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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-07-24 · 29 (24.7.1891) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
29 (24.7.1891)
Date
1891-07-24
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 29 Hesterreichifche Wochenschrift Seite 533 mochte, wie theuer dem Verwundeten dieses Büchlein sei, hob es vom Boden auf und legte es in seine Hand. Eisig schloßen sich seine Finger darüber. Im Militärspitale zu Preßburg lag Srole Wochen und Monate. Anfangs war wenig Hoffnung für sein Aufkommen. Sein Zustand besserte sich jedoch wider Erwarten. Er ließ nicht von dem Büchlein auf seinem Schmerzenslager. Er las darin während der Arzt in seiner Wunde wühlte. Endlich wurde Srole „geheilt" entlaffen. Mit seinem Abschiede erhielt er auch ein Ehrenzeichen. In Galantha angekommen, galt sein erster Besuch mir. Obwohl jeder Einzelne in der Gemeinde beflissen war, ihn zu bewirthen, behielt ich ihn als meinen Gast, und er wurde nicht müde, mir zu versichern, daß nur mein „Thilim" ihm das Leben erhalten habe, nicht nur durch die Kraft des Gebetes, das er vor der Schlacht daraus entnahm, sondern auch materiell, auf natürlichem Wege, indem es auf seiner linken Brust, wo er es trug, die Kugel, die ihn traf, vom Herzen ablenkte. Nach einigen Tagen schon sprach er mit mir über seine Zukunft. Es wäre vielleicht nicht schwer gewesen, ihn in einem der vielen Geschäfte des Ortes unterzubringen, aber Srole aspirirte auf nichts anderes, als wieder aus die Schuldienerstelle in der Gemeinde, die seit seinem Abgang gar nicht besetzt war. Er schrieb mit militärischer Kürze sein Gesuch selbst, und, wie vorauszusehen war, wurde es ihm anstandslos bewilligt. Aber es ist nicht mehr der erste Schuldiener Srole. Der Schuldiener Srole rcdivivus ist ein integrirender Theil des Schulpersonals selbst geworden. Dieser Srole leitet fast die körperliche und patriotische Erziehung der Jugend. Er lernte sie exerciren, und obwohl seit Menschengedenken zum Leidwesen aller Mädchen kein Militär in Galantha gelegen ist, kennt doch jedes Kind die Com mandoworte. Sein militärisches Ehrenzeichen trägt Srole nicht für gewöhnlich, aber am Sabbath und an Feiertagen prangt es an seiner Brust, daß sich selbst der Vorsteher genirt, ihn anders als „Herr Kugel!" anzureden. Und amKaiser-Königs-Geburtstage, am 18. August zieht Srole seinen alten durchlöcherten Waffenrock an und ist der erste in der Synagoge beim Gottesdienste zu Ehren des Tages. Dabei ist Srole aber doch geblieben, der alte guthmüthige, treuherzige Junge, über dessen Einfalt man nur lachen muß, und es ist just nicht nicht immer ein Ehrentitel, wenn man in Galantha von > Jemandem sagt: „Der zweite Srole!" Ritkrakur. „Machet Euch stark!“ Rede, gehalten im Tempel zu Baden am Sabbat Schelach 5651 von Rabbiner W. Reich. Wien 1891. Druck und Verlag von W. Stein. Diese Predigt zeichnet sich nach zwei Richtungen hin vortheilhaft aus, sie ist kurz und gut. Sie ist jedoch trotz ihrer Kürze sehr gehaltvoll, frei vom Phrasenwerke des Predigerstyles, elegant gehalten und formvollendet. Sie besteht aus Einleitung und zwei Abtheilungen. Die erste Abtheilung giebt einen Ueberblick des literarischen Lebens seit Beginn des Talmud bis in die Gegenwart. Die zweite Abtheilung eine geschichtliche Darstellung von den Lebensschicksalen des jüdischen Volkes seit der großen Diaspora und schließt mit einem warmen Appell an die Milde deß jüdischen Herzens für die ausgewiesenen russischen Glaubensgenossen. Zur Förderung dieses 'edlen Zweckes, wurde auch diese Rede, von dem rühmlichst bekannten Philantropen, Herrn Heinrich Berger auß Wien, auf seine Kosten herausgegeben. Hofmeister gesucht zum Unterrichte für drei Kinder (ein Knabe, zwei Mädchen) in den Gegenständen der Volksschule. Derselbe muss geprüfter Volksschullehrer, mosaischer Confession und befähigt sein, den Pentateuch im Urtexte zu unterrichten. Bei sonst gleichen Qualifikationen werden jene bevorzugt, die in der Lage sind. Unterricht in der Musik und in einer fremden Sprache (ev. französisch) zu eriheilen und sich darüber ausweisen können. Antritt wird zum 1. September a. c. gewünscht Zeugnisse und Belege über die letzte Verwendung »md von Reflektanten einzusenden an Dr. Moritz Horn blüh, Advokat in Freistadt, k. k. Schlesien. Von einer distinguirten Familie, in einer Provinzstadt nächst Wien, in welcher sich ein Real- und Obergymnasium befindet, werden Zöglinge in Pension genommen. Gewissenhafte Ueberwachung, eventuell Nachhilfe. Auskunft aus Gefälligkeit bei der Redaction. Nachstehende Nummern der „Oesterrel ciiisclie Woehenndirift^ werden von der Administration gesucht: Jahrgang 1884: Nr. 3. Jahrgang 1885: Nr. 25. Stutzflügel, Flügel, Pianinos und Harmoniums, neu und überspielt. werden verkauft, ausgelieben, gegen neue umgetauscht, auch gegen Baarzahlung gekauft; 200 Stück stets vorräthig. Bernhard Hohn, Clavierfabrik, Wien, Himmelpfortgaffe 20, in eigenen Hause. — Preislisten gratis. vom Strümpfen 25 um nur Kreuzer Wolle inbegriffen schnellstens in der mechanischen Strickerei, Wien, H», UoohtOB* Steinstrasse 22, woselbst auch nene Strümpfe verfertigt, sowie alle in dieses Fach schlagende Arbeiten angenommen werden. Ein Lehrer, der deutsch und hebräisch unterrichten kann, vorbeten und zu schlachten versteht, wird von mehreren Familien auf dem Lande aufgenommen. Jährlicher Gehalt 550 fl. Böhmische Sprache erwünscht. — Anfragen an Gereon Kien, Hullein, Mähren. Tüchtiger Clavierstimmer, der rein und dauerhaft stimmt, empfiehlt sich dem geehrten Publicum. David Bachner, Wien, IX., Hörigasse Nr. 15. Eine junge Dame aus Norddeutschland, welche eine höhere Schule absolvirt hat, im Malen, Clavierspiel und Gesang sich soweit ausgebildet hat, dass sie in diesen Fächern unterrichten kann, auch in Handarbeiten erfahren, wünscht Stellung als Gesellschafterin zur Unterstützung der Hausfrau oder Erziehung der Kinder. Beste Empfehlungen stehen zur Seite. — Offerte unter B. in P. an die Administration dieses Blattes. Sriestaften. Rabbiner 8. Stern, Kutina: Es wird dafür gesorgt werden, daß derlei Trauungen in den Vororten Wiens fürder nicht mehr vollzogen werden. Leib Ornstein, Jaroslau: Wir bestätigen den Empfang des halbjährigen Pränumeratiosbetrages bis Ende December l. I. E. Raab, Grodek: Schreiben Sie ein Gesuch an das Curatorium der isr. Handwerkerschule in Krakau, wo Sie die weiteren Auskünfte erhalten. Für die unglücklichen russischen Juden sind uns zugekommen: Von Herrn Sam. K o h n, Horazdowitz 10 fl.; von Herrn Albert Müller, Karlsbad 10 fl. Pension. oder SobÜler einer Mittelschule wird von einem Gymnasiallehrer zur Erziehung und gewissenhaften Ucbcrwaohnng in Pension genommen. Geneigte Anfragen an die Redaction des Blattes. Ein für allgem. Volksschulen lehrbefähigter Lehrer mit rabbinischem Wissen, der die Rabbinatsbefugnis erlangte «mp ,pn fcrrrcn bislang an öffentl. Volksschule thätig, in den 30er Jahren, mit kleiner Familie, der rabbinische Function bereits versehen und als Matrikenführer fungiert, sucht Stellung. Anträge an die Redaction dieses Blattes unter „Rabbinatsverweser“

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