Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 26 (24.6.1892)
- Date
- 1892-06-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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. X - - -— -^rrriTrrrrrTinTT^ Seite 454 Oesterreichifchr Wochenschrift Nr. 26 Fabrikanten Herrn Salomon Kohnberger in Wien und dessen Schwester, Frau Jeanette Schneck, Witwe nach dem leider früh verblichenen kaiserlichen Rathe Herrn Isidor Schneck. Ihr verstorbener Gemahl, Herr B. L. Bachra ch, war ein Nachkomme jenes Jakob Bach rach, über dessen Einwanderung nach Trebitsch Herr Professor Dr. Kaufmann in seinem Aufsatze „Zur Geschichte der Wiener Exulanten von 1670" (Magazin für die Wissenschaft des Judenthums, Berlin 1890, IV. Quartalheft) berichtet, imd jahrelang verdienstvoller Cultusvorsteher und Bürgermeister unserer Gemeinde. Anläßlich dieser Feier ließ nun ein Sohn der Jubilarin. Herr Julius Bachra ch aus Wien, durch Herrn Rabbiner Dr. Pollak an die israelitischen, sowie durch die Herren Stadt- und Schloßpfarrer an die christlichen Armen von Trebitsch und Unterkloster die Summe von 200 ft. vertbeilen, wofür ihm hiemit wärmstens Dank gesagt und der Wunsch ausgesprochen wird, seine theure Mutter noch lange erhalten zu sehen. Bei dieser Gelegenheit mag auch die pietätvolle That eines anderen Sohnes der hiesigen Gemeinde ihre verdiente öffentliche Anerkennung finden. Der bestens bekannte Herr Sigmund Taußig, k. k. Baurath bei der n.-ö. Statthalterei, Vorstandsmitglied der Israelitischen Allianz in Wien, verabsäumt es trotz seiner vielen Berufsgeschäfte nie, an den Jahrzeittagcn seiner sel. Eltern hieher zu reisen, um deren Gräber zu besuchen und jedesmal sehr ansehnliche Beträge den Armen zukommen zu lassen. x. At.-Kroma«. Aus Anhänglichkeit an seine Heimatsgemeinde Kromau spendete Herr Gustav Tandler aus Brünn bei seiner letzten Anwesenheit ein schönes, silbernes Ner tamid, welches er auch dem Vorsteher übergeben ließ. Der Vorstand übermittelte dem Spender den Dank der Gemeinde auf schriftlichem Wege. Jglau, 13. Juni. (Einstellung des Strafver- „ sahrens gegen Geistliche.)Der Bezirks Schulrath hatte im August 1891 eine an der Volksschule mit tschechischer Unterrichtssprache erledigte Unterlehrerstelle provisorisch dem Israeliten Julius Urbach verliehen. Urbach überragte den zweiten Competenten an Vorbildung, indem er absolvirtes Gymnasium mit Maturitätsprüfung, Reisezeugniß für tschechische Volksschulen und die Note „ausgezeichnet" in deuffcher Sprache nachwies, während Letzterer nur vier Gymnasialclassen, Reisezeugniß und die Note „lobenswerth" in deutscher Sprache für sich hatte. Daraufhin brachte das clericale „Jglaner Volksblatt" im September 1891 ein „Eingesendet", unterzeichnet mit: „Ein katholischer Mann als Wortführer der betreffenden Eltern", und eine Redactions- Anmerkung, worin diese Verfügung des Bezirks-Schnlrathes auf das gröblichste geschmäht wurde und durch unwahre Angaben derselbe eines incorrecten Vorgehens beschuldigt, die Verfügung selbst wurde als eine „Brutalität", als „unsittliches Treiben", als „Schandfleck" bezeichnet und an der Zurechnungsfähigkeit der Matadore gezweifelt. . Die betreffende Nummer wurde mit Beschlag belegt uud die strafgerichtliche Untersuchung eingeleitet. Nach den Handschriften des Vorgefundenen Manuscriptes wurden als Verfaffer des Artikels der Religions-Professor am Gymnasium P. Guido Geyer und der Caplan an der Stadtpfarrkirche, der Prämonstratenser P.Isidor Zahradnik erkannt. Die Staatsanwaltschaft leitete gegen dieselbe die Untersuchung ein und die Genannten gaben an, den Artikel verfaßt zu haben. Zu einer Verhandlung kam es jedoch nicht, da mit allerhöchster Entschließung vom 11. März 1892 das gegen P. Isidor Z ah rad n ik, P. Guido Gey er, den Redacteur Franz Holzer und den Drucker August Illing in der Richtung des Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung nach 8 302 St.-G. eingeleitete, vom Oberlandesgerichte bestätigte Strafverfahren eingestellt wurde. Karlsbad. Ueber Herrn k. u. k. Hoflieferanten M o s e r, Präsidenten der israelttischeu Cultusgemeinde in Karlsbad bringt die in Chicago herausgegebene „Columbus Weltausstellungs-Zeitung" einen für den Genannten höchst schmeichelhaften Artikel, den wir hier folgen laffen, er lautet wortgetreu: „Der Hoflieferant Moser in Karlsbad bereitet eine imposante Ausstellung der niedlichen böhmischen Glassachen vor. Die österreichischen Abtheilungen in den verschiedenen Ausstellungen der Welt haben immer Effekt gemacht, wenn Moser sich daran betheiligte. Nicht deswegen, weil die einzelnen Artikel, desselben sich vermöge ihrer schöneil Formen und Farben gewissermaßen von selbst zur Geltung bringen, sondern lveil Moser auszustellen versteht. In der Weltausstellung von New- Orleans hatte die Firma 28 Pyramiden und Tische von enormer Größe mit den glitzernden Glaswaaren besetzt. Alle diese Pyramiden lvaren mit kostbaren dunkelrothen Sammet bezogen und diejenigen Tische, auf welcher: die Crystallsachen standen, lvaren sogar mit Spiegelscheiben belegt. Des Abends bei electtischem Licht war der Anblick der Moser'schen Abtheilung ein feenhafter zu nennen. Die vornehme Welt hielt sich denn auch mit Vorliebe bei den Moser'schen Pyramiden auf. Selbst wenn der Besuch der Ausstellung, z. B. bei Regenwetter, schwach war, so konnte man bei Moser immer eine Anzahl Menschen finden, die sich an dem Anblick seiner Artikel ergötzten. Hoffentlich macht uns Moser in unserer Weltausstellung eine ähnliche „shuw*. An Liebhabern für die verschiedenen nützlichen Glaswaaren wird es hier, wo der Besuch ein ungewöhnlich großer zu werden verspricht, nicht fehlen." Herr k. n. k. Hofrath Prof. Dr. Eduard Hanslick, lvelcher gegenwärtig hier zum Curgebrauche weilt, hat an den Obercantor der hiesigen Synagoge Herrn Tiger ein Schreiben gelangen lassen, worin er in den schmeichelhaftesten Worten die schöne Stimme und den schwungvollen Vortrag des Genannten würdigt. Das Schreiben lautet: „Herrn Ober-Cantor H. Tiger, Karlsbad. Geehrter Herr! Ich hatte Gelegenheit gestern dem feierlichen Abend- Gottesdienst in der hiesigen Synagoge beizuwohnen. Die seltene Tonfülle und Ausdauer Ihrer schönen Stimme, sowie Ihr leidenschaftlich schwungvoller Vortrag der Rituellgesänge haben mir einen so lebhaften Eindruck gemacht, daß ich mich gedrängt fühle, hier dem vollen Danke Ausdruck zu geben. Mit der Versicherung vollkommener Hochachtung Prof. Dr. Eduard Hanslick. Die hiesige Cultusgemeinde hat sich hochgeehrt gefühlt, durch die erfolgte Berufung ihres verehrten Rabbiners, Dr. Ziegler. Bei der Beliebtheit die sich letzterer hier erfreut, hat dessen Zusicherung, Karlsbad nicht zu verlassen, allgemein befriedigt und freut sich die ganze Gemeinde, daß Dr. Ziegler uns erhalten bleibt. Der Pächter der hiesigen Termen-Judustrie, Herr Lobt Schöttlander hat auf einen Appell des Karlsbader Bürgermeister, Herr Karl Zörkeud ö rfer, für die Hinterbliebenen der Verunglückten in Pribram- Birkenberg den ansehnlichen Betrag von 100 fl. gespendet, ein neuer Act von Hochherzigkeit dieses wahren Wohlthäters der Armen und Unglücklichen. Peczemzyn (Galizien.) Unser Glaubensgenosse, der k. k. Bezirksgerichts-Adjunct beim hiesigen Bezirksgerichte, Herr H. u t, wurde zum Gerichtsadjnncten für Sanok ernannt. Budapest. Frau Sigmund Mauthner, die Witwe des verstorbenen Direktors der Ungarischen Allgemeinen Creditbank, hat anläßlich der Vermählung ihrer Tochter dem Mädchen-Waisenhause des Pester israelitischen Frauenvereins fl. 1000 als Gründungsbeitrag zur Verewigung ihres dahingeschiedenen Gatten gespendet. (Ein preisgekröntes Werk.) Den diesjährigen Preis des Landes - Sanitätsvereines gewann der Honorär- Oberphysikvs des Baranyaer Comitats Dr. Leopold Löwy mit seinem Werke über die Reinlichkeitsverhältniffe der Stadt Pecs. (Von einem judenreinen Finanzinstitut.) Sämmtliche Mitglieder des Directionsrathes der vaterländischen Sparkasse wurden vom Handelsgerichte zu empfindlichen Geldstrafen verurtheilt, weil im Laufe der gegen den Millionen - Defraudanten P in f s i ch geführten Untersuchung erwiesen worden ist, daß das Institut eigene Aktien, allerdings nicht zu Speculationsztvecken, angekauft hatte. Raab Anläßlich des 25jährigen Krönungs-Jubiläums Sr. Majestät, hat Herr Ignaz Schreiber, königl.-ung. Commerzial-.Rath in Wien, Ehrenniitglied unserer Gemeinde, eine Stifttmg von 5000 fl. gemacht, deren Zinsen alljährlich an zwei hiesige verarmte Gemeindemitglieder vertheilt werden sollen. Krenz (Croatien). Dem Bicebürgermeister und Vorstände der israelitischen Cultusgemeinde in der Stadt Kreuz in Croatien, Herrn Marco Breyer, wurde wegen seiner Verdienste um das allgemeine Wohl vom Kaiser das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. Belovac. Anläßlich der Krönungs-Jubiläumsfeier am 8. d. M. veranstaltete die hiesige Cultusgemeinde-Borstehung im israel. Tempel einen Festgottesdienst, welcher von sämmtlichen Spitzen der Behörden, und zwar vom Herrn Viergespann Mali -