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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-10-09 · 40 (9.10.1891) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
40 (9.10.1891)
Date
1891-10-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Leite 748 Oesterreich ische Wochenschrift. Nr. 40 die Oberhand zu gewinnen. Die Feinde zogen sich erst langsam, dann immer schneller zurück, ihr Rückzug wurde endlich zur wilden Flucht aus der die meisten von ihnen von den Verfolgern erschlagen wurden. Einen glänzenden Sieg hatten idie Krieger Judas erfochten, das ganze feindliche Lager mit reichen Schätzen fiel in ihre Hände, auch mehrere Götzenbilder, die verbrannt wurden. Der König besichtigte die W.rhlstatt, die so mancher seiner Tapferen mit seinem Blute gefärbt hatte, und fragte nach dem Jünglinge, dessen Heldenthat die günstige Entscheidung herbeigeführt hatte. Doch dieser konnte sich des Sieges nicht mehr freuen ein Pfeil hatte seine Brust getroffen, todeswund hatte man ihn aus dem Getümmel der Schlacht getragen, nur wenige Stunden schienen ihm noch beschieden zu sein. Beutebeladen suchten die vertriebenen Bewohner ihre Heimat wieder auf um das Zerstörte wieder aufzubauen, im Triumphzuge zog an der. Spitze seines Heeres der König in die Hauptstadt ein. Mit Jubel wurde er empfangen, Frauen und Jungfrauen streuten Blumen auf seinen Weg, verkündeten laut den Ruhm seiner Kriegsthaten und sangen frohe Siegeslieder, die von den Klängen der Schalmeyen und Pauken begleitet wurden. Reiche Dankopser brachte er im Heiligthume dar und beschenkte die Priester und Leviten mit einem Theil der erbeuteten Schätze. Ueberall herrschte Freude und Jubel. Doch Freude und Leid, Frohlocken und Wehklagen, Glück und Unglück, wie sind sie einander oft so nah! Wenige Stunden nach dem glänzenden Einzuge der siegreichen Krieger brachte eine Anzahl Wagen zahlreiche mehr oder minder Verwundete. Groß war der Jammer, wenn Eltern den Sohn, die Eattin den Mann, der sie gesund und kräftig verlassen hatte, nun bleich und hilflos, verstümmelt oder dem Tode nahe wieder fanden. Auf einem großen, freiem Platze hatte man den Bemilleidenswerthen Lagerstätten bereitet, um, wo es noch möglich war, ihnen zu helfen. Wo e3 galt ein gutes Werk zu thun, Gebeugte aufzurichten, Hungernde zu speisen, Nackte zu kleiden, da waren der Hohepriester Eleüsar und sein Weib immer die ersten. Auch jetzt eilte das edle Paar sogleich herbei um hilfebereit einzugreifen, hier wo Hilfe dringend Noth that. In der vordersten Reihe lag der tapfere Jüngling, dem der günstige Ausgang des Kampfes zu danken war. Voll Bewunderung und Theilnahme betrachtete man ihn, doch niemand schien ihn zu kennen, weder eine besorgte Mutter noch eine liebende Gattin beobachtete ängstlich seine Athemzüge, die nur schwach noch bemerkbar waren. Jetzt kam Leah auf ihn zu, doch was war das! Als er sie erblickte, stemmte er mit furchtbarer Anstrengung den linken Arm gegen sein Lager, erhob sich langsam mit dem Oberkörper und streckte ihr die Rechte entgegen. Ein schmerzvolles Lächeln lag auf seinem bleichen Angesichte, er wollte sprechen, da entquoll ein Blutstrom seinem Munde, er sank zurück, nur noch ein kurzes Röcheln, ein letztes krampfhaftes Zucken, und er hatte ausgertlngrn. (Fortsetzung folgt.) Neue Bücher Zur Geschichte der jüdischen Tradition. Von I. Weiß, Lector am Bet ha-Midrasch in Wien. V. Theil- Vom Anfänge des sechsten Jahrtausends jüdischer Zeitrechnung bis zur Vertreibung der Juden aus Spanien. Wien. Im Selbstverläge des Verfassers. Zur Jndensrage. Zeitgenössische Originalaussprüche. Herausgegeben von Karl Ed. Klopfer. Mit einer Verbemerkung ron Professor Dr. Ernst Kallier. München 1691. I. F. Lehmann's Verlag. Tie jüdische Literatur seit Abschluß des Canons. Eine prosaische und poetische Anthologie mit biographischen und literargeschichtlichen Einleitungen unter Mitwirkung hervorragender Gelehrten, herausgegeben ron Rabbiner Tr. I. Winter und Aug. Wünsche, Prof. Dr. theol. und phil. 1. Lieserg. (Band I. S. 1—96.) Das Hellenistischtargumistische Cchriftthum. Trier. Sigmund Mayer 189!. Midrasch Thielliur oder Hadyadische Erklärung der Psalmen.' Nach der Tertcusgabe von Salomon Buber zum erstenmale in's Deutsche übersetzt ron Prof. Dr. Theol. und Phil. Aug. Wünsche. I. Lieferung. (L Band, Ceite 1— 96.) Trier, Sigmund Mayer, 1891. „Gedanken eines jüdische« Cultusbtamten" von A. Lenin. Berlin 1891. Verlag von Alfred H. Fried & Comp W. 35, Potsdamerstraße 27. Briefkasten. Für die vertriebenen russischen Juden sind uns zugekommeil: Von Joses Fischer in Sallingberg fl. 5.—; von Siegfr. Tailssig in Grambrunn fl 2.— W. S., Wien. Der 21. Sivan 5628 war der 11. Juni 1868 Sch. Landa n, Krakau: Wir bestätigen den Empfang des Abonnements-Betrages bis Ende November l. I. R. Emil, Budapest: Derlei Fragen beantworten wir nicht im Brieskaäen. Wochenkalender. Wochen- October 1891 Tischri 5651 Kalender Freitag 9 7 Samstag 10 8 MV Ä' man Sonntag 11 9 Kol Nidre-Abend Montag 12 10 Jom Kippur Dienstag 13 11 Mittwoch 14 12 Donnerstag 15 13 Freitag 16 14 Vorabend d.Lanbhüttenfcstes. Kundmachung. Bei dem Comite zur Heranbildung israelitischer Krankenpflegerinnen (VH. Section) des „Centralvereines jüdischer Angelegenheiten“ in Prag; sind mehrere Posten für Krankenpflegerinnen zu besetzen; Mädchen und kinderlose Frauen jüdischer Confession, welche sich diesem Berufe widmen wollen, werden hiemit aufgefordert, bei der gefertigten Sectionsleitung ihre Gesuche, belegt mit ihrem Geburts- und Wohlverhaltungs-Zeugnisse, sowie einem ärztlichen Zeugnisse über ihren Gesundheitszustand zu überreichen. Die aufgenommenen Krankenpflegerinnen werden von der Section verpflegt und erhalten überdies freie Wohnung und Kleidung und sobald sie in die praktische Ausübung ihres Berufes treten auch einen monatlichen Lohn, der nach der Dienstdauer bemessen wird. Die Instruction und die Geschäftsordnung für die Krankenpflegerinnen kann Jedermann bei der gefertigten Sectionsleitung gratis erhalten. Für das Comite zur Heranbildung Israel. Krankenpflegerinnen die Vorsitzende: Julie Leipen, Prag, Langegasse Nr. 29 neu. Erzieherin, die zur Wiedeiholung der Volksschulgegenstände, sc wie im Französischen und Clavierunterricht praktisch ist, wird in einer Provinzstadt Oberösterreichs sofort aufzunehmen gesucht. Offerte, Zeugniss-Absehriften und Salair-Anspitiche unter „K. 8." an die Administration d. B. EIN FRÄULEIN das Französisch, Clavier und in den Anfangsgi linden d(S Hebräischen unterrichten kann, findet Aufnahme. Adresse: BUDOLF FUCHS, Obere Honaustrasse 49. Cantoren-Schule. Herr Obercantor Philipp Kläger hat von der nied.-österr. Statthalterei die Concession zur Errichtung einer Cantorer.-Schule erhalten. Herr Obercantor Kläger hat das Wiener Conservatorium absolvirt, besitzt allgemeine Bildung und ist mit der hebräischen Literatur vertraut. — Eigenschaften, die ihn hinlänglich als befähigt und berufen erscheinen lassen, eine derartige Anstalt, deren wir bisher in Oesterieich ermangeln, zu leiten.

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