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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-09-23 · 39 (23.9.1892) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
39 (23.9.1892)
Date
1892-09-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seile 718 Oesterreictzisctze Wochenschrift Nr. 39 solch ein Geld nicht angenommen; sogar die Pharisäer wollten das Juoasgeld nicht. Hochachtungsvoll Canon. Professor Dr. August Rohling. Dienstag, den 20. Sept. enthielt das Morgenblatt der „N. Fr. Presse" von Herrn Rohling folgende Zuschrift: „Heute erst werde ich darauf aufmerksam gemacht, daß in der Nummer der „N. Fr. Presse" vom 15. September 1892 unter dem Schlagwone: „Ein Brief Rohling's" ein Brief citirt wird, welchen ich unter dem 24. Juli l. I. an einen Herrn Hummelsheim in Cöln gerichtet haben soll. Auf Grund des § 19 des Preßgesetzes ersuche ich, in der nächst erscheinenden Nummer Ihres Blattes folgende Berichtigung aufzunehmen: „Ich habe an Herrn Hummelsheim nie einen Brief geschrieben, folglich stellt sich dieser Brief als eine Mystification heraus. Prag, den 17. September 1892. Prof. Dr. Rohling." Natürlich war es Jedermann auf den ersten Blick klar, daß Herr Rohling infam lügt, und das betreffende Schreiben zweifellos echt ist — gerade weil der Meineid-Canonicus es ableugnet. In der That enthielt die Prager „Politik" vom gleichen Tage ein Schreiben desselben mit folgendem characteristischen Wortlaut: „In der Abendnummer der „Politik" vom 16. d. steht ein Brief, den ich angeblich an einen gewissen Hummelsheim geschrieben habe. Der Name Hummelsheim ist mir ganz unbekannt. Wol entsinne ich mich bei weiterem Nachdenken, daß ich einen Brief des erwähnten Inhaltes auf Anfrage geschrieben h abe. Aber ich war damals und mehrere Woche» später in so großem Gedränge, daß ich den Wortlaut des Briefes und den Namen des Adressaten nicht mehr angeben kann. Unbegreiflich ist mir speciell, daß ich als Klostervorstand in dem Briefe auftretc, da ich das sa nicht bin. Obendrein muß ich bemerken, daß der Fragesteller blos aus wissenschaftlichem Interesse, ganz für seinen Privatgebrauch meine Ansicht erbat, nur, wie er schrieb, zu seiner persönlichen, wissenschaftlichen Jnfonnatiou, und detzhalb unbedingte Discretion zusicherte. Diese Zusicherung und Erklärung bewogen mich, ihm kurz und kernig bei der Eile, in der ich war, Antwort zu geben. Es ist daher ein großer Verrrauensbruch, ein für die Oeffentlichkeit gar nicht bestimmtes Schreiben dem Publikum zu übergeben, wie äs seitens der „Neuen Freien Presse" geschehen ist. Ausdrücke, mit welchen man privatim briefliche oder mündliche Kritik übt, erlaubt man sich nicht in der Oeffentlichkeit. Nachdem ich bereits der „Neuen Freien Presse" mitgetheilt habe, daß ich, soweit es sich um einen Brief an Hummelsheim hapdelt, nur an eine Mystification glauben kann, bitte ich Sie ergebenste um die Güte, zur näheren Aufklärung hes. Falles das gegenwärtige Schreiben in der „Politik" ehestens abzudrucken, damit man erkenne, daß ohne meine Schuld das geehrte Publikum durch Ausdrücke überrascht wurde, welche der europäischen Sitte nicht entsprechen. Genehmigen Sie, geehrte Redaction, den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung. Canonicus Professor Dr. Rohling. Daraus geht hervor, daß er den Brief, welchen er als „Mystification" Gezeichnete, wirklich geschrieben, und nur schamlos nach seiner alten Art lügt. Er beschuldigt die „Neue Freie Presse", weil sie dieses angebliche Privatschreiben der Oeffentlichkeit vorgekgt, während doch die Publication von Seite seines eigenen Gesinnungsgenoffen, dem er den Brief geschrieben, den er aber plötzlich nicht mehr kennen will, erfolgte. Dieses neueste Schelmenstück ist gewiß eines geriebenen Gauners würdig und wird gewiß an anderer Stelle ein Nachspiel haben. Wien. Ein Abonnent unseres Blattes theilt uns mit: „Bei der am 10. d. M. im Ballsaale des Etablissement Ronacher stattgehabten Wählerversammlung des Comites zur Förderung der Wahl des Dr. Ferdinand Krouawetter, in welcher sich auch cinige Antisemiten befanden, wurde, mir von einem Comitemitgliede der bekannte dnrchgefallene Antisemit, Wirthschaftsrath Hanns Metzler, vorgestellt, worauf sich folgendes stilles Zwiegespräch entwickelte: IchIch weiß nicht, ob es dem Herrn Wirtschaftsrathe angenehm ist, mit einem so eifrigen Gegner, wie ich es früher war und noch bin, bekannt zu werden. Metzler: Warum denn nicht? Das macht ja nichts. Ich: ' Wundern Sie sich nicht, daß Sie in dieser Versammlung so anstandslos bleiben dürfen, was einem liberalen Manne in einer antisemitischen Versammlung nicht gelingen könnte? Das ist eben der Unterschied der Parteien: Sie sind entweder aus Neugierde hergekommen, oder mit der Absicht, Dr. Kronawetter zu. interpellieren. Letzteres wäre uns Allen und auch dem Candidaten sehr angenehm. Metzler: Was fällt Ihnen ein, daß ich hier das Wort ergreifen soll, wo ich keine Aussicht auf Erfolg hätte. Aber wenn der Bürgermeister candidirt hätte, habe ich mir vorgenommen, dem Dr. Kronawetter meine Stimme zu geben. Ich: Sie werden heute jedenfalls den Eindruck mitnehmen, daß Ihre Partei bedeutend abnimmt, während die fortschrittlich gesinnte zunimmt. Metzler: Das glauben Sie nur, wer aber unter das Volk kömmt, weiß das Gegentheil. Ich: Dann müßten Sie neuester Zeit noch mehr Herrgottspfänder zum Aufhetzen und Aufreizen des Volkes engagirt haben. Uebrigens haben Sie meines Wissens nicht mehr viele frei herumgehende Agitatoren, die meisten sind ohnehin abgestraft oder verrückt worden. Ich beneide Sie und Ihre Anhänger nicht um Ihre Freude und Hoffnung, daß das brüderliche Zusammenleben aller Menschen, wie es jede Religion vorschreibt, noch lange auf sich warten lassen wird. Merken Sie sich Herr Wirtschaftsrath was ich Ihnen heute sage: „Wer sich je mit Judenverfolgungen beschäftigt, vom Judenfeinde Haman angefangen rc. rc., dem ist es noch nie gut ergangen. Wissen Sie aber warum? Weil unser alter Gott noch lebt, der kein Unrecht zuläßt. Metzler: Auf den Herrgott machen eben wir Ansprüche. Ich: Sie vergessen aber, daß wir Juden ältere und gerechtere Ansprüche auf Gott haben und daß er uns immer in den größten Nöthen beistand. Hierauf entfernte ich mich von Metzler, während er bald den Saal verließ. 8. EL Schon am I. Octob. 300.000 ♦Vi Guldgn zu gewinnen. Wiener Commiinal - Promessen ä Gulden 3'/, und 50 kr. Stempel Haupttreffer: fl. 200.000 8. W. Theiss-Promessen ä Gulden 2 und 50 kr. Stempel Haupttreffer 100.000 fl.ö. W. Beide zusammen nur 6 Gulden. Weckselstuben-Actien-Gesellschaft 95 Wollzeile 10 WIEN Mariahilferstr. 74 b. 5? ysp» *Yc>* » ucporuckmi * tgarofkcfe Vffl.ibrchenfelderslrasse'Iji. wteW MM HER

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