Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1896)
- Date
- 1896-10-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Verein für Arbeitsnachweis. Kloster-Strasse 44. Fernsprecher 5, 3368 Geschäftsstunden 9 i und 3 -6 Arbeiter, Handwerker, Lehrlinge und Kaufleute, männlichen und weiblichen Geschlechts, erhalten durch unseren Verein kostenlose Vermittelung. Der Vorstand. Vereins-Schau. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat nunmehr seine öffentliehe Wirksamkeit wieder aufgenommen. Am 8. d. M. fand eine gut besuchte Versammlung, der Gruppen N. und N. O. statt. Herr Dr. J. Moses hielt einen Vortrag, in welchem es die Pflichten der Juden in der heutigen Zeit gegenüber der Familie, der Schule und der OefFentlichkoit in interessanter und fesselnder Weise behandelte. Fine allgemeine Versammlung des Vereins fand sodann am 12. er. im Deutschen Hof, Luckauerstr. 15 statt. — Als erster .Redner des Abends sprach Herr Dr. (.׳. Seligmann, Prediger der Tempelgemoinde zu Hamburg über ,,die Stellung der deutschen .Juden im Vaterlande.“ Der Redner sprach in überaus packender und zündender Weise und erntete reichen Beifall. Herr Rechtsanwalt Dr. Fuchs nahm sodann das Wort, um .,über Fleisehbesudelungsprozesse“ eingehend und sachkundig zu referier 1׳cn. Herr Dr. F. verbreitete sich besonders über die bekannte Affaire des Schlächters Bonn im Rheinland, und auf den jüngst verhandelten Prozess Selatzek. um na,ment- Lieh, das Vorgehen des Vereins in letzterer Angelegenheit' vor der Oeffentlichkeit klar zu stellen' und dessen Bereelitigimg zu verteidigen. 111 der Diskussion bewies u. a. Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig mit den־ diesbezüglichen Stellen des Joredea, wie widersinnig .und böswillig von antisemitischer Seite , den Juden vorgeworfen werde, dass sie von Religionswegen verpflichtet seien, das' für Andersgläubige bestimmte Fleisch zu besudeln. In demselben Sinne sprachen auch■'die'anderen Herren, die sieh an der lebhaften Diskussion beteiligten. W. Die Vorsitzende von ״Judas Töchter“, .. Vereinigung jüdischer Frauen und Mädchen, gegründet!805, Frau M. Sachs, sendet 11ns eine Berichtigung, wonach es in dem Bericht in Nummer 41 unseres Blattes nicht heissen soll nFrl. Tonn als bisherige,“ sondern ״frühem“ Vorsitzende. Ebenso könne nicht von der ״bisherigen“ Leitung, sondern höchstens von der ״früheren“ Leitung gesprochen werden, ebensowenig davon, dass der übrige weitaus grössere Teil des älteren Vereins Frau Sachs zur Vorsitzenden gewählt habe, da diese letztere den Verein leitete, als die ausgesehiedenen Mitglieder dem im Jahr 18!>5 ge-! gründeten Verein ,,Juda's Töchter“ noch angehörten. Der Humanitätsverein Gewul Tow veranstaltet am Donst. d. 29. Oktober im Theater Alexanderplatz eine Vorstellung zum Besten seiner Krankenkasse. Es wird״ Nathan der Weise“ von Lessing gegeben werden. . Sowohl diese Perle der klassischen Dichtung, wie auch der gute Zweck werden nicht verfehlen ein ausverkauftes llaurzu machen : Bidets sind beim Vorsitzenden Herrn Gustav Michaelis, Winterfeldstr. 44. sowie bei den im Inseratenteil bezeiGucJen Herren zu haben. ׳ R. . Dienstag■ den Id. er. fand in dem schön deeerirten Wreinslokale, des Vereins .Judas Töchter“ Vmünigung'jüdischer' Frauen und Mädchen, .gegründet •1895 Vonragsahend statt. Anstatt des durch Amtspflichten, verhinderten Herrn Dr. Lippschütz erfreute■ Herr Rabbiner Hö.xier die Mitglieder und Gäste durch■ einen. ■ vorzüglichen Vertrag über Moses Mendelssohn. Das/ aus circa HJU Personen bestehende- Auditorium, unter dem siel! auch' zwei Vorstandsdamen aus zwei hiesigen jüd. Fram-nA er׳-inen befanden, spendeten dem geistvollen, ■vorständnisroiehen Vorträge reichen Beifall. Es knüpfte sieh eine lebhafte Diseassiom sowie die Aufnahme zahlreicher neuer Mitglieder daran. In geschlossener Reihe werden Judas Töchter.. ferner fit!׳ ihre.!deale streben. \ In der Vereinigung Monbijou spricht am Mittwoch, den 21. .■ Oktober in Cassels Hotel Herr Ph. A. Man es über: ״Gerhard Haupt manu und seine Werke״. Herren, ■die den gewiss schönen Bestrebungen der Vereinigung svmpathisch gegenüber stehen, mögen diesen Abend besuchen, um Einblick in die Thätigkeit der .Mitglieder zu nehmen, und sieh durch den interessanten Vortrag einen.! geistige,, Genuss zu versa-!!affen. f W. Die Vereinigung jüdisch«‘!■ Frauen und Mädchen ,,Juda s Töchter“, Vorsitzende Frau 1 >ehrei!dt. hieb am Mtg. d. 12. er. eine von er. ÖO Personen besuchte Sitzung im Münchener Hof ab. Nachdem in kurzen deeemen Worten sine 4rn et Studio, auf die Spaltung des \ ei ׳ei ns und ihre Grund 1.mg hiligewieson war. ergriff Dr. Heinrich.!dwe das Wort zim! Vortrage, ■ über das .Thema ״Aus der ,jüdischen ׳ Poesie.״. - Der Vortragende führte in einer!!istorisell-ütterarisehen Skizze die Ihdcutnng der jüd!'sehen .Frau für das Fortbestehen und die Erhaltung des selion so oft vernichteten■ israelitischen Stammes aus, indem er. in trefflichen Worten und mit grosser Sachkenntnis, ־vor. allem das jüd!-ehe Weib als *Gegenstand und Sängerin der hebräischen Dichtung würdigte. Besonders ausführlich behandelte ׳!-׳ die biblische und erste na eh bi bl Le he Zeit bis etwa 1< «1 Jahre nach Zerstörung des zweiten Tempels, kürzer das Mittelalter und die" Neuzeit, ln .neuster Zeit hob er besonders zwei jüdische Dichterinnen hervor, die in mächtigen Ahkor*hui die hebräische , Zionsharte anzusehlagvn . wussten: Rakel Molpnrgo' in Italien und Sarah Sehapira in Russland, Mit begeisterten Worten Liierte Redner *he Damen an weiter rüstig- ' thätig zu sein ‘י‘r .die Zukunft und die .geistigen Ideale des ׳ jüdischen A olkcs. und als!׳e<4u<׳ ..Judas Töchter" auch ferner *las ״Reth .1 aakob״, *las Haus des Judentums fest und rein zu erhalten. Anhaltender, stürmischer Beifall lohnte die ebenso sachlichen, 'wie. warm empfundenen Ausführungen des Redners. An *len wisst«,-. SI-haftliehen, schloss* sich', ein üb* u aus am min er g*־müt lieh*•!• Teil, der sieh durch Vorträge *h-klamatorisch.m und mu>ika lisch en Inhalts, und das Singen jüdischer Luder aus.- zeichnete. Noch während des Abends, der als ein überaus gelungener bezeichnet werden muss, haben sich eine grosse . Anzahl■ Damenzum Neueintritt in'den Verein gemeldet. P. W. 1W2 Gerson Cohn’s Pensionat und kräftiger .Mittaglisch streng rituell, auch gut möbl-ierie Zimmer, zu soliden Preisen, jetzt Kaiser Wilhelmstr. 25 c ,׳ff/( // n </>(■/(,> i: C*׳' / i-Jff tf'f'/fe } BERLIN W. 31. Unter den Linden. Handschuh u. Cravatten - Manufactur en gros & en detail August Müller, £»”!8;״;«* Reichhaltiges Lager stimm fheher Lferren-Artikel. Grösste Auswahl. Täglich Eingang der letzten Pariser u. Londoner Neuheiten. Vorzeigeru dieser Annonce gewähre 5° ״ Rabatt. —8 Ausschneiden! |—— Atelier Germania M. Kalischer, Rosenthaler Strasse 45. Bei Vorzeigung dieser Annonce liefere: 1 Dutzend Visites für . . . . . . Mark S, 1 ״ Oadinett für . . . . , . . 10 ״, Vereinsaufnahmen nach Vereinbarung*. 30 Selter 1.50 Mk | 30 Brauselimonade 3Mk. j' *Mitptiehlr di*• Mineralwas-erfabrik j von R Regenbrecht, in Finna Roh. 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