Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 50 (9.12.1892)
- Date
- 1892-12-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 50 Oesterreichische Wochenschrift ©eite SOS daß sie die Richtung verloren. Es wurde Abend, sie wußten nicht wo sie waren. Die Arme in einander geschlungen, liefen sie bald dabald dorthin, wo sie eine Spur der Richtung zu finden glaubten. So irrten sie lange Stunden umher, bis sie erschöpft niedersanken . . . Als die Mädchen auch am nächsten Tage nicht nach Hause kamen, konnte kaum mehr ein Zweifel darüber herrschen, daß ihnen ein Unglück passirte . . . Christen wie Juden in beiden Orten empfanden Theilnahme und zogen aus, die Vermißten zu suchen. Es war der zweite Weihnachtsnachmittag. Die Schloßcapelle zu L . . . und die Kirche von K . . . waren leer, wie die Gassen beider Gemeinden. Alles war draußen zwischen den genannten Orten gruppenweise nach allen Richtungen zerstreut, um die ganze Gegend zu durchforschen. Der Sturm hatte die Fußtritte der unglücklichen Kinder verweht, so daß keine Spur auf sie führen konnte und man von der ganzen Strecke einer Geviertmeile keinen Klafter groß ununtersucht lassen durfte. Die Kinder wurden endlich von einer Gruppe der Suchenden entdeckt. Ein Schneehügel mitten auf einem Felde, das als eben bekannt war, lenkte auf ihre Spur. Man schaufelte an diesem Hügel und fand richtig, daß er sich über den Leichen dieser unglücklichen Kinder wölbte. Das ältere Mädchen mußte früher den Tod gefunden baben, als das jüngere, denn dieses war in sitzender Stellung, den auf ihren Schoß liegenden Kopf des Mädchens streichelnd . . . Und das Feld, wo diese Kinder den Tod gefunden, war dieselbe Wiese, die seit Jahren der Jugend beider Gemeinden als Unterhaltungsplatz am Sabbath diente. Das Leichenbegängniß dieser Kinder war ein großartiges. Die Rabbiner beider Gemeinden hielten Leichenreden und beide behandelten das Thema, daß diese unschuldigen Kinder das Opfer für die Sünden der Jugend sind, die seit Jahren an der Stelle begangen wurden, wo die Kinder ihren Tod gefunden haben. Kein Auge blieb bei diesen Reden thränenleer. Der Winter verging, es kam wieder der Frühling in's Land: aber die allsabbathlichen Zusammenkünfte der L ... er und K ... er Jugend auf der zwischen beiden Gemeinden gelegenen Wiese fanden nicht mehr statt. Man nannte nun diese Wiese das Sündenfeld und sie hat diesen Namen bis heute behalten. Wochenkalender. Kislev. 5653. — December 1892. 20 e- - > Freitag 9 Wajeschew 3^1 E. d. N. 4b 45-7“ 21 Samstag 10 22 Sonntag 11 23 ' Montag 12 24 Dienstag 13 25 Mittwoch 14 1 1 n3*:n 26 Donnerstag 15 2 . 27 Freitag 16 J 3 „ Concurs. In der israelitischen Religionsgemeinde za Fiume ist die Stelle eines tüchtigen und Hilfsvorbeters zu besetzen. Derselbe hat auch' Tempeldienst, das Incasso, sowie auch alle in der Gemeinde vorkommenden Verrichtungen zu versehen und erhält an jährlichem Gehalte fl. 600 ö. W. Bewerber um diese Stelle, welche das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben und Kenntniss der ungarischen, deutschen und womöglich der italienischen Sprache besitzen, wollen ihre wohlinstruirten Gesuche, welche mit drei fl*72p ,von anerkannten Rabbinern nebst Zeugnissen über Alter, (Geburtsschein), Familienstand, bisherige Verwendung und Moralität zu versehen sind, bis Ende December 1. J. an den gefertigten Cultusvorstand einsenden, TJeber die eingelaufenen Gesuche wird der Vorstand im Laufe des Monats Jänner 1893 entscheiden und erfolgt die Anstellung des Berufenen erst nach zufriedenstellendem dreimonatlichen Probedienste Vom Vorstande der israelitischen Religionsgemeinde Fiume, am 1. December 1892 S. L. Mondolfo, Präses. Ipaz Bau’scle Ärmenstiftiiiiff- Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntniss, dass am 20. Februar d. J. die jährlichen Interessen per 200 fl. der Ignaz Baum’sehen Armenstiftung zur gleichmässigen Vertheilung unter zehn arme Personen jüdischer Religion gelangen. Die Bewerber haben lediglich ihre Mittellosigkeit und Unbescholtenheit auszuweisen; jedoch wird bei Vertheilung der Stiftung vor Allen auf Verwandte des Herrn Ignaz Baum von väterlicher oder mütterlicher Seite, sodann auf diejenigen, welche zwar in Wien wohnhaft, aber aus der Vaterstadt des Stifters, Bielitz, gebürtig sind, endlich auf Verheiratete und mit zahlreichen Kindern gesegnete, Rücksicht genommen. Die Gesuche um Verleihung eines dieser Stipendien sind in der Kanzlei der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock) bis längstens 31. December d. J. zu überreichen. Wien, 1. December 1892. DER VORSTAND der israelitischen Cultusgemeinde. David Neumann’scite Stiftung. Am 7. Adar d. i. am 23. FebPUap 1893, als am Sterbetage des seligen Herrn David Neumann, gelangen die Zinsen aus der David Neumann sehen Stiftung im Betrage von 205 fl. ö. W. an Verwandte des Stifters oder seiner Gattin Helene zur Vertheilung Die mit dem legalen Verwandtschafts- und Armutszeugnissen belegten Gesuche sind bis 31. DecembSP 1892 in der Kanzlei der Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock) während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr zu überreichen. Auf später einlangende oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, am 1. December 1892. DER VORSTAND der israelitischen Cultusgemeinde Gesuchsblanquette sind im Secretariate, I., Seitenstettengasse Nr. 4, 2. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben. Für Bräute! Als leistungsfähigste, altrenommirte, anerkannt solideste Firma für MÖBEL und Wohnungs - Einrichtungen empfiehlt sich die Möbelfabrik Heinrich Bäck vormals A. 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