Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 20 (22.5.1891)
- Date
- 1891-05-22
- Page
- Seite 369 (sequence 7)
- Language
- German
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Rr. 20 Hesterreichische Wochmschrift Seite 369 Wrag. Der unermüdlichen Thätigkeit des Herrn Samuel Fischet, Präses des Temelvereines, Begründer des religösen Fortbildungsvereines für Mädchen, ist es zu danken, daß der Jugend-Gottesdienst im Tempel der Geistgasse sich bei Groß und Klein stets größerer Beliebtheit erfreut, durch diesen wird das religiöse Gefühl 'der Jugend, für das sonst im Allgemeinen so wenig geschah, geweckt und die weibliche Jugend für das Judenthum im jüdisch-religiösen Sinne erzogen. Am 9. Mai fand das Schlußfest vor überfülltem Hause statt. Die Rede des Rabbiners und Predigers Dr. Gelbhaus, ein rhetorisches Prachtstück, der Vortrag des Obercantors Moor im Vereine mit dem ausgezeichneten Chor (Dirigent Herr Rubin) gestaltete dieses Fest zu einer wahrhaft erhebenden Feier. Zum Schlüsse wurde die Volks- Hymne von der zahlreich anwesenden Jugend abgesungen. Wir hoffen, daß die ersprießliche Thätigkeit des Präses Herr Samuel Fischel, trotz aller Klippen nicht ermüden werde, und bei anderen Vorstehern Nachahmung findet. Sniatyn (Wahlexcesse.) Ein bedauerlicher Vorfall, der während der jüngsten Reichsrathswahl sich abspielte, ist nunmehr zu einem gerichtlichen Abschlüße gelangt. Der Großgrundbesitzer Herr Hersch Weisselberg in Sniatyn war ein eifriger Parteimann für den Candidaten Dr. Josef Samuel Bloch in Wien und war deswegen das Ziel besonderen Hasses seitens der Gegner. Zu diesen zählten vor Allen Salomon Klugmann, Präsident, Mendel Nachmann, Directionsmitglied, und I. M. Fi sch ler, Kanzleidiener des dortigen Spar- und Creditvereines, welche drei um Mitternacht dem genannten Hersch Weisselberg sämmtliche Fensterscheiben zertrümmerten. Das Gericht verurtheilte die ersten Zwei zu 10 Tagen, den letzteren zu 14 Tagen Arrest. Berlin. Die durch den Tod des Dr Immanuel Ritter erledigte Predigerstelle an der jüdischen Reformgemeinde sott jetzt neu besetzt werden. Die Wahl fiel auf Dr. Adolf Brüll, der am Phikant hropin zu Frankfurt a. M. das Amt eines Lehrers bekleidet. Derselbe hat jedoch die Wahl nur unter der Bedingung angenommen, daß seine lebenslängliche Anstellung erfolgt. Der Gemeindevorstand ist hierauf bisher noch nicht eingegangen. Wertin. Das anerkannte Privatorgan des Herrn Stöcker — den man in den Kreisen seiner Freunde in offener Opposition gegen den deutschen Kaiser, welcher diesen Mann aus dem Hofprediger-Amte entlassen hat, mit Vorliebe als den „Hofprediger aller Deutschen" bezeichnet — das „Volk", dem Herr Stöcker noch vor Kurzem sogar „Reifebriefe" lieferte, ist im preußischen Herrenhause bei Berathung des Einkommensteuergesetzes sehr scharf mitgenommen worden. Graf Schulen bürg warf dem „Volk", welches er ein „socialconservatives Blatt" nannte, vor, es habe gegen die Schulenburg, Dohna rc. eine „Denukciation an höchster Stelle" versucht, Graf Mirbach äußerte : „Ich empfehle Ihnen das kleine Blatt, das jetzt mit einem Fuße auf socialdemokratischem Boden steht, das „Volk" zur erheiternden Lectüre". Und Fürst Hatzfeld sprach gar Unter Bezugnahme auf das „Volk", wie dieses selbst eingesteht, von einer Presse, „die zwar noch immer unter konservativer Flagge, aber im anarchistischen Fahrwasser segelt". So werden die Agitationen, mit denen Herr Stöcker seine i Stelle als angeblicher Agitator für „Gott, Vaterland und Monarchie" noch zu halten sucht, in öffentlicher Sitzung der gewiß conservativen Pairskammer von Herren charakterisirt, die derselben Partei angehören, welcher er sich zurechnet, ja, welche zum Theil mit ihm in derselben Fraction zusammensitzen. Athen, 16 Mai. Der Präses der hiesigen jüdischen Gemeinde. Karl R oth sch il d, hat dem Ministerpräsidenten Delyannis einige von den Hetzbildern vorgelegt, die jetzt zu Tausenden im Königreiche circulire n und zumeist ausOe st erreich kommen. Dieselben zeigen gewöhnlich einen greisen Juden, wie er in der Synagoge ein unbekleidetes Christenmädchen ab schlachtet, während die Umherstehenden sich mit deren Blut bespritzen. KrieNraKeu. Megeu -es Setzer Strikes find zahlreiche Korrespondenzen und Mittheilungen zurückgeblieben Gztzbon»: Wir er:heilen keinerlei geschäftliche Auskünfte. Air» Kozen kommt uns fl. 5.— zu Gunsten der russischen Emigranten zu. S. Drucker, Diatra: Halbjährigen Abonnementsbetrag bis 15. October 1891 dankend erhalten. I. H. Die gewünschte Auskunft zu ertheilen sind wir nicht in der Lage. I. S- Kolomen: Daß Rabbiner Spitzer seine Orthodoxie dem geschäftlichen Jntereffe an zu bequemen weiß, ist aller Welt bekannt. Fainilienblatt. Wochen- Mai 1891 Jjar 5651 Kalender Freitag 22 14 Samstag 23 15 "irq Sonntag 24 16 Montag 25 17 Dienstag 26 18 -itfijn jh Mittwoch 27 19 Donnerstag 28 20 Freitag 29 21 '*1 Karlsbader anilleOblaten Postkistch. 5 Ko.. 200 St. zu fl. 4.42 vers. täglich frisch gegen Nachn.frc. überallhin die Oblaten und Waffelbäckerei Josef Laurenzuk, Troppau. von Strümpfen um nur 25 Kreuzer Wolle inbegriffen schnellstens in der mechanischen Strickerei, IX., Liehtensteinstrasse 22, woselbst auch neue Strümpfe verfertigt, sowie alle in dieses Fach schlagende Arbeiten angenommen werden. Ein Frühjahrs-Anzug fl. 12, ein Ueberzieher fl. 9, ein Kammgarn-Anzug fl. 14, stets vorräthig bei Jacob Roth berger, k. u. k. Hoflieferant, Wien, I., Stefansplatz Ur. 9. Täglich bis 12 Uhr Nachts offen und elektrisch beleuchtet. Telephon Nr. 978. FiliÄe: Mariahilserstraße Nr. 58. 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