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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-03-20 · 12 (20.3.1891) · p. Seite 221

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
12 (20.3.1891)
Date
1891-03-20
Page
Seite 221 (sequence 15)
Language
German
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Hefterreichische Wochenschrift Sette 321 Ät. 12 Vom Trauerhause aus begleitete Niemand, außer den jüdischen. Funktionären den Leichenconduct; erst in der Judengaffe schloß sich demselben die ganze jüdische Gemeinde an rmd begleitete ihn bis aus den Friedhof. Sofort nach der Bestattung der Leiche nahm das Gericht die Aufnahme der Hinterlassenschaft vor. Man fanv ein Testament, das von dem Tage seiner Ankunft in . . . . datirt war. Dasselbe enthielt nur drei Punkte: „1. Als Universalerbe meines ganzen beweglichen und unbeweglichen Vermögens setze ich die Stadt .... ein. 2. Die Stadt hat dieses Vermögen durch eine eigene Commission des Gemeinderathes verwalten zu lassen und von den Erträgnissen desselben nach ihrem Ermessen jährlich an meinem Sterbetage, nach dem jüdischen Kalender, sämmtliche Wohlthätigkeitsinftitute der Stadt zu betheilen. 3. Während der Lebzeiten meiner Frau Sarah Äahn, kommt jedoch die Nutznießung meines ganzen Vermögens ihr allein zu." In der Stadt herrschte Heller Jubel über diese Erbschaft. Diese betrug nahezu eine Million. Die wahnsinnige Frau wurde in dem Hause belassen und von seiten des Magistrates bestellten Personen bedient. Ihr Wahnsinn zeigte sich nur in der ewigen Frage: „Warum hat man meinen Mann todtgeschlagen?" Nach wenigen Monaten jedoch starb die unglückliche Frau plötzlich. Bei ihrem Leichenbegängnisse war die Stadt durch ven Bürqerme'ster in eigener Person vertreten. Nun halten die Wohlthätigkeitsinftitute der Stadt die Nutznießung der Erbschaft anzutreten. Bei der ersten Betheilung wurden die jüdischen Wohlthätigkeitsinftitute nicht bedacht. Der Magistrat behauptete, unter „Wohlthätigkeitsinftitute der Stadt", seien die specisisch jüdischen nicht gemeint. Die jüdische Gemeinde strengte dagegen einen Proceß an, der erst in letzter Instanz zu ihren Gunsten entschieden wurde. Die Mörder des Herrn Kahn wurden bis heute „nicht entdeckt", obwohl alle Welt mit Fingern auf sie zeigen konnte. Die Direktionen der diversen Wohlthätigkeitsinftitute der Stadt feiern dessen Todestag als den freudigsten Tag des Jahres, an dem sie, das „Judengeld" bekommen. Briefkasten. Eduard I. Goldwasser Ln Krakau Marcus Petz war in Wien Monate vor den Wahlen, verlangte von Dr. Bloch fl. 3000 dafür, daß er denselben keinen Gegenkandidaten entgegenstelle. Es ist richtig, daß der Rabbi von Belz dem Abgeordneten Dr. Bloch die Versicherung hat ertheilen lassen, er werde ihn nicht bekämpfen, schließlich ist der Rabbi vor einem Wortbruch nicht zurückgeschreckt. Wir sind der Ansicht, daß zur Gesundung der jüdischen Verhältnisse in Galizien es vor Allem nöthig ist den unheilvollen Einfluß dieser finsteren Mächte zu brechen, und befinden uns hier in Uebereinstimmung mit hervorragenden Vertretern der jüdischen Orthodox! in Galizien. Es handelt sich nicht um Rache für die Vergangenheit, sondern um Anbahnung besserer Verhältnisse für die Zukunft. Herren Israel KegaU und U. Uuterfalt, Serelh. Wir hatten bereits im Vorjahre an gleicher Stelle Gelegenheit mitzutheilen, daß der Gisela-Verein ein vorzüglich geleitetes und sehr prosperirendes, daher empsehlenswerthes Institut ist. Sein Bersicherungsstock beläuft sich auf mehr als 12 Millionen Gulden; seine Reserven per fl. 1,700.000 sind in besten Werthpapieren angelegt und bei der österr.-ungar. Bank deponirt. Gegentheilige Auskünfte beruhen auf Mißgunst oder Böswilligkeit Zahlen Sie unbesorgt Ihre Prämien. Herrn Kam. Kotz«, Goltsch-Ienika« An das Curatorium der Baron-Hirsch-Stiftung in Wien. Kür die Geplünderten in Koiomea, K«c,ac». Kniatqn sind uns von A. Freund in Klagenfurt fl. 5 von G. Händler in Wien fl. 5, zulammen fl. 10 zugekommeu. Weitere Spenden werden dankend entgegengenommen und tfinr Bestimmung zugejührt. Mazzotpreisr pro 1891. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde gibt hiemit den geehrten Gemeindemitgliedern bekannt, daß mit der Bereitung und dem Verkaufe des Osterbrotes die Witwe des Herrn Gabriel Friedmann betraut worden ist un) stellt an jene P. T. Parteien, welche ihren Ofterbrotbedarf noch nicht angemeldet haben, das Ansuchen, dieselben wollen ihre Bestellungen baldmöglichst, längstens aber bis 10. April d. I., entweder I., G o » z a g a g a s s e (Hotel Metropole), II., Große Schifsgasse Nr. 3. oder in der Brigittenau, Dammstraße Nr. 22, im Backhause machen, da spätere Anmeldungen kaum nach Wunsch berücksichtigt werden könnten. Die vom Vorstände genehmigten Preise sind: Für Mazzot l. Sorte per Kilo.kr. 75 n n H' n n .„ 43 » „ Hl.32 „ Mehl, Gries I. Sorte per Kilo.„ 85 n n » H n n •.ii 50 Zur Verhütung von Mißbräuchen ist jedes Packet mit dem Siegel der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde versehen. Wien, 15. März 189l. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Kirr Mädchen 7 Monate, wird zur anständigen Familie in Pflege gegeben. Adresse: I. Mandel, Fünfhaus, Reugasse 35 UNION-BANK. Die einundzwanzigste ordentliche General versa mm ln ng der Actionäre der “CT ja.io xi-IQ a.nl5: findet Dienstag den 31 März 1891, um 11 Uhr Vorm, im kleinen Bösendorfersaale, I. Herrengasse 0, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Verwaltungsrathes und Vorlage des Bilanz-Abschlusses pro 1890; 2. Bericht des Revisionsausschusses und Beschlussfassung hierüber; 3. Beschlussfassung über die Verwendung des Reingewinnes; 4. Wahlen in den Verwaltungsrath; 5. Wahl des Revisionsausschusses für das Jahr 1891. Die stimmberechtigten Herren Actionäre, welche an der Generalversammlung theilzunehmen wünschen, wollen ihre Actien in Gemässheit des § 27 der Statuten spätestens am 23. März a. c. deponiren, und zwar: in Wien bei der Liquidator der Union-Bank, in Triest bei der Filiale der Union-Bank, in Berlin bei der Berliner Handelsgesellschaft, den Herren Mendelssohn & Co., den Herren Robert Warschauer & Co., in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effecten- und Wechslerhank. Wien, am 14. März 1891. UNION-BANK. Graft- und Grab-Monumente rma für den Wiener israelitischen Friedhof sowie für die Umgebung und Provinz offeriren gut und billig SOMMER & WENIGER, WIEN vis-ä-vis der israel. Abtheilung des Central-Friedhofes. Lieferanten der israelitischen Cultusgemeinde Wien.. Preis-Courante gratis und franco.

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