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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-06-19 · 24 (19.6.1891) · p. Seite 431

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
24 (19.6.1891)
Date
1891-06-19
Page
Seite 431 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 24 Wien, IS. Juni 1891 TO, Jahrgang. MM Centralorgan für die gesammten Interessen des Indenthnms. f St. (. Postsparcafsenamt Clearingverkrbr Nr. 81Ü S7K Redaction und Administration: Wien, I, Rothenthurmstraße 39. --cQ-öj- Eigentümer: Reichsraths-Abgeordneter Dr. Bloch Erscheint jeden Freitag. & ..- —& Man abonnirr bei allen > Postanstalten! des In- und Auslandes. l Bezugspreis: Halbjährig 4 fi. z Einzelexemplare 25 kr.! A n z e i g e n : Die 4mal ge- - ipaltene Petitzeile 12 kr. l Ztzs - Inyattr Leitartikeln: „Sie wird wohl wissen warum." - Ans einen: Briefwechsel. — Bischof Pap für die russischen Juden. - lieber die jüdischen Flüchtlinge in Rußland. — Bei den soeiaiistischen Secten den Fudenthums im letzten vorchristlichen Jahrhundert — Correspondenzen: Wien. Brünn. Berlin. Paris. Manchester. Edinburgh. Bukarest. -- Vermischtes: Wien. Prag. Berlin- Danzig. München. Baden. Frankfurt a. M. Dublin. Nordhauser:. London. Ren-Seeland. — Familienblatt: Wochenkalender. — Vater und Sohn. — Literatur. — Briefkasten. — 'Aufruf. — Inserate. „Sie wird wohl wijseu warm»." Das in der Ueberschrist citivte Dictum rührt von dem polnisch-italienischen Urgermanen V er g a n i her unb lvard als Vertrauensvotum für die Regierung Ce. Majestät des Ezaren geprägt. Zn der Morgen-Ausgabe des „Deutschen Bolksblattes" vom 16. Juni wird von netten Maßregeln, lvetche die russische Regierung gegen die Juden verfügt hat, berichtet und Herr V e r g a n i fügt hinzu: „Sie wird wohl wissen warum". Er hat das vollste Zutrauen zu der Weisheit der russischen Staatsmänner, die in Bezug ans Uneigennützigkeit jedenfalls seine Vorbilder sind. Die russische Regierung verbietet den Spitälern, Kranken jüdischer Confession die Pforten zu öffnen oder ärztliche Hilfe zu leisten; sie gestattet jüdischen Mädchen das Studium der Medicin in St. Petersburg nur unter der Bedingung, daß sie das Gewerbe der Prostitution betreiben und sie weist diese unglücklichen Geschöpfe sofort aus der Residenz aus, wenn es sich herausstellt, daß sie blos heuchelten und thatsächlich dieses Gewerbe nicht betreiben. Das schmälert das Zutrauen des Herrn Berga n i zu der russischen Negierung nicht im Geringsten: „sie weiß wohl warum". Dieses „praktische Christenthum" der russischen Behörden ist ganz nach dem Geschmack unserer Antisemiten. General Kuropatkin, der Grneralgonverneur und Oberstkommandirenre des transkaspischen Gebietes, hat einen Befehl erlassen, durch welchen nahezu alle katholische Angestellten, Ingenieure, Bureaubeamte und Andere, welche die central-asiatische Eisenbahn erbaut haben, ans jener Provinz ausgewiesen werden. Das verschweigt Herr B e r g a n i seinen Lese« n und „auch er weiß wohl warum". Bon der Verfolgung der Deutschen in Rußland meldet die Münchener Allgemeine Zeitung: „Die Zahl der zu Gefängniß oder Verbannung verurthcilten Geistlichen steigt stetig, und der Czar hat neuerdings die von den russischen Gerichte« gesprochenen Urtheile noch von sich aus verschärft! Das sind Zustände, die jede Lebenssreudigkeit lähmen und auch in den Ostseeprovinzen immer mehr den Gedanken an ei ne Auswanderung wachrufen." Also auch die Deutschen in Rußland rüsten sich zur Auswanderung und flüchten sich vor der Weisheit jener Regierung nach dem Herzen des Herrn Bergani. Indessen hat dieser selbe Biedermann in der jüngsten Sonntags-Nummer sich biner darüber beschwert, daß die öffentliche Presse von der j Verfolgung der Deutschen in Rußland arlgeblich so wenig > Notiz nimmt. Zn dem Sonntagsartikel war zu lesen: i „Während die Börsenpreise der ganzen Welt das Mitleid aller I Völker für die fremden russischen Juden in unverschämter Weise wachi zurufen strebt, vergessen die demschgeschriebenen Organe des Liberai lismus vollständig dee Bedruckungen, denen die Deutschen Rußlands! im Zarenreiche ausgeietzt und die umso emvörendec sind, als sie . weder vom Gesichtspunkte der nationalen Selbsterhaltung, noch von i jenem des nvlhwendigen wirthschaitlichen Selbstschutzes aus — gerecht-; fertigt erscheinen.' j „Wir weisen also hier aus die Verschiedenheit in der Behand- ‘ lung jüdischer und deutscher Angelegenheiten in Rußland hin, um : wieder einmal zu zeigen, wie die „Wucht der öffentlichen Meinung in! Europa", nach dem Belieben jüdischer Zeitungsschreiber und ihrer! Hintermänner au der Börse, „gemacht" oder „nicht gemacht wird."! Das ist nun eine schamlose Lüge. Die „Qesierreichische! Wochenschrift" allein, also ein Blatt, welches ausschließlich jüdischen Interessen dient, hat wiederholt an leitender Stelle j aus die russischen Katholiken- und Deutschenverfolgungen hinj gewiesen. Wir erinnern an die Leitartikel Rr. 33. vom l 20. August 1886, 'Rr. 27, vom 15. Zuli, ferner die Artikelserie Nr. 44, 45, 46, 49 1887, an den leitenden Artikel! der Nr. 34, vom 24. August 1888, der Aussätze in Nr. 48! vom 25. Zänner und Nr. 30, vom 2. August 1889, an Nr. 19, vom 16. Mai 1890, welche alle den Zweck verj folgten, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die von Rußland j beliebte Behandlung andersgläubiger Unterthanen hinzulenken, i eine Berfolgungspolitik, welche dem gesammten Zeitalter ein Brandmal der Barbarei aufdrückt, j Zn Nr. 4, vom 25. Zänner 1889, hatte die „Oesierr. : Wochenschrift" einen leitenden Artikel: „Katholikeuverfolgungeu I in Rußland". Es wurden die haarsträubendsten Berichte! nach dem Krakauer „Czas“ und dem Lemberger „krz6§taä^ * zitirt. Allerdings fügten wir hinzu:

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