Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 11 (11.3.1892)
- Date
- 1892-03-11
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3020900-3020911--01207-3025234- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rr. 11 ViMrrreichisrtzr Wochrnsrtzrifl Lene ISS Brandeis, es ist, der die meiste Arbeit vollzieht, denn er ist es, der seine ganze, freie Zeit unserem Vereine dienstbar macht, und er ist es, der, trotz der Last seiner Jahre — er wird im nächsten Monate seinen 80. Geburtstag feiern — die Bücher der Chewra Kadischa in der musterhaftesten Weise führt. Und deshalb glaube ich ihrer Zustimmung sicher zu sein, wenn .ich Sie, meine hochverehrten sperren, einlade, zum Zeichen des Dankes und der Ehrung für ihn, sich von Ihren Sitzen zu erheben und mit mir einzustimmen: Herr Jagnes Brandeis, lebe hoch! Schriftsteller Hernfeld weist darauf hin, daß in kurzer Zeit Purim gefeiert wird und daß dieser Festtag heuer auf den 13. März fällt, welcher gleichfalls für die Juden von großer Bedeutung ist. Denn wie die berühmte Nachtsitzung der französischen Nationalversammlung den Juden die Menschenrechte gegeben hat, so hat der 13. März den Juden das Bürgerrecht gebracht. Und für diesen Tag haben in erster Reihe die Juden gekämpft, und in erster Linie stehen drei Männer, von denen der eine, Ignaz Kuranda, heute nicht mehr unter den Lebenden weilt, während Adolf Fischhof, der unermüdliche Vorkämpfer der Freiheit und L. A. Frankl, der begeisterte Dichter der Freiheit noch sich am Danke derer, für die sie gestritten, erfreuen können. Diesen Männern gilt sein Hoch. Dr. Ritter v. Schlesinger trinkt auf das Wohl des hochherzigen Baron Hirsch, den er telegraphisch zu begrüßen auffordert, und auf das Gedeihen der Jsr. Allianz. Chacham Pasta trinkt auf die iminerwährende Einigkeit der verschiedenen Riten der Wiener Judenschaft, sueciell auf die Eintracht zwischen der türkisch-israelitischen Gemeinde und der Hauptgemeinde und bringt ein Hoch auf das Wohl jener Männer, welche an der Spitze der beiden Gemeinden stehen. Leost. Fried, gedenkt in seinem Trinkspruche des k. Rathes, Dr. Wölfler, der feit einem halben Jahrhundert segensreich im jüdischen Spitale wirkt. Weiß (Simmering) bringt sein Glas auf die Vereinigung der Wiener jüdischen Cultusgemeinden. Es wären noch manche erhebende Momente zu erwähnen, vor allem der herrlichen Mifcheberachs des Obercantors Goldstein, welche einen wahren Enthusiasmus entfesselte, des würde- und eindrucksvoll vorgetragenen Tischgebetes vom Obercantor Singer. Zum Schlüße dankte Gemeinderath Gustav Simon allen erschienenen Gästen für ihre Theilnahme und spricht die Hoffnung aus, sämmtliche Anwesende in voller Rüstigkeit nach Ablauf von drei Jahren beinr nächsten Brrrdermahle der „Chewra-Kadischa“ begrüßen zu können. PublieationenjdeF israelitischen Cultusgemeinde in Wien. Clara Kahane—Stiftung zur Heiratsausstattung. Es wird hieiuit zur Keuntniss gebracht, dass am 14. Thanius die Zinsen der obgeuaunten Stiftung /.ur Heiratsausstattung zweier mittelloser, anständiger Waisenmädchen Israel. Confession im Betrage von je fl. 210.— ö. W. zur Verleihung kommen. Die Bewerberinnen hüben nachzuweisen, dass sie: 1. Der Israel. Confession angehören;' 2. streng, sittlich, mittellos und verwaist sind; 3. sich im Brautstande befinden; Bewerberinnen, die sich vor der Verleihung verehelichen, verlieren den Anspruch auf die Verleihung. Die Gesuche sind bis 31. März 1892 im Secretariate der Israel. Cultusgemeinde, 1. Seitenstettengasse 4, II. Stock einzureichen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. Wien, 1. März 1892. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde. M. L. Biedermann’“’1“ Stipendium. Aus der obigen Stiftung „zur Unterstützung mehrerer hiesiger dürftiger israelitischen Knaben, vorzugsweise, wenn sie Waisen sind, während der Zeit als solche die israel. Unterrichtsanstalt mit gutem Fortgänge in Kenntnissen und Sittlichkeit und zur Zurfriedenheit der Herren Schul Vorsteher und Lehrer besuchen, dann wenn selbe nach Beendigung des Schulunterrichtes ein Handwerk erlernen, auch durch die Dauer ihrer Lehrzeit“ gelangt ein Stipendium im Betrage von 63 fl. ö. W. zur Verleihung. Die Bewerber um dieses Stipendium haben ihre, mit den Sehulzeugnissen, eventuell auch mit dem Nachweise der Waisenschaft belegten, von dem betreffende Religionslehrer der Wiener israelitischen Cultusgemeinde bezüglich der stiftbriefgemässen Würdigkeit begutachteten Gesuche bis BL März 1891 im Secretariate der israel. Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht eventuell in welchem Betrage. Wien, 1. März 1892. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Gesuchsblanquette sind im Secretariate 1., Seitenstettengasse 4, II. Stock, während der Amtstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben, TbBoior null Alfons tob Gläser’5'116 Stiftung für israel. Gymnasialsehüler gegründete von ihrem Vater Wilhelm Edler von Glaser vom 26. Mai 1871. Der Vostaud der israelitischen Oultussjemeine in Wien bringt hiermit zur Keuntniss, dass ein Platz der Zinsen der obigen für 2 Gymnasialsehüler jüdischer Confession errichteten Stiftung, im Betrage von 42 fl. auf die Dauer der Gymuasialstudien zu verleihen ist. Bedingungen zur Erlangung derselben sind: a) ansgewiesene Mittellosigkeit, b) ein Zengniss mindestens der 1. Fortgangsclasse mit guien Noten aus Sitten, Aufmerksamkeit und Fleiss. Unter sonst gleichen Umständen erhalten Schüler, welche mit dem Stifter, Herrn Wilhelm Edler von Glaser oder seiner Gattin Frau Jenny geheimen Feitelbaum verwandt sind, den Vorzug. — In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Die diesfälligen Gesuche sind m der Kanzlei der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seiteustettengasse 4, II. Stock) bis 30. April 1. J. zu überreichen. Wien, 1. März 1892. Der Vorstand der islaeliriscbeu Cultusgemeinde. Gesuchsblanquette sind im Secretariate, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben. Vom Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde Wien. Zahl 564. 33 i*b e 1 s c Ix io. 1 e in der Deopoldstadt. Der Vorstand der hiesigen israel. Cultusgemeinde hat die Er richtung einer Bibelschule im II. Bezirke beschlossen. Der Unter rieht wird im Locale des Bethauses in der Rembrandtstrasse Nr. 32 durch Herrn Filipp Oehler in zwei Abtheilungen an jeden Sonntag von 9 bis 11 Vhr vormittags und an jedem Mittwoch von 2 bis 4 Uhr nachmittags stattfinden und unentgeltlich ertheilt. Mit. demselben wird am Sonntag, deu 13. März 1892 begonnen und finden die Einschreibungen Sonntag, den 6 März 1892 von 9 bis 11 Uhr vormittags und Mitiw.>ch den 9. März von 2 bis 4 Uhr nachmittags statt. Wien, 1. März 1892. Der Vorstand der israelitischen Cultasgemeinde.