Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 6 (6.2.1891)
- Date
- 1891-02-06
- Page
- Seite 113 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6. Hesterreichische Wochenschrift Eeite 113. Sie halten dich für todt und gehen betteln. O Schmach! hier find' ich dich im Kreise von Gefährten, die, von gleicher Noth bedrängt, Dem eignen Landsmann an das Leben wollten, Jndeß der Feind, der alles dies verschuldet, Den Herren spielt und im Erpreßten schwelgt. Wie Spinnen habt Ihr hier das Netz gestellt Und überlaßt dem Zufall, was er bringt. Sagt, ist das recht?-Neapel ist der Ort, Wo's Beute gibt, die rechtlich dem gebührt, Der sie im offnen Kampf erringen kann: — Die Freiheit ist's! Sie gründet Bürgerglück, Wenn das Gesetz in Ehren wird gehalten. Das der Tyrann zuerst mit Füßen trat; Dann trieb die Noth den Schwerbedrückten erst Zn gleichem Thun. — - Wacht auf! Ermannet euch. In einem evlen Volke wohnet stets Der Trieb zur ewigen Gerechtigkeit; Unfehlbar ist die Kraft, die in ihm wirkt. . . Wacht auf! Wacht auf! — Bedient euch eurer List, Die oft dem weit geringer» Lohne galt- Bedenkt das Heil der Seele und kehrt um! Kehrt um und wascht in Feindesblut euch rein. Dann reich ich euch versöhnt die Bruderhand. — — Was zögert Ihr so lang? — Früh oder spat, Der Tod ist jedem unter uns gewiß, Mcht aber kann er schöner sein, als so. Ich eil' dem Posten zu, auf dem man mich Zur rechten Zeit gerüstet finden wird. — So sprecht: Kann man auf euren Beistand rechnen? — Irr' ich mich nicht, so blitzen eure Augen Gewährung mir. — Was Ihr beschließen wollt, Beschließt es bald. — Sagt: darf man auf euch rechnen? — Hauptmann (gelassen). Salvator Rosa, geh!-Ich glaube fast, — — Wenn ich auf meine Leute mich versteh: — (sehr laut.) Du wirst uns Alle auf dem Posten finden!" Wenn es gestattet ist, Kleines mit Großem zu vergleichen, so möchte ich das Drama „Künstler und Fürst", welches mehr ein Seelengemälde ist, als daß es geradezu eine bedeutende Handlung enthielte mit Goethes Torquato Tasso in Parallele setzen, während manches in U n g e r s Ribera, vor allem die ganze Tendenz, an Schillers Freiheilsdrama Wihelm Tell erinnert. Unseres Mitbürgers letztes Trauerspiel Ribera ist in formaler Beziehung nicht ganz durchgefeilt; der Allbezwinger Tod hat den Dichter wohl daran verhindert. In der Neujahrsnacht von 1867 zu 1868 wurde Hauptmann U n g e r von einem Schlaganfall betroffen, der ihn schnell zum Greise werden ließ. Er starb am 17. Mai 1868 in seiner Wohnung, Bicto riastraße 10, zu Berlin. Suchen wir nach einer greifbaren Formel für die Weltanschauung dieses Mannes, so fällt eines seiner eigenen Worte uns ein, welches er seinem Michelangelo in den Mund legt: „DerKampf der Wirklichkeit mit derJdee Läßt in der Kunst nur freie Lösung z u." Ja, in der Kunst fand er das Glück, welches ihm das Leben sonst versagt hatte. Gleichwohl war er kein Menschenfeind. Seinem Umgang verdanken viele seiner jüngeren Berufsgenopen erhebliche Förderung, seiner belehrenden und witzsprudelnden Unterhaltung, alle, die ihm näher traten, zahlreiche frohe Stunden. Mehr aber noch als seinen originellen G e i st müssen wir sein warmes Gemüth schätzen, und in den auf uns gekommenen Aeußerungen seines Gemüthslebens nicht am wenigsten seine Liebe zur Vater st ad t, zur Heimat. Diese aber ist ja das Band, welches ihn an uns knüpfte. Sein Michelangelo, der ausruft: *) „Das Heimweh Hab' ich ja, ich alter Knabe," — das ist er selbst, — und in seiner letzten Dichtung, in welcher er uns den Aufstand der Neapolitaner gegen die fremden, spanischen Unterdrücker schildert, durchlebt er noch einmal seine Erfurter Jugendzeit, die große Zeit den Befreiungskriege. Darum hielt ich es auch für paffend, Ihnen hier . as Bild eines Mannes vorzuführen, von welchem wir mit Zuversicht m.d vielleicht nicht ohne Stolz behaupten können, daß er der Unser : ge gewesen ist. Briefkasten. G. F., Krakan: Wir können leider nicht dienen. p-ra? mw * - der mit Zeugnissen orthodoxer Rabbiner versehen und zugleich |J(“| ist, sucht Anst ellung. Anträge unter „M. R., Galizier.11 an die Exp. Gegenseitiger isr. Hilfsverein für Handwerker und 1 Kleingewerbetreibende in Wien i| II., Glockengüsse Nr. 9. || p. T. H Der gefertigte Vorstand erklärt sich mit Vergnügen 9 bereit, eine Liste empfehlenswerter Handwerker und Klein- 1« gewerbetreibender auf geehrten Wunsch einzusenden. |j| Hochachtungsvoll Ad. Kobn Moritz Edelhofer Schriftführer. Obn ann. 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