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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-05-25 · 21 (25.5.1894) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
21 (25.5.1894)
Date
1894-05-25
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Sttte 422 Oestrrrrichifche Wochrnfchrist Nr. 21 Stehen bei der Wahrheit, wird aber mit dem Los eines Socrates, Johann Huß, Galilei und anderer Märtyrer belchnt. Nach diesen Scharmützeln mit seinen Gegnern endigt Herr Amital seine Studie mit Worten des Friedens und der Eintracht und hofft auf eine Vereinigung aller Bekenntnisse in einer Zeit der allgemeinen Liebe und Brüderlichkeit. Briefkasten. Herrn Alexius in Brody. Lassen Sie doch „Ehren-Vergani" in seinem Sudelblatte schreiben, was er will. — Kann der Mond was dafür, wenn ihn der Hund anbellt? Fräulein Emmy in Wien. Ai 1) Ja, Sie charakterisieren Schubert ganz richtig, wenn Sie ihn im Gegensätze zu dem „Himmelsstürmer" Beethoven als den Minnesänger bezeichnen: Auch der unglückliche Lenau zog einen ähnlichen Vergleich. „Schubert", sagte er „ist warmblütig; seine Lieder zeigen eine sentimentale Verliebtheit, während in Beethoven Alles idealisirt wird, die Liebe so wie der Schmerz. Es ist oft, als ob er die Welt austheilt, wenn man seine Musik hört." — Ad 2) „Die Musik ist der Schlüssel zum Herzen" rührt von Seume her. - Herrn Emil Brandt, hier. Lächerlich! Wer wird denn nitt Kanonen auf Spatzen ä 1a Schneider, Kaiser und Consorten schießen? — Sind diese „Herren" (?) es werth, daß ein denkender Mensch sich mit ihnen beschäftiget? „?!" in Sadagora. Sie wundern sich dessen, daß der Pfarrer Dr. Deckert seitens der Behörde ungescheut Hetze» darf? — Wir nicht, da wir wissen, daß die Staatsgewalt doch nur immer der politische Ausdruck der jeweilig herrschenden Classen ist und ihre Natur nur dann ändert, wenn eine andere Classe zur Herrschaft kommt, und nur in dem Grade, als dies der Fall ist. Heine-Verehrer in Lemberg. Heine wurde sowohl als „die Spottdrossel des Deutschen Dichterwaldes" als auch als „ungezogener Liebling der Grazien und der schönen Frauen bezeichnet". — Ob sein Denkmal zu Stande kommt? — Herr, das wissen die Götter, die Allwissenden nicht! — Doch, im Vertrauen gesagt, die Schande trifft nur das Volk der Denker und der Dichter; traurig genug, daß dessen blindwüthender Haß das Dioskurenpaar am literarischen Himmel, Börne und Heine nicht verstehen will oder kann. „Willst Du den Dichter verstehen. So mußt Du in des Dichters Lande geh'»." Anonymus in B und Anderen, die sich gleicherweise benehmen' Sie sind ein doppelter Feigling. Nicht nur nicht, daß Sie als ein „Teutone", der Sie sein wollen, sich nicht schämen, aus dem tückischen Hinterhalt der Anonymität, das Gift der Verleumdung zu verspritzen, auch nach den Worten Bismarck's, der da sagte: „Das antisemitische Geheul gegendie Juden i st eine Feigheit.'" „Schachfreund" in Lemberg. Sie wundern sich dessen? — Wer zu den besseren Schachspielern zählt, der weiß, daß das bessere Spiel nur in der weiter gehenden Eombination der möglichen Varianten besteht und immer sehr anstrengend ist. 'Man kann es daher durchaus nrcht für Zufall halten, wenn die besten Spieler unstreitig die Juden sind. „Unverständlich". Was wollen Sie? Gegen die Dummheit der Verganis, der Jedlickas und Consorten kämpfen Götter selbst vergebens! Dadurch, daß die Handwerkerclasse in ihrer socialen Kritik nicht bis auf die letzten Wurzeln der modernen Productiousweise vorzndringen vermag, sieht sie nur Personen da, wo Sachen zu sehen sind, und ist blind gegen die Gleichheit der Interessen christlicher und jüdischer Capitalisten ihr gegenüber. Die Handwerkerclasse richtet den Kampf bald gegen die Religion, bald gegen die Rasse, bald gegen das Capital und übersieht dabei, daß der Capitalismus selbst über Religion und Nationalität hinwegspringt und stets dort nimmt, wo etwa, zu holen ist. „-" in Lemberg. Wir beantworten Ihre Frage lieber französisch: „kartout oü le eorps se livre avant que le coeur se donne il y a Prostitution; et tont mariage saus arnour est la Prostitution consacrö.“ Herrn Baron.in Prag. Wozu? — Pfarrer Deckert hat nicht umsonst die Worte Mephistophele's zur Richtschnur seiner Predigten genommen: „Es war die Art zu allen Zeilen, Durch Drei und Eins, und Eins und Drei Jrrthum statt Wahrheit zu verbreiten, So schwätzt und lehrt man ungestört." Aber auch wir beherzigen die weiteren Worte desselben und antworten Ihnen: „Wer will sich mit diesen Narren befassen?" K. L. in Reichenberg. Wir beantworten Ihnen Ihre Frage indirecte durch folgende historisch beglaubigte Erzählung: „Als der sranz. Minister Necker an den Bischof von Clermont mit dem Ersuchen herantrat, ihm behilflich zu sein, behufs Ordnung der Slaatsfinanzen auch den' Clerus zur Steuerleistung heranzuziehen, gab ihm dieser zur Antwort: Monsieur, seit jeher ist es so eingerichtet gewesen, daß das Volk und der Bürger dem Staate die Steuern, der Adel das Blut und der Clerus die Gebete geben." Sapienti sat." Kohn in Czernowitz. Die I n d n c t i o n ist jene Denkmethode, wo aus einer großen Reihe einzelner Beobachtungen allgemeine Schlüsse gezogen und Gesetze formulirt werden, während die Deduktion a priori, d. h. aus Vernunft- und nicht aus Erfahrungsgründen Principien aufstellt, deren Richtigkeit sie durch Herabsteigen vom Allgemeinen ins Einzelne nachzuweisen sucht. Fräulein Ella. Bedauem recht herzlich, allein Sie haben Ihre Wette verloren. „Du schmeichelst süß, doch Liebste schmeichelst Du" — mit welchem wir gleichzeitig Ihr so liebes Schreiben dankend quiltiren, läßt Grillparzer SaPpho zu Melitta sagen. „Christlicher Handwerker, der auch dem Juden nicht Unrecht thun will." Aber gar keine Idee! Die Arbeit war und ist auch bei den Juden Pflicht. So heißt es s. B. im Talmud: „Wenn Jemand seinem Sohne kein Handwerk lehrt, so ist es so gut, als ob er ihm Straßenräuberei lehren ließe." Und ein anderer Spruch aus dem Talnmd sagt: „Größer ist der, welcher durch Arbeit seinen Lebensunterhalt erwirbt, als der, welcher Gott fürchtet." L. Obstgarten, Staremiasto. Die Statuten müssen von dem Vorstande vorgelegt werden; die Frist im Sinne des § 29 ist bis heute noch nicht festgesetzt worden. H. W. Diese Bettelei des Pfarrers von Holleschau haben wir in der „Oesterreichischen Wochenschrift" wiederholt erwähnt. Erklärung. Um verschiedenen unrichtigen Auffassungen seitens des Publicums und andererseits den Ausstreuungen der Concurrenz entgegenzutreten, wird hiemit erklärt: Die Firma D. Fricdrnann, Juwelier, Wien, Rothenthurmstraste 9 (gegründet 1874), verkauft wegen gänzlicher Geschäftszurülklegung — nicht zu verwechseln mit sogenannten Uebersiedlungs- oder Umgestaltungs-Ausverkäufen — ihr Lager von Juwelen. Gold- und Silberwaaren und Taschenuhren vollständig zum Kostenpreise und theilweise — bis zu 30 Percent — unter demselben aus. Durch diese öffentliche.Erklärung dürfte das k. T. Publicum die Ueberzengung gewinnen, daß der in Rede stehende Ausverkauf ein durchaus reeller ist und mit dem, was sich sonst unter dem Namen „Ausverkauf" mit Recht keines zu günstigen Rufes erfreut, nichts weiter als den Namen gemein hat. CONCURS. Bei der israel. Cultusgemeinde in Hotte kommt mit dem 1. September 1894 die Stelle eines geschulten Canion und Koreh der zugleich geprüfter Volks Schullehrer sein muss (womöglichst Schochet,um im Bedarfsfälle ausüben zu können) zur Besetzung. Mit diesem Posten ist ein jährlicher Gehalt von fl. 600 nebst freier -Wohnung und üblichen Emolumenten verbunden. Bewerber, welche der böhmischen Sprache auch mächtig sein müssen, haben ihre Gesuche mit Nachweis der Befähigung, Alter und Familienstand bis 25. Mai 1894 an den CultusVorstand zu richten. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Hofic (Böhmen), am 4. Mai 1894. Der Cultusvorstand Josef Müller. s. TJT/Livra.*Jisr G-log-gmitz; _ 9 am Fasse d. Semmering empfiehlt seine seit 16 Jahren bestehende streng -TO Restauration -iTO den geehrten P. T. Reisenden und Sommerparteien, beste Küche, bei annehmbaren Preisen. Versandt von Geflügel und Fleisch nach Payerbach und Reichenau. W anzenvertilgung! S Wenn Sie sich die tägliche mühevolle Arbeit ersparen O und die Wanzen sammt Brut los haben wollen, so bitte wenden Sie sich nur an { Ph. Sch w arzthal S behördl. geprüft. Insecten-Verlilger 3 Wien, II., Kleine SehifFgusse 4.? Sämmtliclie Wanzen sammt Brut, wenn sie noch so G tief in den Wänden und Möbeln darin stecken, werden in einigen Stunden gründlichst vertilgt, gehe auch in die Provinz. Verantwort!. Redactenr: Albert Kohn. — Druck von L. Beck & Söhn, Wien, VIII., Lerchenfelderstraße 46. (Telephon 3288.)

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