Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 20 (13.5.1892)
- Date
- 1892-05-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 352 Orstrrrrtchlschr Wochenschrift. Nr. 2 0 Bauer fl. 10, Frau Kuranda fl. 10, Frau Moriz Karpeles fl. 15. Herr Eduard Pick von einigen Bekannten fl. 7, Frau Helene Nascher fl. 5. Sammlung der Frau Fleischmann: S. L. Fleischmann fl. 5, Frl. Flora Großmann fl. 1, Frau Charlotte Bruckner fl. 2, Frau M. Sch. fl. 1, Frau Anna Fried fl. 2. Frau Dr. Schlesinger fl. 1. Herr Adolf Pollitzer fl. 2, Herr Hermann Herzfeld fl. 1, Herr Emil Weiner fl. 1, Frau Irene Bl. fl. 1, Frau Regme Stern fl. 1, Frau Josefine Jona fl. 1, Frau Rosa Tachauer fl. 1, Frau Marie Michlup fl. 1, Frau Karoline Käs fl. 2, Frau Johanna Benedict fl. 2. zusammen fl. 25. —Herr Ignaz Ehrenfeld fl. 10, Herr Comerzienrath Reiser fl. 10. Fr. Jda Kary fl. 10. Sammlung des Fräuleins Marie Rothziegl: Frau Cäcilie Adler fl. 5, Frau L. Eisenstein fl. 2, Frau Am. Benedict fl. 4, Frau Lucie Harpner fl. 1, Frl. Marie Rothziegl fl. 1, Frau Dr. Rothziegl fl. 3, zusammen fl. 16. — Frau Dr. Heinrich Weiß fl. 5, Frau Emilie Winter - nitz-Kaltenleutgebcn fl. 10. Wien. Anton Rnbinstein's neuestes Oratorium „Moses" ist nunmehr nach jahrelanger eifriger Arbeit vollendet. Die Geschichte des Auszuges aus Egypten ist in 8 Äbtheilungen oder Bilder dargestellt und wird beider Aufführungen zwei Abende in Anspruch nehmen. Der berühmte Eomponist har sich mit vielen Details der Befieiung aus der egyptischen Sklaverei eingehend befahl, wie aus nachstehender kurzer Inhaltsangabe hervorgcht. Der erste Theil des Oratoriums umfahl: 1. Die Geburt Mosis und seine Findung im Schilfe. 2. Die Bedrückung der Juden durch Pharao. 3. Der Aufenthalt Mosis in der Wüste. 4. Die Erscheinung Gottes im brennenden Dornbusch und der Auszug aus Egypten. Der zweite Theil zerfällt gleichfalls in vier Abtheilungen. 1. Der Durchgang durch das röche Meer. 2. Verkündung der zehn Gebote. 3. Wanderung der Juden in der Wüste. 4. Tod Moses und die Eroberung des gelobten Landes. Wien. Der Vorstand des israelitischen Tempel-Vereines für Mariahilf und Neubau veranstaltet für sein hingeschiedenes, verdienstvolles Mitglied Herrn Wilhelm Nagel, Montag, den 1«. Mai d. I. 7 Uhr Abends einen Trauer-Gottesdienst im Vereins-Tempel. VI., Schmalzhofgaffe 3. Wien. Die russischen Nihilisten haben wieder ein Lebensmüder vielmehr ein Todeszeichen von sich gegeben. Sie haben den Petersburger Polizei-Minister General Gresser vergiftet. Der Glaube, das; der Nihilismus verschwunden sei, hat sich als ein optimistischer erwiesen. Die Nihilisten existiren noch, sie haben nur die Methode geönbert und arbeiten statt mit Bomben mit geräuschloser wirkenden Giften. Aus Afrika kommt eine Trauernachricht Wie an die Küste gelangte Gerüchte melden, wäre Emin Pascha vollständig erblindet. Das Gerücht klingt leider nicht unwahrscheinlich, denn der gelehrte Pionnier der Civilifation im dunkelsten Afrika litt bekanntlich an hochgradiger Kurzsichtigkeit. Brün«. (Hieronymus L o r m.) Der berühmte vaterländische Dichter Hieronymus Lorm, welcher bekanntlich vor Kurzem von Dresden nach Brünn übersiedelte und hier in der Thalgasse wohnt, wurde gestern Vormittags vom Präsidenten des Deutschen Journalistcn- und Schriststellervereines für Mähren und Schlesien, Dr. Ludwig Goldhann, namens des Vereines in herzlicher Weise begrüßt. Der gefeierte Dichter nahm diese Begrüßung mit Freuden entgegen und dankte dem Dr. Goldhaun dafür in der liebenswürdigsten Weise. Prag. (Leichenbe gängniß.) Am 3. d. M. um 4 Uhr Nachmittags fand vom israelitischen Badhofe aus, unter sehr zahlreicher Betheiligung das Leichenbegängnis des verstorbenen k. k. Bezirksgerichts - Adjuncten Herrn Dr. Carl Urbach statt. Unter den Trauergästen befanden sich die Herren Oberlandesgerichtsrach Dr. Wokaun, die gewesenen College« des Verblichenen beim Bezirksgerichte in Weffely, zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten. Sr. Ehrwürden der Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld, Doctoren, Advocaten und Freunde des Verblichenen. Der Verstorbene war ein pflichtgetteuer Beamter und ein Mann von seltenen Vorzügen des Geistes und des Herzens. Die Leiche wurde auf dem israelitischen Friedhofe bestattet. Prag. In Nr. 19 Ihres geehrten Blattes befindet sich unter der Rubrik „Correspondeuzen" ein Bericht aus Prag bezüglich der Aenderuug der Statuten der Prager israelitischen Beerdigungs-Brüderschaft, worin zum Schluffe die Entstehung dieses Vereines fitr* skizzirt ist. Vom geschichtlichen Standpunkte aus bedarf dieses einer Berichtigung. Die Beerdigungs-Bruderschaft wurde nicht, wie es daselbst heißt, von Eleazar Aschkenasi, der nebenbei bemerkt niemals in Prag, noch daselbst Oberrabbiner war, gegründet, sondern war die Begründung das Werk einzelner hervorragender Gemeindeglieder , welche dem eigennützigen Treiben der Spitalwärter, die gleichzeitig Todtengräber waren, Einhalt chun wollten. Es war nämlich im Jahre 1563 eine Krankheit ausgebrochen unv die Sterblichkeit war sehr groß, da geschah es, daß benannte Marter oerart große Summen Geldes fordett, en welche ärmere Leute nur Lurch Betteln, zusammenbringen konnten, dadurch blieben Leichen oft 6 .bis 8 Tage unbeerdigt. ° Die benannten Ehrenmänner übernahmen die freiwillige Verpflichtung, alle jüdischen Leichen selbst zu waschen, zu bekleiden und zu beerdigen und zwar die armen unentgeltlich, hingegen von den Bemittelten nach Maßgabe ihres Vermögens eine Taxe einzuheben. Die eingehenden Gelder werden zu drei Zwecken benützt u. zw. ein Therl für Anschaffung von Brettern zu Särgen undTvdtenkleidern, der zweite Theil für eventuellen Ankauf bezüglich Erweiterung des Friedhofes und der dritte Theil zur-Unterstützung von armen Kranken in Seuchen, sowie zur Aussteller armer Bräute. Im Jahre 1571 wandte sich der erste Vorsteher des neuen Vereines, der Typograph Menachem ben Zemach Kohn, aus dem Geschlech-e der berühmten Druckerfamilie der Gersoniden, an die Amsterdamer Judengemci'nde um Mittheilung der Minhagim (Gebrauche), der dort bestehenden Beerdigungs-Brüderschaft die den Titel Chewra Kadischa führte. In; Namen der Amsterdamer Gemeinde beschrieb ihnen der dortige Rabbiner Eleazar Aschkenasi die bestehenden Gebräuche bei Sterbenden, bei Waschung, Bekleidung und Beerdigung sowie auch die Liturgie; daher stammt der Jrrthunl Eleazar Aschkenasi für ben Begründer zu halten. Der Name stammt ebenfalls von dort. Es war eine Verordnung, daß jeder, welcher Vorsteher dieses Vereines werden wollte, vorerst wenigstens eine neue Thkoro (Ber vrdnung) zufi'lgen mußte, in Folae dessen wuchs die Zahl der Vorschriften immer mehr an. Auf Basis derselben lvurdcn im Jahre 1834 zum ersten Male Statuten im heutigen Sinne des Wortes verfaßt und 1866 erneuert. Dies die kurze Skizze der Eiltstehung der israel. Beerdigungs- Brüderschaft in Prag. Ich hoffe Ihnen mit Gottes Hilfe baldigst die ausführliche Geschichte dieses, bezüglich seiner Leistungen beinahe einzig dastehenden Wohlthätigkeits-Bereincs zuseuden zu können, welche Arbeit als Beitrag zur Geschichte und Clllturgeschichte der Juden gewiß das Interesse Ihrer Leser erregen wird. Mathias K i s ch. Budapest. (Hände lsm in ist er Baroß.) Das allzufrüh erfolgte Hinscheiden des Handelsministers Baroß hat ganz Ungarn in tiefe Trauer versetzt. Er war ein warmer Patriot und' der Habsburger Dynastie treu ergeben. Was er für den ungarischen Staat geleistet, wird unvergänglich mit seinem Namen verknüpft sein. Seinen Untergebenen war Baroß ein lvohl strenger, aber gerechter und wohlwollender Vorgesetzter. Insbesondere haben die Juden alle Ursache seinen Tod zu betrauern, denn bei ihm galt es keinen Unterschied in der Confessio«, nur das Verdienst und die Befähigung ivaren maßgebend für die Stellung, resp. Beförderung der seinem Ressort unterstehenden Beamten. Thalsächlich wurden viele Glaubensgenossen, die sich durch Eifer, Strebsamkeit und Intelligenz bemerkbar machten, tourlich und außertourlich befördert. Ganz entschieden trat er bei jeder Gelegenheit dem Rassenhasse entgegen und duldete auch nicht, daß Beamte ihres Glaubens wegen angefeindet werden. In Ungarn ist man Gottlob so weit, daß ein gleicher Vorgang auch von dem Nachfolger Baroß' mit Sicherheit zu gewärtigen ist. Galgocz. (G o l d c n e H o ch z e i 1.) Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: Am 15. Mai (Lag Beomer) wird von Herrn Daniel rmd Frau Sofie Eisler in Galgocz (Ungarn) das Fest der goldenen Hochzeit begangen. Herr Eisler, der im 73. Lebensjahre steht, ist ein hochangesehener Kaufmann, das Muster der Solidität und strengster Ehrenhaftigkeit, widmete sich stets den Interessen der jüdischen Gemeinde, war eine Zeit lang Präses der Cultusgemeinde und Schulvorsteher, sowie überhaupt dem Gemeinwohl seiner Vaterstadt, wo ihm auch die nichtjüdische Bevölkerung ungewöhnliche Hochachtung entgegenbringt. Herr Eisler sowohl wie seine Frau hegten und bethätigten immer die lebhafteste Theilnahme für alles Schöne und Gute und üben mit wahrhaft jüdischem Herzen Wohlthätigkeit in vornehmster Form und im reichsten Maße. Das jüdische Patrizierpaar, dessen Gesinnungsadel, Herzensgüte, Intelligenz und echte Gläubigkeit die Grudlage ihrer volleit harmonischen Ehe bilden, ist am Jubeltage von seinen Kindern umgeben, in deren Lebensführung die Traditionen ihre? Elten; fortleben. I. F-r. 82. 6. W. Raab. Der israelitische Franenverein hielt am 5. d. M. seine Generalversammlung. Präsidentin Fra» Fanny Lederer schilderte nach Eröffnung der Sitzung das 25jährige segensreiche Wirken des Vereines, welche Enunziation mit großem Beifall ausgenommen wurde. Sie wurde hierauf mit Acclamation wieder jur Präsidentin gewählt und gebeten, die Zügel des Vereines mit demselben Eifer und derselben Opferwilligkeit wie bisher zu leiten. Das Berlins- Vermögen war am 1. Jänner 1692 in Summa.fl. 4195 29 und der Waisensond des Vereines fl. 1010 85. Seitdem spendete wieder zu demselben Herr Adolf Kohn, Oelfabrikant fl. 1'0. Ausgaben waren im Jahre 1891, fl. 2713-48. Bozen. Aus Bozen meldet man, daß die Herren Sigismund, Arnold und Max Schwarz das Andenken an ihren verstorbenen Onkel Wilhelm Schwarz ehrten, indem sie den namhaften Bettag von 5000 fl. wohlthätigen und humanen Zwecken in unserer Stadt zuführten, mit der Bestimmung, daß unter andern; die Zinsen aus dem Kapitale von 1500 fl. alljährlich am Todestage des Herrn Wilhelm Schwarz unter verschämte Arme vertheilt werden sollen. Der Betrag von 1000 fl. wurde weiters dem Spitalsfonde gewidmet und der Fond zur Erbauung einer neuen Turnhalle erhielt das großmüthige Geschenk von 1000 fl.