Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 39 (29.9.1893)
- Date
- 1893-09-29
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 Orsterrrichischr Wschenfchrist Seite 779 musterhaft bearbeitet von dem ausgezeichneten Fachmanne Dr. Ed. Mahler, ferner einen Führer durch die israelitische Cultnsgemeinde in Wien, bestehend aus einem genauen Verzeichnisse aller Anstalten und deren Vertreter. Die jüdischen Vereine in Wien, etwa 100 an der Zahl, sind ihren Ausgaben entsprechend alphabetisch geordnet und beziehen sich auf solche für Cultuszwecke, für Bildungs- und Nnterrichtszwecke, für Wohlthätigkeitszwecke, für Friedhofangelegenheiten und andere Zwecke. Auch die türkisch-israelitische Cultusgemeinde in Wien, sowie die Cultusgemeinden in Niederösterreich sind ausführlich angeführt. Die Hauptzierde des Buches sind die werthvollen literarischen Beitrage. Eingeleitet werden dieselben durch ein Gedicht von L. A. Frankl: „König Davids Bestattung". Dann folgen Dr. Ad. Jellinek: „Der Schwerpunkt des Jndenthums"; Dr. M. Güdemann: „Was bedeutet das Hebräische für den israelitischen Religionsunterricht"; Dr. Kayserling: „Ein Tag in Toledo"; I. Jaeger: „Die Juden im Orient"; Ed. Birnbaum: „Jüdische Musiker am Hofe von Mantua 1542—1628", mit 2 Musikbeilagen; und zum Schlüsse Dr. Ad. Jellinek: „Der 17. Oktober 1793" (Geburtstag I. N. Mannheimer's). Namen und Titel bürgen für den ausgezeichneten Inhalt. Höchst wichtig ist auch die Aufnahme des Gesetzes zur Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der Juden und der im Grunde desselben bereits bestehenden Cultusgemeinden in Oesterreich. $03 Novität erscheint das Organisations-Statut des im Oktober dieses Jahres zu activirenden jüdischen Seminars in Wien. Aus dem Jahresberichte der „Oesterreichisch-israelitischen Union" entnimmt man ein Bild der regen Thätigkeit dieses Vereines, der trotz seines politischen Charakters auch kulturelle und humanitäre Aufgaben zu erfüllen weiß. Der Kalender der Union verdient eine allgemeine Verbreitung, sollte in keiner jüdischen Familie in Wien fehlen, kann auch wegen seiner hübschen Form als Neujahrsgeschenk rc. verwendet werden. Die elegante Ausstattung von Seite der Herren Verleger Morkz Warzel und Sohn verdient besondere Anerkennung. Der Wiener Schriftsteller Camillo Morgan, dessen kürzlich erschienenes Buch „Aus Jonien" wir seinerzeit in unserem Blatte besprochen und unseren Lesern wärmstens empfohlen haben, da es fesselnde Artikel über die jüdische Kaiserin Kali Quartano und den Ghetto von Korfu enthielt, übergibt demnächst ein neues, interessantes Werk der Oesfentlichkeit: Einen historischen Roman aus Oesterreichs Vorzeit, „Lublin und Slekul. die jüdischen Kammergrafen" betitelt. - Der sedergewanite Autor entrollt in dcmsclbin ein ergreifendes Bild von dem Martyrium unserer Glaubensgenossen unter König Ottokar's tyrannischem Scepter und liefert zugleich aus geschichtlich erwiesenen Ereignissen den Beweis, daß die Judenschaft Oesterreichs schon zu jener Zeit tieu und furchtlos dem Hause Habsburg anhing. Fünfzehn Percent vom Reinerträge des Buches, das im Verlage der k. k. llniverfitätsbuchhandlung von Georg Szelinski erscheint, sind dem löblichen Verein zur Abwehr des Antisemitismus gewidmet. Bestellungen auf das Werk wolle man direct an den Herrn Verfasser, Schriftsteller Camillo Morgan in Wien. 17. Bezirk, Hotel Hernalserh o f, richten. Wochenkalender. Tischri 5664. — September-October 1893. . Freitag 19 3. Tag Cholhamod 29 E. d. N. 6»> 131“ Samstag 20 4» „ n 30 Sonntag 21 Hoschanah rabbah 1 Montag 22 Schmini Azereth 2 Seelenfeier Dienstag 23 Simchath Thora 3 Mittwoch 24 4 Donnerstag 25 5 Freitag 26 6 Briefkasten. Herrn V. in Lemberg, K. und S. in Krakau: Von den Denunciationen gewisser in diesem Blatte zur Genüge gekennzeichneter Individuen gegen das Curatorium wußten wir schon längst, ebenso von den wiederholten Zusammenkünften des berüchtigten par nobile fratrum, der Sekretäre von Lemberg 'und Krakau, und von dem von ihnen ausgeheckten „Feldzugsplan". Ja, wir wissen noch mel mehr, als Sie uns mittheilen; allein wir legen uns derzeit, wo Gefahr im Verzüge ist, große Reserve auf, um die galt zische Stiftung nichts zu gefährden. Zu Ihrer Beruhigung sei Ihnen gesagt, daß es heute sonnenklar zu Tage liegt, wo die echte Mutter, welche das Kind zu erhalten strebt, und wo die falsche zu suchen ist, welche, da sie es nicht ganz in ihre Gewalt bekommen kann, es zertheilen möchte! Nur Wahnsinn, erzeugt von dem Bewußtsein, gänzlich abgewirthschaftet zu haben, kann nach solchen selbstmörderischen Mitteln greifen. Bruder Leopold Caco in Agudas-Akum ist Vorbild; aber der Lohn dürfte ein ganz anderer sein.' — Was den Stifter selbst anbelangt, so seien Sie überzeugt: er ist auf dem gui vivei R. E. in P. O: Für uns ungeeignet. Kremsier: Zur Lösung der Inschrift in der vorletzten Nummer der „Oesterr. Wochenschrift" sind uns Einsendungen in solcher Anzahl zugekommen, daß von deren Publikation abgesehen werden muß. Josefsthal in Wieliczka: Herzlichen Dank. -= 1V2 =- Restaurant Gnth II., Stefaniestrasse 6 n. 8. Bestrenommirte Küche, Grosse Speise-Säle elelctxisclx Toele-u.ola.tet. 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