Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-02-06 · 6 (6.2.1891) · p. Seite 99

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
6 (6.2.1891)
Date
1891-02-06
Page
Seite 99 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3020846-3020847-3020854--00108-3024080
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

wrnrnmmmmm Nr. 6 Hefterreichifche Wochenschrift Sette 99 i i Commercienrath, Präsident der Handelskammer, Karlsruhe. K. Schödl e r, Rechtsanwalt, Stadtverordneter, Darmstadt. L. W. Schöffer, Kaufmann, Gelnhausen. R Schönknecht, Stadtrath, Grünberg. Dr. Scholderer, Frankfurt a. M. Karl Scholz, Kaufmann, Mainz. Schott, Amtsrichter, Borken (Hessen). S ch r a d e r, Director, M. d. R., Berlin. Schräder, Landesqerichtsdirector, Frankfurt a. M. Dr. Richard Schröder, Profeffor, Heidelberg. Schütte, Kaufmann, M. d. R., Gandersheim. C. S ch u l t e s, Schriftsteller, Hannover. Schulz e-Steinen, M. d. Abghs., Steinen. Dr. Moriz Schwalb, Prediger, Bremen. Gustav Senfs, Stadtverordneter. Halle. Dr. S i e b e r t, Justizrath, Stadtverordneter, Frankfurt a. M. K S i e g e l, Ministerialrath und Landescommissär, Freiburg i. B. Siegle, Geh. Commercienrath, M. d. R., Stuttgart. Simon, Geh. Regierungsrath a. D., M. d. Abgh., Berlin. Dr. Starke, Generalarzt a. D., Kolberg. Gustav Staub. Stadtverordneter. Grünberg. Staude, Oberbürgerm., M. d. Herrenh., Halle. Dr. F. Staudinger, Gr. Gymnasiallehrer, Worms. Frhr. Schenk v. Stauf sende r g, M. d. R., Rißkissen. Otto S t e ch o w, Bürgermeister. Apolda. Dr. F. v. Steinbeis, Wirkl. Geh. Rath, ehemaliger Präs, der Württ Centralstelle f. Handel u. Gew., Leipzig. Steinmetz, Prediger, Stetttn. Stengel. Prof., Marburg. Emil Stephan, Geh. Commercienrath, Berlin. Friedrich Stephan, Reg.-Rath a. D., M. d. R., Berlin. Josef Stimbert, Mainz. F. S. Stoddart. Danzig, v. S tösser, Min.-R., Karlsruhe. Peter Jos. S tollw erck, Köln a. Rh. Strenge, Justizrath, Gotha. Eugen Ströme; Kaufmann. Berlin. Struckmann, Oberbürgermeister, M. d. Herrenh., Hildesheim. S t r u v e, Stadtrath, Rittergutsbesitzer, Berlin. Sturm, Profeffor, Münster. Freiherr v. Suttner, Schloß Hartmannsdorf. S w i d o m, Geheimer Justizrath. Oberlandesgerichtsath a. D., Breslau. T e i ch m a n n, Pfarrer, Frankfurt a. M. I. T e w s, Lehrer, Berlin. Dr. Heinrich Thiel, Stadtschulrath a. D.. Görlitz. E. F. T b i e n e m a n n, Hofbuchhändler, Gotha. Dr Thomas, Prediger, Berlin. Thorwart. Bankdirector, Frankfurt a. M T h o m s e n, Hofbesitzer, Mitgl. d. R., Zenhusen. Th. T o r n i e r, Hofbesitzer, Gr. Lichtenau. Albert Träger, Rechtsanwalt. M. d. R-, Nordhausen. Wilhelm T r o e l t s ch. Fabriksbesitzer, M. d. R., Weißenburg a. S., Bayern. Franz Jos. U s i n g e r, Stadtverordneter, Mainz. H. Vahlbruch, Bankdirector, Hamburg. Valentin, Prof., Frankfurt a. M. Dr. Barrentrapp, Stadttath, Frankfurt a. M. Dr. v. d. B e l d e, Oberlehrer, Görlitz. Dr. Belke, Stadtbibliothekar und Museumsdirector, Mainz. Bygen, Commercienrath, M. d. Abghs., Duisburg. Dr. Karl W a l ck e r, Docent der Staatswiffenschaften an der Universität Leipzig. Dr. phil. A. Wal t e, Pastor. Hann. Münden. Dr. Wattenbach, Profeffor, Berlin. Dr. A. Weber, Prof. Berlin. Dr. Max Weber, Stadtrath, M. d. Abghs., Berlin. W. Weber. Oberbürgermeister a. D., Steglitz. Weise, Oberbürgermeister, Kassel. Weife, Stadtrath, Berlin. Th. Welcker, Justizrath. Marburg. Richard Weltrich, Prof. a. D., München. Dr. Wen dt. Geh. Hofrath und Director, Karlsruhe. A. H. Wen dt, Fabriksdirector, Gelnhausen. A. Westerburg, Oberbürgermeister, Hanau. Dr. I. Westerkamp. Prof. d. Rechte, Marburg. W e st p h a l, Major a. D., Frankfurt a. M. A. W i ck e n h a g e n, Kaufmann, Gotha. Feodor Wilisch, Mitgl. d. R., Schmalkalden, v. Wilma w s k i, Geh. Justizrath. Berlin. Dr. W i n d s ch e i d, Geh. Rath, Profeffor der Rechte, Leipzig. Richard W i s s e l i n k, Kaufmann, Frankfurt a. M. Ed. Wißmann, Landesgerichtsrath, M. d. Abghs., Wiesbaden. Dr. Witlich, Director d. Realgymnasiums, Kaffel. Gustav Witte, Schmalkalden. Dr. Witte, Mitgl. d. R., Rostock. W i t t i ch, Commercienrath, Köthen. I. Wölber, Kaufmann, Hamburg. Eduard W ö l l n e r, Fabrikant, Worms. Adolf W ö r m a n n, Hamburg. Wolf, Notar, Ober-Ingelheim. A. Wuth, Biebrich a. Rh. Otto Zangemeister, Mitgl. d. R., Gotha. Zelle, Stadtsyndicus, M. d. Abghs, Berlin. Dr. Zelle, Gymnasial-Oberlehrer, Berlin. Dr. Fr. v. Zenker, Prof. d. Medizin, Erlangen. E. Ziegler, Glaser, Gotha. H. Ziegler, Pastor prim., Liegnitz. Dr.' Theobald Ziegler, Prof., Straßburq i. E. Dr. Emil Zittel, Decan, Karlsruhe. Me Wahlschlacht der Antisemiten. In einer fränkischen Stadt, so erzählt eine alte Chronik, lebte einst ein arger Schalk. Selbige Stadt hatte große Plage zu leiden von einem Rudel Hunde, die sich ans den Straßen herumtrieben bei Tag und Nacht und Jeglichen mit wildem Geheul und Gebelfer anfielen, der da friedlich seines Weges ging? Der hochmögende Stadtrath konnte des Unwesens nicht Herr werden. Doch eines Tages schaffte obgemeldeter Schalk den Bürgern durch ein lustiges Stücklein die Hundeplage vom Leibe. Er fing sich aus dem Hausen etliche der Kläffer und band ihnen mächtige Fleischstücke an ihre Schwänzlein. Nun ging ein furchtbarer Kampf unter den Hunden selber an, sie rannten gegen einander und jede der Bestien trachtete nach dem fetten Bissen an dem Schwänze des andern, bis sie einander zerfleischt hatten. Die Geschichte ist lehrreich und sie wiederholt sich in diesen Tagen, da der Kampf um die Reichsrathswahlen in Wien mit Heftigkeit entbrannt ist und alle Leidenschaften enffesselt hat. Die Aussicht auf ein Reichsrathsmandat ist ein gar lockender Köder und es erscheint begreiflich, daß die antisemitische Meute sich darob selber in die Weichen fällt. Es hat zwar auch ftüher an Beweisen einer rührenden Eintracht unter den Propheten des Racenhasses nicht gefehlt. Die „schöne Schäferin", in deren Räumen die Antisemiten mit Messern gegen einander gingen, ist zu einer localen Berühmtheit geworden, und die Gerichtsverhandlungen der jüngsten Zeit haben uns jene herrlichen Ehrentitel, welche die Bekämpfer der „jüdischen Corruvtion" einander gegenseitig beizulegen beliebten. Titel wie: „Schuft, Schurke, Gauner,. Verräther, Lump rc." neuerdings in Erinnerung gebracht. Allein die Erscheinungen, welche der Wahlkamps im antisemitischen Lager zu Tage fördert, überlreffen noch bei Weitem all' diese Vorgänge und sie beweisen mit absoluter Gewißheit, daß die ganze Judenhetze in Wien in ihrem tiefsten Grunde nichts Anderes ist als der ungezähmte Hunger einer belfernden Meute nach fetten Pfründen, nach jenen Fleischstücken, welche der fränkische Schalk einst an die Schwänzlein der Hunde gebunden hatte. Es ist ein Bild heilloser Verwirrung und Zwietracht welches die antisemitischen Führer ihren gläubigen Schaaren darbieten, und der „dumme Kerl von Wien" wird wahrhaftig Mühe haben, sich in der Fluth der widersprechendsten Programme und Ausrufe, welche sich über sein Haupt ergießen, zurechtzufinden. Eines aber haftet all diesen Kundgebungen als ein gemeinsames Merkmal an. Jede einzelne Gruppe unter den Antisemiten, mag sie der Fahne Schönerer s, Luegers, Pattais, Berganis oder Vetters folgen, beschuldigt die anderen aller erdenklichen Laster und Verbrechen, des Luges und Truges, der Gaunerei und Schurkerei, des Verrathes und der Verleumdung, der Corruption und des Streberthums. Alle jene Borwürfe, welche die sich erbrechende arische Tugend bisher gegen die Juden erhoben hat, werfen die edlen Herrn nunmehr einander gegenseitig an den Kopf. Wer hat in diesem edlen Wettstreit Recht? Müßige Frage! Sie sind ja durchwegs Ehrenmänner, die tapferen Ritter des Hepp-Hepp; denn mögen sie auch die niederträchtigsten Lumpereien begehen: die arische Abstammung adelt sie und das arische Blut hat seine eigene Moral. Im Nachstehenden wollen wir es versuchen, durch wahrheitsgetreue Mittheilung von Thatsachen ein Bild von der rührenden Einigkeit im antisemitischen Lager zu geben: I. Herr Lueger und die „Christlich-Socialen". Es hat lange gedauert, bis der große Landstraßer Volkstribun seine letzte Häutung vollbracht hatte. „Aus einem Deutsch-Liberalen war er Demokrat, aus einen Demokraten Antisemit, aus einem Antisemiten'? ein Christlich-Socialer geworden. Aber die Mächte, denen er sich verschrieben hatte, forderten unbarmherzig auch den letzten .ch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.