Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-02-19 · 8 (19.2.1892) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
8 (19.2.1892)
Date
1892-02-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3020900-3020908--01144-3025168
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

9K-. 8 Vrstrrrrichischr Wochenschrift. Sette 139 Fleckchen; kein Grashalm, kein Tropfen Wasser, keine Spur vegetarischen und animalischen Lebens. Die dürren Hügel bei Jerusalem sind fette Weiden im Vergleich zur Wüste Mar Sabba und Cngaddi. Hier ist die Wüste ans der höchsten Stufe der Furchtbarkeit und der Majestät. Aus einer ftaltlichen Anhöhe liegt gegen Norden Rebi Musa, das „Grabl Mosis", e!n muhamedanisches Heiligthum und besuchter Wallfahrtsort der Moslim. Tie Stätte ist unhistorisch, da Moses ja im Ostjordanland starb. Nach einiger Zeit wird das Thal, durch das wir reisen, zu einem sich bis zu 200 Meter vertiefenden Kelsenriß. An den fast senkrechten Wänden sind Felsennischen, Höhlenwohnungcn zu Hunderten und Tausenden. Wir sind im Eldorado der Anachoreten. Hier wohnten schon vor Christi Zeit Essener, dem Prophetenwort jolgeiid: „Gehe hin in den Felsen" (Jes. 2. 10. 19». Ten Essenern folgten christliche Anachoreten, die hier zu Tausenden gelebt haben, Fanatiker der Entsagung. Tie Sonne sank, da klopften wir an die kleine Klosterpforte. Mar Saba ist eines der wunderlichsten Bauwerke, die e8 geben mag, halb Kloster, halb Festung, 582 Meter über dem Spiegel des Todten Meeres, an der jäh abstürzenden Felswand des Kidron-Bettes. Durch großartige Auf- Mauerungen ist Raum für die Kirche vorhanden. Die Schlucht ist durch Ouermauern und zwei Thürme gesperrt. Zwischen den T^ürme», Resten einer römischen Festung, hinter den festen 'Wällen, der nothwendigen Schutzwehr gegen die Beduinen, klebt am Felsen ein Eompler von Baulichkeiten in unregelmäßiger Reihenfolge, Capellen, Rischen, Corridore, Treppen, Brücken und Grotten. Man steigt auf und nieder in diesem wunderlichen Labvrinth, kommt in kleine überhängte Gärten, in Klosterzellen, die in den natürlichen Felsen gebohrt sind, wo die Mönche in verschiedener Höhe in ihreil Rischen wie ein Volk Tauben Hausen, in Capellen, die besonders heiligen Eremiten geweiht und mit kostbaren Geschenken, altbyzantinischen Bildern :c. geschmückt sind. Asketischer noch als die Mönche von heute haben in alter Zeit jene Einsiedler gelebt in den Hunderten von Höhlen da unten im Thal. So fern uns auch die düstere Schwärmerei der damaligen Anachoreten liegen mag, sieht man mit eigenen Augen ihre Höhlen und Klüfte mitten in dieser schauerlichen Einöde, von der man wahnsinnig werden könnte, in der nichts heimisch ist, als der Mangel und die Gefahr, so bewundert man den Mnth solcher (Entsagung. Gehört schon eine seltene Härte der Seele dazu, Einsiedler zu sein am Berge Earmel, was ist das gegen diese potenzirte Thcbais, die das Ideal der Entsetzlichkeit in der Ratur, des antizipirten Grabes verwirklicht! Für immer Lebewohl zu sagen dem Anblick der Bäume, der Auen, des Wassers, für immer zu leben in der Felsennische, in dieser unsagbaren Oede, dieser schweigenden Leere! Es schwindelt uns, wenn wir nur denken an solche Verzichtleistung auf Alles, was das Leben lebenswerth macht, an solche Assimilation des Menschen an den Stein, der von nun an sein einziger Gesellschafter und sein einziger Anblick ist. So sinnend stand das verwöhnte Kind des 19. Jahrhunderts dort Abends spät noch, an die Brüstung gelehnt über der gähnenden Tiefe; das Licht des Vollmondes ließ die Höhlen jener Anachoreten als schwarze Löcher unten in der gegenüberliegenden Felswand der Thalschlucht deutlich erkennen, und sein fahler Schein machte rings die düstere Landschaft noch unheimlicher. Da hallten die Klosterglocken in langqezogenen Schlagen in die stille, linde, öde Nacht hinaus, und dunkle Gestalten im Mönchsgewande huschten gespensterhaft vorüber in die matt erhellte Kirche, sich niederzuwerfen zu stundenlangem, asketischem Gebete. (V. Z.) Briefkasten. Philos. Cand. E. —o— in Prag: Auf derlei Anfragen ertheilen wir keine Antwort. Redaction der Kremser Zeitung. Sie haben also entdeckt, daß die ..Wucherjuden" dte Hungersnoth i.-. Rußland verschuldeten. Wäre es Ihre erste Lüge, so würden sie daran ersticken, allein bei Ihrer großen — Frömmigkeit wird das Ihrer Gesundheit zweifellos nicht schaden. Lügen Sie nur zu. Max Strauß: Anton Ritbinstein ist jüdischer Abstammung und christlicher Confession. Sir Morell Mackenzie ist schottischer Abstammung. Frl. Bertha Stein ist Jüdin. Wochrnkalrndrr. Wachen- <>'- od S' SD 2 to S SchewatH 5652 Kalender Freitag 19 21 Samstag 20 22 nir Sonntag 21 23 Montag 22 24 Dienstag 23 25 Mittwoch 24 26 Donnerstag 25 27 Freitag 26 28 Allgemeine Depositen-Bank. Der Yerwaltuugsrath beehrt sich hiemit die stimmberechtigten Herren Actirnäre der Allgemeinen Depositen-Bank zur zwanzigsten ordentlichen Generalversammlung welche Montag, den 29. Februar 1892, Abends 6 Uhr, im Saale des österr. Ingenieur- und Architekten-Vereines, I. Bez:rk, Eschenbachgasse Nr. 9, stattfindeu wird, einzuladen. 1. Rechenschaftsbericht und Bilanz tiir das Geschäftsjahr 1891. 2. Bericht der Revisoren. 3. Beschlussfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wald von drei Mitgliedern des Verwaltungsrathes. 5. Wald des Revisionsausschusses, bestehend aus drei Mitgliedern und einem Ersatzmaune. Die Herren Actionäre, welche ihr Stimmrecht ansznübea wünschen, werden eingeladen, nach Z 18* I der Gesellschaftsstatuten ihre Actien mindestens 8 Tage früher, d. i. bis 21. Februar 1892, bei der Allgemeinen Depositen-Bank in Wien, I., Graben Nr. 29, Trattnerhof, zu hinterlegen. Der Rechnungsabschluss pro 1891 wird den znr Generalversammlung Iegitimirter Herren rechtzeitig zugeseudet werden. WIEN, am 10. Februar 1892. Der Verwaltvingsrath. 2 IS. Jeder Attionär ist in der (iemra! Versammlung zu so vielen Stimmen berechtigt, soviel Mal er 10 Actien besitzt. Actien, aut Grund deren In einer Generalversannnl mg ein Stimmrecht ausgeiibt werden soll, müssen sammt den noch nicht tälligen Coupons mindestens 8 Tage vor dem Tage der Versammlung an einem von» Verwaltungsrathe knndgemnchteu Orte depouirt werden. ^Interessante Bücherei!! zu tief herabgesetzten Preisen!! Die bibl sehe Liteiatur von Dr. Gast. Karpeles, 128 Seiten 45 kr. And ree Rieh.: Zur Volkskunde der Juden, mit 1 Karte über die Verbreitung der Juden in Mittel-Europa. 296 Seiten, (statt fl. 3.—) nur.fl. 1.50 Dr. J. 8. Floth, Reichsraihsabgeord.: Aus der Yergangenhei> für die Gegenwart, social- und literarhistorische Vorträge, 258 Seiten, (statt fl. 1.20) nur.75 kr. Derselbe: Der nationale Zwist und die Jaden in Oesterreich, (statt 50 kr.) nnr. . 30 kr. Floigl Vier.: Die Chronologie der Bibel des Manetho und Betos, 285 Seiten (statt fl. 4.80) nnr .fl. 1.20 WV Geschichte der alten jüdischen Literatur ""WM von Dr. D. Cassel, T. Abth. bibl. Literatur, (poetische und* prophetische Literatur) 800 Seiten statt fl. 4.80 nnr fl. 2.35 L. Geiger als Kritiker der neuesten jüdischen Geschichtschreiber von Rabb. Dr. M. Güdemann (Wien) . . . kr. 30 Von demselben: Nächstenliebe, ein Beitrag zur Erklärung der Mathäus-Evangelien.40 kr. WM" Heinrich Heines Autobiographie nach seinen Werken, Briefen und Gesprächen von Gust. Karpeles, ein ausserordentlich prächtiges Buch zum I. Male zu diesem billigen Preise 586 Seiten, statt fl. 4.80 nur . fl. 1.30 Der jüdische Stamm in nichtjüdischen Sprichwörtern von Dr. Ad. Jellinek, Rabbiner iu Wien, 2. Serie: spanische, ungarische u. kleine deutsche Sprichwörter, (statt fl. 1) nur 60 kr. JE2Zoli.elet oder der salon onisehe Prediger übersetzt und erläutert von Dr. Gr ätz, 200 Seiten (statt fl. 3.40) nur fl. 1.25 Schic ha Sehirim oder das salomonische Hohelied, übersetzt und erläutert von Prof. Dr. Graetz (statt fl. 3.—) nur fl. 1.25 Israel und die Gojim, Beiträge znr Beurtheilung der Judenfrage, 310 Seiten (statt fl. 2 20 nnr.70 kr Moses Mendelssohn und seine Familie, von Dr. Kohnt, 150 Seiten (statt fl. 1.20) nur.70 kr. Biblisehe Chronologie und Zeitrechnung der Hebräer, von Dr. Ed. Mahler, 200 Seiten (statt fl, 3.50) nur .... fl. 1.50 G. Wolf: Geschichte der israelitischen Cultusgemeinde Wien, 1820 bis 1860, (statt fl. 1.80) für ...... 80 kr. OS* Kobn 8. Gabriel: (Roman) 2 Bände, ein in seiner Art berühmtes Buch (statt fl. 3.60) nur.fl. 130 Prager Ghettobilder 24 kr.; Neue Ghetto bilder \ fl. 1 80) nur.60 kr. Stadtschreibers Gast (fl. 1.80) nur .... 60 kr. Vorstehende Bücher nur zu beziehen von R. Löwit, Wien, Rothenthurmstrasse 22. Bestens empfohlen wird Josef Saphier, Clavierstimmer Wien seit 1879, III. Radetzkystrasse Nr. 7.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.