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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-03-25 · 13 (25.3.1892) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
13 (25.3.1892)
Date
1892-03-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 13 Oestrrrrichischr Wochenschrift. Seite 231 werde, und jener Zukunft entgegengehe, die dem Eifer seiner Vertretung entspricht. Wien. (Synagogenbau.) Wie uns berichtet wird, hat das Comite zur Erbauung einer Synagoge nach polnisch-jüdischem Ritus schon alle vorbereitende Schritte zum Zwecke der Erwerbung eines Baugrundes in der Weise getroffen, daß der Verkäufer durch einen Präliminar-Bertrag bereits gebunden ist. Die zu diesem frommen Werke seinerzeit vom seligen Herrn Hermann Hescheles gemachte hochherxige und munificente Spende im Betrage von fl. 25.000, welcher von seinen Erben in coulantester und edelster Weise anerkannt wurde, hat die Anregung und die Basis zur Erbauung dieser Synagoge geschaffen. Dank dieser und den sehr zahlreich einlaufenden anderen Spenden wird das Baucomite hoffentlich in der Lage sein, eine allen Anforderungen entsprechende Synagoge ohne weitere Belastung in kurzer "Zeit Herzustetten. Wien, 21. März. «Todesfall e.) Gestern verschied in Holiez im Wer von 76 Jahren Frau Fanny Frankl, geborene G a y d u s ch e k, die Mutter des Polizeirathes Bernhard Frankl. Die Heimgegangene erfreute sich wegen ibrer Leuffeligkeit und ihres menschenfreundlichen Sinnes, allgemeiner Sympathie, von der die zahlreiche Betheiligung an der Beerdigungsfeierlichkeit Seitens Aller Kreise der jüdischen und christlichen und Bevölkerung Zengniß ablegte. Wie». Zum Besten des Leopoldstädter Kranken-Unterstützungs-Vereines „Nächstenliebe" findet im großen Saale des Hotel Central (Sacher» Taborstraße 8, ain 26. März 1802 ein Costümkränzchen statt. In Rücksicht des wohlthätigen Zweckes ist eine zahlreiche Betheiligung an dem voraussichtlich animirten Feste zu erhoffen. E. B. Salzburg. (Einzug der Antisemiten pest im Salzbur gische n.) Im herrlichen Juwel der Habsburger-Krone, im. Salzburger Lande, war der Antisemitismus nur dem Namen nach ge- und bekannt. Nun sott diese moderne Seuche des fin de siede auch im „Salzburgischen" den Einzug halten. Ein neuer politischer Verein, unter dem berüchtigten Aushängschilde: „Christlich-social" ist in Stadt Salzburg mit Zweigniederlassungen im Kronlande im Werden begriffen, mit der „löblichen" Aufgabe, den Racenhaß nach den schönen Beigen, Thälern und Triften Salzburgs zu trugen, wo es auf dem'Lande gar keine, in den Städten nur vereinzelt seßhafte Juden gibt, die sich äußerst discret verhalten, so daß in der Regel gar nicht bekannt ist, welch' Glaubens sie sind. Der Antisemitismus ist daher für Salzburg ein überflüssiger Luxus, welchen sich dieses an Naturschönheiten wohl reiche an Naturprodukten aber sehr arme Ländchen nicht gönnen darf, soll es in seinen vitalsten Interessen nicht empfindliche Einbuße erfahren. Von den Salzburg aussuchenden Touristen, Sommerfrischlern und Curgästen sind ein großer Theil Juden, die es sich wohl überlegen dürften wieder zu kommen, wenn sie befürchten müßten, behelligt zu werden. Was ein namhafter Ausfall in der Fremdenfreguenz der Stadt und des Landes Salzburg aber bedeuten würde, muß, da beide auf die Fremden-Jndustrie angewiesen sind, wohl nicht erst demonstrirt werden. Man darf daher der Erwartung Raum geben, daß seitens der berufenen Factoren, insbesondere des löblichen Stadt-Salzburger-Vereines zur Förderung des Fremdenverkehres mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen die Einbürgerung des Antisemitismus in Stadt und Land Salzburg mit aller Energie Stellung genommen wird. Karlsbad. Das Comite der hiesigen Kausleulc spendete 20 Gulden der Armencasse der israelitischen Cultusgemeinde Karlsbad, welcher Act in betheiligten Kreisen einen vortheilhaften Eindruck gemacht hat. — Dem Handelskammer-Rathe Herrn Samson Neugebauer hier, wurde die ehrende Auszeichnung zu theil, zum Mitgliede des Filial-Comite's für die Ehicagoer Ausstellung designirt zu werden. — Herr Löbl Schottland er, Pächter der Karlsbader Quellenproducte und Mineralwässer, wird die Ausstellung in Chicago beschicken und trifft die eingehendsten Vorbereitungen, unfern Weltcurort daselbst auf's Würdigste zu repräsentiren. Eger. (Synagogenbau). Für den von der Cultusgemeinde beschlossenen Neubau eines Tempels hat Baumeister Hab erz eitel die Pläne bereits angefeAigt, nach welchem sich unsere Synagoge als ein prächtiger monumentaler Kuppelbau darstellen wird. Im April soll schon mit dem Baue begonnen werden und wird sich der selbe an der Ecke der Ring- und Gschierstraße erheben. Prag. Der Kreuzer verein zur Unterstützung arm e ri f r. W a is en m äd ch en in Böhmen hielt unter Vorsitz des Vereinsobmannes Sigm. M a u t h n e r seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende widmete dem verstorbenen Directionsmitg ied David Bloch einen warmen Nachruf und erstattete sodann den Thätgkeitsbericht welcher mit großer Befriedigung die erfreulichen Resultate des abgelaufenln Vereinsjahres constatirt. Die stete Fürsorge für die dem Schutze des Vereins empfohlenen Waisenmädchen zeigt sich in dem Umstande, daß Heuer 148 Stipendien « gegen 133 im Vorjahre) verliehen wurden. Der Verein zählt 7754 Mitglieder, darunter 14 Gründer mit 1000 ft., 168 mit 100 fl., 500 Stifter mit 15 fl. Der Vermögensstand beläuft sich auf 107.485 fl. 66 kr. Die ansehnliche Vermögensvermehrung bringt den Verein um einen großen Schritt näher feinem Ziele, im geeigneten Zeitpunkte ein Waisenheim zu begründen. In die Direction wurden gewählt die Herren Seligmann Elbogen, Moriz Lauer, Eugen Eisenberg, Sig. Beer, Ben. Wälsch, Heinr. Frank, Heinr. Dönhos, Sig. Kann, Adolf Bloch. Stuhlweißenburg. Sonntag, den 13., am Purimfefte wurde über Anregung der sehr verdienten Firma Jakob Hahn und unter Mitwirkung wohlthätiger Damen und Mädchen eine Unterhaltung veranstaltet, deren. Reinerträgniß dem hiesigen israel. Krankenverein gewidmet war. Der Erfolg war - ein unerwartet glänzender, da genanntem Zwecke circa 1000 si. zugeführt wurden. Die von ihrer Wohlthätigkeit rühmlichst bekannte Familie F a l l m e i er (Christen) hat sich auch hierbei ausgezeichnet. Sz. G. W. Raab. Am 21. d. M. hat in Folge des Avancement des Grafen Ludwig Batthnany de Neinelujvür zum Gouverneur von Fiume vorgenommenen feierlichen Jnstalation unseres neuen Obergespan, des G r a f en R u d o l f L a ß b e rg, ein Fest des ganzen Raabei Comitates stattgefunden. Unterden illustren Deputationen erschien auchjene der vereinigten Raaber und Raab-Szigeter isr. Cultusgemeinde, unter Führung des Oberrabbineis Dr. Julius Fischer. Mitglieder dieser Deputation waren: Med. Dr. Philipp Pfeiffer, Gemeinde-Präses; Adolf Weidmann, kön. Commercialrath; Paul Auspitz, Julius Lamberger, Ignaz Stadler. David Fürst und Gemeinde - Sekretär David Boskovitz. Die Beglückwünschung des allgemein beliebten Rabbi beantwortete der edle Graf folgendennaßen: „Empfangen Sie, meine Herren, meinen besten Dank für Ihr Erscheinen, als auch für die mir in solch her siichen Worten zutheil gewordene Begrüßung. Sie kennen mich doch gut, da ich stets in unserer Stadt zu Hause war, und lin überzeugt, daß Ihr ehrendes Erscheinen nicht nur nu'.nem Amte, sondern auch meiner Person galt. Mein leitendes Princip war stets, ist und wird immer sein: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Ich bin unbedingter Getreue der Religionen-Reception und werde diesbezüglich nicht nur Ihr Protector, sondern vielmehr Ihr wahrer, aufrichtiger und energievoller Freund sein. 'Empfangen Sie abermals nebst meinem Danke jene Versicherung, daß ich stets der Fahnenträger des Liberalismus und der Gleichheit sein werde." Budapest, 11. März. Ter bekannte ungarische Schriftsteller Adots Strauß ist vom Fürsten Ferdinand von Bulgarien in Anerkennung seines Werkes: „Sammlung der bulgarischen Volk lieder" mit Verleihung der soeben erst gestifteten „Verdienstmedaille im Kunst und Wissenschaft" ausgezeichnet worden. Diese Medaille steht in Bulgarien in hohem Einsehen. Auster Herrn Strauß besitzen dieselbe in Europa nur noch zwei Personen. Bistritz, 10. März. In einer überaus zahlreich bc suchten General-Versammlung unserer orthodoxen Cultusgemeinde wurde nach einer glänzenden Rede des Vorstehers, Herrn Dr. jur. I. Btnmenfeld, mit Begeisterung der einstimmige Beschluß gesastt, sich der Bewegung zur Recipirung der jüdischen Religir n anzuschließen, und ein aus den Herren Dr. Blume »seid »Om mir C. Her sch-

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