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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-01-23 · 4 (23.1.1891) · p. Seite 73

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
4 (23.1.1891)
Date
1891-01-23
Page
Seite 73 (sequence 19)
Language
German
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Nr. 4 Hesterreichifche Wochenschrift Seite 73 der ewigen Stadt so viel Herrliches in Trümmern liegen sah. Ursprünglich hatte er die Absicht, von Rom nach Ancona zu Wagen, und von dort zu Wasser nach Triest zu reisen; aber der betrügerische Vetturino, welcher ihn in Fano, nördlich von Ancona absetzte, war die Veranlassung, daß das Dampfschiff versäumt wurde. In Folge dessen sah er sich zu einer Landreise genöthigt, welche über Ravenna und Faenza führte und die sich zu einer hochromantischen gestaltete. Jene Gegend war damals durch ein der päpstlichen Regierung höchst peinliches Räuberunwesen vollständig unsicher geworden, und nur durch die zufällige Gesellschaft zweier Capitäns der Carabinieri, welche dasselbe Reiseziel wie unser Künstler hatten, — Leute, die aus Vorsicht die gespannten Pistolen nicht aus der Hand legten und die sogar in der Nähe von Ravenna eine Escorte erhielten, — war er vor Belästigungen der angedeuteten Art geschützt. Dafür aber preist er die guten Fische, den süßen Wein und die vielen lebendigen sixtinischen Madonnen Oberitaliens. Stolz ruft er am Schluß seines Schreibens aus — was damals ja noch mehr bedeutete als heute — : „Ich bin in Italien gewesen!" Zurückgekehrt nach Berlin übte U n g e r in unmittelbarem Zusammenhänge mit der Malerei und unter Nutzbarmachung seiner Erfahrungen in der Technik der einzelnen Meister eine Thätigkeit aus, welche dahinging, unscheinbar gewordene Mei st er werke seiner Kunst wieder herzu st ellen, — mit einem Worte, Bilder zu restauriren. — Wenige waren aber auch so dazu geeignet, wie er, welcher die Art der Pinselführung jedes einzelnen bedeutenden Malers erforscht hatte, und dem sein treffliches Gedächtniß bei Feststellung des Charakters eines jeden Gemäldes die in den verschiedensten Galerien Europas befindlichen Bilder derselben Schule vor die Seele führte. So hatte er auch das Rüstzeug zu wissenschaftlichen Kämpfen in sich. Damit soll nicht gesagt sein, daß er über jeden Jrrthum erhaben war; er mochte sich wohl in dem oder jenem Murillo, Velasquez oder Salvator Rosa, welchen er von der Reise mit heimbrachte, geirrt haben; aber die größere Unzulänglichkeit des Urtheils seiner Gegner dürfte von ihm öfter treffend erwiesen worden sein. Einen seiner kritischen Waffengänge können wir verfolgen, wenn wir seinen in der „Vossischen Zeitung" vom 23. Mai 1858 *) veröffentlichten Artikel lesen, welcher die Ueberschrift trägt: „Die neue ft e Erwerbung zweier Bilder für die Galerie des Königlichen Museums zu Berlin". *) Königliche privilegirte Berlinische Zeitung von 1858, Nr. 118, Sonntag den 23. Mai, Erste Beilage, S. 3/4. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. G.: Predigten werden nicht recensirt. Krqtes, Budapest: Wir bedauern den Aufsatz nicht publiciren zu können. Das Werk ist in der „Oesterreichischen Wochenschrift" bereits einmal besprochen worden. K. Daß die Firma Rudolf Sigmund, II., Praterstraße „katholisch" und antisemitisch sein will, darf die Juden nicht betrüben. M. Kilbiger, Kielitz Wenden Sie sich an Herrn K. Lieben, Actuar der israelitischen Beerdigungsbruderschaft in Prag. M. Politzer Beim Beginn des kommenden Quartals wollen wir es versuchen. K. Kleinberger, prioost G. K Mien. Getauft. Protznitz Ein Jnhaltsverzeichniß geben wir nicht heraus. K. in Mien. Jene Correspondenzkarte hat ein Dieb entsendet. K. Kerger, Mien- Wenn alle Glaubensgenossen in gleicher Weise verfahren, so wird man den Verschleiß der Lose der antisemitischen Firma abnehmen müssen. nra Restauration im Hotel du Mord, die im besten Betriebe ist, wird voml. Februar 1891 summt Conrestion uni er sehr günstigen Bedingungen verpachtet. Kechtshorer ertheilt Unterricht in Gumnaftalgegenständen gegen mäßiges Honorar oder Verpflegung. Gefällige Anträge sind an die Buchhandlung Kippe, II., Praterstratze 13» zu richten. ir Bedeutende Preisermäßigung! 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