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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-06-26 · 25 (26.6.1891) · p. Seite 451

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
25 (26.6.1891)
Date
1891-06-26
Page
Seite 451 (sequence 1)
Language
German
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Rr. 25. Wien, 26. Juni 1891. VIII Jahrgang. ♦ Crntralorgan für die grsammten Interessen des Indenthnnrs. #= St. r Postsparcaffenamt Clearingverkehr Nr. 810.976 «= Redaction und Administration: Wien, I , Rothrnthnrmstraße 39. «- Eigentümer: Reichsraths-Abgeordneter vr. Bloch. Erscheint jeden Freitag. -SitlSÖW'- Man abonnirt bei allen Postaastalten des In- und Auslandes.! Bezugspreis: Halbjährig 4 fl. Einzelexemplare 25 kr. lLnzeigen: Di« 4mal gespaltene Prtitzeile 12 kr. «= Iuhatt: An Adolf Jellinek. — Leitartikeln: Freiland und die Freilandbewegung. — Dr. Adolf Jellinek. — Bei den socialistischen Secten des Judenthums im letzten vorchristlichen Jahrhundert. — Abgeordneter Dr. Bloch gegen Prinz Liechtenstein. — Correspondenzen: Wien. Triest. Von der Hanna. Berlin. Karlsruhe. Bukarest. Paris. London. Moskau. Jerusalem. — Vermischtes: Wien. Boskowitz. Kladno. Czernowitz. Jungbünzlau. Tobitschau. Pilsen. Eger. Prag. Berlin. Bamberg. Oppeln. München. Odessa. London. Paris. — Familienblatt: Wochenkalender. — Festgedicht zu Ehren des Dr. Jellinek in Wien. — Eine jüdische Kaiserin.— Die Christenverfolgungen in China. — Lesesrüchte. — Das Wohlthätigkeitsfest in der Philharmonie. — Briefkasten. — Avis. — Danksagung. — Inserate. Än Adolf Jellinek. (Zu dessen siebenzigstem Geburtstage.) Als Kanzelredner und Gelehrter, Als Mann der Feder, Kampfbewährter, Wirst Du gepriesen und besungen In allen Landen, allen Zungen. Doch Deines Geistes stilles Weben — D'raus sprudelt ein lebend'ges Leben, Enthüllend der Erkenntniß Baum — Man übersieht's — berührt es kaum: Daß wir, in Geistesarmutsnöthen Dich umkreisende Planeten, Von Dir empfingen Wärme, Licht — Davon — das merk' ich — spricht man nicht. Ja, daß von Deines Geistes Sprühen Der Jünger Matteste erglühen Und strahlen mit erborgtem Licht — Je nun-von so was spricht man nicht. So wirke weiter laut und stille Und spend' von Deines Geistes Fülle Uns fürder ein besel'gend Licht — Die Nachwelt, sie verschweigt es nicht. N. I'ribälänäer. Freiland und die Freilandbewegung. Im Herbste 1889 erschien aus der Feder des auch unseren Lesern aus einer Reihe seiner „Zeitschrift für Staats- und Volkswirthschaft" entnommener Artikel über den modernen Antisemitismus wohlbekannten Nationalökonomen Dr. Theodor Hertzka unter dem Titel: „Freiland, ein sociales Zukunftsbild", ein Buch, welches seither in der literarischen und politischen Welt das größte Aufsehen erregt hat. Vier große deutsche Ausgaben wurden rasch vergriffen, eine englische Uebersetzung erscheint im Laufe des nächsten Monats, französische, italienische und andere Uebersetzungen werden vorbereitet, und was mehr ist, tausende von Menschen aus allen Theilen der civilisirten Welt haben sich mit der Erklärung au den Verfasser gewendet, daß sie bereit seien, mit ihrem Vermögen und mit ihrer Person für die Verwirklichung seiner Ideen einzutreten. In 24 verschiedenen Städten Europas und Amerikas haben sich „Freiländische Local- Gesellschaften" gebildet, um die Mittel zu praktischer Durchführung des Hertzka'schen Unternehmens aufzubringen, in den freiländischen Mitgliederlisten findet man alle Stände vom reichsunmittelbaren Fürsten bis zum Proletarier, vom Universitätsprofeffor bis zum Handarbeiter vertreten, Gelder werden bereits aufgebracht, eine Landschenkung ist den Freiländern gemacht worden, und wenn Hertzka noch zögert, seinen Anhängern das Signal zu factischer Inangriffnahme des von ihm vorgezeichneten Unternehmens zu geben, so geschieht dies nur aus dem Grunde, weil er selbes auf großartigster Grundlage ins Werk setzen will. Und wenn man sich vergegenwärtigt, um was es sich bei Hertzka's Plane handelt, so kann man diese Vorsicht nur loben. Denn Freiland bezweckt nichts geringeres, als die Gründung eines Gemeinwesens vollkommenster wirthschaftlicher und socialer Gerechtigkeit, eines Staates, in welchem das Eigenthum zwar nicht abgeschafft, wohl aber auf durchaus neuartige Grundlage gestellt, in welchem es keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen geben, in welchem jeder Arbeitende Eigenthümer des ganzen ungeschmälerten Ertrages der Arbeit sein soll. Grundrente, Kapitalzins und Unternehmergewinn müssen zu diesem Behufe beseitigt, oder, um mit Hertzka zu reden, sie müssen zu m Arbeitslöhne hinzugeschlagen und mit diesem zum einigen und alleinigen Arbeitserträge umgestaltet werden. Und all dies soll geschehen ohne jede Spur communistischen Zwanges, bei Aufrechthaltung, richtiger gesagt, bei Neuetablirung vollkommenster individueller Freiheit jedes Arbeitenden, dem nicht nur das ungeschmälerte Dispositionsrecht über die Früchte des eigenen Fleißes, sondern auch die schrankenlose, durch

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