Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 48 (4.12.1891)
- Date
- 1891-12-04
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 894 Vesterreichifche Wochenschrift. Nr. 48 /■ Im Tempel der Leopoldstadt: Herr Leopold Frenk mit Frl. Johanna Justh; Herr Dr. Gustav Kohn mit Frl. Flora Herzog; Herr Simon Dörfler mit Frl. Marie Machazi:. Im israelit. Tenrpel des IX. Bezirkes (Müllnergasse 21): Herr Alexander Eskenasi mit Frl. Mari: Neuburg; Herr Hermann Peschek mit Fräulein Mathilde Wetterstein genannt Epstein; Herr Felix Stern Mit Fräulein Emilie Steiner. Verzeichniß der Verstorbenen vom 14.bis 22. Novcmber Auerhahn Julie, geb. Sonntag Fleischhauersgatlin 61 I.; Ascher Abtaham, türkischer Großhändler, 61 I,; Burbaum Paula, Dienstmannstochter, 1 7* I.; Bettelheim Alexander, Privatier 70 I.; Drucker Magdalena, Zuwelierst. 10 I.; Farkas H., Capellmeistersgattin 53 I.; Gatt Jgiia;, Fabriksbesitzer 511.; Grünfeld Nathan, Buchhalter 62 I.; Königstein Isidor, Reisender 29 I.; Kohn Katharina, geb. Pflüger 39 I.; Lebe! Elias, gewes. Kaufmann 72 I.; Lindner Amalie, Posamentierst. 26 I.; Mauthner Josef Hermann, Privatier 75 I.; Oppenheim David, Privatier 65 I.; Plszk Clara Arbeitersgattin 40 I.; Perlberg Salomon, Privatier 49 I.; Pollak Mar 2 I,; Redisch Elsa, Dienerst. 18 I.; Rosenzweig Josef, Infanterist des k. und k. Jnfaitterie-Regim. Nr. 69, 22 I.; Rosenzweig Ferdinand, Buchhalter 31 I.; Springer Otto, Beamtenss. 3 I.; Sipser Friedrich, Privatbeamtenss. 4 I.; Sternbach Frieda, Schänkersgattin 26 I.; Sigallini Chaja, Taglöhnerst. 26 I.; Sigendorf Rachel, Maurersgattin 23 I.; Ultz Jsak, Stationsleiter 29 I. Wie». (Oest err eich is ch-israe lit i sche Union.) Samstag, den 5. Dec. 1891 findet im Restaurant K h u n e r, I. Schottenring 19, eine Vereinsversammlung statt. Tages- Ordnung: 1.) Mittheilungen des Vorstandes. 2.) Vortrag des Gemeinderaches Dr. H. Friedjung: „Die Regelung der Volu a". 3.) Anträge und Interpellationen. Wie». Der Tempelbauverein des VUL Bezirkes veranstaltet zum Besten des Tenrpelbaufondes am 12. December 1891 im Etablissement Ronacher eine Academie sammt Tanzkränzcheit. Das Henenhausmitglied Moritz Freiherr von Königswar ter hat das Protectorat des Vereines übernommen und in Berücksichtigung des wohlthätigen Zweckes, welchem der Verein dient, ist ein zahlreicher Besuch des Festes sicher zu erwarten. Das Festcomite, als dessen Obmann Herr L. G u t t m a n n sungirt, scheut weder Mühe noch Spesen, um dem Feste hohen Glanz zu verlechen. Die artistische Leitung hat in ganz uneigennütziger Weise Frau Professor Niklas-Ke mp n er übernommen. Die Ballmusik besorgt Ziehrer persönlich mit seiner ganzen Kapelle bestehend aus 42 Musikern. Von den bedeutenden Künstlern der Wiener Theater hat der Verein bindende Zusagen, so daß das diesjährige Fest den Theilnehmer einen hohen Kunstgenuß und dem Vereinszweck einen glänzenden Ertrag bieten wird. Die Centralausgabe für Katten ist bei Herm L. Guttmann, Wien, I., Bäckerstraße 1. Spenden übernimmt Herr Hermann Beck, VHL, Langegasse 1. Wie». In Florenz starb Signor Sabbato Montefiore, ein glühender Patriot. Als Italien in Gefahr war, hat er tapferfür dessen Befreiung mitgekämpft. Eine große Anzahl seiner ehemaligen Kampfgenossen gab ihm das letzte Geleite. Graf Arriobene, Vize-Präsident der Gesellschaft der Veteranen, sprach eine ehrende Grabrede. — Die am Sonntag, den 2. d. M. in London stattgehabte zweite Delegirtenv ersammlung der englisch'» „Cbowawe- Zion“ - Gesellschaften, zu welcher sich 21 Delegirte eingefunden hatten, und welche unter Vorsitz des Herrn Elim H. D'Avigdor tagte, faßte unter Anderem einen Beschluß über die Aussetzung eines Preises von 15 Pfd. Sterl. auf das beste englisch-hebräische Konversationsbuch, und wegen Ueberreichung einer Massmpetition an das Londoner „russisch - Mische Komite" um Verwendung eines Theiles der von demselben gesammelten Gelder zu Gunsten der hilfsbedürftigen Juden in Palästina. — In Newyork ist, durch die Zeitumstände hervorgerufen, eine eigenartige Broschüre erschienen. Das kleine Büchlein, welches für den geringen Preis von 10 Pfennigen verkauft wird, ist zur Belehrung für die ruffisch-jüdischen Einwohner bestimmt und enthält den Text der Verfassung der Vereinigten Staaten mit Erklärungen in englischer und hebräischer Sprache, sowie im jüdischdeutschen Idiom. Wie». (F e st g o t t e s d i e n st und A r in e n b ct h e i l u n g.) Zur Erinnerung an das vierzigjährige Regierungs- Jub.läum des Kaisers wird übermorgen Mittwoch, 5 Ü)r Abends, im israelischen Tempel zu Fünfhau z, Turnergasst Nr. 22, ein solenner Festgottesdienst und hierauf wie alljährlich an diesem Gedenktage eine Geldvertheilung an verarmte Familien und eine Kleiderbeschenkung an dürftige Schulkinder veranstaltet werden. Wie». Wie seit vielen Jahren veranstalteten die israelitischen Wohlthätigkeitsvereine der westlichen Bezirke Wiens auch dieses Jahr eine Vertheilung von Kleidern an arme Schulkinder jener Bezirke und wohnte der am 29. d. Mts. bei diesem Anlasse im Tempel zu Mariahilf veranstalteten Feier ein zahlreiches distinguirtes Publicum bei. An den festlichen Jugendgottesdienst schloß sich eine von Herrn Dr. Sigmund Fessler gehaltene Festrede, welche das Judenthum als Träger der Humanitätsidee feierte .und auf die Zuhörerschaft großen Eindruck machte. Der Feier war die Generalversammlung des Humanitätsvereines »Nachlat Jeschunm“ für die westlichen Bezirke vorangegangen, dessen von dem Schriftführer Herrn Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Julius Ullman n üorgetragenen Jahresberichte wir die erfreuliche Thatsache entnehmen, daß der Verein im abgelaufenen Jahre für den Freitisch und andere wohlthättge Zwecke den Betrag von 2292 fl. ausgegeben und dennoch seinen Stammfond vergrößert hat, was nur der zahlreichen Betheiligung des Publicums an diesem von Herm Michael Winkler musterhaft geleiteten Vereine zuzuschreiben ist. Dem Reichsrathsabgeordneten Herrn Dr. Bloch, der sein Interesse an dem Gedeihen der israelitischen Vereine durch sein Erscheinen bei der Generalversammlung bekundet hat wurde die Anerkennung und der Dank der Versammlung ausgedrückt. Wie». Der Vorstand des Vereines zur Unterstützung mittelloser israel. Studirender in Wien versendet Einladungen zur diesjährigen General-Versammlung, welche Donnerstag, den 10. December d. I., Abends 7 Uhr, Seitenstettengasse Nr. 4, stattsinden wird. Wie», den 30. November. (Auszeichnung.) Unser Glaubensgenosse, der jugendliche Architekt Herr Oscar Marmorek, der in diesen Blättern schon anläßlich der jüngsten landwirthschastlichrn Ausstellung, in welcher er die Fontaine lumineuse einführte, lobend erwähnt wurde, hat von der französischen Regierung eine ehrende Auszeichnung erhalten. Herr Architekt Marmorek, welcher in Folge seiner reichen Kenntnisse auf dem Gebiete der Architektonik und seines unbestrittenen Talents zum Ehef-Architekten der im künftigen Mai hier 'zu eröffnenden Kunst- und Theater-Ausstelluäg erwählt wurde und diese Stellung bereits angetteten hat, ist nämlich als Anerkennung seiner Verdienste, die er sich auf literarischem Wege, bei der Besprechung der Fortschritte der französischen Industrie in französischen und österreichischen Blättern, anläßlich seines längeren Aufenthaltes in Paris während der letzter: Weltausstellung, erworben, vom französischen Minister für Unterricht und schöne Kunst die Decoration eines Officier d’Academie verliehen worden. L—r. Wien. Allmälig, wenn auch langsam erschließen sich den Bekennern des Judenthums auch jene Gebiete, welche ins Bereich der schönen Künste gehören und sowohl die Sculptur als auch die Malerei weisen manche tüchtige Leistungen auf, deren Autoren zu unseren treuesten Glaubensgenossen gezählt werden dürfen. Neuestens gesellte sich zu dieser auserlesenen Schaar eine junge Wienerin, Frl. Elise Wo l f, Tochter des bekannten Historikers und Jnspectors für den israelitischen Religionsunterricht, des geschätzten Mitarbeiters dieser Blätter, Dr. G. Wolf. Frl. Elise Wolf beschäftigt sich mit ebenso großem Eifer als Geschick mit Malerei und pflegt mit Vorliebe „das Stilleben", welches Genre sie mit manchen werthvollen Gemälden bereichert hat. Auch in der diesmaligen Ausstellung befindet sich ein solches Bild von der jungen Künstlerin. Wenn man bedurkt, wie rigoros die Juroren prüfen, bevor sie einem Kunstwerke den Einlaß in die heiligen Hallen der Ausstellung gewähren,