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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-07-10 · 27 (10.7.1891) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
27 (10.7.1891)
Date
1891-07-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 27 Hesterreichische Wochenschrift 7 Seite 501 Grafenstand zum Staatsminister ernannt. Als Minister führte er mancherlei Neuerungen ein, wodurch er sich den Haß des Adels zuzog. Seine Feinde ließen kein Mittel unversucht, ihn zu stürzen. Schließlich erregte man die Eifersucht des geisteskranken Königs, indem man S t r u e n s e e eines stäflichen Umganges mit der Königin beschuldigte. Am Morgen nach jenem Maskenfeste wurde Graf Struensee nebst seinem Ferunde Ewald von Brandt verhaltet und bald darauf zum Tode verurtheilt. Am 6. April 1772 wurde die unglückliche Königin Karoline Mathilde auf Grund jener Beschuldigung vom Könige Christian geschieden und im Einverständnisse mit ihrem Bruder, Georg HI. von England, nach Eolle im Hannover'schen verbannt. Am Vormittage des 28. April 1773 saß die Fürstin an einem Fenster des Coller Schlosses mit einer Handarbeit beschäftigt, allein ihre Gedanken schweiften in die Ferne und oft schaute sie erinnerungsverloren in den öden Schloßhof hinab. Den Himmel bedeckten schwarze Wolken, der Wind heulte schauerlich und trieb prasselnd den heftigen Regen gegen die Fensterscheiben. Da meldete die Kammerfrau, ein Fremder wünsche die Königin zu sprechen. Derselbe wurde vorgelassen. Sie erkannte den Kabbalisten. „Haben Sie mir irgend eine Nachricht zu bringen, A v e r o?" „Allergnädigste Königin", sagte der Jude sich tief verneigend, „Sie geruhten mir zu befehlen, an dem dunkelsten, schwersten Tage, Ihres Lebens zu Ihnen zu kommen. Dieser Tag ist angebrochen — hier bin ich." Die Königin erbebte, mit zitternder Stimme sagte sie: „Ergänzen Sie Ihre Unglücksbotschaft!" Und im schmerzlichen Tone fuhr Avero fort: „In diesem Augenblicke zerbricht der Henker das Wappenschild des Grafen Struensee und trennt ihm der Henker den Kopf vom Rumpfe. Gott segne Sie allergnädigste Königin!" Mit einem herzzerreißenden Schrei stürzte Königin Mathilde zu den Füßen Avero's ohnmächtig nieder. Und als sie wieder zur Besinnung kam, weilte dieser nicht mehr im Schlosse. Bleich, aber gefaßt bestieg Graf Struensee das Schasfvt, und indem er sein Haupt auf den Henkersblock legte, sagte er noch zu dem ihm Trost zusprechenden Geistlichen: „Die Kabbala geht in Erfüllung!" Briefkasten. A. Dresdner, Humpoletz. Abgeordneter Wr ab e tz ist katholischer Confession. Abgeordneter Pfarrer Weber Franz ist in den Landgemeinden Auspitz - Gaya gewählt. Das Werk des Predigers L ö w y erhalten Sie in der Buchhandlung Eh. D. L i p p e, Wien, II., Praterstraße 13. V. 8. 0. 23. Redaction und Administration des Blattes befindet sich: Wien, II., Novaragasse 27. Boryslaw: Die Lichtstrahlen aus den Reden Dr. Jellinek's sind in der Buchhandlung Bermann & Altmann, I., Johannesgasse erschienen. Pitten, N.-Oe. Das Inserat kostet mit einmaliger Einschaltung 2 Gulden. P. Kindl, Mä'r.-Weisskirchen: Der Fall eignet sich nicht für unser Blatt. A. Braunfeid, Holleschau: Sie müssen sich mit Ihrem Ansuchen an das Bankhaus M. S p r i n g e r, Wien, I., Kärntnerring 14, wenden. Wir wissen kein anderes jüdisches Knaben-Waisenhaus. Abonnent Wien. Ein Kohen darf keine geschiedene Frau heiraten. Vom k. k. Notar Herrn Dr. M. Hoding in Neutitschein sind uns für die unglücklichen aus Rußland vertriebenen Glaubensbrüder 5 fl. zugekommen. Von Herrn Theodor Pokorny als Resultat einer Sammlung bei der Hochzeit des Brautpaares Taussig-Fisch er in Hermanmestec 34 fl. 40 kr. Tüchtiger Clavierstimmer, der rein und dauerhaft stimmt, empfiehlt sieh dem geehrten Publicum. David Daeltner, Wien, IX., Hörigasse Nr. 15. Pension. Handelsakademiker oder Schüler einer Mittelschule wird von einem Gymnasiallehrer zur Erziehung und gewissenhaften Ueberwaohung in Pension genommen. Geneigte Anfragen an die Redaction des Blattes. Concurs. In der isr. Cultus-Gemeinde zu Agram, ist die Stelle eines zeitgemäss musikalisch gebildteten Ober- Cantors zu besetzen. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 11. 1000 und fl. 200 Quartiergeld, nebst üblichen Emolumenten verbunden. Bewerber, welche die Qualification besitzen, die Tempel-Gesänge mit Chor und Orgelbegleitung zu exeeutiren und das Chorpersonale zu instruiren, wollen ihre mit Dokumenten belegten Offerte, unter Angabe des Alters und des Familienstandes längstens bis 20. Juli d. J. an den gefertigten Gemeinde-Yorstand einsenden. Zum Probe-Yortrage werden ausschliesslich und allein die hierzu Berufenen zugelassen, und die Reisespesen nur dem Acceptirten vergütet. Agram, 1. Juli 1891. Der Gemeinde-Yorstand. Stutzflügel, Flügel, Pianinos und Karmaniums. neu und überspielt. werden verkauft, ausgelieben. gegen neue umgetauscht, auch gegen Baarzahlung gekauft; 200 Stück stets vorräthig. Bernhard Kohn, Clavierfabrik, Wien, Himmelpfortgaffe 20, in eigenen Hause. — Preislisten gratis. CONCIJRS. In Folge Berufung des Herrn Dr. B. Zimels nach Mährisch-Ostrau ist die Stelle eines Rabbiners, Predigers und Religionslehrers mit den 15. September 1891 zu besetzen. Gehalt fl. 1000 nebst Emolumenten, Reflektirende, welche österreichische Staatsangehörige sein müssen, wollen ihre Gesuche bis zum 1. August 1891 an gefertigtenYorstand einsenden. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. St. Pölten, den 6. Juli 1891. Israelitische Gnltnsgemeinde: TsicoTo ^7“■u.xncLfelcL, Y orstand. von Strümpfen um nur 25 Kreuzer Wolle inbegriffen schnellstens in der mechanischen Strickerei, Wien, H», Lieohteilstelnstrasse 22, woselbst auch neue Strümpfe verfertigt, sowie alle in dieses Fach schlagende Arbeiten angenommen werden. £in Lehrer, der deutsch und hebräisch unterrichten kann, vorbeten und zu schlachten versteht, wird von mehreren Familien auf dem Lande aufgenommen. Jährlicher Gehalt 550 fl. Böhmische Sprache erwünscht. — Anfragen an Gerson Kien, Hullein, Mähren. Nachstehende Nummern der „Oesterreichische Wochen«4ciiriftu werden von der Administration gesucht: Jahrgang 1884 : Nr. 3. Jahrgang 1885: Nr. 20, 25. 34. Jahrgang 1886: Nr. 9,18, 20. Jahrgang 1887: Nr. l, 2. Jahrgang 1888: Nr. 2. Jahrgang 1889: Nr. 15.

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