Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 26 (30.6.1893)
- Date
- 1893-06-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3020954-3020980--02551-3026645- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Mohel 1× ep/1006163
OCR text
Seite 504 Orsterrirchrfchr höchst Ihnen gesprochen und hat mir versichert, daß Allerhöchst Sie schon mit dem Prinzen August ganz zufrieden wären und er überzeugt sei, daß Euere Majestät bei seiner Werbung Ja und Amen sagen würden, und ich war überglücklich, als Allerhöchst Sie, Onkel Majestät, mich hierher befehlen ließen und jetzt" — da Hab' ich gegen meinen Willen wieder zu weinen angefangen, „kommen allerhöchst Sie mir wieder mit dem garstigen, olivengrünen Prinzen, mit dem großen abscheulichen Schnautzbart! — Und Prinz Eugen war von allerhöchst Ihrer Zustimmung so überzeugt, daß er einen vertraulichen Brief an den sächsischen Minister Einsiedl schrieb ..." „Um Gottes Willen!" rief die Gräfin Batthiany erbleichend, „bas hätten Sie nicht sagen sollen!" „Freilich Härte ich das nicht sagen sollen!" rief die Erzherzogin weinend, „denn jetzt ist der Onkel Kaiser aufgefahren, daß ich am ganzen Leib wie Espenlaub gezittert Hab', ich hält' gar nicht gedacht, daß der Onkel Kaiser gar so böse sein kann!... Er hat mit dem Fuß aufgestampft und geschrieen: Prinz Eugen. und wieder Prinz Eugen — überall stellt er sich meinem Willen entgegen, Althan hat recht, er fühlt sich schon zu mächtig und glaubt der Einzige zu sein, der in Oesterreich zu befehlen hat, er glaubt, ich wäre nur eine Marionette in seiner Hand, die er, wenn's ihm beliebt auch ganz von der Bühne verschwinden läßt! Wie darf er es wagen, ohne meine Genehmigung über eine interne Familienangelegenheit an einen fremden Minister zu schreiben, über die Hand einer kaiserlichen Prinzessin zu verfügen? Wenn er vielleicht noch tiefer liegende Pläne mit seinem Heiratsprojecte verbindet, können sich diese — zum Hochverrathe ausweiten! — Althan hat vollkommen recht, und ich danke Gott, der mir neuerdings gezeigt hat, wo ich meine wahren Freunde zu suchen habe! Die übergroßen Machtbefugnisse des übermüthigen Prinzen werde ich einzuengen wissen. Dir aber, meine liebe Nichte, sage ich ernstlich : Schlage Dir den Prinzen August aus dem Kopfe, der wird in keinem Falle Dein Gatte. Ich will Dich nicht zu einer Ehe mit einem ungeliebten Gatten zwingen, aber wenn Du nichtKarl Emanuels Gattin wirst, bestimme ich Dich für's Kloster, wirst Du Aebtissin! dann verließ er zornig das Zimmer." „Das Ist schlimm, sehr schlimm!" sprach Gräfin Eleonore zur Pallavicini gewendet, „durch die Unbesonnenheit der Erzherzogin wird das Mißtrauen, das Althan und seine Genossen, wie wir jetzt gehört, neuerdings gegen den Prinzen geweckt, im höchsten Grade gewachsen sein. Ich muß augenblicklich eine Depesche an den Prinzen absenden, er muß sofort zurückkommen. Vielleicht gelingt es seinem unbesiegbaren Genie doch, die Kabalen seiner Feinde zu vernichten, unserem armen, lieben Kinde — kaiserliche Hoheit wollt' ich sagen — zu seinem Glücke zu verhelfen!" „Gott möge ihm hierzu gnädigst seinen Beistand verleihen!" sprach Maria Josefa, andächtig die Hände faltend. (Fortsetzung folgt.) Wochenkalender. Thamus 5653. — Juni-Juli 1893. Freitag 16 i 30 E. b. D. 8>> 49 3"> Samstag 17 1 Sonntag 18 Fasttag 17 Thamus 2 MonMg 19 3 Dienstag 20 4 Mittwoch 21 5 Donnerstag 22 6 Freitag 23 7 Briefkasten. Johann Lampel, Neu-Ranßmtz. In Buchform wird der Roman vorläufig nicht erscheinen. Sammlung für die unglückliche Familie Rosenbaum. Von M. B. 1 st. erhalten. Gesammelt in Karlsbad und Domauschitz 11 st. Von Frau C. -Scharr 1 fl, S. Pollak 2 fl.. Ungenannt 1 st. Herrn Polifka 20 kr., Herrn C. Hirsch 2 sl. — Die Familie Rosenbaum wohnt II/5, Webergasse 25, Thür 6. Wochenschrift . Nr. 26 HERMANN HESCHELES’sche Stiftung zur Austattung armer isr. Mädchen. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Wien bringt hiemit zur Kenntnh s, dass die von dem Stiftungscapitale pr. 20-000 fl. ö. W., sich ergebenden zweijährigen Zinsen für eine mit dem Stifter, Herrn Hermann. Hescheles oder dessen Gattin verwanlte Bewerberin, bezgw. die einjährigen Interessen des genannten Stiftungscapitales, für eine nicht mit dem Stifter oder dessen Gattin verwandte Bewerberin im Sinne des Stiftbriefes, ddo. 5. Juni 1893 St. Z 3785 zur Verleihung gelangen. Die Bewerberinnen haben ihre Gesuche binnen 30 Tagen vom Tage der Ausschreibung, d. i. bis zum 21. Juli 1893, in der Kanzlei der isr. Cultusgemeinde, I., Seitenstettengässe 4, 1. Stock-, in den Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr zu überreichen und mit folgenden Nachweisen zu belegen: a) Ueber den Umstand, dass sie der jüdischen Beligion angehören; b) über die all/ällige Verwandtschaft mit dem Stifter, Herrn Hermann Hescheles, oder seiner Gattin; c) über ihre Armut, welcher Nachweis bei Verwandten des Stifters oder seiner Gattin zu. entfallen hat; d) über das zurückgelegte 16. Lebensjahr; e) über den Umstand, ob sie elternlos sind oder nicht, endlich haben dieselben /) durch ein Moralitätszeugniss' ihren unbescholtenen Lebenswandel darzuthun. -Unter den Bewerberinnen verdienen den Vorzug: 1. In erster Linie die mit dem Stifter Verwandten nnd in zweiter Linie die Verwandten der Gattin des Stifters. 2. Ganz elternlose Mädchen WIEN, am 21. Juni 1893. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde. GESUCHSBLANQUETTE sind in der Kanzlei,!., Seitenstettengässe 4, I Stock, während der Amtsstunden von 9—10 Uhr Nachmittag unent- _geltlich zu beheben. ____ Coneui's, Bei der israel. Cultusgemeinde Teplitz in Böhmen ist die Stelle eines Zweiten Cantors und Klip wit einem Jahresgehalte von 800 fl. ö. W. freier Wohnung nebst* den üblichen Emolumenten sofort zu besetzen. Sollte Gesuchsleger ein Mohel sein, so würde sich das Einkommen bedeutend erhöhen. Bewerber müssen österreichische Staatsbürger, musikalisch gebildet und befähigt sein, den Chor unterrichten zu können und dürfen das Alter von 40 Jahren nicht überschritten haben. Offerten sind unter Anschluss des Geburtszeugnisses und der Photographie, der fi^p, Angabe des Familienstandes, sowie des Nachweises über die* bisherige Verwendung bis längstens 10. Juli 1893 einzubringen. Reisespesen'werden nur dem Acceptirten vergütet. TEPLITZ, *am 23. Juni 1893. Der C.-G.-Vorsteher Stellvertreter ___Eduard Rindskopf._ Concurs. >. Mit 15. August 1. J. gelangt in der gefertigten Cultnsgemeinde die Stelle des Zweiten Cantors und ^Tlp zur Wiederbesetzung. Bewerber haben ihre bisherige Bernfsthätigkeit und die Befähigung zur Leitung des Chores mit Orgelbegleitung mit Angabe des Alters und Familienstandes nachzuweisen- und über Einladung des Vorstandeszu einer Probefunction zu erscheinen. Die hierauf bezüglichen Gesuche sind bis 15. Juli an das Secretariat der isr. Cultusgemeinde Essek-Oberstadt zu richten. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 600 fl. ö. W. und weiteren 120 fl. ö. W. als Quartierbeitrag nebst üblichen Emolumenten verbunden und wird den Angestellten ein Reise- und Uebersiedlungspauschale nach Uebereinkommen bewilligt werden. Isr. Cultusgemeinde Essek-Oberstadt am 21. Juni 1893. Der Secretär Der Vorsteher Langer.___ Kästenbaum. Concurs. Bei dem isr. Tempelverein für den X. Gemeindebezirk Favoriten in Wien, gelangt mit 1. September d. J. die Stelle eines musikalisch gebildeten Cantors zu Besetzung, Jahresgehalt 600 fl. und Emolumente. Bewerber wollen sich im Vereinslocale, X., Keplerplatz 1, melden. WIEN, 28. Juni 1893. Für den Vorstand der Obmann __Sigmund Rosenthal. Ein für Volks- und Bürgerschulen geprüfter Rejigi0nsl6hr6r| der ein pracktischer Schochet und Koreh und Vorbeter ist, wünscht seinen Posten zu verändern, am liebsten in. deutscher Gegend. Gefällige Anträge unter „J. F. 46. Pollerskirchen-“