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Berliner Vereinsbote · 1896-11-20 · Heft 47 (20.11.1896) · page 4

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 47 (20.11.1896)
Date
1896-11-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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. Oberhemden Reparatur Werkstatt, Me SMauserstr. 40. Halspriesen 20, Paar Handpriesen 25, Leinen-Einsatz m. Ehtietsen 50 P%. Neuanfertig•. x. bLMixst Preisen. Abholung frei» Umschau. (Mitteilungen für diese Rubrik finden dankbare Aufnahme.) In Gleiwitz hat eine Versannldung von ״alten Herren״ der Burschenschaften stattgefunden, welche gegen an1186mit ische Strömungen innerhalb der letzteren entschieden Front machte. Es wurde eine Resolution angenommen, in dd^es u. A. heisst: ״ Der letzte A. D. C. der deutschen Burschejischaften hat den Beschluss gefasst, dass es erwünscht sei, wenn fortan keine Burschenschaft mehr Juden im ihren Verband aufnimmt. Die Unterzeichneten, im oberschlesis'clieh Industriebezirk wohnhaften alten Herren der ‘deutschen Burschenschaft' erheben lebhaften Einspruch gegtm diesen Beschluss und hoffen, dass überall, wo sich Vereinigungen alter Burschenschaften gebildet haben, dieselbe einmütige Missbilligung und scharfe Zurückweisung jenes■-Beschlusses erfolgen wird, wie dies unsererseits ge-‘ . schieilt. Der Freiheits-Gedanke ' und. der Geist Vorurteilsloser Duldsamkeit hat■ der deutschen Burschenschaft bisher stets und überall ihre besondere Zier gegeben. . . ... ■Eine Scheidung nach konfessionellen Bekenntnissen war unerhört in der deutschen Burschenschaft! . . . Wir weisen solchen finsteren Geist, der weder deutsch noch christlich ist, der den altgeheiligien Grundsätzen der ' deutschen ־ Burschenschaft ■'Hohn spricht und die Bande inniger Freundschaft unter Bumlesbrüdern verschiedener Konfession zu zerreissen trachtet, weit von uns zurück. . . Ein Beharren auf dem Eingangs erwähnten Beschlüsse muss zu einer Trennung der alten Burschenschaften von den aktiven 'Bursehenschaften führen. Vereinigungen im Zeichen, des Antisemitismus haben nach, unserer Ansicht kein Recht, den stolzen Namen ״Burschenschaft״ weiter zu führen. Das . Ansehen, und die Ehre der deutschen , Burschenschaft verlangen' es deshalb, dass jener Beschluss alsbald wieder beseitigt werde.״ — Das ist ein Wort zur rechten Zeit! 'Mögen es sich die antisemitischen ״Burschenschäften״ zu Herzen nehmen. D. R. Vor Kurzem starb in Gostyn der Arzt Dr. Wachtel, der früher auch einige Jahre in Breslau praktizirt hatte, Dr. W. war im Jahre 1880 aus der hiesigen Gemeinde ausgetreten, ebenfalls sein Sohn, der als Landwirt hier angv*os־sen ist. Seine Leiche sollte nach früheren Bestirntmutigen in Gotha verbrannt worden. Kurz vor seinem‘ Tode empfand Dr, W. jedoch Reue und verlangte von seinem Sohn, dass er seine Beisetzung auf einem jüdischem Friedhofe veranlasse. Aber keine jüdische Gemeinde, an die steh der Sohn wandte, wollte dem Ausgetretenen die Aufnahme gewähren. Endlich gelang 68 nach langen Ver- ן Färberei und chemische Waschanstalt § | Marcus Schramm, Fehrbellinerstr. 19 «i Roparariirm) an Horren-Garderobe worden billig ausgeführt. Herren- und Knaben -Confection Alex Bohne, Landsbergerstr. 79 A gegründet 1871. gj־ Grösstes Lager fertiger HerrennndKnaben-Garderobe. © Reichhaltigste Auswahl in « Eleganten Jaquet* und Rockanzügen von 20, 25. 30/35, 40 Mk. ,, Paletots in Double, Eskimo, Krimmer v. 18, 22. 26, 30, 35, 40 M. Hohenzollernmantel in allen Farben, mit reicher Glocken-PeÜerine, von 28, 33׳, öfi. 10. 15 Mk. Einzelne Hosen und Westen schon von 4,50 bis 15 Mk. Knaben- und Jünglings-Anzüge, Paletots und Hohenzollernmäntel. Grosses Lager für das Alter von 2 17 Jaliren. W Mein grossassurfirtes Lager der neuesten Stoffe empfehle zur? 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Inzwischen ist die Wahlliste des Vorstandes im Druck erschienen, sie umfasst 12 000 Namen alphabetisch geordnet in 9 Wahl- Sektionen. Budapest. Die Wahlen zum ungarischen Reichstag ergaben die Wahlen von 13 jüdischen Abgeordneten, welche bis auf den ״Unabhängigen״ Visontai zur liberalen Partei gehören. —־ Der Magistrat hat der Bester Gemeinde zum Bau einer Synagoge nahe dem Parlament eineir Bauplatz im Werte von 1 Milk 200 000 fl. geschenkt mit der Bedingung, daselbst auch eine Schule für 800—1000 Schüler zu errichten, wozu sich die Gemeinde verpflichtete. Lemberg. Unsere Universität hat den ersten jüd. Professor erhalten, an die neuerrichtete medicinischen Fakiiltät ist Dr. Adolf Beek, bisher Privatdocent in Krakau, als Prof. extr. für Physiologie berufen worden. Ausser ihm lehrt nur noch ein jüdiseher Privatdocent an der Universität. Die israelitischen Konsistorien in Frankreich haben durch Wahlen ihre Erneuerung erfahren! Wie überall haben auch bei uns die Wahlen der Hauptstadt das grösste Interesse, weniger bei dem Stadtkonsistorium, in das Gust. v. Rothschild, Nareisse Leven und Ernst Mayer* wiedergewählt wurden, als bei dem Centralconsistorium der Republik. Hier stand ■u. A. General See zur Wiederwahl, u^d der General wurde geschlagen, nicht et/vta weil er an seinen Kindern die Milah nicht hatte vollziehen lassen, das würde unsere irreligiösen Franzosen nicht irretiren, aber der General ist gefallen als Träger jenes unheilvollen Systems des vornehmen Ignorirens der antisemitischen Bewegung, die ja atich bei uns, wie Ihnen bekannt, schon einen drohenden ■Charakter angenommen hat. Man will Männer der That und nicht des Titels. Sein Gegner, der Deputierte Ford. Cremitur, siegte mit 610 gegen 274 Stimmen, obwohl er Öffentlich jede Kandidatur abgelohnt hatte. o o w׳ V׳ O co o w Musikalien und Musik-Instrumente Jean HanfF & Schulz (Inh. 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