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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-03-30 · 13 (30.3.1894) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
13 (30.3.1894)
Date
1894-03-30
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 13 Vesterreichlsche Wochrnfchrtst Seite 365 und deshalb schickten sie dieselbe auf dem Rücken einer Kuh in die Wüste. Die verzweifelten Israeliten baten nun ihren Propheten Samuel, daß er ihnen einen König und Heerführer ernenne. Nachdem sie zugesagt, in Gottes Wegen zu wandeln, erschien der Engel Gabriel und reichte dem Propheten einen langen Stab, indem er sprach: „Wer wie dieser Stab das ganze Volk überragt, soll nach Gottes Rathschluß König über Israel sein." Eines Tages entlief einem armen Hirten Namens Saulein Rind. Sein Herr schickte ihn zu Samuel, damit dieser ihm zur Wiedererlangung des Verlustes verhelfe. Als er zu Samuel kam, fiel diesem die Körpergröße desselben auf, er fand, daß Saul der Länge des Stockes gleichkomme, und sprach zum Volke: „Das ist der vom Herrn zu Eurem König Auserkorene." Während das über diese Wahl wegen der niedrigen Stellung Sauls unwillige Volk darüber stritt, kam die von den Amalekitern in. die Wüste ausgesandte Kuh mit der heiligen Lade auf ihrem Rücken in.das israelitische Lager und fiel vor Saul in die Knie. Da brach das Volk in Jubel aus und rief: „Das ist ein Zeichen Gottes; es lebe der König Saul." Saul fiel in einer Schlacht wider die Amalekiter; seine zwei Söhne, Brachia und Jeremias, erwarben sich später im Heere des Königs David durch ihren Muth großen Ruhm. Brachia nannte seinen Sohn „Afgahan" und Jeremias den seinigen „Usbag". Äfgahan ein gewaltiger Kriegsheld, wollte sich den Befehlen des Königs Salomo nicht beugen, verließ sein Vaterland, um sich und seinen Nachkommen ein neues Reich zu gründen. In den Gebirgen östlich von Persien siedelte er sich an, gründete einen Staat und nannte sich „Leu me]ik Talnt" (Sohn des Königs Saul). Seine Nachkommen vermehrten sich sehr schnell, eroberten Grenzländer, bauten Burgen und Festungen und nannten sich „Leui melik Talnt", dem Lande aber gaben sie den Namen Afghanistan nach ihrem Urahn Afgahan." * * In den Zwanziger-Jahren dieses Jahrhunderts forderte die Landesregierung des damaligen Herzogthums Nassau die dortigen Juden auf, sich Familiennamen beizulegen, und es erging dieserhalb eine allgemeine Verfügung an die 28 Aemter des Landes, besonders auch an den Amtmann Freiherrn von Schütz zu Rüdesheim. Nachdem vier Wochen verstrichen waren, erkundigte sich dieser bei seinen zwei Accessisten (so hießen Referendar und Assessor in Nassau), ob die „Juden-Angelegenheit" erledigt und 'die Vorlage reif für hie Landesregierung sei. Beide Amtsgehilfen bestätigten ihm, daß alle Juden im Amtsbezirk nunmehr Familiennamen sich beigelegt haben, blos einer sei noch im Rückstand und dieser wolle nur dem Herrn Amtmann selbst nähere Erklärung abgeben. Der anwesende Landjäger, so hieß der nassauische Gendarm, erhielt nunmehr den Auftrag, den ^uden Salomon aus Preßberg nächsten Mittwoch vorzuführen. Der Mittwoch erschien und mit ihm Jude und Landjäger. Ersterer gab die Erklärung ab, daß ein Familienname für ihn und seine Nachkommen überaus wichtig sei und er die Sache sich reiflich überlegen müsse; nach langem Nachdenken habe er endlich einen passenden Namen gefunden, doch zweifle. er sehr, daß der Herr Amtmann damit einverstanden, sei. Dieser bemerkte ihm, er könne Sonnenschein oder Mond sich nennen, vielleicht sei auch der Name Rothschild schön. Salomon fand die Namen aber nicht passend und erklärte schließlich, er könne sich nicht Rothschild nennen, weil er nicht reich genug sei, und fürchte, bei der Steuerveranlagung mit dem Frankfurter Glaubensgenossen verwechselt zu werden. Die Geduld des Amtspersonals war nunmehr erschöpft, und es wurde dem Salomon amtlich eröffnet, daß er nach Ablauf einer Viertelstunde von amtswegen einen Familiennamen erhalten werde und in Zukunft 'wahrscheinlich Lumpacius hieße. Salomon fand im Allgemeinen Gefallen an dem Namen, meinte aber nach einigem Nachdenken, es gehe doch nicht damit,' weil die Leute die schöne Endung vergessen würden und ihn einfach Lump nennen würden; mit einem solchen Namen könne er aber unmöglich Handelsgeschäfte treiben. Nach Ablauf der gestellten Frist ganz in die Enge getrieben, erklärte Salomon sich nunmehr endlich bereit, den verlangten Namen zu Protokoll zu geben, nur müsse der Herr Amtmann ihm vorher erklären, daß er nichts dagegen habe. Dieser gab die gewünschte Erklärung ab und bedeutete, anderweit beschäftigt, es sei ihm ganz egal, wie Salomon sich nennen wolle. Dieser, sichtlich erfreut, räusperte sich und erklärte'dem Amtmann, er wolle sich in Zukunft wie er — Freiherr von Schütz nennen. Wochrnkalrnder. Weadar 5654. — März-April 1894. Freitag 22 j 301 E. d. N. 7*' 3 8-» Samstag 23. 31 Sabb. Parah Sonntag 24 ll Montag 25!! 2 Dienstag 26 3i Mittwoch 27: 4 Donnerstag 28 5 Freitag 29!! 6!! (Berlosungsverlust.) Am 2. April finden die Ziehungen der Wiener Communal-, Theiß- und Rudolf-Lose, sowie anderer Obligationen statt, deren Verlosung mit dem kleinsten Treffer, beziehungsweise Nominalbeträge bedeutende Verluste verursacht. Die Versicherung gegen diese Verluste übernimmt die Central-Depositencaffe und Wechselstube des Wiener Bankverein, wobei dem Anmelder die Wahl freisteht, den eventuellen Schadenersatz durch Stücke-Umtausch oder Baarzahlung zu bedingen. Näheres im heutigen Inserate der genannten Wechselstube. Concurs. Bei dem gefertigten Bethausverein gelangt die Stelle eines Vorbrters und Lehrers welcher zugleich Schochet, Bodek und Koreh sein muß, zur sofortigen Besetzung. §as Jahreseinkomuen betrögt fl. 450 nebst freier Wohnung. Bewerber, welche nicht über 40 Jahre alt find, haben ihre Gesuche und Zeugnisse ihrer bisherigen Wirksamkeit nebst Angabe ihres Familienstandes bis 10. April d. I. anher einzusenden. Reflectanten, welche nach modernem Ritus vorbeten können, erhalten den Vorzug. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Frendenthal, 20. März 1894. Bethausverein Freudenthal Der Vorstand: Max Bert. Concurs. In der Israel. Cultusgemeinde Neubitschow (Böhmen ist die Stelle eines Gemeindedieners, der zugleich Koreh und Schochet sein muß, zu besetzen. Gehalt fl. 240 nebst üblichen Emolumenten. Bewerber, welche das 45. Lebensjahr nicht überschritten haben, wollen ihre Gesuche an den Vorstand bis 15. April richten. Reisespesen werden nur an den Acceptirten vergütet. Neubitschow, im März 1894. Der Vorstand der Israel. Cultusgemeinde. Gebetstunden in den Bethäusern der Gnltusgemeinde. Freitag den 30. März 1894 Abends 6Y8 Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr. — Samstag Mincha 33/t Uhr. Von Sonntag den I. April 1894 bis Freitag den 6. April 1894 Morgengottesdienst 6 V2 Uhr. — Abendgottesdienst 6 7» Uhr. 1^3 Einkehr-G asthaus Wien, II., Stefaniestrasse 13 empfiehlt den P. T. Reisenden schön eingerichtete Passagierzimmer zu massigen Preisen. Fremdenzimmer mit 2 Betten zum Preise von fl. 1.20 summt Service. — Anerkannt gute Küche und echte Getränke. Massiges Monats-Abonnement. Hochachtungsvoll Hermann Zwilling.

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