, der einen schöneren Teppich zu weben vermöchte? Diese duftende Flur soll heute unser Nachtlager bilden, und schau die wunderbar prachtvolle Himmelsdecke mit den goldenen Sternlein, kein Kaiser hat einen schöneren Baldachin! Unter diesem wollen wir einige Stunden, bis zum Morgenanbruche, unter GottesschuHe ruhen!" (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. S. Prester, Zabreh. Ein hervorragender Denker sagt: „Wenn der Athener der Künstler, der Römer der Politiker, der Phönicier der Handelsmann, der Afsyrer der Astronom, der Egypter der Astrolog und der Perser der Soldat ist, so ist der Jude durch seinen Tempel und durch seinen Gott der Priester des Alterthums." Dadurch bilden die Israeliten ein höchst gewichtiges Ferment in der geistigen Entwicklung der Welt. Robert Wiesel in P. Wir empfehlen Ihnen anläßlich Ihrer Anfrage zur Anschaffung von Tempelgeräthen Herrn Juwelier Adolf Jonas, Wien, L, Rothenthurmstraße 6. Herrn Pista inH .... dt. „Ich warne alle anständigen deutschen Zeitungsredactionen vor ihm, als vor einem nun schon mehrfach entlarvten literarischen Betrüger, Fälscher und Plagiator. Es liegt im Interesse der Ehre und des Ansehens unseres Standes, daß solchen Subjecten, die unseren Stand moralisch und materiell schädigen und in der allgemeinen Achtung herabsetzen, das Handwerk gründlich gelegt werde, daß keine a n st ä n d i g e Redaction mehr mit ihm in Verbindung trete und jeder College Alles, was in seiner Macht steht, thue, um einen solchen Menschen für immer in unserem Stande unmöglich zu machen" — So schrieb in der „Schriftstellerzeitung" vom 15. Juni 1866 Alberti — nichtüberVergani — sondern über den Antisemiten Richard Grothe. Herrn August L. in St. Pölten. Diese Jeremiade erinnert uns an ein köstliches Erlebniß, welches einst dem berüchtigten Hofprediger Stöcker passirte. Dieser klagte einst auch bei einer Wanderversammlung in Gießen über den Mangel von Geistlichen in Berlin. Als er so recht im Zuge war, unterbrach ihn ein biederes Bäuerlein: „Je, wenn so wenig Geistliche in Berlin sind, was thust Du denn da hier?" — Tableau! Frau CH. K. in W. Der sürstbischöfliche Consistorialrath und .Judenknecht" Dr. Scköpf in Salzburg srug in einer seiner Broschüren einmal ganz richtig: „Ja, wer hat denn die Juden gehindert, sich zu assimilircn und ihnen eine Sonderstellung aufoctroyirt als eben die Gesetzgebung der Christen" und fügt dieser Frage dann bei: „In Frankreich, wo man diese Sonderstellung beseitigt, hatten sie sich seit mehr als 100 Jahren mit der übrigen Bevölkerung verschmolzen." Herr« Dr. O. v. L. Sie haben nicht unrecht, denn thatsächlich ist die Geschichte, wie sie in den Schulen gelehrt wird, nichts als nur ein bloßes Register von fürstlichen Geburis- und Sterbestunden, Erzählungen von großen und kleinen Kriegen und daraufolgenden Friedensschlüssen. Prag. Gerade das Gegentheil. Die Kampfesweise des Anarchismus ist für die Arbeiterbewegung im höchsten Grade schädlich. Die Dinge durch Gewaltthaten zu ändern, gelingt ebensowenig, als es der französischen Bourgeoisie gelungen ist, den Royalismus dadurch zu beseitigen, daß man Tausende von adeligen Köpfen aufs Schaffot fallen ließ. — Zu glauben, daß man mit den Attentaten etwas gewinne, heißt Wahnwitz. Au contraire! Je mehr Schrecken, desto mehr Reaction. Fr. CH. K. in W.: Die einseitige Durchführung einer Maßregel, und wäre sie theoretisch noch so richtig, ist immer von Uebel, soferne damit nicht auch der Entwicklungszustand des ganzen socialen Körpers harmonirt. Fräul. Elsa: „Und wenn — um eine Neronische Hypothese aufzustellen — die Vernichtung aller Juden in Europa angeordnet würde, so würde dies unzweifelhaft eine beträchtliche Herabminderung des intellectuellen Niveaus Europas zur Folge haben" — sagen nicht wir, sondern der Vollblutitaliener und Nichtjude Enrico Ferri. Rabbiuat Reichenberg und Straßuitz: Herzlichen Dank. Herrn Gustav Klang: Es färbt eben jede Partei schwarz, was der Gegenpartei gefällt. Das Unstatthafte davon ist nur, daß Lehrsätze einer Partei als Dogmen ausgestellt und gepriesen werden. Ideen sind, wie die Geschichte beweist, contagiös. Bei dem Einzelverein „Zion" sind folgende Spenden für das Jaffaer Spital eingelaufen, und zwar: von den Herren Alexander Kohn fl. 2, Heinrich Bloch fl. 2, U. L. fl. 1, Frischauer 60 kr. (Wien); ferner von Herrn Kraus, Prag fl. 2; Summe, fl. 7. 50 kr. Hiezu die ausgewiesenen fl. 27 50 kr. Zusammen fl. 35. Für die 105jährige Frau sind uns zugekommen: Bon Herrn Leon Mandel in Wien 15 sl., von Tekla Pollack in Smiritz 1 fl. Summa 16 sl. Ipaz n. Bosa KraniemterstitznapMtiiDE. Am 7. Jänner 1895 gelangen die halbjährigen. Interessen der obigen Stiftung an arme hilfsbedürftig e Kranke der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde zur Vertheilung. Die Bewerber haben ihre mit dem Armuths- und Kra&kheits-Zeugnisse belegten Gesuche in der Cen'ralstelle für das Armenwesen der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse Nr. 4, I. Stock), woselbst auch während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, bis längstens 30. November 1894 zu überreichen. Gesuchsteller, welche ihre Verwandtschaft mit den Stiftern nachzuweisen in der Lage sind, geniessen unter gleichen Verhältnissen vor anderen Bewerbern den Vorzug. Wien, 1. November 1894. Das Curatorium der Ignaz u. Rosalia Wolf sehen Krankenunterst.-Stiftung. WiMmm Fanny Crüdemann - Stiftung für Kranke weiblichen Geschlechtes. Der Vorstand der israelit. Cultusgemeinde in Wien bringt hiemit zur Kenntniss, dass aus den Zinsen der obigen Stiftung am Sterbetage der sei. Frau Fanny Gfldemann, d. i. am 6. Schebat (31. Jänner 1895), ein oder zwei Israel. Kranke weiblichen Geschlechtes betheilt werden Die Bewerberinnen haben ihre diesfälligen, mit einem Armuths- und einem Krankheitszeugnisse belegten Gesuche bis zum 30. November 1894 im Secretariate der israelit. Cultusgemeinde in Wien (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock), woselbst während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, zu überreichen. rTnivPrcitätcfinrai» mit ausgezeichneter Maturitätsprüfung U111V CI aildl&IlUl CI empfiehlt sich als tüchtiger und gewissenhafter Instructor für Volks-, Bürger- und Gymnasialschüler. Auskunft ertheilt aus Gefälligkeit die Redaction. Kundmachung. Es sind die Zinsen der Fanny Jeittcles’scheii Ausstattungs-Stiftung im Betrage von fl. 294 an eine arme hier ansässige Braut israelitischer Confession für das Jahr 1895 zu vergeben. Die Gesuche, belegt mit Geburts-, Sitten- und Mittellosigkeits-Zeugnissen, ferner mit dem Nachweise, dass die Bewerberin sieh bereits im Brautstande befindet, sind bis spätestens Ende November 1894 in der Kanzlei der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I., Seitenstettengasse 4, bei der Buchhaltung in den Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags zu überreichen. Später einlangende Gesuche werden nicht berücksichtigt. — Waisen sind bebevorzugt. Wien, October 1894. Die Curatoren der Fanny Jeitteles-Stiftungen* Akademische Verbindung „Kadimah“. Jüdische Commilitonen! Erscheinet zahlreich zur constituirenden Versammlung der „Jüdischen akademischen Lesehalle“. Ort: Khuner’s Restaurant, I., Schottenring 19. Zeit: Freitag, 9. November 1894, halb 8 Uhr Abends. T. -A.. <3L C. Med. Leonhard Gerbel Med. Armin Mayer _dz. Präses._;_dz. Schriftführer. § 2, Der Verein, der jede politische Tendenz ausschliesst, bezweckt die Hebung des jüdischen Bewustseins unter den Studenten, die Pflege der Geselligkeit und die Vertretung der Interessen der jüdischen Studenten an den Wiener Hochschulen. § 3. Der Zweck wird angestrebt: a) Durch Vortrags-, Lese- und Rede-Abende, b) durch Errichtung einer entsprechenden Bibliothek und Anschaffung einschlägiger Zeitschriften, c) durch gesellige Zusammenkünfte, d) durch körperliche Ausbildung der Mitglieder. § 7. Jedes ordentliche und ausserordentliche Mitglied leistet einen Semestralbeitrag von mindestens 2 Kronen. Ueberdies zahlt jedes neu eintretende Mitglied 1 Krone Aufnahmsgebühr. Anmeldungen zum Beitritte werden im Locale der akademischen Verbindung „Kadimah“ von 7 bis 8 Uhr Abends entgegengenommen : IX., MtUlnergasse 13. Berauttoortl. Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck ft Sohn. Wien, Vm.. Lerchmselderstraße 46. (Telephon 3288.)