Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 1 (5.1.1894)
- Date
- 1894-01-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 Veflerreichtfitzr Wochenschrift Nr. 1 Salomons und Elias', Sprüche Salomons, einzelne Theile uns dem 'Gebetbuche. Stoff zum Religionsunterricht im engeren Sinne bieten in der I. Claffe die Satzungen der Religions- und Morallehre, wie sich jene in den fünf Büchern Mosis vorfinden; in der ll. Claffe, wie sie in den Sprüchen Salomons zum Ausdruck gelangen; in der N. Claffe, wie sich jene in unfern Ceremonien, Liturgien und überhaupt in unserer synagogalen religiösen Praxis äußern. 4. In der IV. — VH. Claffe wird der Unterricht in der biblischen Literatur hauptsächlicher Lehrgegenstand sein. Dieser erstreckt sich auf die Psalmen, die Bücher der Propheten und auf jene Theile des Pentateuch (besonders venteroninm), welche die religiösen Institutionen enthalten. Wir bringen die Seele des Kindes mit jenem geistigen Leben in unmittelbare Berührung, welches in erster Reihe Grund und Quelle der Auffassung, Empfindung und Gefühlswelt des jüdischen religiösen Individuums und der Gemeinschaft ist. Wir müssen uns die sich in den heiligen Schriften offenbarenden classischen Formen des religiösen Empfindens und Denkens vornehmlich im Urtext zu eigen machen; in solchartigem eindringenden Studium derselben sehen wir die Garantie der Erhaltung unserer Religion. Indem wir unsere Aufmerksamkeit auf jene den Schülern nicht unbekcmnten nationalen und universellen Literaturproducte und Ereignisse lenken, in denen wir die Wirkung der biblischen Lehren sich äußern sehen, wollen wir das erreichen, daß der Schüler den Glauben des Judenthums, seine religiöse und ethische Weltanschauung, wie auch seine berufliche Mission verstehe, würdige und schätze. 5. In der IV. Claffe wären die Psalmen, in der V. und VI. Claffe die Propheten, in der VII. Claffe der Pentateuch zu nehmen. An's Letztere schließt sich die Bekanntmachuug mit den wichtigsten Erscheinungen der rabbinischen Literatur (in der Originalsprache) an. Im Anschluß an den Literatur-Unterricht und parallel mit demselben setzt sich in denselben Claffen die grundrißliche Behandlung der jüdischen Religionsgeschichte derartig fort, daß sich der Stoff 'der IV. Claffe bis zur Entstehung der Synagoge, der der V. Claffe bis zum endlichen Aufhören des jüdischen staatlichen Lebens, der der VI. Claffe bis zur Reformation, und der der VII. Claffe bis auf unsere Zeit erstreckt. 6. Der Lehrstoff des Religionsunterrichtes in der VN. Claffe ist die systematische jüdische Religions- und Morallehre. Specieller Lehrplan. Erste Mittelschulclasse. Einleitung: Die Heilige Schrift. Die Bedeutung der Heiligen Schrift. Spätere Geschichte der Israeliten. Der Zweck. I. Die Schöpfung: Erschaffung der Welt. Göttliche Vorsehung. II. Leben der ersten Menschen: Der Mensch ein sittliches Wesen. Adam und Eva. Der Ungehorsam. Kain und Abel. Sintfluth. Die Zerstreuung der Menschen. N. Leben der Patriarchen: Die Berufung Abrahams. Abrahams Gehorsam. Abraham liebt den Frieden. Abraham ist großmüthig und selbstlos in der Hilfe. Abraham denkt und fühlt edel. Abrahams Leid und Freud in der Familie. Abraham ist bereit, seinen Sohn zu opfern. Sarah's Tod. Abraham sorgt für die Zukunft seines Sohnes. Abrahams Tod. Der Patriarch Jsak. Familienzwist. Die Flucht Jacobs. Jacobs Dienst. Jacob söhnt sich mit Esau aus. IV. Die Kinder Israels: Jacobs unglückliches Familienleben. Jacobs Familie in großer Hungersnoth. Die Familie wird vom Hungertod gerettet. Jacob geht mit seinen Kindern nach Egypten. Die Israeliten lassen sich iw Gosen nieder. V. Die Israeliten in Egypten: Die Israeliten ein freies Volk. Die Israeliten werden ein Sclavenvolk. Moses bleibt wunderbarerweise am Leben. Moses kämpft gegen das Unrecht. Moses in der Wüste. Moses wird von Gott zu seinem Propheten geweiht. VI. Die Befreiung: Anfängliche Schwierigkeiten. Gott bricht Pharaos Halsstarrigkeit. Auszug des Volkes. Durchzug durchs Rothe Meer. VII. Wanderung in der Wüste: Die Halbinsel Sinai. Aeußerung der göttlichen Vorsehung während der Wanderung in der Wüste. Die Offenbarung. Die Zehngebote. Das goldene Kalb. Die Kundschafter. Korah und seine Rotte. Charakter Moses. Die Bundeslade. VN. BeginnderLandeinnahme: Die Edomiter. Folgen des Rückzuges. Eroberung des Theiles am linksseitigen Jordanufer. Balak und Bileam. Moses Tod. IX. Religiöse Moralgesetze und Pflichten: Die heidnischen Völker. Gott und Israel. Von den Götzenbildern. Die falschen Propheten. Die wahren Propheten. Gottesdienst. Feiertage. Moralgesetze: Selbstheiligung. Eltern. Der Landesboden. Vorsteher und Greise. Herr und Diener. Die Rechtspflege. Gerechtigkeit. Barmherzigkeit. Feind. Thiere. Hebräische Chrestomatie: Schöpfung: MosesI, 1, 1—5, 26—27, 31, 2, 1—3. Abraham verläßt sein Vaterland: 12,1—4. Abrahams Bund: 17,1—2. Jakobs Traum und Gelübde: 28, '10—22. Die Offenbarung am Berge Sinai: Moses ll, 19, 1—19. Zehngebote: 20, 1—17. Die Heiligkeit: Moses N. 19, 1—4, 9—18. Feiertage: 23. Capitel, Abschnitte •natyi. Einzelne biblische Aussprüche: ll, 34, 6—7 (IV, 6, 24—26), V, 33, 4. * * * Zweite Mittelschulclasse. I. Boden und Bewohner Kanaans: Religion und Bildung der kanaanitischen Völker. II. Die Landeinnahme: Uebergang über den Jordan. Einnahme Jerichos. Besiegung der Verbündeten. Die Gibeoniten. Auftheilung des Landes. Volksversammlung zu Sichem. Josuas Tod. N. D i e R i ch t e r: Zustände nach Josuas Tod. Mangel an Einigkeit. Fortwährende Kämpfe. Moralischer und religiöser Verfall. Einzelne Richter: Debora, Gideon, Jephta, Simson, Eli, Samuel, Ruth. IV. Das Königthum: Saul, David Salamon. Stufenweise Erhebung, Gegensatz zu den Propheten. V. Theilungdes Reiches: Rehabeam. Jerobeam. Religiöse Spaltung. Fortwährende Kämpfe. Omri und Josafat. Gemeinsame Kämpfe gegen Syrien und Moab. VI. Achab und der Prophet Elias. Elischa. Jahu, Athalia. VII. Joas und Amazia. Jerobeam H. Amos. Die assyrische Herrschaft. Pekach. Einnahme Samarias. VN. Hiskia und Jesaias. Sanherib. Die babylonische Gesandtschaft. Manaffe. IX. Josia. EntdeFung der Thora. Assyrien und Egypten. Schlacht bei Megiddo. Babylonien gelangt zur Herrschaft. X. Die letzten Könige des Reiches Juda. Zerstörung Jerusalems. Jeremias. Daniel. XI. Das Königthum, Priesterthum, Prophetenthum. Die wahre Aufgabe der Propheten: ihr politischer, religiöser und sittlicher Einfluß. Hebräische Chrestomatie. Einleitung des Buches Josua: 1, 1—9. Rede Josuas in der Volksversammlung zu Sichem: Josua 24, 1- -28. Gehorsam ist besser denn Opfer: Samuel 15, 22—23. Salomos Gebet bei der Einweihung des Tempels: Könige I. 8, 22—23, 27—32, 46—62. Gebet Elias: 18, 36—39. Sprüche Salomos, ungefähr 20—30 Verse in geeigneter Gruppirung, z. B. Glaube, Gott, Menschen; Vater und Sohn; Gatte und Gattin; Herr und Diener; Alter und Jugend; König und Unterthan; Arbeit und Trägheit; Wissen und Unwissenheit; Armuth und Reichthum; Liebe und Herzlosigkeit u. s. w. * * * Dritte Mittelschulclasse. Einleitung. Die Israeliten in Babylonien. Ihre Hoffnung auf die Rückkehr. Ihre Trauertage. I. Die persische Herrschaft: Cyrus. Die Samaritaner. Esra und Nehemia. Synagoge. Die große Versammlung. Das Purimfeft. U. Die griechische Herrschaft: Oberpriesterthum. Egypten und die Septuaginta. Die Syrier. Antiochus Epiphanos. Die Makkabäer. Das Chanuckafest. N. Die Hasmonäerfamilie: Die ersten Hasmonäer. Die Söhne Salomos. PoMpejus. IV. Die römische Herrschaft: Politische und religiöse Parteien. Herodes. Hillel. Die Procuratoren. Entstehung des Christenthums. Zerstörung Jerusalems. V. Das Zeitalter des Talmud: R. Jochanan ben Sakkai. Bar Kochba und R. Akiba. R. Jehuda Hanassi. Babylonische und Jerusalemitische Talmudschulen. Das Exilarchat.