Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 28 (8.7.1892)
- Date
- 1892-07-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 28 OrfterrrichUchr Wochenschrift. Seite 491 Der Vorsteher, der in der Synagoge die Prozession mit , dem Deliquenten erwartete, raste vor Wuth, als er von dessen Flucht erfuhr und die Leute ihm in's Gesicht lachten. Als Berele den Ort im Rücken hatte, blieb er einen Augenblick stehen, schöpfte Athem und sandte einen dankbaren Blick zum Himmel. Dann eilte er aus Leibeskräften weiter, bis er glaubte, die Sabbathgrenze erreicht zu haben. Er saß im Walde bis es Abend ward und dachte nach, ivohin er sich wenden solle. Da fuhr ihm ein glücklicher Gedanke durch die Seele — zum Fürsten nach Eisenstadt. Er ging die ganze Nacht durch, des Morgens war er am Ziele. Berele war unerschrocken, tute jedes Naturkind, er meldete sich zur Audienz, sie wurde ihm bewilligt und gegen Mittag stand er vor dem Fürsten. Ohne Zagen erzählte er den: Fürsten den Vorfall des gestrigen Tages so offen und treuherzig, daß diesem kein Zweifel an der Wahrheit seiner Worte übrig bleiben konnte. Unumgänglich mußte Berele auch das Treiben des Verwalters berühren, der mit dem Vorsteher Hand in Hand gehe, so daß die Tyrannei dieses von jenem unterstützt werde und kein Recurs an ihn nütze. Der Fürst hatte in der letzten Zeit auch von anderen Seiten Klage über diesen Verwalter gehört, und er war entschlossen, seine Unterthanen von diesem Ungeheuer zu befreien. Am nächsten Tage kam Berele wieder im Triumphe nach Hause. Er saß auf dem Kutschbock einer schönen Equipage, in der ein höherer fürstlicher Beamter seinen Einzug im Orte hielt Die Bauern und die Juden wurden in's Schloß gerufen und als sie sahen, wie es um die Sache des Verwalters stehe, rückten sie mit ihren Anklagen heraus. Der Verwalter wurde seines Amtes entsetzt und mit ihm fiel der Vorsteher Wolf Schaffen. Nach wenigen Wochen waren Berele und Riekele ein glückliches Ehepaar. Er wurde der Hofjude im Schlosse und die reichsten in der Gasse vertrauten ihm bedeutende Summen an, mit denen er arbeitete und es bald zu eigenem Vermögen brachte, so daß er in wenigen Jahren in den Vorstand gewählt wurde. Seine erste öffentliche That war: die Abschaffung des Halseisens. Wochenkalendrr. Wochen- Juli 1892 Tamus 5652 Kalender Freitag 8 13 Samstag 9 14 pbn Sonntag 10 15 i Montag 11 16 Dienstag 12 17 Tainns-Fastm Mittwoch 13 18 Donnerstag 14 19 Freitag 15 20 CONCURS. In derisrael. Congress-Gemeinde Eperies ist.die Stelle Lines der auch tüchtiger Vorbeter und ■ftTltt» KIIE» MH sein muss mit dem Jahresgehalten von 500 — 600 fl., das bei besonderer Tüchtigkeit noch gesteigert werden kann, nebst dem Erträgnisse der Schechita und üblichen Emolumenten am 1. September a. c. zu besetzen. Marienbad. j Ich halte mich verpflichtet, die ergebene Mittheilung zu machen, daß ich das vor 3 Jahren von meinem Bruder Herrn D. Löwenthal angekaufte Restaurant „Etablissement Lörventhat" oberhalb der Waldmühle wieder verkauft habe und daher nicht weiter führe. Ergebenst Josef Löwenthal. Avis! Bezugnehmend auf obige Mittheilung, erlaube ich mir dem P. T. Publikum anzuzeigen, daß ich in meinem „Aotel Walhalla" Franz-Jofef-Platz einen großen Speisesaal nebst geräumigen Nebenlokalitäten gebaut habe. Sämmtliche Räume sind elektrisch beleuchtet. Auch sind daselbst komfortable Wohnungen für Curparteien und Passanten zu billigsten Preisen zu haben. Für gute curgemäße Küche und aufmerksamste Bedienung sorgt bestens D. Löwenthal Besitzer. Jahrzeit-Gedenktafeln Lampen für ewiges Licht, Opferbüchsen, Schiwisi- und Zehngebote-Tafeln, alle Gattungen von Aufschriften und Schildern erzeugen MICH. WINKLER & SOHN Wien XV., Michaelergasse 17. ♦ Im Verlage der Buchhandlung M. Breitenstein, Wien, 9 IX., Währingerstrasse 5, ist erschienen und daselbst sowie q durch jede Buchhandlung zu beziehen: f Acten und Gutachten tim Processe Rohling-Bloch. Dieses Werk ist eine Fundgrube für alle auf das Gebiet des Talmuds bezughabenden Fragen. Preis 3 fl. Nach dem allbekannten Aussprache des Kaisers Friedrich rDer Antisemitismus ist die Schmach des Jahrhunderts“, erscheint seit Anfang dieses Jahres in unserem Verlage eine Zeitschrift unter dem Titel: „Die Schmach des Jahrhunderts.“ Haibmonatschrift zur Bekämpfung das Antisemitismus. Bewerber um diesen Posten mögen mit den nöthigen Zeugnissen versehen, bis 15. August a. c. persönlich wegen Probevortrages beim Unterzeichneten Vorstande sich melden. Die Reisespesen jedoch werden nur dem Acceptirten zurückerstattet. Eperies, den 28. Juni 1892. Der Vorstand. Preis vierteljährlich Mark 2.50 (fl. 1.50) Die gesummte jüdische Presse hat die „Vorzügliehkeit“ unserer Zeitschrift anerkannt und nachdrückliche die Unterstützung derselben durch Abonnement empfohlen.!! Probe-Nummern gratis!! Moderner Verlag (E. Hagendorn) Berlins. W. Zimmerstr. 56-