Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 4 (27.1.1893)
- Date
- 1893-01-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 72 Orstrrrerrtzrfitze Wochenschrift Nr. 4 Literatur. Beiträge zur Geschichte -er Bibel-Exegese. Heft I. des Gregorius Abulfarag gen. Bar-Hebräus, Scholien zum Buche Daniel. Herausgegeben. übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. Jacob Frei mann. Brünn. 1892. Die zahlreichen Schriften des Syriers Bar-Hebräus haben ebenso zahlreiche Herausgeber und Erklärer gefunden. Das kritische Exeget wird wohl selten an der historischen oder philologischen Auslegungsweise des Gregorius Abulfarag rechten Geschmack finden können, trotzdem unter vielem Phantastischen manches wiffenschastlich Stichhältige sich in dessen Scholien findet. Die Edition Freimanns hat, wie andere ähnliche von verschiedenen Autoren doch mehr literar.-geschichtlichen Werth. Der syrische Text ist sorgfältig in hebräischen Buchstaben herausgegeben und soweit eine Prüfung möglich war, wurde keinerlei Verstoß entdeckt. Die Uebersetzung ist vollkommen den Textworten entsprechend und recht geschickt. Mit den beigegebenen Noten kann wohl nicht überall übereingestimmt werden. S. 25. Note 2 ist wohl einfach herculis in rneronlis zu corrigiren d. i. Merkur, was ja der sonstigen Auffassung des Bar-Hebräus entsprechen dürste. In Aschpas sieht der Autor offen-, bar einen babylonischen Beamtentitel. Zu S. 23 Nota 2 wäre zu sagen, daß die Anffaffung der Vulgata durchaus dieselbe ist, wie die des Syriers, keu entspricht einem syrischen dilma oder schelma (Ct. 1.7). Bei Verben des Fürchtens ist ja diese Construction regulär. Ebenso stehr lwb in Neh. 6, Z. Lob. 5, 5 woselbst LXX trina me und Vulg. ne forte haben. Das sind ja durchwegs rhetorische Fragen. Die sprachliche Bemerkung in Note 3 bringt ja eine, für die svmitischen Dialecte allenthalben festgestellte Regel der Lautverschiebung; die Beispiele ließen sich zu Dutzenden bringen. Seite 32, Note 1 ist dem Zweifel des Bar-Hebr. die Gewißheit der Gleichsetzung mit dem Griechischen Symphonia gegenüberzustellen. Die Polemik gegen Hamburger auf S. 34 wäre wohl besser unterblieben. Die ganze historische Betrachtung des Bar-Hebr. Cap. V, 1 und die Anmerkungen N. 39, Note 1, 3, entsprechen den ^gebnissen modexner Forschung durchaus nicht mehr. Der in Daniel genannte Belsazar ist ein Sohn Nabonios. Die Forschungen Schräders in seinem hochbedeutenden Werke „Keilinschriften und altes Testament" hätten unbedingt berücksichtigt werden müssen. Die Angaben früherer Forscher basiren auf meist falschen Voraussetzungen und beziehen sich auf die Ammenmärchen, welche alle Schriftsteller über Babylonien erzählen; auch Bar-Hebr. erzählt sie treulich nach; seine Chronologie ist natürlicherweise verfehlt und deshalb die geschichtlichen Angaben unbrauchbar. Zu Cap. VIII, 2 ist zu bemerken, daß die Gleichsetzung von abullu mit Griech. embole durchaus unrichtig ist; vielmehr ist abnlln ein gutsemitisches, durch das Assyrische und Chaldäische reichlich belegtes Wort. Vergleiche Moed. tat. 22 a; Bab. batr. 58 a; Jom. 11 a: Erub. 6 b u. v. a. m. Abullu bedeutet im Assyrischen „ein großes Thor" und ist ungemein häufig wiederkehrend in denjenigen Inschriften der Könige, welche ihre Paläste beschreiben. Cap. VTTT Vers 13 ist offenbar einr Zusammenziehung von ploni almoni zu sehen. Trotz dieser wohlwollenden Ausstellungen müssen wir dem sorgsamen Herausgeber für seine wissenschaftliche Gabe Dank spenden und hoffen, daß dem Heft I noch recht zahlreiche Hefte folgen werden. Für Bibel-Exegese kann nie genug geschehen. Nikolsburg im Jänner 1893. Dr. D. Feuchtwang. Wochenkalrnder. Schewat 5653. — Januar-Feber 1893. Freitag 10 27 E. d. N. 5b 30'6ni Samstag 11 28 Beschalach Sonntag 12 29 Montag 13 30 Dienstag 14 31 Mittwoch 15 1 Donnerstag 16 2 Freitag 17 3 Briefkasten. Joachim Neiger in O. Der ung. Reichstagsabgeordnete Dr Mezey ist jüdischer Conseffion. S. Eichhorn, Brod a. S. Nr. 029, 364 wurden nicht gezogen. Coneeffiou. Bis heute sind keine Offerte eingelaufen. Bei Erireuerung des Inserates werden wir es auf die letzte Seite stellen.. Prof. I Löwenstamm, Wien. Wir wissen ganz gut, daß Obercantor Gold stein, ohne Hilfe eines Chores und speciell eine s Damenchores, zur Andacht die Herzen hinreißt, daß die Weihe und Wärme seiner Stimme, wie die bisherige Erfahrung überzeugend gelehrt hat, erhebend und begeisternd auf alle Andächtigen einwirkt; Wir wissen auch, welche Verehrung der Sänger Go Idstein bei seiner! Gemeinde genießt. Indessen müssen wir es doch ablehnen Ihre Zuschrift zu publiciren, nachdem in dem Promemoria noch andere Behauptungen enthalten ffind, welche eine Kritik nicht vertragen. Eine Polemik' ist darum -unzulässig. I. M. Baboesa. Die Schriften von S. Kohn erhalten Sie durch die Buchhandlung Sam. W. Pascheles Prag, Zeltnerg. L. M. Csakaturn. Anfragen ob Lose gezogen worden sind, können wir nicht beantworten. Die „Oesterr. Wochenschrift" ist kein financielles Organ. Für Bräute! 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