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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-11-02 · 44 (2.11.1894) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
44 (2.11.1894)
Date
1894-11-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 860 m,nnl -«Mi.. J » - .wmrm WrMvvmtztpyr Ivmtzenptzrtfl Nr. 44 Prag. Dienstag, den 23. October eröffnete der Studentenverein „Maccabaea" die Thätigkeil des diesjährigen Semesters mit einer Feier, die in würdiger Weise verlief. Nach Abfindung oes „Gaudeamus" hielt der Obmann M. U. D. Julius Weiß die Festrede, in welcher er in kernigen Worten den Zweck und das Ziel der jüdisch-nationalen Bewegung ausführte. Es sprachen ferner der verdienstvolle Ehrenpräsident Herr Chem. Assessor S. Lew in über die Beziehungen der Jüdisch-Nationalen zur Religion und Herr Kraus vorwiegend über den sittlichen und inneren Werth der jüdischen Natioualidee. Auch Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Kaminka war unter den zahlreich erschienenen Gästen begrüßt worden und wurden seine warmen Worte mit großem Beifall ausgenommen. Zu erwähnen sind die vorzüglichen Reciraiionen des Herrn F. Baumgartner, der Gedichte von L. I. Frankl und H. Heine zum Vortrag brachte. Diese Feier hat deutlich bewiesen, daß die „Maccabaea" trotz der anfänglichen unzähligen Anfeindungen das zu werden verspricht, was ihre Gründer gehofft: „Ein Eiuigungspunkt der wirklich jüdischen Studenten Prags." Füufkirche». (Dem Verdien st e seine Krone.) Der Obercantor der Fünfkirchner israel. Gemeinde Josef Ren di (Rosenbaum) wurde von einer aus hiesigen angesehenen Gemeindemttgliedern bestehenden Deputation besucht, welche demselben als Anerkennung für seine wirklich meisterlichen Leistungen inl Gesänge an den nun verflossenen israelitischen Feiertagen«ein schönes Ehrengeschenk überbrachte. Prag, 29. October. (Eine 105; ährige Frau.) Im Orte Klein-Chryschka, Bezirk Mühlhausen, Taborerkreis, wohnt eine Frau, die in diesem Monat 105 Jahre alt geworden ist. Die Frau, Namens Sali Rudolf, hat sich bis vor Kurzem durch Handarbeiten selbst ernährt, nun ist selbe seit einigen Jahren gänzlich erblindet und siech geworden und auf die Mildthätigkeit unserer Glaubensgenossen angewiesen. Bei dieser Gelegenheit sei nicht unerwähnt, daß der dortige Ortspfarrer, ein wahrer Menschenfreund, von der Kanzel herab diese Sali Rudolf zur Unterstützung wärmstens empfohlen hat und deren hohes, seltenes Alter als Gotteswunder pries und zur Duldung und Nächstenliebe aufforderte. Ich habe eine Collecte für diese arme Frau eröffnet und es fließen mir von Beamten Spenden für dieselbe zu. Ihr hochgeschätztes Blatt, das sich der größten Achtung und Beliebtheit erfreut, dessen Appell nie unerhört bleibt, würde durch Veröffentlichung dieser Thatsache sicher dazu beitragen, dieser armen blinden Frau zu helfen. Ich bin gerne bereit, die Spenden auzunehmen und selbe an die Frau derart zu leiten, damit für die Arme gesorgt wird. Der Löblichen Redaction im Voraus herzlichst und ergebenst dankend, bin ich gerne bereit, stets dienlich zu sein, und zeichne hochachtungsvollst ergebenst Adolf Oppenheimer, Inhaber der Firma A. Rosenthal. Schöllschitz. (Spende.) Aus Anlaß des Berichtes über Herrn Franz R. v. Felbing er ist dem 78jährigen, blinden G. Sulzer in Schöllschitz von Herrn Simon Hauser in Brünn, Franzensderggasse 4, ein Betrag von fl. 22.20 zugekommen. Krakau, 22. October. (Neuer Verein für arme Schulkinder in Krakau „Pomoc szkolua".) Am 14. October d. I. fand in den Localitäten des Krakauer Credit-Vereines die erste Generalversammlung des Vereines für arme Schulkinder mosaischer Confession unter Vorsitz der in Krakauer-Kreisen geschätzten Lehrerin, Fräulein Amelie Reichmann, statt. Der Verein, welcher seine Entstehung der Initiative und den fast zwei Jahre andauernden, energischen Bestrebungen des Fräuleins Helene Rapoport verdankt, setzt sich als Ziel, arme, die öffentlichen Schulen in Krakau besuchende israelitische Mädchen mit Schulbüchern und anderen Schulutensilien zu versorgen und außerdem aus ältere, dem Schulalter und der Schulpflicht schon entwachsene, im Handel oder Gewerbe beschäftigte jüdische Mädchen durch wohtgewählte, systematische, nützliche und anregende Lectüre auch nach Beendigung der Volksschule in pädagogischer und moralischer Beziehung noch weiter einzuwirken. Das Statut des Vereines wurde von der Statthalterei in Lemberg, mit Bescheid vom 27. Mai 1894, Z. 41865, zur Kenntniß genommen und schon zählt der Verein unter seine Mitglieder die geachtetsten jüdischen Familien Krakaus. Nach Entgegennahme des Berichtes der Vorsitzenden und der Controls-Commission, aus dem hervorging, daß der Verein sofort im ersten Jahre der Existenz und sogar noch vor Anfang seiner amtlichen Wirksamkeit seine Thätigkeit schon auf 130 Schulkinder und 150 ältere Mädchen ausbreitete, hat die Generalversammlung der derzeitigen Cassterin, Tochter des Cultus-Präsidenten Dr. Horowitz, Fräulein Olga Horowitz, für die musterhafte Buchführung, und der Bibliothekarin, Fräulein Helene Rapoport, für ihre eifrige, zielbewußte und erfolgreiche Thätigkeit, vor und nach der Gründung des Vereines, den Dank votirt. Aus den vorgenommenen Wahlen gingen hervor: Fräulein Amelie R e i ch m a n n als Vorsitzende, Fräulein Johanna Herz als deren Stellvertreterin, das energische Fräulein Celestine Rosenberg als Secretärin, Fräulein Olga Horowitz als Cassierin und Fräulein Helene Rapoport als Bibliothekarin. Außerdem wurde der Ausschuß und zum Controlor des Vereines Dr. Josef Stein berg gewählt. J. 8. Neubydzow. Zum Nachfolger des Herrn Rabbiners Doctor A. Löwy in Suczawa wurde Herr Doctor Felix Kanter aus Georgenburg in Rußland, ein noch junger Mann, in der am 3. d. M. stattgefundenen Generalversammlung der israelitischen Cultusgemeinde einstimmig zum Rabbiner und Prediger gewählt. Die in den eben verflossenen Feiertagen von demselben gehaltenen Reden zählten sowohl der Form als auch dem Inhalte nach zu den gediegensten Leistungen dieser Art. Da auch anzunehmen ist, daß Herr Rabbiner Dr. Kanter den anderen Obliegenheiten mit gleichem Eifer und gleicher Liede Nachkommen und den religiösen Sinn in der Gemeinde kräftig fördern wird, so ist die Annahme wohl berechtigt, daß die Cultusgemeinde mit dessen Wahl eine vor-, zügliche Acquisition machte. X—Y. Leipnik. In Trencsin entschlief die.wohlthätige, fromme, edle Frau Clara Tauber. Sie wurde nach Leipnik überführt, damit sie auf dem alten Friedhofe an der Seite ihres berühmten Mannes, Jsak Tauber, ruhe. Außergewöhnlich war die Betheiligung aus allen Kreisen und es waren auch Deputationen fremder Gemeinden erschienen. Die Trauergesänge trug Herr Cantor Stössel weihevoll vor. Der Sohn der Verblichenen, Herr Alfred Tauber, Cantor in Wien, recitirte in ergreifender Weise das bazar tomim. Se. Ehrw. Herr Dr. Jacob Tauber aus Prerau widmete dieser Priesterin im Dienste ihres Hauses, ihrer Familie und der Menschheit einen wohlverdienten, tiefempfundenen Nachruf. Hierauf hielt Se. Ehrw. Herr Dr. I. S p i r a, Rabbiner in Mähr.-Ostrau, eine Trauerrede, die einen überwältigenden Eindruck hervorbrachte. Am Grabe sprach Se. Ehrw. Herr Dr. F. H i l l e l, der Ortsrabbiner, das Gebet. Herr Dr. Tauber drückte noch tiefsinnige Abschiedsworte im Namen seiner Geschwister und der Leidtragenden aus und dankte seiner Heimatsgemeinde für die große Ehrung, die sie der verklärten Mutter zu Theil werden ließ. Nachod. (Trauung.) Dienstag den 6. November findet im isr. Tempel zu Budweis die Trauung des Herrn Gustav Schur von hier mit Fräulein Carla F a n t l aus Budweis statt. Krakau. Der Nummer 37 der hier erscheinenden hebräischen Wochenschrift „Hamagid“ ist wegen eines Artikels, in dem die Coalition besprochen wurde, von der k. k. Staatsanwaltschaft confiscirt worden. Die Redaction hat hiegegen Einspruch erhoben. Nakonitz. Der Hörer des hiesigen jüd.-theol. Seminars Herr Dr. Josef Bu rstyn, Sohn Sr. Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners Pinkas Burstyn in Sereth (Bukowina), wurde einstimmig zum Rabbiner und Prediger der israelitischen Cultusgemeinde Rakonitz (Böhmen), als Nachfolger Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. I. Rabbinowicz, gewählt. München, 21. October. Gestern, Sonnabend, starb hier Dr.Med. Max Perles, der ältere Sohn unseres im vorigen Jahre verstorbenen Rabbiners s. A. Derselbe hatte mit einer experimentellen Studie über das Solanin einen Preis der medicinischen Facultät gewonnen und gelangte 1890 zur Promotion an der hiesigen Universität. In Berlin hatte er zuerst im hygienischen Universitätsinstitut gewirkt. Sodann trat er bei der Hirschberg'schen Augenklinik als Assistent ein. Er veröffentlichte außer mehreren Beobachtungen über Krankheiten der Netzhaut, über Pigment-Staar bei Zucker-Harnruhr und über Allgemein-Jnfection vom Augeninnern aus mikroskopische Untersuchungen über die sogenannte perniciöse Anämie. Er stand erst im 28. Lebensjahre. Hannover, 12. October. Die hiesige Gemeinde hat am Rüsttage zum Versöhnungsfest durch das plötzliche Hinscheiden des im 64. Lebensjahre stehenden Herrn Commerclenrathes

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