Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 5 (2.2.1894)
- Date
- 1894-02-02
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 98 Oesterreichifttze Wochenschrift Nr. 5 bei den Ausführungen über das Chanucka-Fest (Seite 50), ferner eine Erwähnung, daß die Samaritaner Einschiebungen an der Bibel Vornahmen (Leite 25). Einige Paragraphe erscheinen in der neuen Auflage abgerundeter und in besserer Anordnung, z. B. §§ 36 und 37. Kleine Druckfehler, welche sich in die erste Auflage eingeschlichen halten, find verschwunden. Dank verdient der Verfasser, daß er auch den Bewegungen, von denen das jüdische Geistesleben in der Gegenwart erfüllt ist, ausführliche Darstellung gewährt und in ruhiger objektiver Weise die Motive der verschiedenen Richtungen dem Verständnisse nahe bringt. Ueberall ist der vornehme Ton eingehalten. aus jedem Satze spricht der abgeklärte Geist des Forschers, aus jeder Zeile dringt der warme gemüthvolle Ton des berufenen Lehrers, dem sein Gegen-, stand innerste Herzenssache ist. Diese Wärme theilt sich dem Leser mit, und darum ist dieses Buch auch so recht geeignet zum Haus- und Familienbuche fiir Jene, die aus der einen oder anderen Ursache einem umfangreichen Geschichtswerke fernbleiben müssen und die Geschichte der Juden kennen lernen wollen oder vielmehr sollen. Verfehlt ist leider das Capitel 355. (Politische Stellung und Culturverhältnisse der Juden Oesterreichs seit 1848). Es bietet nicht -ein verkleinertes Bild der Wirklichkeit, sondern einzelne verzerrte Züge. Vom ungarischen Judenthum weiß der Verfasser keinen einzigen Namen zu nennen; historisch erwähnenswerth ist ihm weder Josef Wertheimer oder Ignaz Kn ran da, noch der Proceß contra Brunner oder der contra Rohling — wohl aber die Berufung des Dr. Schwarz zum Direktor der israel.-theol. Lehranstalt in Wien. In besonderer Anerkennung sei der Vermehrung von 104 Seiten Anhang gedacht, durch welche, weil sie Proben der jüdischen Literatur vom Abschlüße des Canons bis auf die Gegenwart bringt die jüdische Geschichte erst ihr rechtes Colorit erhält. Denn nur mittelst der Beispiele gelingt es, einen Schriftsteller' oder ein Schriftwerk bekannt zu machen. Mehr als seitenlange Erläuterungen erklären einige' Mischna's das Wesen derselben, ja die Beispiele verdeutlichen erst die gegebene Darstellung. Jeder Religionslehrer weist aus Erfahrung, daß er Gabirol, Jehuda ha Lewy und die anderen Dichter nur durch Vorlesen einiger ihrer Gedichte dem Verständnisse der Schüler nahe bringen konnte und daß er jeden Unterschied zwischen Bachia's „Herzenspflichten", Jehuda ha Lewy's „Kusari"__ und Maimonides „Führer der Irrenden" durch Vorlesen einiger Stücke aus diesen Schriftwerken am besten veranschaulichen kann. Im erwähnten Anhänge finden sich zahlreiche charakteristische Stücke aus den bedeutendsten Werken des jüdischen SchriflthumL und die Uebersetzung dieser Stücke läßt nichts zu wünschen übrig. Auch die SchrUtstÜler unseres Jahrhunderts bis auf die jüngste Zeit herab sind vertreten, so daß dieser Anhang ein ganz anschauliches Bild der Entwicklung der jüdischen Literatur seit Abschluß des Canons gewährt. Damit diesem Buche auch betreffs der äußeren Form nur Gutes nachgesagt werden könne, gab ihm der Verleger eine schöne Ausstattung mit aus den Weg, sehr guten Druck und schönen Einband. Wochenkalender. Schebat-Adar 5654. — Februar 1894 Freitag! 26;! 2! E. d. N. 5>' 39'6m Samstag 27, D ' B B » Ö 3! Sonntag 28 j 4j ' Montag 29 j 5 Dienstag 30 1. Rosch-CHodesch 6 Mittwoch l| 2- ,t „ 7 Donnerstag 2 8 Freitag 3! 9 Briefkasten. S. K. Stanislan. Wenn Meier Triebfeder antisemitische Schmutzblätter verschleißt, obgleich er selber Jude ist, so führt er seinen Namen mit Unrecht. Eine dunkle Triebfeder ist es, von der er geleitet ist. Ein solches Handeln bringt uns Schande und Spott bei den Gegnern und macht uns allgemein verächtlich. A. Zivner, Pardubh. Stricte Vorschriften existiren darüber nicht und lediglich die Ortstradition, der eingebürgerte Usus entscheidet darüber in jeder Gemeinde. L. Z. Krakan: Ungeeignet. H. Ch. Drohobyez: In dieser Form nicht verwendbar. Gebetstunden in den Bethäusern der *" Freitag, den 2. Februar 1894, Abends 5 Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr. — Samstag, Mincha 3/44 Uhr. Von Sonntag den 4. Februar 1894 bis Freitag den 9. Februar 1894 Margengottesdienst 7 Uhr. — Abendgottesdienst 5 y4 Uhr. Aufruf znr ßetbeiligung behufs Versorgung armer Schüler der Talmud- Thora-Sehule mit Winteikleidem und Speisemarkea der israelitischen Volksküche. Seit circa 18 Jahren betheilen wir arme Zöglinge unserer Schule mit Winterkleidern und Winterschuhen und sorgen nach Kräften auch für deren gesunde Verköstigung in der isr. Volksküche II, Krummbaumgasse, welche in Anbetracht des humanen Zweckes und unserer unzulänglichen Mittel, uns eine ganz ausserordentliche Preisermässigung zugestanden hat. Da der grösste Theil dar unsere Schule besuchenden Kinder sehr arm ist und deren Eltern ihre Kinder weder mit warmen Speisen noch mit warineaKleidernzu versehen imStande sind, unsere Mittel aber zurGänze von den Kosten der Schulerhaltung erschöpft werden, so müssen wir auch teurer an unsere woblthätigen Glaubeusbrüder mit der Bitte um geneigte Beiträge für diese Zweke herantreten. Wir sind der sicheren Uebetzeugung, dass diese Bitte nicht nngehört verhallen wird, umsomehr, als unserem Gesuche um Beiträge zur Ausspeisung unserer Schüler seitens des betreffenden Vereines dicht stattgegeben wurde. Der Vorstand des Wiener Talmud Thora-Vereines. Geneigte Spenden nehmen entgegen die Herren Heinrich Berger, I., Gonzagagasse 5, Marcus Bondi, II., Untere Augartenstrasse 17, Dr. Max Steiner, I.; Graben 16. COiNCUBS. In der isr. Cultusgemeinde Raüdnitz a. d. E. ist die Stelle eines Rabbiners und Prödig’ßrS in Erledigung gelangt, dem auch die Ertheilung des isr. Religionsunterrichtes an den öffentlichen böhmischen nnd deutschen Volksu. Bürgerschulen in Randnitz obliegt. Competenten, welche den Erfordernissen des Gesetzes vom 21. März 1890, Z. 57 3J.-G.-B1. entsprechen, akademische Bildung und die Kenntniss der beiden Landessprachen aufweisen können, wollen ihre gehörig belegten, mit einem Curriculum vitae versehenen Gesuche bis zum 15. März a. c. bei dem gefertigten Vorstände einbringen. Gehalt 1000 fl. jährlich nebst freier Wohnung. Der isr. Religionsunterricht an dem in Raüdnitz bestehenden böhmischen Staatsrealgymnasium wird separat hönorirt. Isr. Cultusgemeinde Raüdnitz, am 18. Jänner 1894. Der Cultusvorsteher: Dr. Adolf Elster. Fiir Haushaltungen. Prima preussisehe Stück-, Würfel- oder Nusskohlen für die Bezirke I bis inclusive EX in plombirten Säcken ä 50 Kg. netto spesenfrei ins' Haus gestellt mit\ J ||- . „ t\; Abtragen bei Abnahme von mindestens 5 Säcken.73 kr. I ohne . 64 l J E ü ' in offenen Fuhren spesenfrei ins Haus gestellt mit Abtragen . 66 i Für die übrigen Bezirke erfolgt je nach Entfernung ein Zuschlag von 1—3 kr. pro 50 Kg. Prima-Gaseoaks zu Originalpreisen der Imperial-Continental-Gas,Association. Gebrüder Gutmann, Detailgescliäfts-Abteilung, Telephon Nr. I’VSI. j Kolowratrlng, Fichtegasse 12, Bestellungs-Aufnahme: \ I, Bauernmarkt 8, l Nordbahnhof Kohlenhof Nr. 2, und in unseren bekannten Bestellungsorten. SCHILDER ®MICH.WINKLER&SOHN^ WIEN ffl MICHAELERGASSE 17. TELEFON 4669. Auch hebräische Buchstaben und Tafeln aus Guss oder Blech, Holz und dergl. mit hebräischen Inschriften. WAPPEN MEDAILLEN 0750