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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-07-27 · 30 (27.7.1894) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
30 (27.7.1894)
Date
1894-07-27
Page
– (sequence 16)
Language
German
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©etu 590 Veverretchllche WochenptzrM Scr. 30 > t: :r t V-.!■:■; i'? \:r r--: r'’ t::; •H-' fr: daß ein solcher Priester damit dem ersten christlichen @ r u n b f a | „Liebe Deinen N ä ch st e n" verletzt, wenn er als Priester der „Religion der Liebe" statt Liebe Haß predigt, das merkt der dumme Michl natürlich n i ch t." — Unter Michl ist eben der Deutsche zu verstehen. — Herr Pfarrer Deckert — was sagen Die zu dieser aus eigenem Lager kommenden Annaglung. Notizen. „Equitable“, Lebensversicherungsgesellschast der Vereinigten Staaten. Die „Equitable“ publicirt jetzt den 34. Geschäftsbericht, welchem wir folgende wesentliche Daten entnehmen: Die Gesellschaft schloß im Jahre 1893 volle 1026 Mill. Kronen an neuen Versicherungen ab und erreichte Ende 1893 einen Versicherungsstand von 4662 Mill. Kronen. Die Prämieneinnahmen betrugen 177-7 Mill. Kronen, die Zinsen 32'3 Mill. Kronen, die Gesammteinnahmen 210 Mill. Kronen. Für die Actionäre entfiel wie alljährlich eine Dividende von nur 35.000 Kronen, während der ganz« Gewinn den Versicherten entweder baar ausgezablt oder gutgeschrieben wurde. Die Verwaltungskosten betrugen ZL'/z Mill. Kronen und zeigen eine sinkende Tendenz, so daß sie dermalen nur 18-3 Percent der Gesammteinnahmen betragen, während sie früher bei einem neuen Geschäfte von nur 1165 Mill. Kronen volle Li Percent der Gcsammteinnahmen in Anspruch nahmen. An die Versicherten wurde die er-, hebliche Summe von über 88 Mill. Kronen ausbezahlt, so daß seit Errichtung der Gesellschaft 968 Miu. Kronen an dieselben an Todesfallssummen, Dividenden, Aussteuern und Rückkäufen vergütet worben sind. Trotz dieser bedeutenden Zahlungen verblieb aus dem Geschäftsjahr 1893 ein Ueberschuß von 83 Mill. Kronen, welcher zur Vermehrung der Reserve und des Gewinstfonds diente, der jetzt die Höhe von 161 Mill. Krön, beträgtund sämmtliche Verpflichtungen der Gesellschaft mit 124Percent überdeckt. Das Vermögen betrug nach den statutarischen Abschreibungen von 3 Mill. Kronen Ende 1893 845 Mill. Kronen und war mit 114 Millionen in Hypotheken, 191 Millionen in Grundeigenthum, 430 Millionen in Effecten, 42 Millionen in Lombard und 35 Millionen in Barem und bei Banken angelegt, während der Cursgewinn, die rückständigen Miethen und Zinsen sowie die gestundeten Prämien 33 Mill. Kronen ausmachtcn. Der Zuwachs des Vermögens betrug 80 Mill. Kronen. Die Sterblichkeit war eine außerordentlich günstige, die Tontinenergebnisse lieferten sowohl für die 10-, als für die 15- und 20jährigen Tontinen recht befriedigende Ergebnisse. Insbesondere lieferten die Letzteren nebst dem Versicherungsschutze durch 20 Jahre am Ende der Periode bei der Ablebensperiode die Rückvergütung sämmtlicher Prämien und eine bescheidene Verzinsung, während selbe bei der Ablebensversicherung mit 20 Jahresprämien eine mittlere Verzinsung von 4 Percent, bei der 20jährigen Ab- und Erlebensversicherung eine solche von 6 Percent ergaben. Die bisherigen Erfahrungen bei der Halbtontine lassen ähnliche Ergebnisse erwarten, wenigstens haben die 10jährigen Halbtontinen, welche 1893 fällig wurden, in mancher Eombination bessere Resultate ergeben, als die Ganztontinen in den letzten Jahren. Auch das österreichische Geschäft befindet sich in steigender Bewegung. Das Neugeschäft betrug 8 Mill. Kronen und stieg der Versicherungsstand aufllL^/« Mill. Kronen. Die Gesammteinnahme betrug 1,277-000 Kronen und wurden an Todesfällen 257.000, an Dividenden, Rückkäufen und Leibrenten 36.000 Kronen, für Verwaltungskosten 286.000 Kronen verausgabt, so daß nach einer ausgiebigen Dotirung der Reserve ein Gewinn von 115.000 Kronen verblieb. Ausruf! lichkeit helfen wollten, sind bereits ihrer schwachen Kräfte erschöpft. Der intelligentere Theil der Stadt hat sich nun zu einem Rettungs¬ und Unterstützungs-Comits constituirt zu dem Zwecke, um die nöthigen Mittel aufzutreiben, die geeignet wären, so viele Hunderte, ja Tausende Personen vor Noch, Hunger, Verzweiflung, ja sogar vor dem wahrscheinlichen Tode zu schützen. Da aus eigenen Kräften nicht mehr die erforderlichen Mitteln aufgetrieben werden können, indem auch die Gemeinde- und Cultuscasse bereits aller Fonde entblößt ist, so hat das ehrfurchtsvoll gefertigte Comitä beschlossen, an die allgemein bekannte und gerühmte jüdische Mildthätigkeit und Mildherzigkeit zu appelliren. Juden! Brüder!! Glaubensgenossen!!! Die Noth ist hier unendlich groß, das Elend nicht zn beschreiben, darum rettet! helfet! und zwar rasch, bevor es zu spät ist! Die jüdische Nation hat sich stets in ihrer Bedrängniß groß gezeigt und durch das solidarische Zusammenhalten undnationalen Geist hat sie vermocht, Jahrhunderte hindurch der Verfolgung und der Anfeindung zu trotzen. Wollen Sie auch jetzt, Herren, Brüder und Glaubensgenossen Ihren armen von Unglück verfolgten und von der Epidemie heimgesuchten Mitbrüdern helfend unter die Arme greifen; wollen Sie uns irgend welche Mittel einsenden, damit wir die armen kranken und gebrochenen Gestalten vor Verzweiflung, Verhungerung und vor Kräfteverfall schützen. Die Beträge, die Euere Mildhätigkeit uns sicher zuwenden wird, werden gewiß Hunderte von Familien am Leben erhalten und vor dem Bettelstab schützen und Euere edle Handlungsweise wird Euere Mitbriider zum ewigen Danke und zum Festhalten an den religiösen Satzungen des Judenlhums veranlassen. Zeigt Ihr, Herren Glaubensgenossen, daß Euch das Schicksal Euerer Brüder auch im entferntesten Osten des Reiches angeht und schickt gütigst Unterstützungsbeiträge und Spenden zu Händen unseres Präsidenten Herrn Dr. Marek K r o n i k, Landes- und Gerichts- Advocaten in Tluste ein. Indem wir um die thunlichst rascheste Beschleunigung und Erledigung unserer ergebenen Bitte höflichst ansüchen, zeichnen wir Euere Milbrüder und Glaubensgenossen, Hochachtungsvoll für das Comiiä: Dr. Marek Kronik, Landes- und Gerichtsadvocat, Abraham Wolf Brecher, Präsidenten; Chaim Langholz, Kassierer; Nathan Samuel Wolfram, Elo Platzker, Controle Jsak Platzker senior, Kasriel Streusand, Ansschußmänner; Elias, Bjener, f. k. Steueramtsadjunct, Schriftführer. ' Concurs. Auf Grund des Ausschussbeschlusses vom 9. November 1893 wird hiemit der Concurs zur Besetzung des Postens eines Vorbeters der hierortl. Israel. Cultusgemeinde ausgeschrieben. Bewerber müssen österr. Staatsbürger sein, dürfen das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben, sollen musikalische Bildung haben, einen Knabenchor zu leiten im Stande und befähigt sein, bis auf weiters die, die Volksschule besuchenden Kinder mosaischer Confession in der Religion zu unterrichten. Die Stelle ist am 15. September 1894 anzutreten. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Freistadt, (Schlesien), 23. Juli 1894. Der Vorsteher: Dr. K o r n b I ü h. Für die hiesige Synagogen-Gemeinde werden tüchtige Chorsänger 2 hohe Tenöre, 1 tiefer Bass zum sofortigen Antritt gesucht. Monatsgehalt je nach den Leistungen, bis zur Höhe von 60 Mark. Musikalische Sänger wollen sich melden bei Ed. Birnbaum, Erster Cantor der Synagogen-Gemeinde Königsberg (Preussen), Weidendamm 17. Wie es Ihnen aus den öffentlichen Zeitungen gewiß bekannt ist, grassirt im Zaleszczyker Bezirke, woyin unser armes Städtchen T l n st e gehört, die Choleraepidemie und rafft dieselbe (zumeist eholera asiatica) täglich zahlreiche Opfer weg. Das Städtchen Tluste mit einer vorherrschenden jüdischen Bevölkerung von über 3000 Seelen, auch sonst arm und einzig auf den Zwischenhandel mit Rohproducten angewiesen, ist durch dieses Unglück, welches dasselbe heimgesucht hat, mit dem größten Theile seiner Einwohnerschaft, der größten Noth, dem tiefsten Elende und der schrecklichsten Verzweiflung preisgegeben. In Folge der immer mehr um sich greifenden Choleraepidemie, wurde unser Ort seitens der hohen Behörde laut Publication der „Neuen Freien Presse" d. i. seitens des hohen k. k. Ministeriums des Innern als Seuchenherd erklärt. Demzufolge wurden die umfassendsten Ausfuhrverbote angeordnet, die Wochenmärkte, welche bis nun die vornehmste, ja einzige Einnahmsquelle der Einwohnerschaft bildeten, aus unbestimmte Zeit geschloffen, ja sogar das Schlachthaus gesperrt. In Folge dieser gewiß nur zu billigenden behördlichen Verfügungen und prophylaktischen Maßregeln sieht sich der größte Theil der Einwohnerschaft dieses Städtchens der einzigen Einnahmsquelle entäußert. und in oer ganzen Stadt sieht man vor Kummer, Schreck und Entbehrung mit Todesbläße bedeckte Gesichter und vor Entkräftung und Schwäche zitternde und taumelnde Gestalten unsicher in der großen hier Herr-. schenden Sonnengluth sich Herumschleppen. In dieser allgemeinen Noth und großen Bedrängniß sieht sich die Einwohnerschaft der Stadt derzeit vergebens nach irgend welcher Rettung und Hilfe um. Die wenigen besser situirten Bewohner der Stadt, die gerne nach Mögj lm Claviersalon kann auch geübt werden. Neue und überspielte Claviere in vorzüglichster Qualität werden billigst verkauft u. vermiethet J. SAPHIRs Clavierverkaufsu. Leihanstalt H., Praterstrasse 23. Telephon für Stimmungen 4608. Verantwort!. Redacteur: Albert Kohn. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VIIL, Lerchenfelderstraße 46. (Telephon 3288.) ■ gM« UM '»WCT

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