Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 15 (10.4.1891)
- Date
- 1891-04-10
- Page
- Seite 276 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Gesterreichische Wochenschrift «r l5 In dieser Stellung wurde sie noch von ihrer Schwester angetroffen, die in das Empfangszimmer eilte, nachdem sich Wollner von ihr verstimmt verabschiedet hatte Rascher noch als Herr Wollner vor zwei Stunden von seinem Friedheim nach Karlsdorf fuhr, machte er jetzt den Weg von da zurück, obwohl er auf dem Hinwege sich fein Glück zu holen hoffte. Es trieb ihn jetzt die Sehnsucht, das Kind an fein Herz zu drücken, das er als Opfer seines Glückes darbringen sollte, wenn er der Versuchung Gehör geben würde. An dem geöffneten Hofthore stand wie immer, sobald der Vater zurückkam, das Kind mit seiner Bonne. Mit einem Schmerzensschrei nahm Wollner es in die Arme und drückte es heftig an sich. Mit großen Augen, die sich nach und nach mit Thränen füllten — ob vor Schmerz über die stürmische Zärtlichkeit, oder schon in dem Ahnen, daß seinem Väterchen etwas fehlen müffe — sah das Kind unverwandt auf den erregten Heimgekehrten. Im Hausflur trat ihnen Frau Wollner entgegen und suchte gespannt die Blicke ihres Sohnes. Als dieser nur flüchtig der Mutter winkte und mit dem Kinde auf sein Zimmer ging, wußte sie, daß es anders gekommen sei, als sie erwartet hatten. Nach einer Weile öffnete sie die Thüre zu ihres Sohnes Zimmer und fragte hinein: „Bist du noch nicht umgekleidet? Ich ängstige mich." „Komme nur, Mutterl!" (Fortsetzung folgt ) Literatur. Das zweite Heft meiner Monatsschrift HOb * wird demnächst erscheinen, daselbst befindet sich unter Anderem ein großer Artikel über die sociale, materielle und moralische Lage der Juden in Galizien. Preis für 12 Hefte nur 2 fl. --- 2 Rubel — 4 Mark — 5 Kranes. Ein Probeheft 20 kr. in Briefmarken. Hiezu erscheint eine Prämie unter dem Namen »QfäDPlb "1^1 {70* d. i. ein biographisches Bilderalbum sämmtlicher jüdischen Literaten der Gegenwart Adresse: Gustav Bader, Redacteur des „Hazofeh" in Krakau. Pafchele» illustrirter israelischer Uolk»kalender für das Jahr der Welt 5688 (1891/82), gesammelt und herausgegeben von Samuel W. Pascheles, Prag, Zeltnergasse. Dieser im Berlage der altrenommirten Firma Samuel W. Pascheles erschienene Kalender tritt bereits in seinen 39. Jahrgang. Die diesjährige Ausgabe ist geschmückt mit tem wohlgetroffenen Bildniffe des Baron Moriz Hirsch. Den literarischen Theil leitet eine Biographie dieses großen Wohlthäters ein, die vom Schriftsteller Herrn Mathias Kisch verfaßt ist. Daran schließt sich eine höchst interessante Novelle aus dem Prager Ghetto, betitelt „Ein Apicores" vom selben Autor, worin, wie in all' deffen Erzählungen, die Darstellung eine vollständig plastische, sowie Land, Leute, Zeit und Verhältnisse naturgetreu gezeichnet sind. Tie weiteren Aufsätze, ganz speciellen Humors, Anektoden und witzige Einfälle geben diesem Theile des trefflichen Hausbuches eine besondere Würze. Die dem religiösen und geschäftlichen Leben gewidmeten Rubriken enthalten alles den praktischen Bedürfniffen * Entsprechende. Das Gesetz vom 21. März 1890, betreffend de Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft, ist im Wortlaut wiedergegeben. Der Pascheles'sche Kalender wird auch in seiner neuesten Ausgabe allgemeinsten Anw'erth finden. Po£ätky vyut5, oväni näboSenstvi mojZiSskeho. (Anfangsunterricht in der mosaischen Religion.) Bon Dr. N. Grün Uebersetzt von Dr. Philipp B o n d y. Nachdem eine größere Anzahl israelitischer Kinderdie böhmischen Volksuno Mittelschulen besucht, und nach dem Gesetze der Religionsunterricht in der Sprache der Schule ertheilt werden soll und auch ertheilt wird, stellte sich das Bedürfniß nach einem Lehrbuche in böhmischer Sprache als ein dringendes heraus. Mehrere treffliche Original* arbeiten waren zum Drucke bereit. Ein Comitä, bestehend aus Mitgliedern der Vereine „Spolek ßeskych akademikü—zidu“ und „Ore- Tomiv"; war jedoch der Ansicht, daß ein bereits vom h. Ministerium genehmigtes und allseits als bewährt anerkanntes Lehrbuch derzeit vorzuziehen wäre. Die Wahl fiel auf das vom Herrn Rabbiner Dr. N. Grün verfaßte, obbenannte Lehrbuch, welches sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Dasselbe wurde vom Herrn Rabbiner Dr. Philipp Bondy in formvollendeter Weise übersetzt und von der hiesigen Buch Handlung Jacob B. Brandeis in ansprechender Ausstattung verlegt In der am 8. März a. c. abgehaltenen Sitzung der Prager Cultusgemeinde-Repräsentanz wurde hierüber vom Präses Herrn Dr. Arn Rosenbacher Bericht erstattet und auf seinen Antrag dieses Lehrbuch als vollkommen zweckentsprechend erklärt. Die behörd liche Genehmigung ist daher in Kürze mit Sicherheit zu erwarten, und werden die Religionslehrer an böhmischen Volksschulen nicht mehr über den Mangel eines entsprechenden Lehrbuches zu klagen haben. I. S. Kraus. Briefkasten. S. Kolomea Die „Oesterreichische Wochenschrift" wird im Bureau des Herrn Baron Hirsch in Paris gelesen. I. Hahn, Stuhlweißenbnrg Die Mittheilungen sind offenbar erlogen. I. Scharf, Triest. Wir können Alles nach Wunsch liefern. Abonnementsbetrag ist halbjährig fl. 4. M i« S. Dr. Lehmann war Rabbiner in Mainz, starb vor nahezu iy2 Jahren. Dr. Joel war Rabbiner in Breslau und starb im Monat Jänner d. I. H. K a tz war Rabbiner in Deutsch- Kreutz und starb vor wenigen Wochen. Schlomo, Prag. Annonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. H, Wien. Die Angelegenheit mit den falschen Wechseln wird auch noch daran kommen. Abonnent, Kozen. Sie haben recht. Allein dieses Verhältniß klarzulegen würde den Antisemiten eine Verstärkung Zufuhren. Minister P r a z a k hat auch dem Abgeordneten Dr. Bloch eine Gegenvisite abgestattet. S. Deutfchlander, Pucho Halbjährigen Abonnementsbetrag bis 30. Mai 1891 erhalten. I. O. Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren dürfen keinen Religionswechsel vornehmen. Gin aller Abonnrnt, Wien. Das Wohlthätigkeitsbureau befindet sich I. Rudolfplatz 2, das Local der Stiftung I. Schwarzenbergplatz 4. Krunn. Für diese Woche zu spät. Acrrrkfcrgurrg. Für die mir anläßlich des Hinscheidens meines theuren, frommen unvergeßlichen, in Gott ruhenden Vaters Herrn Rabbiner Emanuel Friedländer von Nah und Fern zutheil gewordenen zahlreichen Beweise treuer Anhänglichkeit und aufrichtiger Theilnohme fühle ich mich verpflichtet hiermit meinen innigsten Dank auszusprechen. Pisek, 5. April 1891. Dr. M. H. Friedländer. $nv die Witwe de» ermordeten Klugmann an» Sloboda bei Kolomea sind uns als Resultat einer Sammlung in Mährisch Ostrau zugegangen: Adolf Roth fl. 1; Sigm. Roth fl. 1; Bernh. Huppert 60 kr.; H. Toch 50 kr.; Jg. Karpel 30 kr.; Leop. Seidner 40 kr.; Leop. Huppert 30 kr.; Friedrich Ziffer 30 kr.; Klein Berthold 30 kr.; Moritz Taub 40 kr.; Adolf Huppert 50 kr.; Max Pinczeust 50 kr.; Taub 20 kr.; Emanuel Tramer 50 kr.; H. Fried 30 kr.; H. Lichtenstern 50 kr.; H. Has 50 kr.; L. Katz 40 kr.; S. Müller 20 kr.; Popper 20 kr.; Judo Fischer 20 kr.; Jacob Horumy 30 kr.; Karl Katschal 50 kr.; Eman. Winter 40 kr.; Alois Klein Elgoth fl. 1; Jgn. Fisch 20 kr.; Racher 20 kr.; Blumenihal 20 kr.; F. Winter 20 kr.; T. 30 kr.; Wulkan 20 kr.; W. Wolf 20 kr.; Heinr. Teichmann 30 kr.; Josef Weislitz 30 kr.; Rudolf Groß 20 kr.; Leop. Herz fl. 1; Emanuel Tramer 50 kr.; d. i. zusammen fl. 15.30. -ah Restauration -ah sehr gut im Betriebe in einen sehr gut besuchten Hotel wird sammt Conceffion vom 1. Mai a. c. unter sehr billigen Bedingungen verpachtet. Aus Gefälligkeit I., De;. Singerstraße 24, KUnger.