Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 5 (30.1.1891)
- Date
- 1891-01-30
- Page
- Seite 93 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Hesterreichifche Wochenschrift Seite 93 Menzel, Anselm Feuerbach, Peter von Cornelius, Carl Becker, Eduard Magnus, Gustav Richter, Eduard Hildebrandt, Louis von Hagen und Wilhelm Gentz. Der Verfasser bemerkt in der Vorrede ausdrücklich, daß er sich bei der kritischen Behandlung der neuesten Künstler vorläufig auf diejenigen beschränkt habe, deren Werke ihm besonders zugänglich gewesen wären. — Lucä nennt die hier gebotenen Kharakteristiken höchst geistreich und meint, es komme auch in dieser Arbeit die feine und zur offenen Anerkennung des Guten geneigte, oder auch rücksichtslos wahrhaftige Natur Ungers in der Beurtheilung künstlerischer Leistungen zum Ausdruck. Diesem Urtheil habe ich persönlich nach Prüfung des Werkes nichts hinzuzufügen. Wir haben nunmehr Einiges aus dem äußeren Leben unseres begabten Landsmannes nachzuholen — nämlich jene einzige Periode, in welcher er eine gewisse öffentliche Rolle gespielt hat. Als das Jahr 1848 in Berlin die Verhältnisse aus den Fugen zu treiben drohte, wurde Unger nach dem Abgänge des Professors Hensel einstimmig zum Chef des bewaffneten Künstlereorps gewählt. In einem unterthämgen, an Seine Majestät den König Friedrich Wilhelm IV. gerichteten Schreiben vom 7. Juni 1848, dessen Entwurf im Unger'schen Nachlaß aufbewahrt ist, macht er dem Monarchen von dieser seiner Wahl Mittheilung. Er erklärt, daß er sich die Schwierigkeit einer solchen Stellung unter den herrschenden Verhältnissen nicht verhehle, daß er aber um jo weniger glaube, einem solchen Amte sich entziehen zu dürfen, als er das Vertrauen hege, die ihm zur Leitung gewordenen Kräfte dieses Corps innerhalb der strengsten Grenzen der Gesetzlichkeit concentriren zu können. Zum Schluß bittet er den König, dem edlen Corps der Künstler das bereits an den Tag gelegte huldvolle Wohlwollen fernerhin zu erhalten. — Es fiel aber dem Künstlercorps die Aufgabe zu, sowohl mit für den Schutz des königlichen Schlosses, als auch besonders für die Erhaltung der kostbaren Sammlungen in den königlichen Museen Sorge zu tragen. Unger entledigte sich der ihm als Chef dieses Corps gewordenen militärischen Ausgaben mit so großem Geschick, daß ihm die Berliner Künstler in Anerkeunung seiner Verdienste ein werthvolles Album überreichten, und daß einige der talentvollsten unter denselben ihn gemeinsam in Del portraitirten. Wenige Jahre darauf sollte unser Kunstforscher in seinem Fache die stolzeste Entdeckung seines Lebens machen. Um die bedeutendsten Gemälde-Galerien West-Europas kennen zu lernen, machte er im Jahre 1852 eine Reise durch Frankreich, B e l g i l n und die Niederlande. So kam er nach dem Haag, nicht lange danach, als die Bildersammlung des Königs Wilhelm II. von Holland versteigert worden war. Verschiedene von den dieselbe bildenden Gemälden waren in Privatbesitz übergegangen, und der Zufall ließ unfern Reisenden eines finden und erwerben, welches trotz einer gewissen äußeren Zweideutigkeit und Verwahrlosung die unverkennbaren Zeichen der Hand eines großen Meisters verrieth. Nach Entfernung eines dicken und fleckigen Firniffes zeigte sich ein wunderbares Bild mit drei Figuren von zwei Drittel Lebensgröße. Es stellte in bedeutender Auffassung das „Opfer Abrahams" dar. Der Körper des in knieender Stellung befindlichen Knaben, der mit zur Seite gesenktem Haupte in kindlicher Hingebung den Todesslreich erwartet, die gebrochenen Augen auf den Stahl seines Vaters gerichtet, — dieser Körper zeigte eine große Schönheit und eine Folgerichtigkeit der anatomischen Bedingungen, wie sie nur in der Antike ihresgleichen findet. Dazu kam die meisterhafte Bewältigung des Colorits in dem hochrothen Gewände des Abraham, -er selbst in großartigster Weise einherschreitet, während die Gestalt des Engels im Hintergründe nicht völlig ausgeführt erscheint. Nach genauer Prüfung des Gemäldes kam Unger zu der Ueberzeugung, daß er in den Besitz eines Meisterwerkes von Peter Paul Rubens gelangt war. Dem gründlichen und höchst belehrenden Beweise für diese Thatsache hat er fast acht Druckseiten in seinen „Kritischen Forschungen" *) gewidmet. Freilich muß man, um diesen Beweis nachprüfen zu können, eine große Summe von technischen Kenntnissen besitzen, die auch mir abgeht, weshalb ich mir kein persönliches Urtheil über die Echtheit dieses Bildes anmaße, zumal es viele Jahre her ist, daß ich dasselbe gesehen habe. — Diese *) Kritische Forschungen im Gebiete der Malerei alter und neuester Kunst. Ein Beitrag zur gründlichen Kenntniß der Meister von M. Unger. Supplement zu seinem Werke: „Das Wesen der Malerei". Leipzig, Verlag von Hermann Schnitze. 1866. § 20; des. S. 218—225. seine Entdeckung erfüllte unfern Kunstforscher mit dauernder Freude, und so lange er lebte, hat er sich von seinem Schatze nicht getrennt. Das sogenannte „Rubens'sche Opfer Abrahams" bildete fortan das werthvollste Stück von Ungers umfangreicher Gemälde-Galerie. Tie Jahre des herannahenden Alters wurden unserem Freunde alles Schönen und Edlen indeß nicht bloß durch die Schöpfungen seiner das Leben nachahmenden Kunst erhellt: auch Melpomene, die Muse der ernsten dramatischen Dichtkunst, suchte ihn in seiner Einsamkeit aus. _ (Fortsetzung folgt.) Kriefkaften. PH. Weiß, Wien. Wir bedauern Ihrem Wunsche nicht entsprechen zu können. M. Potihcv, Mien. Bestätigen den Empfang eines halbjährigen Abonnements. Ken Jacob Odessa. Zusendungen willko.tmen. Freundlich, Znqatin: Wü können von Ihrem Anerbieten keinen Gebrauch machen. Grdhrirn. Korqslarv: Die gewünschten Nummern sind bereits vergriffen. Amnon erhalten Sie beim Verfasser, Wien, IX.. Universitälsstraße 10 p-TQ? CTO '«• der mit Zeugnissen orthodoxer Rabbiner versehen und zugleich JOIpl pH ist, sucht Anstellung. Anträge unter,.!». R., Galizier.“ an die Exp. Rechtshörer ertheilt Unterricht in Gqnrnastalgegei,standen gegen müßiges Honorar oder Verpflegung. Gefällige Anträge sind an die Buchhandlung Kippe. H., Praterstratze 13, zu richten. y T mm Ich suche einen Jnssrnrtor für halbe Tage für zwei Mittel¬ und einen Volksschüler, welcher auch in Religion zu unterrichten hätte. Bewerber, welche in gleicher Eigenschaft schon lhätig waren, wollen schriftliche Offerte an Leopold Meater. VI., Hofrnnhlgasse Ur. 7, richten. Ter Gefertigte, authorisirter —Sofer □"nD "1212 rs-rempsiehlt sich zur Anfertigung kalligr. Arbeiten, namentlich von Gesetzesrollen, Tfillen u. s. w., die prompt und solid auf's Schönste bei möglichst moderaten Preisen ausgeführt werden. Nathan Müller, I»., Große Schiffgafse 28. 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