Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 28 (13.7.1894)
- Date
- 1894-07-13
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 558 Oryrrrrichifche Wochenschrift Nr. 26 Briefkasten. Au unsere Freunde.' Für zahlreiche und l i e b e u s w ü r d i g e Glückwünsche anläßlich des günstigen Ausganges unserer l etzt en E i n sp r uch s v e rh a n d l u n g sagen w ir v erbt n d l i ch e n D a n f. Herrn Moritz Gldm. in Wad. Noch kannte ich Niemanden, dem die Moral so theuer gewesen wäre, als es jedem Bergani-Knecht Schweiggelver sind. — Glauben Sie nicht, daß auf diesen Herrn Börne's Worte passen würden? „Die einzigeArt, zu betrügen, die zuweilen noch Erfolg hat, ist — offenherzig zu sein." Frau Charl. Kr. in W. Hm, nicht so ohncweiters richtig. Jener crasse Egoismus, den wir bei unseren — ist das Wort „Gegner" für diese Horde nickt zu vornehm? — rohen Feinden wahrnehmen, wird eben durch die Gesittung nicht vernichtet. Das Gefühl der Selbstsucht rettet sich nur unter dem Schleier des Patriotismus, um sich da ohne Scheu geltend zu machen. Herrn Dr. Rud. H« Obgleich Berga»! — was gilt die Wette? — gewiß nicht weiß, wer und was Euripides war, so läßt er sich doch von dessen Sentenz leiten: „Willst Du gedeihen bei der Welt? — Mach', daß sie glaubt, Du seist ein ehrlicher Mann, und dann Ihn, was Du willst" — d. h. nimm Pauschalien auch aus jüdischen Händen. Frau Olga B. in Preßb. Warum nicht? Dies erklärt sich leicht: Ehrlich währt am längsten — um ans Ziel zu kommen; krumme Pfade sind eben kürzer. Nach dieser Maxime lassen sich eben alle Häuptlinge der antisemitischen Horden leiten. Herrn Pastor S. in St. Ganz wahr, Goethe hat dergleichen Individuen ganz richtig gezeichnet, indem er einem solchen Maulhelden die Worte in den Mund legt: „Ich sinde nichts vernünftiger, als von der Thorheit Anderer zu leben." — Und nur Dummköpfe vermögen es auch, Eintrittsgelder zu zahlen, um blöde Worte zu hören. Frau Baronin v. St. Ihr Herr Gemahl hat nicht so Unrecht. Diese Abneigung gegen die Aristokratie theilten Biele, selbst von hohem Adel, wie z. B. auch Graf Sieges. Der so hoch conservativ gesinnte und berühmte Geschichtsschreiber Berthold Georg Niebuhr schlug gleichfalls die ihm angebvtene Erhebung in den Adelsstand aus; er fürchtete, „dadurch in Wahrheit erniedrigt zu werden". Kein Judenknecht, noch weniger aber ein Verganiknecht. L-ollte mail diesen haltlosen Borwurf auch in einem längeren Artikel sachlich widerlegen, was hülfe es? „Gegen Dummheit kämpfen eben Götter selbst vergebens!" Wäre dem so und thatsächlich der Jude Schuld an der Misere der wirthschastlichen Verhältnisse, woher rührt es nun, daß z. B. Spanien in volkswirthschafrlicher Beziehung auf derselben Stufe sich befindet, wie die süd- und centralamerikanischen Republiken, in welchen Ländern der Jude, gleichwie in Belgien und in England, so gar keinen Einfluß besitzt? — Oder fallen die gegenwärtig so überaus tristen öconomischen Verhältnisse in den „Vereinigten Staaten von Nordamerika" auch den Juden zur Last? Sie sehen also, es gibt nichts Widersinnigeres als die Behauptung: „Volkswirthschaftliche Grundsätze erzeugten den Antisemitismus". Herrn K. L—g., Innere Stadt. Zum Tbeil mögen Sie ja Recht haben. Allein, jeder Mensch wird so behandelt, wie er es selbst verdient; und wir verdienen keine andere Behandlung, wenn wir uns die gefallen lassen, die uns zu Theil wird. Herrn Dan. Lewy in Brody. Als „Phyllorera des Antisemitismus" wurde Vergani seinerzeit von seinem Mitarbeiter Hron bezeichnet, also von einem Manne, der ihn doch gewiß kannte; Wolf der Herausgeber der „Ostd. Rundschau" und gleichfalls ein ehemaliger Mitarbeiter des Blattes der „Vergani-Moral", nannte ihn gar „Galgen-Candidat". — Nicht wahr, zwei schöne Ehrentitel für diese „zaubergewaltige Erscheinung?" Dr. Th. P—k in Wien. Ihre und Ihrer Freunde Zustimmung ist uns werthvoll; mit Worten allein ist nicht geholskU. Wir müssen. Alle, wie ein Mann, das sogenannte Witz(?)-Blatt „Kikeriki", in welchem wir gemeinen Angriffen ausgesetzt sind, perhorresciren. Das ist ein Act der Nothwchr. „Kik eriki" — hinaus!! Frau S;—off, Kiew. Wir können Ihnen das „Hotel Europe" des wohlrenommirten Herrn Winternitz in Wien anempfehlen und über angefragten Punkt aus eigener Erfahrung die beste Auskunft ertheilen. Das Hotel wird einerseits in hochmodernem Stile geleitet, bietet allen Comfort der Neuzeit, wie man ihn von einem Hause ersten Ranges verlangen darf, andererseits findet selbst ein scrupolöses, religiöses Gewissen gar keine Ursache, sich zu beunruhigen. Die Preise sind' civile. S. K. in W 11. Tamus 5599 — 23. Juni 1839. Ewen in B. Danke. Aber überflüssig. Dr. G. Ein jüdischer „Fechter-Verein" ist eine gute Idee. Auch ein biblisches Gebot: II. Sam. I, 18 „Und es sprach David, daß man die Söhne Jehuda's den Bogen lehre." Es imponirt eine gut geführte Klinge mehr, als eine noch so spitze Feder. A. R. in Mäyr.-Ostran. Ihr Abonnement ist jetzt bis Ende Dezember l. I. bezahlt. Herrn C. I. T., absolvirter Nechtshörer bei der statt,'t. Abtheilung. Der Satz findet sich: Sprüche Salomonis Cap. 16, Vers 12. Für die israelitische Ferieneolouie sind uns von Dr Marcell H o f f m a n n in Wien fl. 3.— zugekommen. W. Doctor Rosen bäum ist Mitglied dec israelitischen Cultusgemeinde Wien. Dr. R. in R. Solche Stipendien bestehen in geringer Zahl und zunächst blos für die Angehörigen der Stifter. Breslau. Die Angefragten sind Juden. M. S. in St. Die Novelle erschien bereits vor zwei Jahren in der „Oesterreichischen Wochenschrift". Den Bettelbrief zum Kirchenbau in Gieshübl bei Brunn a./G. hätte man einfach bei Seite legen sollen. Erst nimmt man von den Juden das Geld zum Bau einer Kirche und dann werden diese selben Juden in derselben Kirche geschmäht und geschimpft, wie die Geschichte des Kirchenbäues in Weinhaus beweist. Herrn Oswald L. in Agram. Um im Jargon und der eleganten Ausdrucksweise des Grafen Taaffe zu reden, so hat der „schäbigste Jud'" noch immer mehr Ehre und Feingefühl im Leibe, als die Firma „Vergani, Schneider u. Comp." zusammengenommen. Herrn Alexius A. in Thumaes. Nach einer gewissen Richtung ist es auch ganz richtig, daß das Judenthum als solches so gar keine Ursache hat, sich der Socialdemokratie feindselig gegenüber zu stellen; nicht nur, daß beide nur dann Hoffnung haben, sich voll und ganz zur Geltung zu bringen, wenn die Menschheit die entsprechende Stufe der Civilisation erlangt hat, darf man auch nicht vergessen, daß die Socialdemokratie wohl das Capital als solches, aber niemals i.auch die individuellen Träger desselben, zum Unterschiede der Antisemiten und der Christlich-Socialen, die n u r das in jüdischen Händen befindliche Capital anfeinden. Musikalisch gebildete Tenoristen u. Bassisten mit schönen Stimmen werden dauernd als Quartettsänger angestellt bei F. S. Jurberger, Obercantor, Wien, XV. Bezirk, Turnergasse Nr. 22. ^_M Wichtig für Synagogen-Besucher minn bp '''tri er gründliche Bibel - Erklärer Kaschi zur Thora, vollständig ins Deutsche übersetzt sammt Bibelurtexi in einem Bande. Diesem Werke stehen die Empfehlungen erster Autoritäten zur Sette. Frühere Auflage, 5000 Exemplare, vergriffen. Billige Ausgabe 2 fl. Selbstverlag: Julius Deffauer Budapest, Waitznerboulevard Nr. 22. Türkenlose. Billigstes europäisches Los, Grösste Gewinnstchancen. 6 Ziehungen jährlich. Kein Verlust hei der Auslosung mit dem geringsten Treffer. Genau zum jeweiligen Tagescourse erhältlich und zum Ankäufe bestens empfohlen durch das i i i i i Bank- und Wechselhaus n?BTJND Sz COMP. Wien, I., Schottenring lir. I (Hotel de France). 1 i ♦ i ♦ i ♦ i ♦ I V I i i i Verantwort!. Redacteur: Albert Kohn. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VIII.» Lerchenfelderstraße 46. (Telephon 3288.)