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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-03-13 · 11 (13.3.1891) · p. Seite 205

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
11 (13.3.1891)
Date
1891-03-13
Page
Seite 205 (sequence 15)
Language
German
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Nr. il Hesterreichische Wochenschrift Seite 205 bessern gibt, hat Professor Blau eben in dieser seiner Schrift gezeigt. Trotz ihres geringen Umfanges enthält diese eine Fülle von neuen Ideen, oder vielmehr von neuen, weil nicht erkannten T b a t s a ch e n, denn den Kern seiner Ausführungen dürfte jede unbefangene Kritik dem Verfasser als überzeugende Wahrheit gelten lassen. Es handelt sich um die sogenannten „außergewöhnlichen" Punkte (purmta extraordinaria), uni die umgekel-rten Nun, um die schwebende!. Buchstaben, um die Verbesserungen der Sopherim, um Worte, die nicht geschrieben, aber gelesen werden, und lauter Dinge, die. im Texte der Heiligen Schrift in ihrer Fremdartigkeit uns anstarren; dunkle Zeichen, welche die Neugierde eines jeden Bibellesers herausfordern; Merkmale, die etwas besagen wollen, „fragt mich nur nicht wie". Man ist so ziemlich darüber einig, daß jene fraglichen Zeichen eine text-kritische Bedeutung haben, und die moderne Bibelkritik hat es nicht verabsäumt, dieses alte Capital für ihre Zwecke zu verwerthen. Nun hat Professor Blau den Nachweis geliefert, daß Talmud und Midrasch — was bisher nicht völlig erkannt war — in jenen Zeichen ebenfalls nur textkritische Bemerkungen gesehen, daß die scheinbar im echten Midraschstyl gehaltenen Deutungen derselben eine tiefe und — was besonders zu beachten — eine sinngemäße (nicht rationelle!) Auffaffung der bezüglichen Schriftstellen, wo diese Zeichen angebracht sind, uns überliefert haben. Durch eine höchst sorgfältige und gelungene Confroatirung der ältesten Quellen, die diese Bemerkungen enthalten, ist es dem Verfasser gelungen, die muthmaßlich ursprüngliche Fassung der Formel, in welcher die auf die puneta extraordinaria bezüglichen Traditionen mögen überliefert worden sein, zu ermitteln, ihre ferneren Wandlungen zu beobachten, sie auf ihrem Wege bis zur Aufnahme in die selbstständige Masora zu verfolgen. Aus Mißverständniß haben nun die ursprünglichen Formeln mannigfache Veränderungen erfahren, und so treten sie nun in der Masora in dieser ihrer corrupten Gestalt verknöchert und ihres klaren Sinnes beraubt uns entgegen. Allerdings ist es mißlich, an der Masora, die sich bisher eines unerschütterlichen Glaubens erfreut und mit Recht erfreut hatte, etwas mäkeln und Ausstellungen machen zu wollen; aber dort, wo ältere Quellen' sprechen, wo sie eine fach- und sinngemäße Erklärung geben, gegenüber der verworrenen und unverständlichen der jünger», ist die Annahme irriger Formeln in der Masora nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar geboten. Nach unserem Dafürbalten sind die Gründe des Verfassers, die er zur Unterstütz"ng seiner neuen Hypothese in's Treffen führt, schlagend genug, als daß sie verfehlen sollten, ihren siegreichen Zug gegen alte Jrrthümer mit einer gänzlichen Beseitigung derselben zu beenden und wir sind dessen sicher, daß die neue Sachlage von allen Freunden der Wahrheit mit Bereitwilligkeit anerkannt werden wird. Lrites. Am Ur-GueU Monatsschrift für Volkskunde. Herausgegeben von Friedrich S. Krauß. Inhalt des V. Heftes, II. Band: 1. Die Kosmogonie der Cherokee. Bon James M o n n e y-Washington. 2. „Non ölet“. Bon Dr. M. Landau- Wien. 3. Das Sterben in Oberbayern. Bon Dr. M. H o e fl er - Tölz. 4. Hexenleiter oder Vogelscheuche? Bon A. 5. Ostfriesisches Bolksthum. Bon H. Sundermann-Norden. 6. BolkSmedicin. Bon H. V o l k s m a n n. 7. Ostpreußische Sprichwörter, Bolksreime und Provincialismen. Bon I. Sembrzycki -Königsberg. 8. Geheime Sprachweisen. Eine Enquete von Krauß. 9. Vom Büchertisch. Besprechungen von Krauß. 10. Anzeigen. — Bezugspreis ganzjährig fl. 2.40. Redaction: VII. Neu stiftgaffe 12. Stimmen aus dem Publicum. Löbliche Redaction! Es dürste für Manchen von Interesse sein, zu erfahren, daß der Möbelerzeuger A. Ungethüm, V. Obere Amtshausgasse 27, welcher den Haupttheil seines Vermögens seinen jüdischen Kunden verdankt, gelegentlich der jüngsten Reichsrathswahl ein antisemitischer Parteiführer war — und nicht genug über die „Saujuden" zu zettern vermochte. Vielleicht ließen es die jüdischen Möbelkäufer aus eine Probe ankommen, ob sich dieser Herr Ungethüm mit Schneider, Lueger und Consorten als Käufer zurechtfinden kann. Für die Wahrhaftigkeit angeführter Thatsache stehe ich vollinhaltlich ein. Hochachtungsvoll Wien, 9. März 1891. Leopold Weiß. Briefkasten. K. in Kolomea Ihre Mitiheilurgen über das nieder Treiben des curiosen Burschen H i r s ch l e r. welcher von Wien als Agent des Herrn M e i s e I s nach Kolomea gereist und in Stanislau eine verdiente Züchtigung erfahren hat, ist zur Publicatio» ungeeignet. Mit Leuten solchen Schlages wollen wir uns umsoweniger abgeben, als der genannte H i r s ch l e r vom Abgeordneten Dr. B och mannigfache Wohlthaten empfangen hat. Hirschler stand bereits einmal am Rande des Gefängnisses, sein Bruder und sein Vater, Buchhändler Hirschler in Wien, habe» damals die Intervention des Herrn Dr. Bloch in Anspruch benommen, um den guten Sohn aus der Gefahr zu retten. Nun haben sie ihre Zustimmung ertheilt, daß derselbe als Agent für M e i s e l s nach Kolomea reist — das richtet sich selbst und bedarf keiner weiteren Brandmarkung. U. in Lemberg. Das Herr Meisels für 60.000 fl. 90 Stimmen erhielt dankt er vor Allem dem großen Einfluß und der hohen Verehrung, welche Jg. L. Schreiber aus Drohobycz und sein Verein in Galizien genießt. Wer diesen Mann, seine Wahrheitsliebe und Frömmigkeit kennen zu lernen Gelegenheit hat, der hält sich auch fern von allem was an diesen Mann anrührt. Melchior Keigel. Tarnopol Abonnementsbetrag bis Er, de Februar l. I. erhalten. Mathias Kijch, Prag. Wir können leider nicht dienen. Uon denjenigen nuferer geehrte« Abonnent«« in der Provinz. melche uns bis heute den laufenden Abonnementsbetrag nicht eingrfendet haben, werden mir denselben, wie bisher üblich, per postanftrag einhebe» taffen. G. Z. 596-1891. Eonrurs. Die in unserer Gemeinde erledigte Stelle des erste» Gantors gelangt am I. August l. I., eventuell auch früher, zur Wiederbesetzung. Gefordert wird: a) die genaue Kenntniß der Lithurgie und intellectuelle Bildung; b) gründliche musikalische Bildung zur Leitung und Heranbildung des Synagogen-Chores mit Orgelbegleitung und zur Ertheilung des Gesangunterrichtes an der öffentlichen consessionellen Schule der Gemeinde, worüber ein legales Zeugniß von einer öffentlichen Musikbildungsanstalt speciell verlangt wird, und c) die Befähigung, um auch als PjD fungiren zu können. Diese Stelle ist mit einem fixen Jahresgehalte von 1000 st. ö. M. nebst weiteren ÄO© st o. M als Wohnungsbeitrag und den üblichen Emolumenten dotirt. Beiverber um diese Stelle haben ihre Gesuche, worin Alter und Familienstand genau angegeben sind, nebst den Zeugniffen über die erlangte Qualiffcation und die bisherige Berufsthätigkeit bi» Ende April 1. I. an das „Serretariat der Estegg-Gberstädter israelitische« Enltnsgerneinbe" einzusenden, und wird zugleich bemerkt, daß Probefunctionen nur nach erfolgter Einladung seitens des Vorstandes zulässig sind. Reisespesen werden nur dem Acceptirten nach Uebereiakommen vergütet. Israelitische Cnltnsgemeinde Gstegg-Gberstabt. am 6. März 1891. Der Secretär: Der Präses: Langer. Kästeabaum.

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